VGSD-News 16.11: Nahles lädt VGSD ein – SPD will KV-Beiträge senken – KSA in der Kritik – Interview zu Versorgungswerken

Liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer,

Arbeitsministerin Nahles spricht mit uns: Sie hat uns für Donnerstag nächster Woche zusammen mit zwölf weiteren Selbständigen(vertretern) nach Berlin zu einem Kamingespräch eingeladen.

Eine weitere wichtige Nachricht: Die SPD-Bundestagsfraktion will morgen ein Papier beschließen, das die Forderung nach einer Rentenversicherungspflicht für Selbstständige mit der Absenkung der Krankenversicherungs-Mindestbeiträge (!) und der Bildung einer Demografiereserve verbindet.

Künstlersozialabgabe in der Kritik: Von 70.000 auf 400.000 will Andrea Nahles die Zahl der Betriebsprüfungen erhöhen. Arbeitgeberverbände schätzen: Auf jeden Euro Einnahmen kommen 78 Cent Bürokratiekosten. Ist das plausibel? Wie könnte eine weniger bürokratische Lösung aussehen? Wie wirken sich die Prüfungen auf das Verhältnis zwischen KSK-Versicherten und ihren Auftraggebern aus? Kann man dem allen elegant durch Gründung einer GmbH entgehen?

Außerdem haben wir ein ausführliches Interview mit Hartmut Kilger geführt, dem Vorstandsvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, in der alle 89 deutschen berufsständischen Versorgungswerke organisiert sind. Es geht dabei um die Frage, ob Versorgungswerke als Alternative zur Rentenversicherungspflicht in Frage kommen.

Vielen Dank und herzliche Grüße aus München!
Andreas Lutz

Inhalt

  1. VGSD von Andrea Nahles zu Kamingespräch eingeladen
  2. SPD will Rentenversicherungspflicht mit Absenkung von KV-Mindestbeiträgen und Demografiereserve verbinden
  3. Interview mit Hartmut Kilger: Berufsständische Versorgungswerke als Alternative zur Rentenversicherungspflicht?
  4. Arbeitgeber fordern Reform der Künstlersozialkasse (KSA) wegen hoher Bürokratiekosten
  5. Verschärfte KSK-Prüfungen belasten Verhältnis zu Auftraggebern
  6. Künstlersozialabgabe (KSA) sparen durch GmbH-Gründung?
  7. IfM Bonn: Viele Selbstständige mit geringem Einkommen müssten aufgeben, wenn Rentenpflicht kommt
  8. BMAS-Broschüre zu Werkvertragsgesetz erschienen
  9. Neuer VGSD-Service: Kommentare und Leserbriefe schreiben einfach gemacht
  10. VGSD hat jetzt eigenen Walk of Fame
  11. Kostenlos nachhören: „Altersvorsorge- oder Rentenversicherungspflicht? – Die Position des VGSD“
  12. Vier neue Tools & Templates
  13. VGSD begrüßt das 1.800ste Vereinsmitglied
  14. Regionaltreffen, Stammtische und Vortragsevents
  15. Experten-Telkos
1. VGSD von Andrea Nahles zu Kamingespräch eingeladen

Arbeitsministerin Andrea Nahles spricht mit uns Selbstständigen und erfüllt damit eine immer wieder gestellte Forderung: Sie hat den VGSD zusammen mit zwölf weiteren Selbständigen(vertretern) für Donnerstag nächster Woche (8. September) zu einem 90-minütigen Kamingespräch nach Berlin eingeladen. Worum geht es und wer ist eingeladen?

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2. SPD will Rentenversicherungspflicht mit Absenkung von KV-Mindestbeiträgen und Demografiereserve verbinden

Laut Tagesspiegel will die SPD bei einer Klausur der Bundestagsfraktion am Freitag dieser Woche ein Papier mit folgenden Forderungen beschließen:

  • Einführung einer Rentenversicherungspflicht für alle Selbstständigen, soweit sie nicht in einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert sind.
  • Geringere Mindestbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, um die Selbstständigen finanziell an anderer Stelle zu entlasten. (!)
  • Aufbau einer „echten Demografiereserve“, um Beiträge und Leistungen nach 2030 zu stabilisieren.

Zum Beitrag mit weiteren Forderungen und Details

3. Interview mit Hartmut Kilger: Berufsständische Versorgungswerke als Alternative zur Rentenversicherungspflicht?
Seit Anfang 2015 lässt Arbeitsministerin Nahles im Rahmen von „Arbeiten 4.0“ Experten über die Altersvorsorge von Selbstständigen diskutieren. Sie möchte eine Versicherungspflicht einführen, hat aber entgegen eigener Ankündigungen bisher noch nicht berufsständische Versorgungswerke als Alternative zur Rentenversicherungspflicht prüfen lassen und auch nicht die von CDU/CSU präferierte Altersvorsorgepflicht. Im November 2016 will sie aber bereits ihre Rentenpläne vorstellen.

Wir haben deshalb mit Hartmut Kilger gesprochen, dem Vorstandsvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) e.V. – In ihr sind alle 89 Versorgungswerke in Deutschland organisiert, in deren Rahmen rund 750.000 Freiberufler und Berufsträger vorsorgen. Der Tübinger Rechtsanwalt und Fachanwalt für Sozialrecht war zuvor Präsident des Deutschen Anwaltsvereins.

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4. Arbeitgeber fordern Reform der Künstlersozialkasse (KSA) wegen hoher Bürokratiekosten
Die Bürokratiekosten für die Erhebung der KSA stehen in keinem Verhältnis zu den Einnahmen, kritisiert die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. 250 Millionen Euro Abgaben nahm die KSK zuletzt ein. Für das Ermitteln und Abführen der Abgaben falle bei den Unternehmen fast noch einmal derselbe Betrag an. Wir gehen u.a. der Frage nach, ob das plausibel ist.

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes forderte gegenüber der FAZ eine Reform des Systems und schlägt vor, die Versicherten sollten verpflichtet werden, in ihren Rechnungen auf die Abgabepflicht hinzuweisen und die zusätzlich eingenommenen Honorare dann selbst an die KSK abzuführen. Ansonsten will Fassbender, dass das Privileg abgeschafft wird. Künstler und Publizisten seien aus seiner Sicht nicht schutzbedürftiger als andere Selbständige. Das übliche Sommertheater um die KSK oder ein sich verschärfender Konflikt?

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5. Verschärfte KSK-Prüfungen belasten Verhältnis zu Auftraggebern
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat letztes Jahr begonnen, auch bei kleinen und kleinsten Unternehmen streng zu prüfen, ob Künstlersozialabgaben abgeführt wurden. Bei den normalen Betriebsprüfungen wird seitdem die Vorlage einer entsprechenden Meldung (ggf. Nullmeldung) verlangt.

Zusätzlich werden auf Basis der Ausgangsrechnungen von durch die KSK selbst geprüften Künstlern und Publizisten Kontrollmitteilungen erstellt und dann Auftraggeber gezielt geprüft. Die Auftragnehmer haben darauf keinen Einfluss, trotzdem kann dadurch ihr Verhältnis zu den Auftraggebern belastet werden und es kann zu Umsatzeinbußen kommen.

Der Redakteur, Texter und Lektor Norbert Fasching, selbst KSK-versichert, berichtet über Prüfungen der KSK bei sich und bei Auftraggebern.

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6. Künstlersozialabgabe (KSA) sparen durch GmbH-Gründung?
Häufig fordern Auftraggeber selbstständige Künstler und Publizisten auf, sie sollten doch eine GmbH oder UG gründen, denn für Aufträge an solche Gesellschaften (auch an Personengesellschaften wie OHGs) besteht keine KSA-Pflicht.

Dieser Schuß geht jedoch in der Regel nach hinten los – vor allem für den Künstler/Publizisten, der dann hohe zusätzliche Kosten schultern muss. Tatsächlich sparen kann man KSA dagegen durch aufmerksame und korrekte Rechnungsstellung.

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7. IfM Bonn: Viele Selbstständige mit geringem Einkommen müssten aufgeben, wenn Rentenpflicht kommt
Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn hat Selbstständigkeit in einer Studie erstmals aus erwerbsbiographischer Perspektive untersucht. Dabei bestätigte sich eine zunehmende Diskontinuität im Erwerbsverlauf: Nach der Ausbildung lebenslang beim selben Arbeitgeber – das gibt es heute kaum noch. Diese zunehmende Diskontinuität ist eines der Hauptargumente für eine Rentenversicherungspflicht.

Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM warnt jedoch: „Auf der anderen Seite ist aber auch zu befürchten, dass ein größerer Teil der geringverdienenden Selbstständigen ihre Erwerbstätigkeit aufgeben müsste, würde die Bundesregierung ihre Pläne einer verpflichtenden Rentenversicherung für diese Personengruppe realisieren. Hinzu kommt, dass diejenigen, die auf absehbare Zeit lediglich ein geringes Einkommen in der Selbstständigkeit erwirtschaften können, gar nicht erst diesen Weg beschreiten würden.“

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8. BMAS-Broschüre zu Werkvertragsgesetz erschienen
Mangelnden Fleiß kann man Andrea Nahles nicht vorwerfen: Noch ist das neue Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträgen nicht beschlossen, noch nicht einmal im Bundestag debattiert, schon hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Werbebroschüre zu dem Gesetz veröffentlicht.

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9. Neuer VGSD-Service: Kommentare und Leserbriefe schreiben einfach gemacht
Unter dem Menüpunkt „Mitmachen“ findest Du auf unserer Website den neuen Menüpunkt „Kommentare und Leserbriefe schreiben“.

Dort stellen wir für Dich ab sofort laufend die neuesten Presseartikel zusammen, die zu Themen wie Rentenpflicht oder Scheinselbstständigkeit erschienen sind und die Du auf der Website des jeweiligen Mediums kommentieren kannst.

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10. VGSD hat jetzt eigenen Walk of Fame
Der berühmte Walk of Fame mit den in den Gehweg eingelassenen Sternen erstreckt sich über 18 Häuserblöcke entlang des Hollywood Boulevard in Los Angeles. Wir haben beim VGSD jetzt unseren eigenen Walk of Fame eingerichtet. Die Sterne vergeben wir dabei an hervorragende Experten in der Kategorie „Telko“. Dieser Tage haben wir nämlich an alle Experten, die in den Jahren 2015 und 2016 eine oder mehrere unserer Webkonferenzen bestritten haben, eine Dankeskarte mit entsprechendem Motiv gesendet, um ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken.

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11. Kostenlos nachhören: „Altersvorsorge- oder Rentenversicherungspflicht? – Die Position des VGSD“
Was kommt im Rahmen der Rentendebatte auf uns zu? Wie hoch wird die Beitragsbelastung sein? Wer ist betroffen? Kristin Müller und Andreas Lutz (zusammen mit Hendrik Schäfer Sprecher der Arbeitsgruppe „Rentenpflicht“) haben am 17.08. in einer Telko über die Auswirkungen einer Rentenpflicht gesprochen und natürlich auch über die Position des VGSD dazu und was wir gemeinsam tun können.

Normalerweise stellen wir Mitschnitte nur für Vereinsmitglieder zur Verfügung. Hier machen wir aber eine Ausnahme: Die kostenlose Community-Anmeldung reicht aus zum Nachhören, denn wir wollen, dass möglichst viele Selbstständige von den Details der Pläne erfahren.

Bitte hört Euch die Telko an und sendet den Link auch an Freunde und Kollegen!

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12. Vier neue Tools & Templates
Unsere Sammlung mit Checklisten, Tools, Templates, (Vertrags-)Vorlagen usw. wächst. Hier die neuesten Beiträge:

  • Einfacher Arbeitsvertrag, Abmahnung und Kündigung
  • Checkliste vor dem Abschluss einer Berufshaftpflicht
  • Formulare zur Kassenführung
  • Einfacher Stundenzettel

Zur Liste der Tools & Templates

Hast Du selbst gute Checklisten, Tools und Vorlagen,  die Du teilen möchtest?

13. VGSD begrüßt das 1.800ste Vereinsmitglied
Stand heute haben wir 1.814 Vereins- und 8.844 Community-Mitglieder – insgesamt lesen also 10.658 Gründer und Selbstständige diesen Newsletter. 650 Vereinsmitglieder stellen sich mit einem Brancheneintrag vor. 336 von ihnen bieten den anderen Vereinsmitgliedern ein Vorteilsangebot.

Du bist Vereinsmitglied, hast aber noch kein Branchenprofil angelegt? Dann investiere jetzt fünf bis zehn Minuten Deiner Zeit und verbessere damit Deine Sichtbarkeit gegenüber den anderen Mitgliedern. Mitglieder mit Branchenprofil berichten uns von Anfragen und Aufträgen, die sie von anderen Mitgliedern bzw. durch deren Empfehlung erhalten haben. Zu Deinem Branchenprofil

Du bist noch nicht Vereinsmitglied? Dann mache jetzt den Upgrade – und hilf mit, die Arbeit des VGSD nachhaltig zu finanzieren. Du hast zahlreiche Vorteile, z.B. Zugriff auf unser Telko-Archiv, freien Eintritt bei Vortragsveranstaltungen, hunderte von Vergünstigungen seitens anderer Vereinsmitglieder und von Partnerunternehmen sowie Dein eigenes Branchenprofil. Die Mitgliedschaft gibt es schon ab fünf Euro/ Monat, sie ist steuerlich absetzbar.

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14. Regionaltreffen, Stammtische und Vortragsevents
Berlin

Frankfurt

Hamburg

Hannover

München

Rhein-Neckar-Kreis

Stuttgart

Wenn Du für Deine Stadt Events vermisst, so kontaktiere das Regionalteam (Mailadressen hier) – vielleicht sind Veranstaltungen für diesen Zeitraum noch in Planung. Die Regionalgruppen suchen auch laufend nach Mitstreitern, die bereit sind, selbst Treffen zu organisieren oder sie dabei zu unterstützen.

15. Experten-Telkos
  • 6. September 2016, 16:30 Uhr „Bau Dir Deine Zukunft: Visionen für das eigene Unternehmen entwickeln“ (Experte: Silvia Ziolkowski)
  • 13. September 2016, 16:30 Uhr „Wie wird man ein ungewöhnlicher Unternehmer?“ (Experte: Dr. Kerstin Gernig)
  • 20. September 2016, 16:30 Uhr „Sale mit Soul – unaufgeregt, mit Interesse am Gegenüber verkaufen“ (Experte: Gunnar Marx)
  • 5. Oktober 2016, 16:30 Uhr „Wie man mit dem optimalen Ablagesystem viel Zeit spart“ (Experte: Victor Lourenco)
  • 13. Oktober 2016, 16:30 Uhr „Welche Auswirkungen hat die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung für Selbstständige?“ (Experte: Andreas Rübsam)
  • 18. Oktober 2016, 16:00 Uhr „Altersvorsorge für Selbstständige“ (Experte: Sven Kesberger)
  • 25. Oktober 2016, 16:30 Uhr „Mit einer einfachen Liquiditätsplanung finanzielle Engpässe vermeiden“ (Experte: Birgit Baum)

Falls du eine Telko verpasst, kannst Du als Vereinsmitglied die Aufzeichnung in unserem Archiv auch nachträglich anhören und ggf. verwendete Präsentationen herunterladen.

3 Kommentare

  1. Michael Schmid schreibt:

    Nahles hat letztes Jahr auch mit dem DDIM gesprochen. Das Ergebnis: Grosse Erwartung, Null Lieferung. Das wird so auch dem VDSG geschehen. Das Maurermädel hat ihre eigene Agenda.

    Antworten
  2. Michael Schmid schreibt:

    Nahles hat letztes Jahr auch mit dem DDIM gesprochen. Das Ergebnis: Grosse Erwartung, Null Lieferung. Das wird so auch dem VDSG geschehen. Das Maurermädel hat ihre eigene Agenda.

    Antworten
    1. Gerry schreibt:

      Después de tanto tiempo que veo tu blog y me encanta…me entero que tienes abuelos ch!!enos!lBien!idesde estas lejanas y sureñas tierras, te deseo mucha suerte y a disfrutar México que es muy lindo.SaludosSole

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