VGSD-News 15.12: Online-Befragung, Ergebnisse von Spitzentreffen, Verbände-Allianz

Liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer,

für viele ist heute der letzte reguläre Arbeitstag in 2015. Unsere vielleicht letzte Chance also, Dich mit Lesestoff für die Feiertage zu versorgen. 🙂

Auf jeden Fall lesen solltest du unseren Bericht zum Stand des Werkvertrags-Gesetzes und wie wir uns dazu im Rahmen der Verbändeallianz FEFA aufgestellt haben. Außerdem berichten wir über „Vorstand on Tour“: für die neue Roadshow haben sich bereits 160 Mitglieder angemeldet, in München und Hamburg gibt es nur noch wenige Plätze..

Und bevor Du in die Weihnachtsferien entschwindest: Bitte nehme Dir noch fünf Minuten und beantworte unsere anonyme Online-Befragung zum Thema Scheinselbstständigkeit. Du hilfst uns damit, unsere Argumentation zu untermauern und auf eine wissenschaftlich fundierte Basis zu stellen. Vielen Dank für Deine Unterstützung!

Erholsame Feiertage sowie ein glückliches und gesundes 2016
wünschen Dir Andreas Lutz + Max Hilgarth

Inhalt

  1. Jetzt mitmachen: Online-Befragung zum Thema Scheinselbstständigkeit
  2. Nach Spitzengespräch im Arbeitsminsterium: Wie geht es weiter beim Werkvertragsgesetz? / 28% der Selbstständigen nach neuen Regeln scheinselbstständig
  3. VGSD engagiert sich in Verbändeallianz FEFA gegen Werkvertrags-Gesetz – gemeinsames Positionspapier veröffentlicht
  4. Vorstand on Tour“ – Bereits 150 Anmeldungen / exali.de sponsort Events
  5. Pressemitteilung: VGSD-Mitglieder schlagen praxistaugliche Kriterien für Selbstständigkeit vor
  6. Lesenswert: Stellungnahme von Professor Thüsing zum Werkvertrags-Gesetz
  7. Petition: 16.000 Mitzeichner erreicht – jetzt wollen wir so schnell wie möglich 20.000 schaffen
  8. Christa Weidners Roadshow durch sechs Städte in Berlin abgeschlossen / Rückzug als AG-Sprecherin nach zehn Monaten erfolgreicher Arbeit
  9. Portoerhöhungen: Fünf Fragen an die Deutsche Post und an die Bundesnetzagentur
  10. FDP-Landesvorsitzender Albert Duin besucht VGSD
  11. Bis 31.12.: Bürokratie-Erfahrungen teilen und so für Bonhoff-Preis (50.000 Euro) qualifizieren
  12. VGSD begrüßt das 1.300 Vereinsmitglied
  13. Regionaltreffen, Stammtische und Vortragsevents
  14. Nächste Experten-Telkos
1. Jetzt mitmachen: Online-Befragung zum Thema Scheinselbstständigkeit

Zusammen mit der führenden Coworking-Website deskmag.com sowie gruendungszuschuss.de führen wir eine Umfrage zum Thema Scheinselbstständigkeit durch, bei der wir Dich um Deine Teilnahme bitten.

Der Fragebogen unter dem neutralen Titel „Freelancer survey – Deutschland 2016“ ist seit gestern Mittag online.

Unter anderem fragen wir Euch nach Eurer Selbsteinschätzung bezüglich der neu geplanten Scheinselbstständigkeitskriterien: Welche würdest du bei Deiner aktuellen selbstständigen Tätigkeit einhalten können? Welche Kriterien sind in Deiner Branche dagegen aufgrund von Sachzwängen gar nicht umsetzbar?

Jetzt ausfüllen

2. Nach Spitzengespräch im Arbeitsminsterium: Wie geht es weiter beim Werkvertragsgesetz? / 28% der Selbstständigen nach neuen Regeln scheinselbstständig

Nachdem Arbeitsministerin Nahles die kritischen Bemerkungen von Kanzlerin Merkel auf dem Arbeitgebertag über ihren Gesetzesentwurf zu Werkverträgen („unstrittig … über Koalitionsvertrag hinaus“) zunächst einfach zu ignorieren schien, wurde das Kanzleramt deutlicher.

Der Entwurf sei „erst einmal gestoppt“ hieß es am 02.12.15. Das Arbeitsministerium sei angewiesen worden, erneut die Tarifpartner (also Gewerkschaften und Arbeitgeber) zu konsultieren. Der Plan, das Gesetz mit dem neuen Kriterienkatalog gegen Scheinselbstständigkeit am Mittwoch dieser Woche (16.12.15) unverändert im Kabinett beschließen zu lassen, konnte also verhindert werden.

Statt dessen fand am Mittwoch auf Druck des Kanzleramts ein Spitzengespräch im Arbeitsministerium statt, an dem Kanzleramtsminister Peter Altmaier, Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, DGB-Chef Reiner Hoffmann sowie weitere hochrangige Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaften teilnahmen.

Was kam bei diesem Treffen heraus? Wie geht es im Januar weiter? Wann wird die Regierung über das Gesetz entscheiden? Wird das Gesetz zum Spielball von Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern?

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3. VGSD engagiert sich in Verbändeallianz FEFA gegen Werkvertrags-Gesetz – gemeinsames Positionspapier veröffentlicht

Beim Widerstand gegen den Gesetzesentwurf zum Thema Werkverträge arbeiten wir intensiv mit anderen Verbänden, aber auch Vermittlern, Medien und Akteuren aus der Coworking-Szene zusammen, wie die Unterstützerliste auf unserer Kampagnenseite zeigt. Alle diese Organisationen haben zur Unterstützung unserer Petition aufgerufen und tragen unsere Forderungen mit.

Zusätzlich zu unserer eigenen Kampagne arbeiten wir bereits seit September eng mit einer ganzen Reihe etablierter Berufs- und Unternehmerverbände zusammen. Daraus ist jetzt die Verbändeallianz FEFA („Forum für den Einsatz flexibler Arbeit in Deutschland“) entstanden, die auch gleich ein gemeinsames Positionspapier zum Thema Dienst- und Werkverträge vorgelegt hat.

Initiiert wurde FEFA vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Der VGSD gehört der Initiative vom Start weg an.

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4. „Vorstand on Tour“ – Bereits 150 Anmeldungen / exali.de sponsort Events

Nach Christa Weidner macht sich ab Januar Andreas Lutz auf die Reise durch die sechs größten Regionalgruppen: nach München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart und Köln.

Kein Vortrag, sondern die Diskussion mit den Mitgliedern steht dabei im Vordergrund.  Am Montag haben wir per Rundmail zu der Veranstaltungsreihe eingeladen. Mehr als 150 Mitglieder haben sich seitdem – innerhalb von nur drei Tagen – angemeldet. In München und Hamburg sind die Veranstaltungen schon fast ausgebucht, dort müsst ihr euch mit der Anmeldung beeilen!

Besonders gefreut haben wir uns über den Anruf von exali.de. Das Augsburger Unternehmen bietet VGSD-Mitgliedern seit September diesen Jahres maßgeschneiderte Berufshaftpflichtversicherungen zu günstigen Konditionen an und hat spontan von sich aus angeboten, für die gesamte Veranstaltungsreihe die Raumkosten und Verpflegung der Teilnehmer mit Sandwiches und Getränken zu übernehmen. Dafür ganz, ganz herzlichen Dank!

Zum Beitrag mit weiteren Infos und allen Terminen

5. Pressemitteilung: VGSD-Mitglieder schlagen praxistaugliche Kriterien für Selbstständigkeit vor

Was unterscheidet Einzelunternehmer und andere Selbstständige von abhängig Beschäftigten? Zu dieser Frage haben wir im Rahmen unserer Scheinselbstständigkeits-Kampagne eine UserVoice-Abstimmung durchgeführt.

Die Teilnehmer konnten nachvollziehbarere Kriterien und andere Verbesserungen vorschlagen. Wie gewohnt standen dafür jedem 10 Stimmen zur Verfügung, von denen er pro Idee bis zu drei vergeben durfte.

Bei einer Forderung sind sich die Teilnehmer der Befragung alle einig gewesen (gut 800 Stimmen): Arbeitsbedingungen, die auf Sachzwängen der heutigen Arbeitswelt beruhen, dürfen nicht als Kriterien für Scheinselbstständigkeit gedeutet werden. Die Kriterien mit den meisten Stimmen waren faire Bezahlung (Mindesthonorarsatz), Qualifikation und der Nachweis einer ausreichende Altersvorsorge. Die VGSD-Mitglieder wünschen sich derartige Positivkriterien, die – jedes für sich – eine Scheinselbstständigkeit zuverlässig ausschließen und künftig endlich wieder eine rechtssichere Beauftragungen ermöglichen.

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6. Stellungnahme von Professor Thüsing zum Werkvertrags-Gesetz

Unter dem Titel „Für mehr Rechtssicherheit und praxisnahe Regelungen bei der Nutzung von Werk- / Dienstverträgen (…)“ hat Professor Dr. Gregor Thüsing eine Stellungnahme zum aktuellen Werkvertrags-Gesetzesentwurf verfasst.

Arbeitsrechtler Thüsing gilt als führender Experte zum Thema Scheinselbstständigkeit in Deutschland. Für sein Buch „Scheinselbstständigkeit im internationalen Vergleich“ hat er entsprechende Regelungen in 27 Staaten miteinander verglichen.

In seiner Argumentation geht Professor Thüsing ausführlich auf die Interessen der Selbstständigen ein und schlägt als Lösung u.a. die Einführung von Positivkriterien ein.

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7. Petition: 16.000 Mitzeichner erreicht – jetzt wollen wir so schnell wie möglich 20.000 schaffen

Am 30.11. haben wir mit unserer Petition zum Thema Scheinselbstständigkeit 15.000 Mitzeichner erreicht. Nachdem die Medien jetzt häufiger und differenzierter über das Thema berichten, wollen wir im nächsten Schritt 20.000 Mitzeichner erreichen. Aktuell liegen wir bereits bei über 16.000 – das ist eine ganze Menge bei einem so erklärungsbedürftigen Thema. Im Januar wollen wir mit neuen, kreativen Aktionen den Protest fortsetzen und die massiven Auswirkungen der Rechtsunsicherheit auf uns Selbstständige anhand vieler Beispiele verdeutlichen.

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Zur Pressemitteilung

8. Christa Weidners Roadshow durch sechs Städte in Berlin abgeschlossen / Rückzug als AG-Sprecherin nach zehn Monaten erfolgreicher Arbeit

Im futuristisch anmutenden „Innovation Space“ des Berliner Betahauses fand am 3.12.2015 das Abschlussevent von Christa Weidners Roadshow „Das Ende der Selbstständigkeit“ statt. Begonnen hatte die Tour am 23. Juli bei hochsommerlichen Temperaturen in München. Im Monatstakt besuchte Christa dann Hamburg, Köln, Stuttgart, Frankfurt und schließlich Berlin.

Nach Abschluss der Vortragsreihe und nachdem das Thema nun auch endlich in der öffentlichen Diskussion angekommen ist, hat sich Christa entschieden, vom Amt der Sprecherin der Arbeitsgruppe zurückzutreten. Sie wird unsere Arbeit aber auch künftig fallweise unterstützen (zum Beispiel im Rahmen von Experten-Telkos). Wir haben den Rückzug von Christa zum Anlass genommen die Arbeitsgruppe neu zu organisieren, um neue aktive Mitglieder zu integrieren und die AG noch handlungsfähiger zu machen.

Zum Beitrag über das Berliner Event

Zum Rückzug von Christa aus der AG

9. Portoerhöhungen: Fünf Fragen an die Deutsche Post und an die Bundesnetzagentur

Zu den hohen und sehr kurzfristigen Portoerhöhungen bei Standardbriefen und anderen Leistungen haben wir der Deutsche Post und der Bundesnetzagentur jeweils fünf Fragen gestellt. Der für den Unternehmensbereich Post und die Themen Regulierung und Postpolitik zuständige Pressesprecher Dirk Klasen von der Deutschen Post und Olaf Peter Eul von der Pressestelle der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen haben geantwortet.

Fünf Fragen an die Deutsche Post

Fünf Fragen an die Bundesnetzagentur

10. FDP-Landesvorsitzender Albert Duin besucht VGSD

Am Montag hat uns der Landesvorsitzende der bayerischen FDP besucht. Albert Duin ist  Unternehmer, hat 1983 die Firma Induktor GmbH gegründet, die international im Bereich Transformatoren, Drosseln und Übertrager tätig ist und rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Duin lies sich von uns über das Thema Scheinselbstständigkeit und die Zusammenhänge mit der Rentenversicherungspflicht und den hohen Mindestbeiträgen zur Krankenversicherung informieren.

Zum Beitrag

11. Bis 31.12.: Bürokratie-Erfahrungen teilen und so für Bonhoff-Preis (50.000 Euro) qualifizieren

Die Werner-Bonhoff-Stiftung vergibt 2016 bereits zum 11. Mal den mit 50.000 Euro dotierten „Werner-Bonhoff-Preis-wider-den-§§-Dschungel“. Noch bis zum 31. Dezember 2015 kannst du dich bewerben, wenn Du jemand bist, der Bürokratismus nicht einfach hinnimmt, sondern sich aktiv zur Wehr setzt.

Mit dem Preis will die Stiftung unternehmerische Menschen ermutigen, ihre Erfahrungen zu schildern. Denn es sind diese Erfahrungsberichte, die für Verbesserungen in der Verwaltungspraxis genutzt werden können und anderen Betroffenen als Hinweis und Warnung dienen. So hat die Bonhoff-Stiftung zuletzt die Fälle von Daniel Moucha und Christa Weidner dokumentiert.

Zum Beitrag

12. VGSD begrüßt das 1.300 Vereinsmitglied

Am 3.12. durften wir unser 1.300stes Vereinsmitglied begrüßen, die freiberufliche Texterin Susanne Melles (48) aus Kornwestheim. Wir haben ihr gratuliert – und einen Amazon-Gutschein im Wert von 100 Euro gemailt. Auf unserer Website stellen wir sie euch im Rahmen eines kurzen Interviews vor.

Stand heute haben wir 1.317 Vereins- und 7.328 Community-Mitglieder – insgesamt lesen also 8.645 Gründer und Selbstständige diesen Newsletter. 462 Vereinsmitglieder stellen sich mit einem Brancheneintrag vor. 243 von ihnen bieten den anderen Vereinsmitgliedern ein Vorteilsangebot.

Du bist Vereinsmitglied, hast aber noch kein Branchenprofil angelegt? Dann investiere jetzt fünf bis zehn Minuten Deiner Zeit und verbessere damit Deine Sichtbarkeit gegenüber den anderen Mitgliedern. Mitglieder mit Branchenprofil berichten uns von Anfragen und Aufträgen, die sie von anderen Mitgliedern bzw. durch deren Empfehlung erhalten haben. Zu Deinem Branchenprofil

Du bist noch nicht Vereinsmitglied? Dann mache jetzt den Upgrade – und hilf mit, die Arbeit des VGSD nachhaltig zu finanzieren. Du hast zahlreiche Vorteile, z.B. Zugriff auf unser Telko-Archiv, freien Eintritt bei Vortragsveranstaltungen, hunderte von Vergünstigungen seitens anderer Vereinsmitglieder und von Partnerunternehmen sowie Dein eigenes Branchenprofil. Die Mitgliedschaft gibt es schon ab fünf Euro/ Monat, sie ist steuerlich absetzbar.

Jetzt einloggen und zum Vereinsmitglied upgraden und Brancheneintrag einrichten.

13. Regionaltreffen, Stammtische und Vortragsevents

Berlin

  • Berlin, 11. Februar 2016, 18:30 Uhr: Vorstand on Tour: Die Position des VGSD zu den Themen Scheinselbstständigkeit, Rentenversicherungspflicht und KV-Mindestbeiträge

Düsseldorf

Frankfurt

  • Frankfurt, 15. März 2016, 18:30 Uhr: Vorstand on Tour : Die Position des VGSD zu den Themen Scheinselbstständigkeit, Rentenversicherungspflicht und KV-Mindestbeiträge

Hamburg

  • Hamburg, 10. Februar 2016, 18:30 Uhr: Vorstand on Tour: Die Position des VGSD zu den Themen Scheinselbstständigkeit, Rentenversicherungspflicht und KV-Mindestbeiträge

Hannover

Köln

  • Köln, 17. März 2016, 18:30 Uhr: Vorstand on Tour: Die Position des VGSD zu den Themen Scheinselbstständigkeit, Rentenversicherungspflicht und KV-Mindestbeiträge

München

Rhein-Neckar

Stuttgart

  • Stuttgart, 16. März 2016, 18:30 Uhr: Vorstand on Tour: Die Position des VGSD zu den Themen Scheinselbstständigkeit, Rentenversicherungspflicht und KV-Mindestbeiträge

Wenn Du für Deine Stadt Events vermisst, so kontaktiere das Regionalteam (Mailadressen hier) – vielleicht sind Veranstaltungen für diesen Zeitraum noch in Planung. Die Regionalgruppen suchen auch laufend nach Mitstreitern, die bereit sind, selbst Treffen zu organisieren oder sie dabei zu unterstützen.

14. Experten-Telkos
  • 19. Januar 2016, 17:00 Uhr: “Die Trends 2016 im Online Marketing”
  • 10. Februar 2016, 17:00 Uhr: “Kunden rechtssicher ansprechen per E-Mail, Xing, Telefon usw.?“
  • 18. Februar 2016, 16:30 Uhr: “Souverän im Unternehmens-Cockpit: Was Du von Profi-Piloten lernen kannst!“

Falls du eine Telko verpasst, kannst Du als Vereinsmitglied die Aufzeichnung in unserem Archiv auch nachträglich anhören und ggf. verwendete Präsentationen herunterladen.

12 Kommentare

  1. Sonja schreibt:

    Ich befürworte die Aktionen des VGSD ausdrücklich und bin deswegen auch vor kurzer Zeit Mitglied geworden. Allerdings frage ich mich ein wenig, ob der VGSD sich tatsächlich nur an gut-verdienenden Branchen in der Honorarbranche orientiert? Bzw seine Mitglieder überwiegend aus diesen Branchen kommen? Ich bin in der Bildungsbranche tätig, sowohl als Auftraggeberin als auch Auftragnehmerin. Als Auftraggeberin habe ich ganz überwiegend Studenten oder Hausfrauen, die mit 14€ Honorar pro Stunde für Nachhilfe sehr zufrieden sind. Die Alternative sind 10€ als Minijobber,
    Solche „geringfügig“ Selbstständigen, die also unterhalb von 450€/Monat liegen, werden gar nicht bedacht, Diese Kräfte tummeln sich aber eben in Form von Studenten, Hausfrauen (die auch nicht mehr verdienen möchten, da sie sich sonst selbst krankenversichern müssten) in der Nachmittagsbetreuung an Ganztagsschulen, VHS, Sprach-und Nachhilfeschulen.
    Dort kann man keine Honorare von 30€ pro Stunde zahlen. Die Alternative wären eine Reduzierung des Stundensatzes ( da dann ja die Beiträge an die Knappschaft anfallen) und diesen Menschen Minijobs geben. Löst das irgendein Problem?
    Ich bitte dringend den VGSD, auch die geringfügig selbständig tätigen im Blick zu haben und diese von etwaigen „Positivkriterien“ auszunehmen. Ein Student verfügt noch über keine Altersvorsorge, sein Honorar wird niedriger sein usw.
    Sollte es zu Kriterien kommen, müssten meiner Meinung nach geringfügig Selbstständige (die ihren Lebensunterhalt ja offensichtlich überwiegend anderweitig bestreiten, sei es durch Eltern, Partner, Bafög…) ausgenommen werden und Einkommen unterhalb von 450€/Monat maximal an den Mindestlohn für Angestellte angelehnt sein, plus von mir aus die gesparten Knappschaftsbeiträge von rund 30%, also 8,50€ + 3€= 11,50 pro Zeitstunde. Da selbst die VHS und kleine private Anbieter wie ich i.d.R. Honorare von ca. 14€ pro Stunde (60 Minuten) zahlen können, sollte dies machbar sein.
    BITTE VGSD NEHMT EUCH AUCH DEN KLEINEN SELBSTÄNDIGEN AUSSERHALB DER TOP VERDIENER BRANCHEN AN.

    Antworten
    1. Andreas Lutz schreibt:

      Hallo Sonja, hallo JB,

      zunächst eine kleine Bitte: Kommentiert bitte auf der Seite, um die es inhaltlich geht, damit die anderen Leser Eure Kommentare nachvollziehen können. In diesem Fall geht es um die ja um die Seite http://www.vgsd.de/?p=9812 (Sonja: Du hast dort ja auch schon Kommentare geschrieben) .

      Es geht dort um eine Pressemitteilung des VGSD, in der wir die Ergebnisse der UserVoice-Umfrage http://feedback.vgsd.de/forums/299235-bestimme-mit-die-besten-ans%C3%A4tze-kriterien-zur-abgvorstellen, in der diese Verbesserungsvorschläge zu den Scheinselbstständigkeitskritieren gemacht haben (und immer noch machen können).

      Es gehört zur Natur einer Befragung, dass wir die Ergebnisse nicht beeinflussen können. Ihr könnt das aber, indem ihr das entsprechende Kriterium entsprechend kommentiert oder eigene Vorschläge macht und dafür werbt.

      Ein Positivkritierium, das viel diskutiert wird und viele Stimmen erhalten hat, bezieht sich auf die Honorarhöhe. Einige Verbände haben sich dafür ausgesprochen nur dieses eine Kriterium zu nehmen, was wir als VGSD bekämpfen, denn wir vertreten alle Selbstständige, auch z.B. solche in Teilzeit.

      Ich persönlich finde ein Kriterium, das sich branchenübergreifend am Stundensatz festmacht auch problematisch, weil es eine willkürliche Grenze zieht unter der man es dann nicht erfüllt. Andererseits ist es ja eines von mehreren Positivkritierien. Die Einhaltung eines einzigen Positivkriteriums soll genügen, um als selbstständiger anerkannt zu weren.

      Meines Erachtens ist das wichigste Positivkritierum die Freiwilligkeit der Vereinbarung, dass also ein Auftrag freiwillig, ohne Druck oder Ausnützung mangelnder Information zustande gekommen ist. Dieses Kriterium hat m.E. nicht so viele Stimmen bekommen, wie es eigentich verdient hätte…

      Hoffe dass mit diesen Bemerkungen unsere Position klarer geworden ist. Bitte schreibt weitere Kommentare unter dem Beitrag http://www.vgsd.de/?p=9812!

      Antworten
      1. JB schreibt:

        Danke, Lutz, für die Rückmeldung. Ich stimme voll zu, die Freiwilligkeit der Auftragsvereinbarung ist das wichtigste Kriterium für Selbstständigkeit und wird zu wenig hoch bewertet. Auf dieses Kriterium könnten sich auch alle Selbstständigen – völlig unabhängig von der Einkommenshöhe – einigen. Werde diesen Punkt wie gewünscht unter dem passenden Beitrag/Link noch mal anbringen. Gruß JB

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        1. Antworten
  2. JB schreibt:

    Ich unterstütze den Aufruf von Sonja (siehe oben), bei der Erstellung von Positiv-Kriterien nicht nur die Top-Verdiener unter den Selbstständigen zu berücksichtigen, sondern UNBEDINGT auch die „kleinen“ – sog. „prekären“ – Selbstständigen. Jedoch sollte die Grenze nicht bei 450 € angelegt werden – sodass hiervon wohl hauptsächlich nebenberuflich selbstständige Studenten, Hausfrauen etc. betroffen wären -, sondern deutlich höher. Ich verdiene als HAUPTBERUFLICH Selbstständige monatlich etwa 900 € netto (brutto unter 2000 €). Dies reicht zwar nicht, um eine angemessene Altersvorsorge treffen zu können, jedoch alle anderen Lebenshaltungskosten inkl. Krankenkassenbeitrag lassen sich damit abdecken. Sollten sich nun die Positiv-Kriterien des VGSD durchsetzen, würden genau diese „kleinen“ hauptberuflich Selbstständigen als „scheinselbstständig“ klassifiziert und in die Abhängigkeit des Staates getrieben werden. Daher sollten diese prekären hauptberuflich Selbstständigen AUF JEDEN FALL von den Regelungen zur Scheinselbstständigkeit ausgenommen werden bzw. eine andere Lösung für sie entwickelt werden!

    Antworten
  3. JB schreibt:

    Ergänzung zu meinem obigen Kommentar: Um es anders auszudrücken: Die Kriterien zur Selbstständigkeit, die Nahles entwickelt hat, sind ALLESAMT auf meine Situation als gering verdienende hauptberuflich Selbstständige zugetroffen, sodass ich über diesen Gesetzesentwurf sehr erfreut war. Dass der VGSD den Entwurf von Nahles nun gestoppt hat und seine eigenen Positiv-Kriterien durchsetzen will, bedeutet für mich – wie für viele andere schlecht verdienende hauptberuflich Selbstständige – im Grunde einen Bärendienst. Denn es scheitert nun womöglich an dem Kriterium „Honorar > X“ und dem damit in Verbindung stehenden Kriterium „trifft ausreichend Altersvorsorge“. Bitte, lieber VGSD, behaltet dies im Hinterkopf und entwickelt die Kriterien nicht so, dass nur den gut Verdienenden unter den Selbstständigen Genüge geleistet ist! Danke.

    Antworten
  4. JB schreibt:

    Ein weiteres Problem stellt sich mir: Ich arbeite NICHT auf Werkvertrag, vielmehr wird die Beauftragung FORMLOS mündlich-telefonisch bzw. per E-Mail abgewickelt. Da es meistens sehr schnell gehen muss (Auftrag muss spätestens innerhalb von wenigen Tagen erledigt sein), zudem meine zahlreichen Auftraggeber mehrheitlich Privathaushalte sind und auch nur einmalig einen Auftrag zu vergeben haben, sind Werkverträge in meiner Branche (Textkorrektur) nicht üblich. Bei plötzlicher Klassifizierung als Scheinselbstständige auf Basis der Positiv-Kriterien des VGSD nur aufgrund zu geringen Verdienstes wäre natürlich nun – theoretisch – die Folge, dass ich als Arbeitnehmerin eingestuft würde. Dies ist aber praktisch gar nicht möglich. Denn Arbeitnehmerin von wem/bei wem?? Von Irmchen Müller, platt ausgedrückt? Wie gesagt, ich habe sehr viele, über 100 – meist private – Auftraggeber pro Jahr, die auch nicht für mich die fälligen Sozialversicherungsbeiträge zahlen könnten, wie dies bei unternehmerischen Auftraggebern der Fall ist. Ist also das Vorliegen von Kriterien für Selbstständigkeit nur im Falle von Selbstständigen MIT WERKVERTRÄGEN zu prüfen? Welche Kriterien gelten dann für die Selbstständigen ohne Werkverträge? Mir erschließt sich das nicht ganz.

    Antworten
    1. Andreas Lutz schreibt:

      Hallo JB,

      nicht der VGSD hat den Gesetzesentwurf von Angela Merkel (vorerst) gestoppt, sondern Kanzlerin Merkel. Wir begrüßen das aber, weil der Gesetzesentwurf dazu geführt hätte, dass hunderttausende (unzweifelhaft) Selbstständige ihre Selbstständigkeit hätten beenden müssen.

      Wir müssen uns auch davon entfernen, dass jeder die Kriterien anschaut und sie gut findet, wenn sie für ihn passen. Die Kriterien gelten für alle Selbstständigen und müssen für alle Sachverhalte passen. Deshalb haben wir auch die UserVoice-Umfrage durchgeführt (und aktuell noch eine weitere zusammen mit deskmag.com), um die es hier geht.

      Selbstverständlich sollte z.B. die selbstständige Tätigkeit für private Auftraggeber in geringem Umfang von einer Scheinselbstständigkeit ausgenommen werden, alles andere ist unpraktikabel. Schlage doch diese Kriterien in der UserVoice-Umfrage http://feedback.vgsd.de/forums/299235-bestimme-mit-die-besten-ans%C3%A4tze-kriterien-zur-abg vor, wenn das nicht ohnehin schon der Fall ist.

      Ich verweise im übrigen auf die ausführliche Antwort auf Sonja oben.

      Andreas

      Antworten
      1. JB schreibt:

        Hallo Andreas,

        an der Befragung von deskmag.com habe ich teilgenommen. Ich halte genau diese Punkte, die dort eine Rolle spielen, für die entscheidenden. Will damit sagen, deskmag.com spricht m.E. exakt die Merkmale an, die für das Thema „selbstständig oder scheinselbstständig“ ausschlaggebend sind. Ich würde es daher sehr begrüßen, wenn die von deskmag.com erfragten Kriterien in den Kriterienkatalog aufgenommen würden. Alles Weitere an entsprechender Stelle. Grüße JB

        Antworten
  5. Sonja schreibt:

    Auch noch ein Nachtrag von mir: Auch ich habe als Studentin die Vorzüge einer Honorarbeschäftigung sehr genossen: höherer Stundensatz als bei vergleichbarer Anstellung in einem Minijob, flexible Zeiteinteilung (woher sollte ich wissen, wie sich mein Stundenplan im kommenden Semester ändert? Als Freie ist man da „frei“, als Angestellte hätte ich wohl jedes Semester mir einen neuen Arbeitgeber suchen müssen, wer macht das mit, dass man nicht „fest“ Montags/Mittwochs…arbeiten kann?).
    Soll man jetzt durch irrwitzige Mindest-Honorare fast alle Studenten von einer Honorarbeschäftigung ausschließen? Neben der Bildungsbranche fallen mir hier noch Tourismus, Textverarbeitung, Design…ein, die immer mit studentischen Freien Mitarbeitern arbeiten. Menschen, die sich noch in Ausbildung befinden (und quasi „freiwillig“ sich ein Zubrot dazu verdienen möchten) müssen von diesen unsinnigen Kriterien ausgeschlossen werden. Es kommt doch bitte auf die Art der Arbeit an: ist diese weisungsungebunden? Zeit frei einteilbar? Kann man Aufträge ablehnen? Eigenes Material einsetzen (so fern nicht Sachzwänge dagegen sprechen) ? Falls ja–> dann bitte die aktuelle Regelung beibehalten. Ansonsten werden hier viele Verdienstmöglichkeiten von aktuell echten Freien (laut Definition) in Zukunft zerstört und der VGSD hat uns einen wahren „Bärendienst“ erwiesen.

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