Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Zu Besuch in der Wunderkammer Concept Galerie von Paulina Tsvetanova

Zunächst waren mehr Teilnehmer als Stühle im Raum, aber kreative Lösungen waren schnell gefunden; Foto: Lars Bösel

Im April war der VGSD-Stammtisch zu Gast in der Wunderkammer Concept Galerie von Paulina Tsvetanova mit angeschlossener Agentur, Paulina’s Friends Zufallsladen. Die Kreativagentur und Galerie in Berlin-Mitte inszeniert und vermarktet Kunst & Design, seit 2018 steht für sie vermehrt das eigene Haute Couture Modelabel Paulina’s Friends im Fokus. Der Zufallsladen ist eine Spielwiese für Netzwerktreffen und besondere Events. Dabei geht es um essenzielle Lebensfragen und Wertschaffung.

Mit dem großen Interesse aus den Reihen der Regionalgruppe am Geheimnis ihrer (Lebens-) Kunst hatte Paulina gar nicht gerechnet, denn zunächst fanden sich mehr Interessenten als Stühle. – Und das obwohl Regionalsprecherin Annette Lang schon pragmatisch faltbare Papphocker im Auto mit sich führte und Regionalsprecherin Elke Koepping noch Klappstühle unter den Arm geklemmt hatte. Das änderte sich aber schnell, denn sie und ihr Geschäftspartner Florian Fitziger besorgten kurzerhand welche aus dem Nachbarlokal. Man muss dazu sagen – üblich sind in Berlin hohe No-Show-Quoten bei kostenlosen Netzwerkveranstaltungen, umso positiver fällt da die Beständigkeit der VGSD-Regionalgruppe auf, die überraschend zuverlässig bei rund 33 Anmeldungen auch mit knapp 30 Personen präsent war. Improvisation ist in Berlin in dem Fall alles und auch diese Kunst meistert Paulina mit großer Souveränität.

Paulina erzählt von ihrem Weg in die Selbstständigkeit – Vom Pop-up-Store zur kleinen aber exklusiven Galerie

Gastgeberin Paulina Tsvetanova erzählt von ihrem Weg in die Selbstständigkeit; Foto: Lars Bösel

Mit derselben Leichtigkeit gestaltete sich der weitere Verlauf des Abends. Elke Koepping führte mit tollen Fragen das Gespräch an (die wohl jeder hatte, doch sich kaum zu fragen wagte). Paulina, ihres Zeichens gutausgebildete Geistes- und Kulturwissenschaftlerin mit einem universitären Hintergrund in den Fächern Kunstgeschichte, Philosophie, Christliche Archäologie & Byzantinistik sowie Kulturmanagement, berichtete über ihren Weg in die Selbstständigkeit nach vielen Jahren in der Kulturwirtschaft. Sie habe bereits in ihrer Kindheit davon geträumt, als Modedesignerin zu arbeiten und irgendwann sei der Punkt gekommen, an dem sie sich mehr Abwechslung und kreativen Freiraum in ihrer Tätigkeit gewünscht habe.

Der Weg in die Selbstständigkeit mit Galerie und Modedesign sei dabei auch mit einigen Lernfaktoren verbunden gewesen: vom Pop-up-Store im Bikini Berlin, in dem sie sieben Tage die Woche, 10 Stunden am Tag präsent war, was sie nach einem halben Jahr an den Rand des Burn-Outs geführt hätte, habe sie sich nun auf die kleineren Galerieräume und exklusivere Haute-Couture-Mode konzentriert. Auch hier sei wieder ein Lerneffekt für sie eingetreten, den viele andere Unternehmerinnen und Unternehmer auch kennen, nämlich die Fokussierung auf das Kerngeschäft zu lernen: Die Galerie täglich über das ganze Jahr zu bespielen, entspreche gar nicht so sehr ihren eigenen Interessen, sie wolle sich lieber auf ihre Mode konzentrieren.

Der Zufall spült Paulina ihren heutigen Geschäftspartner Florian Fitzinger in die Galerie

Quartlsweise wechseln sich die beiden Geschäftspartner in der Hauptnutzung der Räumlichkeiten ab, Foto: Lars Bösel

Aus diesem Grund habe sie sich einen Geschäftspartner gesucht und mit Florian Fitzinger von der Galerie GARTEN 114 gefunden. Ihn habe übrigens der Zufall in ihre Räume geführt – er hatte einen Friseurtermin in der Nähe, und weil er zu früh dran war, habe er neugierig bei ihr hereingeschaut. Florian wiederum hatte Schwierigkeiten, bezahlbare Räumlichkeiten in Berlin zu finden, um seine Ideen eigener Galerieevents und Ausstellungen umzusetzen. Sie teilen sich nun die Räume quartalsweise: jeweils drei Monate im Wechsel ist mal die eine, mal der andere mit der Kernnutzung befasst. Das spart im Endeffekt Mietkosten und beide haben die Zeit, sich in den übrigen Phasen auf ihre vielen anderen Projekte zu konzentrieren. Eine ideale Lösung für die beiden, die betonen, wie stark mittlerweile gute Räume in Berlin auch zu einer eigenen Währung geworden sind. Ein Dank an dieser Stelle an Florian, der es in seiner Nutzungsphase der Galerie ermöglichte, dass sich die Regionalgruppe dort mit ihm und Paulina unterhalten konnte.

Als Paulina einmal für sich reflektierte, was eigentlich hinter ihren vielfältigen Interessen und Ideen steckte, stiess sie auf das Prinzip des Zufalls – welches sie sogleich in ein Buchprojekt verwandelte: „Vom Glück des Zufalls: Das Nichtstun genießen, oder warum wir das Leben dem Zufall überlassen sollten“. Seitdem nennt sie die Galerieräume auch gerne Zufallsladen und überlegt zur Zeit, ob sie die Namensänderung unter Umständen demnächst auch offiziell umsetzt.

Wer nicht am Stammtisch teilnehmen konnte, sollte dort einmal direkt vorbeischauen und sich vom Zufall inspirieren lassen. – Oder geplant zu einem der Netzwerkevents gehen, die Paulina in ihrer Wunderkammer veranstaltet.

 

Bericht: Antje Eichhorn
Fotos: Lars Bösel

Webseite von Paulina Tsvetanova

Mehr über Florian Fitzinger und die Galerie Garten 114

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