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Hier erfahren Sie mehr über die 3,5 Millionen Solo- und Kleinstunternehmer/innen und ihre Anliegen

Wir freuen uns, wenn Ihnen diese von Franz Basdera designte Karte gefällt. Wir haben sie gegenüber dem Original (oben klicken) farblich umgestalten lassen, um jedes (politische) Missverständnis zu vermeiden.

Danke für Ihr Interesse und dass Sie den Link in unserer Glückwunschkarte aufgerufen haben. Hier "leicht verdaulich" einige ausgewählte Informationen. 

Wenn Sie weiterführende Fragen haben: Rufen Sie uns an oder mailen Sie uns (Kontaktdaten).

Wir sind für Sie da und wollen Ihnen dabei helfen, faktenbasierte Entscheidungen in Bezug auf unsere Zielgruppe zu treffen, die den Betroffenen wirklich helfen.

Wie viele Soloselbstständige und Kleinstunternehmer gibt es? 

Von den knapp vier Millionen Unternehmen in Deutschland sind nach letztem Stand des Mikrozensus 2,15 Millionen Solo-Selbstständige ohne Mitarbeiter, weitere 1,33 Millionen haben bis zu zehn Mitarbeiter, gelten also nach EU-Definion als "Kleinstunternehmen". Unsere 3,5 Millionen Betriebe machen also neun von zehn Unternehmen in Deutschland aus.

Wie viele Menschen leben in Kernfamilien mit Selbstständigen?

2,8 Millionen von uns Selbstständigen leben mit einem Ehe- oder Lebenspartner zusammen, wir haben zudem rund 4,4 Millionen Kinder. Insgesamt leben also 10,7 Millionen Menschen in Deutschland in Familien, in denen unsere Art zu arbeiten eine wichtige Rolle spielt.

In welchen Branchen sind wir tätig? 

Denken Sie jetzt an Handel, Handwerk, Gastronomie, an Landwirtschaft oder Logistik? In diesen klassischen Branchen sind aber nur 40 Prozent von uns tätig. 60 Prozent sind in freiberuflichen, wissenschaftlichen, technischen sowie wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen, in Erziehung und Unterricht, Kunst, Unterhaltung und Erholung, Information und Kommunikation, Finanzen und Versicherungen sowie dem Grundstücks- und Wohnungswesen tätig.

Sind Selbstständige politisch und gesellschaftlich engagiert? 

Unsere Familien spielen nicht nur als Wähler eine wichtige Rolle, sondern sind gesellschaftlich und in Parteien besonders engagiert, weit über ihren 10 Prozent-Anteil an den Erwerbstätigen hinaus. Sie stellen zwischen 31 und 38 Prozent der Parteimitglieder von CDU, CSU und FDP, 22 Prozent der Grünen-Mitglieder und 16 Prozent der Linken-Mitglieder. Selbst bei der SPD sind die Selbstständigen mit 11 Prozent noch leicht überrepräsentiert.

Wie alt sind Soloselbstständige und Kleinstunternehmer/innen?

Haben Sie jetzt studentische Startup-Gründer vor Augen? Die gibt es auch, sie stellen aber eine kleine Minderheit dar. Der typische Median-Soloselbstständige ist knapp über 50 Jahre, denn sie bzw. er hat sich mit langjähriger Berufserfahrung selbstständig gemacht und ist in zwei Drittel der Fälle schon länger als zehn Jahre selbstständig.

Sorgen Selbstständige ausreichend für ihr Alter vor? 

Die bis heute maßgebliche Quelle dazu ist eine Studie von Karl Brenke (DIW) aus dem Jahr 2016. Sie hat den Titel "Die allermeisten Selbständigen betreiben Altersvorsorge oder haben Vermögen". 

Das heißt aber nicht, dass es nicht erheblichen politischen Handlungsbedarf gäbe, im Gegenteil:

Was sind die wichtigsten Anliegen von Soloselbstständigen und Kleinstunternehmer/innen?

In der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass es in der Bundesregierung an Wissen und Verständnis über unsere Gruppe fehlt. Weil wichtige Entscheidungen an unserer Lebenswirklichkeit vorbei gestaltet wurden, hat die Zahl der Selbstständigen 2020/21 um 300.000 abgenommen, seit Beginn der großen Koalition sogar um 600.000.

  • Wir wünschen uns einen eigenen Regierungsbeauftragten und den Aufbau von Zuständigkeiten und Fachwissen in den Ministerien.
  • Wir benötigen dringend Rechtssicherheit für uns und unsere Auftraggeber. Obwohl die allermeisten von uns gerne und freiwillig selbstständig sind, wird unser Status als Selbstständige immer wieder von der Deutschen Rentenversicherung in Frage gestellt, was dazu führt, dass innovative Projekte ins rechtssicherere Ausland verlagert werden, wir gut bezahlte Aufträge verlieren und statt dessen in Leiharbeit gedrängt werden.
  • Zwei Drittel von uns sind gesetzlich krankenversichert. Dass wir Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil selbst tragen ist dabei für uns selbstverständlich. Ungerecht ist jedoch, dass die Gering- und Durchschnittsverdiener unter uns sehr viel höhere Beiträge zahlen müssen als vergleichbare Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber zusammen. Grund sind deutlich höhere Mindestbeiträge und Bemessungsgrundlagen gegenüber Angestellten. Die höheren Beiträge fehlen uns dann bei der Altersvorsorge bzw. führen in der Summe dann zu einer finanziellen Überforderung.
  • Aus Unverständnis bezüglich dieser Zusammenhänge ist bereits drei Mal die Einführung einer Altersvorsorgepflicht gescheitert und ähnliches befürchten wir auch bei der Reform der Arbeitslosenversicherung für Selbstständige. Zu einer Beitragspflicht gehören auch eine faire Beitragsbemessung und vergleichbare Leistungen. Wir erleben aber immer wieder, dass Selbstständige sowohl auf der Beitrags- als auch Leistungsseite mit großem Misstrauen und Unverständnis behandelt und regelmäßig gegenüber Angestellten schlechter behandelt werden. Diese systematische Diskriminierung von Selbstständigen muss ein Ende haben
  • Wir wünschen uns mehr Wertschätzung für unseren Beitrag zu Wirtschaft und Gesellschaft und eine gesellschaftliche Atmosphäre, die zu Selbstständigkeit und eigenverantwortlichem Handeln ermutigt, statt Ängste vor ihr zu schüren.

Gerne möchten wir mit Ihnen als Abgeordnete/r zu diesen Forderungen ins Gespräch kommen (Kontaktdaten), um gemeinsam die Situation der 3,5 Millionen Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmer/innen in Deutschland sowie ihrer 7,2 Millionen Familienangehörigen wirksam zu verbessern!