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Internationaler Männertag: Klassische Rollenbilder bestimmen noch immer die Arbeitswelt

In der Maschinen- und Fahrzeugtechnik ist der Männeranteil noch höher als in den ITK-Berufen, Foto: Pixabay, RyanMcGuire

Der Internationale Männertag am 19. November war Anlass für das Statistische Bundesamt einige typische Männerberufe unter die Lupe zu nehmen.

Der Mikrozensus, der seit 2012 auf einer neuen Berufsklassifikation beruht, ermöglicht entsprechende Vergleiche.

 

Nur 15 Prozent Frauenanteil in ITK-Berufen

Männer dominieren weiterhin viele technisch geprägte Berufe. In Informatik- und anderen Informations- und Kommunikationstechnikberufen (IKT) waren 2018 rund 900 000 Männer (85 Prozent) beschäftigt. Der Frauenanteil veränderte sich in dieser männlichen Domäne kaum. Im Vergleich zu 2012 erhöhte sich der Anteil von Informatikerinnen (einschließlich IKT-Berufen) gerade einmal um 2 Prozentpunkte.

Es gibt aber eine andere Berufsgruppe, die mit 2 Millionen Männern noch größer ist und deren Männeranteil mit 89 Prozent noch höher ist: In der Maschinen- und Fahrzeugtechnik arbeiteten zuletzt zu 89 Prozent Männer. Der Frauenanteil ging gegenüber 2012 sogar geringfügig um 1 Prozentpunkt zurück.

Im Vergleich dazu sind „Polizei, Kriminaldienste, Gerichts- und Justizvollzug“ die reinste Frauendomäne, ihr Anteil erhöhte sich gegenüber 2012 von 20 Prozent (59 000 Frauen) auf 24 Prozent (72 000 Frauen).

 

90 Prozent Grundschullehrerinnen

Mangelware sind Männer in allgemeinbildenden Schulen. Nur jeder vierte der 800.000 Lehrkräfte ist ein Mann (27 Prozent). Vor sechs Jahren waren es noch 29 Prozent. Besonders selten sind männliche Lehrer an Grundschulen, ihr Anteil sank gegenüber 2012 sogar noch von 10 auf 9 Prozent. An den Hochschulen machen die Männer dagegen 58 (- 3) Prozent aus.

 

Anteil der Tagesväter hat sich verdoppelt

Die Altenpflege ist ein klassischer Frauenberuf, die Männer machten zuletzt 16 (+2) Prozent aus. Bei der Kindertagesbetreuung, die häufig in Selbstständigkeit ausgeübt wird, verdoppelte sich der Männeranteil sogar von 3,2 auf 6,4 Prozent. Da der Zweig boomt, stieg die absolute Zahl der Tagesväter absolut sogar von 13.500 auf 42.200.

Fazit: Klassische Rollenbilder bestimmen weiterhin die Berufswahl, teilweise noch ausgeprägter als in früheren Jahren. Und noch etwas dürfte sich kaum geändert haben: Frauenberufe werden häufig deutlich schlechter bezahlt als die von Männern dominierten Berufsbilder.

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