VGSD-Themenabend in Berlin: „Emotionen im digitalen Zeitalter“ mit einem Vortrag von Lars Bösel

Björn Budack stellte uns kostenlos den Raum zur Verfügung, Foto: Annette Lang

Gleich mehrere Premieren gab es an diesem Abend im neuen Coworking Space von VGSD-Mitglied Björn Budack in der Leipziger Straße im Herzen Berlins. Mit Blick vom Balkon des Raumes auf das beleuchtete Museum für Kommunikation und einem Referenten, der erst im Januar 2018 den Weg in die Selbstständigkeit als Coach und Fotograf begonnen hat, warfen 16 interessierte Teilnehmende einen Blick in die digitale Zukunft.
Das Thema sprach bekannte Gesichter und „alte Hasen“ gleichermaßen an, wie Soloselbständige, die gerade die ersten Tage (!) ihrer Selbständigkeit bewältigen und ein neues Mitglied, das just am Veranstaltungstag dem VGSD e.V. beigetreten war. Auf eine kurze Einführung durch Annette Lang mit Ausblick auf Events der Regionalgruppe in 2018, folgte die Vorstellung des Coworking Spaces von Björn Budack, der neben der Ankündigung der nächsten Neueröffnung auch ein Angebot zum Antesten des Coworkings unterbreitete.

Vortrag von Lars Bösel gab Einblick in die Vielfalt der digitalen Welt

Mit dieser Folie eröffnete Lars Bösel seinen Vortrag, Foto: Annette Lang

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde vermittelte uns Lars Bösel in seinem einstündigen Vortrag einen Einblick in die bunte Vielfalt der digitalen Welt. Mit unterschiedlichen Videosequenzen zeigte er auf, wie Unternehmen auf der ganzen Welt die Emotionen bei ihren Kunden ansprechen und dabei facettenreich soziale Netzwerke und digitale Medien einsetzen. Dabei wurde sichtbar, dass – mal abgesehen von finanziellen Gründen – der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, wenn es darum geht, Kunden zu erreichen. Die Kernfragen stellen sich dabei für große Unternehmen genauso wie für kleine Unternehmen und Soloselbständige:

  • Wie komme ich an Kunden?
  • Wie kann ich Kunden über Emotionen an mich binden?
  • Wie komme ich an relevante Kundendaten?
  • Wie kann ich meine Zielgruppe überraschen?
  • Wie gewinne ich Fans und generiere Leads?

Praktische Tipps von Lars um Kunden zu gewinnen

Lars Bösel hatte dafür zahlreiche Tipps parat, zum Teil aus seiner langjährigen beruflichen Erfahrung, zum Teil auch solche, die er aktuell für seine eigene Positionierung als Soloselbstständiger einsetzen möchte. Dazu zählen zum Beispiel die guten alten Preisausschreiben, die heute in moderner Form dank sozialer Netzwerke immer noch zu wertvollen Kundendaten und Leads führen können. Oder kleine Geschenke und Vergünstigungen, etwa im Austausch für Likes. Auch das Einholen von Kundenstimmen mit kleinen Videos kann die Wirkung von Referenzen verstärken und deren Reichweite erhöhen.

Negative Folgen der Digitalisierung werden angesprochen

Der Vortragende Lars Bösel, Foto: Annette Lang

Einige Statistiken zu Nutzerzahlen, ein Vergleich zu Innovationsprozessen bei Global Playern und bei Start-ups sowie aktuelle Trends, erfolgreiche Online-Geschäftsmodelle auch in der realen Welt zu etablieren und Menschen zu Markenbotschaftern zu machen, unterlegten den Vortrag auf anschauliche Weise. Auch negative und kritische Aspekte der Digitalisierung kamen zur Sprache, die Chancen für neue Beratungsfelder und Geschäftsmodelle bieten.

  • Kreditscoring von Banken durch Ratings über soziale Netzwerke
  • das Sozialkreditpunkte-System in China, welches dort flächendeckend ab 2020 eingeführt werden soll
  • Bewältigung der digitalen Flut
  • Veränderungen der Streitkultur
  • Herausforderung für die Mailkultur

Aber auch neue intermentale Krankheiten wie FOMO (Fear of Missing Out) – der Angst, etwas zu verpassen oder heute eine Entscheidung zu treffen, die morgen aufgrund neuer Erkenntnisse oder Trends ganz anders getroffen würde – oder das „digitale Brechreiz-Syndrom“, „Hypermind“ oder „Infoglut“ sprach Lars Bösel an. Lösungen und Auswege können Trends wie „Digital Detox“, „Digital Diet“ oder das „Digital Cocooning“ bieten. Letztes gilt bereits jetzt als neuer gesellschaftlicher Status, der aus der Tatsache resultiert, nicht mehr ständig erreichbar zu sein bzw. sich bewusst der ständigen Erreichbarkeit zu entziehen.

Nach einem Ausblick in die digitale Zukunft ging es über in eine angeregte Diskussion

Was können und müssen wir als Soloselbstständige in Hinblick auf die Digitalisierung künftig leisten, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Reichen persönlich gepflegte Netzwerke überhaupt noch aus? Was zeichnet die heutige „Generation digital“ aus und wo gibt es eventuell Schwachstellen? Welche Chancen bietet die Digitalisierung für Soloselbständige und welche Einflüsse hat sie auf die Frage, in welcher Liga wir künftig spielen wollen?

Best-Practice-Beispiele aus den Reihen der Teilnehmenden, wie VGSD-Mitglied Stefan Schnoor, der als Marketingtexter auf Linkedin einen Blog mit 12.000 Followern betreibt und darüber Aufträge erhält, unterstrichen auf anschauliche Weise die Relevanz der Thematik.

Fazit der Berliner Regionalgruppe: wir Soloselbstständigen brauchen definitiv ein klares Zielkundenprofil und müssen wissen, welche Kanäle unsere Zielgruppe nutzt, um passgenau die Kanäle auszuwählen, die uns und unserem Angebot entsprechen. Auch Spaß beim Bespielen der gewählten Kanäle haben sollte seinen Raum haben. Dabei gilt es den sensiblen Umgang mit eigenen Daten und denen unserer Kunden zu pflegen, insbesondere mit Blick auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union, die im Mai in Deutschland in Kraft tritt.

Bei allem sollten wir immer daran denken, dass auch in der digitalen Welt der Mensch weiterhin im Mittelpunkt steht.

Mein persönliches Fazit: Ich sollte die Digitalen Medien beherrschen ohne mich selbst von ihnen beherrschen zu lassen.

Der Abend klang aus mit Netzwerk-Gesprächen, in denen alte Kontakte aufgefrischt und neue geknüpft werden konnten.

Vielen Dank für diesen inspirierenden Abend

  • an Björn Budack für das Bereitstellen der Räume,
  • an Lars Bösel für seinen inhaltlich vielseitigen Input,

sowie an alle, die dabei waren und damit zu einem regen Austausch beigetragen haben.

 

Bilder und Text Annette Lang für die Regionalgruppe Berlin

Galerie

Der Vortragende Lars Bösel, Foto: Annette Lang
Björn Budack stellte uns kostenlos den Raum zur Verfügung

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