Welcher Arbeitstyp bist Du? – Ergebnisse der Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“

SelbsttestVorab zum Hintergrund: Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) veranstaltet einen „Dialogprozess Arbeiten 4.0“, mit dem es u.a. für eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige wirbt.

Nach der Vorstellung des „Grünbuch Arbeiten 4.0“ Anfang 2015 fand vor kurzem eine Halbzeitkonferenz statt (Bericht folgt). Ende 2016 sollen die Ergebnisse dann in einem Weißbuch vorgestellt werden. Wir sehen den Prozess kritisch, weil keine oder nur sehr wenige Selbstständige eingebunden werden und viele Antworten schon festzustehen scheinen, der Dialog also nicht ergebnisoffen geführt wird.

 

Mit Selbsttest in wenigen Minuten Deinen Arbeitstyp bestimmen

BeispielfrageGerade wurde als Teil des Prozesses (zu dem übrigens auch ein Filmfestival gehört) die Studie „Arbeitswelten 4.0“ im Rahmen einer Präsentation vorgestellt.

Spannend: Zu ihr gehört auch ein Selbsttest, mit dem Du auf der Website des BMAS die Frage beantworten kannst, welcher Arbeitstyp Du bist.

Auch ich habe den Fragebogen ausgefüllt. Schon nach etwa zehn Fragen bot das Webtool an, die Umfrage abzubrechen, bei mir sei alles klar: Ich falle in die Wertewelt 5., denn ich sähe meine Arbeit als Mittel zur Selbstverwirklichung.

Insgesamt hat die nextpractice GmbH, die die Studie im Auftrag des BMAS durchgeführt hat, sieben Wertewelten unterschieden:

  1. Sorgenfrei von der Arbeit leben können (30%)
  2. In einer starken Solidargemeinschaft arbeiten (9%)
  3. Den Wohlstand hart erarbeiten (15%)
  4. Engagiert Höchstleistungen erzielen (11%)
  5. Sich in der Arbeit selbst verwirklichen (10%)
  6. Balance zwischen Leben und Arbeit finden (14%)
  7. Sinn außerhalb seiner Arbeit suchen (13%)

Grundlage dieser Unterscheidung und der zugehörigen Studie waren 1.000 bis zu zweitstündige Face-to-Face-Interviews mit repräsentativ ausgewählten Erwerbspersonen und zwei Kontrollgruppen mit je 100 Teilnehmern.

Wichtig zum Verständnis: Die im Folgenden dargestellten Wünsche und Ängste in Bezug auf die Zukunft der Arbeit wurden in der zugrundeliegenden Studie ermittelt. Im Rahmen der Online-Befragung wird man also nicht gefragt, wie man sich selbst die Zukunft der Arbeit wünscht, sondern nur ermittelt, zu welcher Wertewelt man gehört.

 

Was die Wertewelten ausmacht und von wem sie bevölkert werden

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Screenshot, Quelle: BMAS – Zum Vergrößern bitte anklicken!

In der Studie sind die Wertewelten (S. 19 ff.) ausführlicher beschrieben als auf der Website und auch die Angaben zum Anteil an der Gesamtbevölkerung sind genauer.

Zu jeder Wertewelt werden angestrebte und abgelehnte Statements aufgelistet, aus denen ich im Folgenden zur Charakterisierung der Gruppe die meistgenannten herausgreife – ich nenne sie „Wünsche“ bzw. „Ängste“.

Zusätzlich gebe ich im Folgenden an, welche soziodemographischen Gruppen (also z.B. Selbstständige, Gutverdiener, Berufseinsteiger) über- oder unterproportional häufig zu finden sind (S. 41):

  1. Sorgenfrei von der Arbeit leben können (30%) – Wünsche: „Lebensgefühl ist geprägt von sozialer Sicherheit. Personalschlüssel ermöglicht Arbeiten ohne Druck. Planungssicherheit für das ganze Erwerbsleben. In familiärer Arbeitsatmosphäre aufgehoben sein.“ – Ängste: „Klima von Druck und sozialer Kälte bei der Arbeit. Trotz sinkendem Einkommen immer mehr arbeiten. Berufliche Unsicherheit erschwert Lebensplanung.“ – Überrepräsentiert sind hier Familien mit Kind, Gewerkschafter und Erwerbstätige mit einem niedrigen Nettoeinkommen (von 1.100 bis 1.700 Euro). Unterrepräsentiert sind Selbstständige sowie Junge (unter 30 Jahre) und Berufsanfänger (unter 5 Jahre).
  2. In einer starken Solidargemeinschaft arbeiten (9%) – Wünsche: „Kluge Politik zur Sicherung erkämpfter Standards. Wertschätzung einmal erworbener Qualifikationen. Kollegen als verschworene Gemeinschaft erleben. Gegenseitige Loyalität und füreinander einstehen.“ – Ängste: „Mehr billige Konkurrenz für deutsche Fachkräfte. Distanzierte Anoymität: Jeder ist sofort ersetzbar. In der Isolation löst sich das soziale Gefüge auf.“ – Überrepräsentiert sind hier über 60-Jährige und Migranten. Berufsanfänger sind dagegen auch hier unterrepräsentiert.
  3. Den Wohlstand hart erarbeiten (15%) – Wünsche: „Vollzeitarbeitsplätze sichern den Lebensstandard. Kann mit Fleiß und Anstrengung weiterkommen. Interessenvertretungen sichern ihre Mitglieder ab. Lebensgefühl ist geprägt von sozialer Sicherheit.“ – Ängste: „Arbeiter sind der Ausbeutung schutzlos ausgeliefert. Leistungsträger werden systematisch frustriert. Menschliches Desinteresse bei allen Beteiligten. Undurchsichtige Bürokratie unterdrückt Schwache.“ – Gewerkschafter sind hier unterrepräsentiert.
  4. Engagiert Höchstleistungen erzielen (11%) – Wünsche: „Deutschland als wirtschaftliches Vorbild für Europa. Höhere Arbeitseffizienz durch Digitalisierung. Auf dem Konsensweg Bedingungen verbessern. Verantwortungsübernahme wird Erfolgskriterium. Sich Wohlstand und Lebensqualität verdienen.“ – Ängste: „Staat funktioniert unzureichend als Rahmengeber. Staat ohne funktionierendes Wirtschaftsmodell. Arbeiter sind der Ausbeutung schutzlos ausgeliefert. Arbeitsvorgänge zu unproduktiv und umständlich.“ – Die Berufsanfänger sind hier überrepräsentiert, ebenso wie Migranten und Menschen mit hohem Nettoeinkommen (über 4.000 Euro). Solo-Selbstständige sind hier unterrepräsentiert.
  5. Sich in der Arbeit selbst verwirklichen (10%) – Wünsche: „Arbeitgeber bieten ein attraktives Arbeitsumfeld. Sich in seiner Arbeit selbst verwirklichen können. Positivier Stress durch ständige Herausforderung.“ – Ängste: „Funktionsdenken bestimmt Arbeitsbedingungen. Arbeitszeit und Ort sind starr und unbeeinflussbar. Sicheres Gehalt über berufliche Entwicklungen stellen.“. – Auch hier findet man überproportional häufig Menschen mit hohem Nettoeikommen und solche mit Promotion.
  6. Balance zwischen Leben und Arbeit finden (14%) – Wünsche: „Über Arbeitszeiten und Orte individuell verfügen. Freiraum und Ressourcen für persönliche Projekte. Eigenes Tätigkeitsprofil kreativ gestalten können.“ – Ängste: „Arbeitszeit und Ort sind starr und unbeeinflussbar. Sich artig in ein vorgegebenes Raster einpassen. Man verbiegt sich für etwas materielle Sicherheit. In langweiligen Routinejobs langsam abstumpfen.“ – Hier findet man überdurchschnittlich häufig Solo-Selbstständige und Menschen mit Studium oder Promotion.
  7. Sinn außerhalb seiner Arbeit suchen (13%) – Wünsche: „Seine eigene Persönlichkeit frei entfalten können. Für soziale Gerechtigkeit und Umverteilung stehen. Uneigennützig für seine Mitmenschen eintreten.“ – Ängste: „Geld verdienen wird zum alleinigen Lebenszweck. Sozialer Zusammenhalt von Oben aufgekündigt. Aus Angst mit schlechten Bedingungen abfinden.“ – Hier sind Geschiedene überrepräsentiert. Unterrepräsentiert sind dagegen Menschen in mittlerem Alter (30 bis 39 Jahre).

 

Visualisierung auf einer „Mollwiese“ – mit zwei „Kontinenten“

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Screenshot, Quelle: BMAS – Zum Vergrößern bitte anklicken!

Die sieben Wertewelten sind im grünen Bereich einer Ellipse (nextpractice nennt sie „Mollwiese“) durch sieben Kreise verortet. In der Studie kann man nachlesen, wo dieses Idealbild von Arbeit im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitswelt früher, heute und in der Zukunft gesehen wird.

Lediglich ein Fünftel der Befragten fühlt sich dem eigenen Idealbild von Arbeit dabei aktuell nah. Fast die Hälfte sieht ihre Arbeitswelt in erheblicher Entfernung vom persönlichen Ideal.

Die Antworten bzw. Positionen der Online-Teilnehmer werden durch weiße Punkte unterschiedlicher Helligkeit (je mehr, desto heller) visualisiert. Der Screenshot zeigt, dass die meisten Teilnehmer zwischen den sieben Wertewelten liegen, wobei auf den ersten Blick keine sieben Typen, sondern eigentlich nur zwei „Kontinente“ unterscheidbar sind:

  • Rechts oben (im Nordosten) liegt ein halbmondförmiger Kontinent, der diejenigen Erwerbstätigen umfasst, die sich mit Begriffen wie Initiative, Chancen, Anspruch, Ehrgeiz und Elite identifizieren.
  • Links unten (im Südwesten) liegt ein dreieckiger Kontinent, in dessen Nähe Begriffe wie Anerkennung, Solidarität, Zusammenhalt, Komfortzone dominieren.

Aus unterschiedlichen Motiven fallen die meisten Menschen also in die Gruppe der eher chancen- oder eher sicherheitsorientierten Erwerbstätigen.

 

Ergebnisse der Studie zu Themenfeldern wie Flexibilität, Digitalisierung und soziale Sicherheit

Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn es um die eigentlichen Ergbnisse der Studie geht. Mit der aufwändigen Studie möchte das BMAS nämlich herausfinden, wie die Erwerbstätigen in Deutschland die heutige Arbeitswelt erleben und welche Arbeitswelt sie sich in Zukunft wünschen.

  • Bezüglich Arbeitszeit und Arbeitsort unterscheiden sich die Einstellungen der Befragten erheblich: Die einen sehen eher die Chancen größerer Flexibilität, andere sehen eher die Gefahren.
  • Auch bezüglich Digitalisierung gibt es eine ähnliche Zweiteilung. Die einen sehen eher Potenziale, die anderen eher Gefahren.
  • Das Thema Weiterbildung wird zwar grundsätzlich von allen eher positiv gesehen, wenn aber die Aspekte Bildung und Qualifizierung hinzukommen, ist auch hier dieselbe Zweiteilung zu beobachten: „Die ‚Gewinner’, also diejenigen, deren Wertewelt sich mit der heutigen bzw. künftigen Entwicklung am Arbeitsmarkt deckt, sehen Weiterbildung als selbstverständliches Element ihres Arbeitsalltags an. Ihnen ist bewusst, dass im Zuge der Digitalisierung die ständige Weiterbildung ein Muss ist, um mit der Entwicklung Schritt zu halten.“ Die eher sicherheitsorientierten Wertegruppen würden gerne an Weiterbildungen teilnehmen oder wünschen sich, dass die einmal erworbenen Qualifikationen ausreichen.
  • Bezüglich sozialer Sicherheit teilt die Mehrheit der Befragten die Grunderfahrung einer Erosion, verbunden mit einer Vielzahl von Ängsten, z.B. in Bezug auf Altersarmut oder Berufsunfähigkeit durch Burn-out. Die eher chancenorientierten arrangieren sich mit dieser Situation soweit möglich. „Ein zentrales Anliegen ist demnach der Zugang zu einer Arbeit, von der man sich und die Familie langfristig und dauerhaft ernähren kann.“
  • Bezüglich kollektiver Mitbestimmung sieht die Mehrzahl der Befragten einen Machtverlust der Gewerkschaften, wobei nur eine Minderheit Interesse an konfrontativen Vorgehensweisen haben. Konsenslösungen werden bevorzugt. Individuelle Mitbestimmung durch Partizipation wird positiv bewertet.

Es wird deutlich: Die Ansprüche an Arbeit sind je nach Einstellung, Einkommen und Ausbildung sehr unterschiedlich. Was für die einen eine wünschenswerte Zukunft ist, sehen andere als bedrohlich.

 

Um diese Fragen geht es eigentlich

Ist daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, Gesetze so zu gestalten, dass die sicherheitsorientierten Erwerbstätigen maximale Sicherheit erhalten auf die Gefahr hin, dass die chancenorientierten quasi in Fesseln gelegt werden? Oder sollte der Staat den Mutigen helfen, Chancen zu nutzen und nötige Änderungsprozesse für die Sicherheitsorientierten abzupuffern und ihnen Anreize geben, sich zu qualifizieren?

Die Empfehlung der Studienautoren an die Politik: Die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Werte sollten deutlich stärker als bisher berücksichtigt werden.

Heißt das nicht, dass man beim Dialogprozess möglichst viele Betroffene, also auch die Selbstständigen einbezogen werden sollten? Dass nicht eine Lösung für alle passt, sondern es einen ordnungspolitischen Rahmen geben sollte, innerhalb dessen dann  möglichst große Wahlfreiheit besteht?

Wir sind gespannt auf Deine Meinung. Nutze die Kommentarfunktion unten und lass‘ uns wissen, was Du über die Wertewelten denkst. Gerne kannst Du auch mitteilen, welchem Arbeitstyp Du angehörst und welche Erwartungen Du persönlich an die künftige Arbeitwelt hast.

 

Selbsttest

Studie (Vorabfassung März 2016)

Präsentation (anlässlich Halzeitkonferenz)

 

4 Kommentare

  1. Uli Walz schreibt:

    Habe den Selbsttest eben gemacht und finde mich zu 100% im Ergebnis wieder („engagiert Höchstleistung erzielen“). War etwas verblüfft, wie genau der Test im Ergebnis meine Werte an Leben und Arbeit, meine Denk-und Handelsweise widerspiegelt. Ein offensichtlich gut ausgeklügelter Test des BMAS. Würde das Ministerium mich diese Arbeit auch tun lassen und nicht mit Scheinselbstständigkeitsdebatten den Auftraggeber verprellen, könnte das Testergebnis mit der Realität deckungsgleich für Freiberufler und Soloselbstständige werden. Die Klärung des Status bedarf dringend der Reform ! Entweder intern in der Clearingstelle mit einem Positivkatalog oder ( am besten) extern, denn die Clearingstelle ist verkommen zu einem Akquisiteur von potentiellen Beitragszahlern in die RV. Das kann vom BMAS, dem die Clearingstelle unterstellt ist, so nicht gewollt sein, hat sich quasi über die letzten ca. 6 Jahre “ verselbstständigt“, ohne dass der Clearingstelle ein gesetzlicher oder juristischer Auftrag ( oder gar vom Ministerium selbst) dazu vorliegt. Dennoch bescheidet man über gängiges Recht und bestehende Gesetze hinweg mit einer Arroganz, die ihresgleichen sucht. Das BMAS ist dringend aufgefordert, diesen autokratischen Selbstläufer zu stoppen ! Auftraggeber und – nehmer brauchen dringend eine verbindliche Sicherheit !

    Antworten
  2. Anonymous schreibt:

    Hab den Test auch gemacht und auch nach ca. 10 Fragen schon klar:
    „Sich in der Arbeit selbst verwirklichen“…und ist auch genau das was ich versuche.
    –> U.Walz:
    Volle Zustimmung. Selbstverwirklichung und Zwang in eine Festanstellung schließen sich (fast) immer aus…..

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  3. Phil schreibt:

    Ich finde diesen Test sehr sehr fragwürdig, insbesondere dessen Sinn. Die verfügbaren Schlagworte gaben doch schon die Stichworte, z.B. „Klima von Druck und sozialer Kälte bei der Arbeit“, etc. Nö, finde ich auch doof. Na und was schließen wir daraus? Nichts. Da versteht erstens jeder etwas Anderes darunter.

    Überraschendste Erkenntnis wohl: „Sorgenfrei von der Arbeit leben können“ hat die höchste Prozentzahl. Man scheint also aus der Studie schließen zu können, dass manche Menschen arbeiten, um davon zu leben. Das sind schon Mega-Erkenntnisse.

    Hier wird nur mit Nebel gesprüht. Kern wäre zunächst einmal die Herausarbeitung der Punkte gewesen, wo der Gesetzgeber überhaupt Einfluss hat, um dann Meinungen darüber zu hören, in welchen Punkten der Gesetzgeber tätig werden soll oder nicht. Will ich in einer Solidargemeinschaft leben, mich selbst verwirklichen? Das hat doch mehr mit Alter, Beruf und Lebensläufen zu tun als mit Herausforderungen eines Arbeitsministeriums.

    Erstens sehe ich _alle_ Punkte als erstrebenswert an, warum soll ich Einkommen zwangsläufig gegen Selbstverwirklichung ausspielen? Das hängt doch extrem von den Umständen ab.
    Hier drückt sich ein Ministerium nur davor, sich auf die Knackpunkte zu konzentrieren, und wirft viele Nebelkerzen.

    Meine Meinung ist eh: Arbeit 4.0, dass sind WIR Freischaffende, Solo-Entrepreneure, Solo-Selbstständige, wie immer man uns nennen will. Und Nahles hat nur ein großes Programm gestartet, weil sie es nicht verstehen will oder nicht verstehen kann, und auch nicht hören will- vermutlich alles zusammen.

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  4. Annegret schreibt:

    Ich finde auch die Fragen etwas wischiwaschi. Teils wusste ich nicht genau, was die Frage bedeutet oder was ich darüber meine. Aber trotzdem ergab der Test treffende Werte von mir: „Sich in der Arbeit selbst verwirklichen“, „Selbstverwirklichung ist für Sie kein Gegensatz zu Leistung und Effizienz“, „Von Gesellschaft und Arbeitgebern erwarten Sie, dass sie die Menschen auf ihrem individuellen Weg unterstützen, beispielsweise durch Flexibilität von Arbeitsort und –zeit …“. Prozentual sieht dies so aus: 41 % sich in der Arbeit selbst verwirklichen, 38 % Balance zwischen Arbeit und Leben finden, 22 % in einer starken Solidargemeinschaft arbeiten – wie im VGSD :-). Interessanterweise ergibt das zusammen 101 %.

    Das Ergebnis bei mir bestätigt mal wieder meinen Wunsch nach Grundeinkommen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, nach seinen Fähigkeiten zu leben und nicht nur nach der Pflicht, sich selbst finanziell zu versorgen. Ich vermute, dass etliche Leute nur Teilzeitangestellter und daneben Teilzeitselbständiger sein möchte. Oder: Teilzeitangestellter und den Rest als Ehrenamtlicher verbringen oder Familie pflegen/versorgen. Oder als Selbständiger eben.

    Hartz IV-Empfänger z. B. können nur relativ wenig nebenbei arbeiten, weil ansonsten der Rest von derem Hartz IV wieder abgezogen wird. Das heißt, dass sich eine Teilzeitbeschäftigung neben der Kinderversorgung oft gar nicht lohnt, weil es mehr Arbeit als Gewinn erbringt. Motivation sieht anders aus.

    Und wenn man „sieht“, dass Arbeitgeber von ihren Angestellten erwarten, dass sie immer 100%ig arbeitsfähig sind und die gleiche Energie haben wie sie (die AGs), nervt das. Nicht jeder hat die gleiche Energie, und nicht jeder ist geistig oder gesundheitlich gleich. Aber etliche AGs denken in nur einer AN-Schublade statt in vielen verschiedenen AN-Schubladen. Ministerin N. meiner Meinung nach übrigens auch …

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