Sobald du vor anderen Menschen sprichst, egal ob auf einer großen Bühne, in einem Meeting oder bei einer Präsentation, kann dein Selbstwert unter Druck geraten. Solche Situationen aktivieren häufig sogenannte Selbstwerträuber (innere Denk- und Bewertungsmuster), die dich von deinem eigentlichen Thema wegziehen und verunsichern.
Ein zentraler Selbstwerträuber ist, dass du dich selbst nicht gut findest und dich auf Defizite fokussierst. Wenn du mit Gedanken wie „Ich kann das nicht gut“ oder „Andere wissen mehr als ich“ auftrittst, ist das oft sichtbar. Hilfreich ist es, dir vorab klarzumachen, was du kannst und warum genau du zu diesem Thema sprichst. Entscheidend ist nicht, was andere möglicherweise besser wissen, sondern dass du dich mit genau diesem Thema intensiv auseinandergesetzt hast.
Ein weiterer Selbstwerträuber ist der Perfektionsanspruch: der Gedanke, du müsstest unbedingt gut oder fehlerfrei sein. Dieser Anspruch lenkt dich vom Inhalt weg und erhöht den inneren Druck. Stattdessen reicht es, dein Thema verständlich zu vermitteln. Der Anspruch „80 Prozent reichen“ hilft, präsent zu bleiben und dich nicht selbst zu blockieren.
Auch die Abhängigkeit vom Publikum kann dich verunsichern, wenn du ständig prüfst, wie andere reagieren oder ob du gut ankommst. Erfolg liegt jedoch nicht vollständig in deiner Hand. Du kannst dein Bestes geben, aber nicht steuern, wie jede einzelne Person reagiert. Es kann entlastend sein, dir bewusst zu erlauben, dass nicht alle dein Thema gut finden müssen.
Ein weiterer Punkt ist das sogenannte innere Schrumpfen: In Auftrittssituationen rutschst du emotional in frühere Erfahrungen, etwa aus der Schulzeit, und fühlst dich plötzlich kleiner oder jünger, als du bist. Hier kann es helfen, dir dein heutiges Alter, deine Erfahrung und deine Kompetenzen bewusst zu machen, dich innerlich auf Augenhöhe zu bringen und nicht andere kleiner zu denken, sondern dich selbst ernst zu nehmen.
Schließlich spielen auch ungünstige Annahmen über dein Publikum eine Rolle, etwa dass es kein Interesse habe oder ohnehin schon alles wisse. Solche Zuschreibungen erschweren den Kontakt. Wenn du stattdessen davon ausgehst, dass dein Publikum wohlwollende Motive hat und einen Nutzen aus deinem Thema ziehen kann, fällt es dir leichter, anzuknüpfen und lebendig zu präsentieren.
Es hilft es dir also, dich vor Präsentationen bewusst mit diesen Selbstwerträubern auseinanderzusetzen, realistische und glaubwürdige positive Sätze zu formulieren und deinen Fokus konsequent auf dein Thema und den Nutzen für dein Publikum zu legen. So stärkst du deinen Selbstwert im Auftritt und bleibst handlungsfähig, auch wenn nicht alles perfekt läuft.
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