Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit

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Prof. Dr. Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“ des IAB, Foto: IAB

„Mehr denn je ist Bildung der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das Arbeitslosigkeitsrisiko hängt sehr eng mit der Qualifikation zusammen“ erklärte der Ökonom Enzo Weber heute bei der Veröffentlichung qualifikationsspezifischer Arbeitslosenzahlen.

Weber leitet beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg den Forschungsbereich „Prognosen und Strukturanalysen“.

Während die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr insgesamt auf 6,5 Prozent zurückging, betrug sie bei Akademikern nur 2,4 Prozent (-0,2 Prozent gegenüber 2014).

Es gibt nur eine Gruppe, die eine noch niedrigere Arbeitslosenquote als die Akademiker aufweist und zwar Meister, Techniker und Fachschulabsolventen. Von ihnen waren 2015 sogar nur 1,8% (- 0,2%) arbeitslos. (Die Datengrundlage zur Berechnung der Erwerbslosenquote dieser Gruppe unterscheidet sich von den anderen hier genannten Arbeitslosenquoten.)

Auch Absolventen einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung waren unterdurchschnittlich häufig arbeitslos: Ihr Wert lag bei 4,6 Prozent (-0,3 Prozent).

 

Bei Geringqualifizierten stieg die Arbeitslosigkeit gegen den Trend

Demgegenüber betrug die Arbeitslosenquote bei Geringqualifizierten – also Menschen ohne Berufsabschluss – mehr als das Dreifache des Durschschnitts und nahm gegenüber dem Vorjahr weiter zu – auf 20,3 Prozent (+0,4 Prozent)!

„Je niedriger die Qualifikation, desto schlechter ist die Position auf dem Arbeitsmarkt“ kommentiert Ökonom Weber diese Entwicklung.

Die Ergebnisse haben Weber zufolge auch Bedeutung für die richtige Strategie bei der Integration von Geflüchteten: „So wichtig die schnelle Integration von Flüchtlingen in Beschäftigung ist, so wichtig ist es auch, alle Chancen für Qualifizierung zu nutzen“.

 

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Entwicklung der Arbeitslosenquoten je nach Qualifikation seit Mitte der 70er-Jahre, Abbildung: IAB

 

In den 70er-Jahren lag die Arbeitslosenquote Geringqualifizierter noch bei rund 6 Prozent. Sie stieg dann Anfang der 80er-Jahre auf rund 15 Prozent und im Verlauf der 90er-Jahre auf das heutige Niveau.

Noch immer gibt es große Unterschiede in den Arbeitslosenquoten zwischen alten und neuen Bundesländern: So beträgt zum Beispiel die Arbeitslosenquote Geringqualifzierter im Osten 31,7 Prozent gegenüber 18,7 Prozent im Westen. Overall liegt die Quote im Osten bei 9,0 Prozent und ist damit anderhalb mal so hoch wie im Westen (6,0 Prozent).

 

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