Das ist ein bekanntes und kniffliges Problem bei GbRs mit DATEV-Schnittstelle – das Kernproblem liegt daran, dass die DATEV-Buchungslogik „Zuordnung zu Gesellschafter" ein spezielles Datenfeld im DATEV-Export erfordert, das die meisten Drittanbietersoftware nicht unterstützen.
Das eigentliche technische Problem
DATEV erwartet beim Import von Gesellschafterkonten (z. B. 1800 Privatentnahmen, 2180 Eigenkapital) eine explizite Beteiligtennummer im DATEV-Buchungsstapel, die den Buchungssatz einem bestimmten Gesellschafter zuordnet. Ohne diese Zuordnung erscheint im DATEV Kanzlei-Rechnungswesen die Fehlermeldung REW91486 – genau das, was die Steuerberaterin gerade erlebt. Monkey Office überträgt diese Fehlermeldung nicht, was das händische Nacharbeiten verursacht.
Konkrete Softwareoptionen
1. DATEV Unternehmen Online (direkter Weg)
Die DATEV-eigene Mandantenlösung unterstützt die Gesellschafterzuordnung nativ und vollständig. Der Steuerberater kann den Mandantenzugang einrichten. Nachteil: höhere Kosten und weniger Selbstständigkeit beim Buchen.
2. Apalone von PantexSoft (kostengünstige Alternative)
Direkt in der VGSD-Community als Alternative für genau diesen Anwendungsfall (GbR, DATEV-fähige Buchhaltung, SKR03/SKR04) empfohlen. Das ERP/CRM-System von PantexSoft (pantexsoft.com) soll die DATEV-konforme Buchung inkl. Gesellschafterzuordnung unterstützen – hier lohnt eine direkte Anfrage.
3. Lexware Office / sevdesk (Browser-basiert, also Mac-kompatibel)
Beide bieten DATEV-Export via Buchungsdatenservice an. Jedoch: Die spezifische Gesellschafterzuordnung im DATEV-Buchungsstapel wird von diesen Lösungen aktuell nicht explizit ausgewiesen – das wäre vor einer Entscheidung direkt beim Support zu erfragen.
Pragmatischer Workaround (ohne Softwarewechsel)
Falls ein sofortiger Softwarewechsel nicht infrage kommt, gibt es eine buchhalterische Lösung: Separate Unterkonten pro Gesellschafter anlegen, z. B. 2181 (Privatentnahmen Gesellschafter 1) und 2182 (Privatentnahmen Gesellschafter 2). Das Steuerberaterbüro mappt diese dann in DATEV auf die richtige Buchungslogik. Diese Methode ist ein anerkannter Workaround, erfordert aber Abstimmung mit der Steuerberaterin im Vorfeld.
Empfohlenes Vorgehen
Direktanfrage bei PantexSoft/Apalone stellen, ob GbR-Gesellschafterzuordnung im DATEV-Export technisch korrekt übergeben wird
Bei Steuerberaterin klären, ob der Workaround mit Unterkonten (2181/2182) für 2024/2025 rückwirkend umsetzbar wäre
DATEV-Antwort abwarten (wie bereits geplant) – DATEV kann evtl. zertifizierte Drittanbieter mit dieser Funktion benennen
Nutzt die Steuerberaterin bereits DATEV Unternehmen Online, wäre das technisch sauberste Lösung, da die Gesellschafterzuordnung dann direkt in der Kanzlei ohne Importprobleme gepflegt werden kann.
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