Politische Zensur? – DGB darf Plakate aufhängen, Selbstständige nicht

160216_BZ_BVG_boykottiertDie Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) boykottieren die Plakataktion Experten-Arbeit-Retten, die gegen das geplante „Werkvertragsgesetz“ gerichtet ist. Über 100 frühzeitig gebuchte und fest eingeplante Plakate durften heute morgen nicht aufgehängt werden. Begründung: Es handle sich um politische Werbung.

Pikant: Plakate des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) für das restriktive Werkvertragsgesetz von Andrea Nahles wurden erlaubt und auch sonst dürfen Ministerien, Bürgerinitiativen und TTIP-Gegner im Berliner Untergrund werben.

Die Mehrheit der Leser hält dies für einen Fall politischer Zensur

Die B.Z. hat sich des Themas angenommen und beim BVG nachgefragt. Die Begründung der Verkehrsbetriebe sei nicht schlüssig, schreibt B.Z.-Kolumnist Gunnar Schupelius. Plakate abzulehnen sei keine Kleinigkeit, dafür bräuchte es triftige Gründe.

Schupelius kommt zum Schluss, es „gäbe so etwas wie eine politische Zensur“. Das sehen auch 85 Prozent der Leser so (Stand 16.02.2016). Was denkst Du darüber?

Dass Selbstständige nicht in Verhandlungen über Gesetze wie dieses einbezogen und nicht nach ihrer Meinung gefragt werden ist ja nichts Neues, dass nun aber  auch noch das Aufhängen von Plakaten für unser Anliegen verboten wurde, hat schon einen sehr bitteren Beigeschmack.

Lasst uns nicht kleinkriegen und die sozialen Medien nutzen, um die Plakatmotive auf diesem Weg zu teilen und bekannt zu machen und so auf die Kampagne Experten-Arbeit-retten hinzuweisen. Danke!

 

Update: Jetzt hat auch der Tagesspiegel über die Zensur durch den BVG berichtet

160223_TagesspiegelUnter dem Titel „Plakatieren verboten“ hat jetzt auch „Der Tagesspiegel“ über das Verbot des BVG berichtet. Hier erfährt man, dass es sogar um 125 Flächen ging und um 20.000 Euro, auf die die Berliner Verkehrsbetriebe damit verzichteten.

Der Autor regt an das Video, mit dem der BVG zurzeit wirbt, umzutexten: Von „Is mir egal“ in „Is verboten“.

Und Kampagnen-Sprecher Carlos Frischmuth möchte den für das Verbot letztlich verantwortlichen Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) fragen, ob die BVG „zu viel Geld hat“.

In den Kommentaren zum Tagesspiegel-Artikel wird sogar schon ein neuer Text für den BVG-Imagespot vorgeschlagen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *