Wenn du präsentierst oder vor anderen Menschen sprichst, handelst du immer in einer bestimmten Rolle, wie etwa in deiner Berufsrolle. Diese Rolle bewusst einzunehmen, hilft dir, Klarheit zu gewinnen: Was gehört hierher, was nicht, und was möchtest du in dieser Rolle vermitteln? Häufig passiert es, dass private Unsicherheiten, Rechtfertigungen oder persönliche Eigenheiten in berufliche Auftritte hineinrutschen, obwohl sie dort keinen Platz haben.
Zum Rollenbewusstsein gehört auch eine passende Wortwahl. Viele Menschen greifen in Vorträgen zu einer Sprache, die sie im Alltag nie verwenden. Sperrige oder künstliche Formulierungen schaffen Distanz und lassen dich unnatürlich wirken. Wenn du Wörter benutzt, die du selbst nicht annehmen kannst, gerätst du innerlich in Widerspruch und das kostet Sicherheit.
Hilfreich ist es, deine Sprache so zu wählen, dass sie zur Situation und zur Rolle passt, ohne dass du dich verstellst. Du musst nicht so sprechen wie im privaten Umfeld, aber du solltest so sprechen, dass es sich für dich stimmig anfühlt. Eine gute Orientierung kann sein, dir zu überlegen, wie du dein Thema einer vertrauten Person erklären würdest, zum Beispiel sachlich, klar und ohne künstliche Aufblähung.
Dabei geht es nicht um „Authentizität“ im Sinne eines festen, unveränderlichen Selbst. Menschen kommunizieren immer rollen- und situationsabhängig unterschiedlich. Du sprichst mit Kolleg/innen anders als mit Führungskräften oder Kindern und all diese Varianten sind echt. Entscheidend ist, dass deine Sprache zur jeweiligen Rolle passt und von dir getragen werden kann.
Wenn du dein Auftreten als bewusstes Rollentun verstehst, kannst du deine eigenen Stärken gezielt einsetzen: Klarheit, Humor, Struktur oder Ruhe. So findest du deinen persönlichen Stil innerhalb der Rolle und trittst überzeugend auf, ohne etwas „für extra“ machen zu müssen.
Du möchtest Kommentare bearbeiten, voten und über Antworten benachrichtigt werden?
Jetzt kostenlos Community-Mitglied werden