VGSD mit sechs Vertretern bei BMAS-Dialogveranstaltung

Gruppenbild mit Dame: Arbeitsgruppensprecherin Kristin Müller mit (von links) Karsten Rehfeldt, Dirk Hermanns, Jürgen von den Driesch, Heiko Heise und Thomas Anderson

Gruppenbild mit Dame: AG Rentenpflicht – Sprecherin Kristin Müller mit (v.l.n.r.) Karsten Rehfeldt, Dirk Hermanns, Jürgen von den Driesch, Heiko Heise und Thomas Andersen

Am 18. Oktober 2016 fand mit dem „Themenlabor Arbeiten 4.0“ die erste und einzige Veranstaltung im Rahmen des eineinhalbjährigen Dialogprozesses statt, die speziell auf Selbstständige und ihre Verbände ausgerichtet war.

Die Veranstaltung war im September durch ein Kamingespräch bei Frau Nahles im kleineren Kreis vorbereitet worden. Der VGSD hatte von Anfang an eine stärkere Einbeziehung von Selbstständigen gefordert. Dem ist das Ministerium mit diesen beiden Veranstaltungen entgegengekommen. (Bei der Abschlussveranstaltung des Dialogprozesses am 29. November sind dann allerdings keine Selbstständigen auf die Podien eingeladen.)

Der VGSD war durch Kristin Müller, Sprecherin der AG Rentenpflicht, und fünf weitere Vereinsmitglieder vertreten, die sich auf die verschiedenen Arbeitsgruppen verteilten. Der Verband war also bei der Veranstaltung sehr präsent.

 

Programm im Überblick: Zeit für Austausch in Workshops extrem knapp bemessen

_bmas181016-1118

Bundesarbeitsministerin Nahles mit Benjamin Mikfeld, dem Leiter der Grundsatzabteilung

Eine dreistellige Zahl von Teilnehmern war gekommen. Nach der Begrüßung durch Bundesarbeitsministerin Nahles folgten ein Impulsvortrag von Dr. Karin Schulze-Buschoff vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) sowie Erfahrungsberichte von vier Selbstständigen, die aus den Teilnehmern des Kamingesprächs ausgewählt worden waren. Diese Programmpunkte nahmen knapp zwei Stunden in Anspruch. (PDF mit Programm)

Nach dem Mittagessen fanden zeitgleich drei Workshops statt, für die sich die Teilnehmer im Vorfeld angemeldet hatten:

  • Alterssicherung
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitslosenversicherung, Gründungsförderung, Qualifizierung und Weiterbildung
  • Gemeinsame Interessenvertretung und gerechte Vergütung

_bmas181016-1489

Diskussionsrunde mit Selbstständigen(-vertretern)

In jeder Gruppe wurden dann zwei Impulsvorträge von Wissenschaftlern und Vertretern der Sozialversicherungen gehalten. Anschließend wurden die Themen diskutiert und die Ergebnisse vom zuvor ausgewählten Arbeitsgruppensprecher vor dem Podium vorgetragen. Für diesen gesamten Prozess inklusive der beiden Impulsvorträge standen jeweils eineinhalb Stunden zur Verfügung. Somit war die Zeit für den eigentlichen Austausch viel zu knapp bemessen. Dafür war aber die Veranstaltung insgesamt gut organisiert und straff moderiert.

An die Workshops schloss sich ein Ausblick von Benjamin Mikfeld, Leiter der BMAS-Grundstzabteilung, an sowie Networking bei Kaffee und Kuchen.

 

Riesiges Interesse am Thema Altersvorsorge: Drei Arbeitsgruppen mit vielen Unterarbeitsgruppen

Der ganz überwiegende Teil der Anwesenden wollte am Workshop „Alterssicherung“ teilnehmen, sodass dieser in drei Diskussionsgruppen mit teils mehreren (insgesamt fünf) Unterarbeitsgruppen unterteilt wurde. Diesen wurden die drei folgenden Themenschwerpunkte jeweils mit einer Reihe von Leitfragen vorgegeben (PDF mit Leitfragen):

  1. Vorsorgepflicht, Versicherungspflicht, Status quo
  2. Beiträge, Beitragsbemessung, Leistungsumfang
  3. Erwerbsbiografien, Sonderregelungen

Es wurden also in den verschiedenen Gruppen ähnliche Fragestellungen diskutiert wie schon im Mai bei der SPD-Bundestagsfraktion – mit ähnlichen Ergebnissen.

 

Die wichtigsten Aussagen der Vortragenden – Andrea Nahles zum Thema Scheinselbstständigkeit

bmas181016-1230Im Folgenden haben wir wichtige oder einfach nur bemerkenswerte Statements – jeweils unter Angabe des Vortragenden – aufgelistet:

  • Andrea Nahles verglich die Selbstständigen mit ihrer kleinen Tochter, die auch unabhängig und selbstbestimmt sein wolle. (Möglicherweise hat sie deshalb das Gefühl, uns ihre mütterliche Sorge angedeihen lassen zu müssen.)
  • Beim vorausgegangenen Kamingespräch mit Selbstständigenvertretern hatte Nahles auf unser Drängen hin versprochen, sich mit dem Thema Scheinselbstständigkeit zu befassen. Das Ergebnis: Sie habe bei der Deutschen Rentenversicherung nachgefragt, warum die Zahl entsprechender Statusfeststellungen so stark zugenommen hat. Antwort: Es gebe keine verschärften Prüfungen, sondern neue Urteile und die Tendenz der zunehmenden Beschäftigung von Honorarkräften.

(Diese Auskunft hätten wir so sicher auch direkt von der DRV erhalten. Hier fühlen wir uns von Frau Nahles nicht ernst genommen bzw. mit einer Standardauskunft abgespeist.)

  • Wie lässt sich die Altersvorsorge finanzieren? Obwohl Nahles eine Lösung analog zur KSK beim Kamingespräch verworfen hat, fragt sie bei der Veranstaltung, warum sich der Staat nicht auch bei der Altersvorsorge von Selbstständigen beteilige. Bei den Beamten würde er 100 Prozent der Kosten, bei der DRV rund 30% der Kosten übernehmen.
  • Sie würde gerne für bessere Honorare sorgen. Mindesthonorare widersprächen aber der europäischen Dienstleistungsrichtlinie, sie könne da wenig Hoffnung machen. (Wir hatten beim Kamingespräch angeregt, dass der Staat als direkter oder indirekter Auftraggeber hier selbst aktiv werden könnte…)
  • Nach dem Ausschlussprinzip verbleibt also eine Rentenversicherungspflicht…
  • Ministerin Nahles wünscht sich eine bessere Vertretung der Selbstständigen, am besten geschehe dies durch Gewerkschaften, etwa ver.di oder die IG Metall.
  • Karin Schulze-Buschhoff warb für eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige und nannte Österreich als Vorbild. Auch die Niederlande seien vorbildhaft, weil es dort weniger prekäre Arbeitsverhältnisse gebe.
  • Positiv: Anstelle der hohen Mindestbeiträge forderte sie einkommensabhängige Beiträge.
  • Interessant war ihr Hinweis auf die Arbeitslosenversicherung für Selbstständige, deren Mitgliederzahl nach der Gründung 2006 schnell angestiegen war. Daraufhin vervierfachte man die Beiträge, was zu einer Halbierung der Mitgliederzahl geführt hat.
  • Dazu passt eine Aussage von Professor Dr. Ulrich Preis (Universität Köln) in seinem Impulsvortrag zum Workshop 1: Nur 0,24 Prozent der nicht obligatorisch abgesicherten Selbstständigen seien freiwillig in der DRV versichert. Hier hätten wir uns gewünscht, dass Professor Preis die Gründe für das offenbar geringe Vertrauen in die DRV hinterfragt oder diskutiert, wie das Vertrauen erhöht werden könnte. Stattdessen fordert Preis eine Rentenversicherungspflicht. Während er bei einem BMAS-Workshop zum gleichen Thema im Mai noch wie bei Handwerkern von 18 Pflicht-Beitragsjahren sprach, sagte er jetzt, dass 30 Entgeltpunkte verlangt werden sollten (was 30 Jahre Beitragszahlungen in durchschnittlicher Höhe entspricht). Immerhin: Alternativ scheint er bereit, alternativ auch eine Basis-Rentenversicherung („Rürup-Rente“) zu akzeptieren, vermutlich allerdings bei einer garantierten (und damit renditemäßig zurzeit unattraktiven) Verzinsung nach dem Vorbild klassischer Lebensversicherungsverträge. Durch die 30 Entgeltpunkte sei sichergestellt, dass das Grundsicherungsniveau erreicht werde.
  • Den Selbstständigen empfahl er, den „Arbeitgeberanteil“ ihrer Rentenversicherungsbeiträge auf ihrer Rechnung auszuweisen und so mit dem Auftraggeber zu teilen.
  • _bmas181016-1391Benjamin Mikfeld verwies abschließend auf die Abschlussveranstaltung am 29. November, auf der das Weißbuch, also Abschlussdokument des fast zweijährigen Prozesses vorgestellt wird. Er freue sich, dass es zu einem Dialog mit den Selbstständigen gekommen sei, auch wenn man sich noch in einem Lernprozess befinde.
  • Mikfeld stellt fest, dass die bestehenden Institutionen nicht auf die Selbstständigen passen („abbildbar sind“).
  • Er erwähnte auch, dass er zwischenzeitlich selbstständig war und sich darüber gewundert habe, dass die Deutsche Rentenversicherung ihm nicht angeboten habe, sich bei ihr freiwillig weiterzuversichern.
  • Für Versorgungswerke sieht er lediglich einen Bestandsschutz hinsichtlich dort bereits abgesicherter Berufsgruppen, aber keine Ausdehnung auf weitere Gruppen oder eine Neugründung für andere Selbstständige.
  • Es gab bisher offensichtlich noch keine (erfolgreichen) Absprachen mit dem CDU-geführten Gesundheitsministerium. Wir wurden vom BMAS explizit aufgefordert, wegen der Absenkung der KV-Mindestbeiträge bei Gesundheitsminister Gröhe nachzuhaken.
  • Aufgefallen ist uns auch, dass die Problematik von Teilzeit-Selbstständigen noch längst nicht von allen Gesprächspartnern erkannt wurde. Die Kinderbetreuung sei ja auf einen kurzen Zeitraum beschränkt… (Dabei betreiben mehr als 40 Prozent ihre Selbstständigkeit in Teilzeit.)

 

Bericht zu Workshop 1) Alterssicherung

_bmas181016-2041

Kristin Müller fasste im Workshop 1 die Ergebnisse der Untergruppe B zusammen

Die Impulsvorträge hielten Dr. Reinhold Thiede (Leiter des Geschäftsbereichs Forschung und Entwicklung der Deutschen Rentenversicherung Bund) und Prof. Dr. Ulrich Preis (Universität zu Köln). Auf den Vortrag von Professor Preis sind wir ja oben bereits eingegangen.

Dr. Thiede sah das Kernproblem in der nicht vorhandenen Absicherungsfähigkeit. Dies gelte generell für prekäre Einkommen, sowohl für Selbstständige als auch für abhängig Beschäftigte. Die Grundsicherung schaffe unerwünschte Negativanreize. Er stellte die zentralen Fragestellungen in Bezug auf die Einführung einer Pflichtversicherung in der GRV und einer Versicherungspflicht gegenüber. Bei beiden Szenarien seien folgende Fragen zu klären:

  • Erfassung der Selbstständigen
  • abgesicherte Risiken
  • Beitragsgestaltung/Beitragstragung
  • Abgrenzung Selbstständige/Arbeitnehmer

Bei einer Versicherungspflicht wären möglicherweise zusätzliche Versicherungsangebote erforderlich, die Einhaltung der Pflicht müsse kontinuierlich überprüft werden und die DRV müsste evtl. Ausgleichzahlungen an die Versicherungsgesellschaften leisten.

Anschließend wurden die oben genannten Themen in fünf Untergruppen diskutiert. Nach ca. 25 Minuten wurden die Brainstorming-Ergebnisse der Untergruppen von jeweils einem Teilnehmer der Untergruppe (für den VGSD: Kristin Müller und Thomas Andersen) zusammengefasst. Hier einige der Stichworte, die für das BMAS notiert wurden:

Diskussionsgruppe A (Vorsorgepflicht, Versicherungspflicht, Status quo): Heterogenität, Aufklärung, hybride Erwerbsverläufe, Solidargemeinschaft aller, Reformbedarf, Zukunftsfähigkeit, Rentabilität, fehlendes Datenmaterial, Vertrauensschutz

Diskussionsgruppe B (Beiträge, Beitragsbemessung, Leistungsumfang): einkommensabhängige Beiträge, Flexibilität, wenig Bürokratie, einfach anpassbare Abschlagszahlung (Online-Formular), jährliche Veranlagung, aus Fehlern bei GKV lernen, Reformierung der Erwerbsminderungsrente, Rechtssicherheit bezüglich Scheinse als Prämisse, Sonderlösung in Gründungsphase

Diskussionsgruppe C (Erwerbsbiografien, Sonderregelungen): Mütter in der Selbstständigkeit, Absicherung in Gründungsphase, Abdeckung von Arbeitsunfähigkeit, Aufbau berufsständischer Versorgungswerke, einkommensabhängige Beiträge bei allen Versicherungen, Imageproblem der DRV, Koordination über Finanzamt

 

Bericht zu Workshop 2) Arbeitslosenversicherung, Gründungsförderung usw.

_bmas181016-1661

Dirk Hermanns im Gespräch mit anderen Teilnehmern

Dirk Hermanns nahm für uns an diesem Workshop teil, der ein ganzes Sammelsurium von Themen abdecken sollte: Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitslosenversicherung, Gründungsförderung, Qualifizierung und Weiterbildung. Die Themen Qualifizierung und Weiterbildung wurden aus Zeitgründen nicht angesprochen. Dirks Bericht zeigt, dass durch die Vielzahl an Themen und die kurze Zeit eine vertiefte Diskussion kaum möglich war:

Zunächst hat Dr. Jochen Appt, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV), über die am wenigsten bekannte Sozialversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, berichtet. Ein Gründer kommt mit ihr spätestens bei der Einstellung von Mitarbeitern in Berührung. Die DGUV übernimmt die Haftpflicht des Arbeitgebers für gesundheitliche Schäden, die die Mitarbeiter im Dienst erleiden. Der Solo-Selbstständige/Gründer selbst kann sich auch freiwillig versichern und über die Höhe des zu versichernden (fiktiven) Einkommens die Beitragshöhe beeinflussen.

Prof. Dr. Frank Wießner, Katholische Universität Eichstatt-Ingolstadt, früher Mitarbeiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, informierte anschließend über die Möglichkeit für Selbstständige, die zuvor als abhängig Beschäftigte arbeitslos wurden, sich freiwillig weiterzuversichern. Diese zunächst nur befristete Möglichkeit wurde 2011 dauerhaft ins SBG aufgenommen. Der VGSD hat übrigens kürzlich Infos zu diesem Thema zusammengestellt.

Drittes Thema war die Gründungsförderung, auf die es zwischenzeitlich einen Anspruch gab, die aber derzeit (wie auch vorher) eine Ermessenssache der Bundesagentur ist. Wießner führt den zwischenzeitlichen Anspruch auf die Überlegung zurück, dadurch Klagen zu vermeiden. Wie auch in der nachfolgenden Diskussion erörtert wurde, ist die notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für die Gewährung einer Gründerförderung durch die Bundesagentur der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1.

Die anschließende Diskussion wurde entgegen zwischenzeitlicher Überlegungen mit allen Teilnehmern gemeinsam und nicht in Gruppen durchgeführt und war von der Heterogenität der Solo-Selbstständigen – insbesondere hinsichtlich des Einkommens – geprägt.

Trotz der gesetzlichen Pflicht gibt es nach Aussage einer Verbandsvertreterin Selbstständige, die nicht krankenversichert sind, insbesondere da sie die hohen Mindestbeiträge für die GKV nicht aufbringen können. Wie auch in der Diskussion am Vormittag wurde auch auf das negative Image der (Solo-)Selbstständigen hingewiesen.

Beim Thema Gesundheitsschutz wurde auf die teilweise langen Arbeitszeiten von Selbstständigen und deren gesundheitliche Gefahren hingewiesen, vor denen Arbeitnehmer durch gesetzlichen Beschränkungen geschützt sind.

Bei den Leistungen der Bundesagentur für Arbeit wurde nochmal klargestellt, dass Studenten, die direkt nach der Uni selbstständig erwerbstätig werden, nicht zur Verfügung stehen.

Daraufhin kam eine Gründerin das Wort, die ihre Selbstständigkeit während einer abhängigen Beschäftigung, deren zeitlichen Umfang sie reduziert, vorbereitet. Ein solcher Start wurde in der Diskussion als weniger riskant als eine hauptberufliche Gründung bezeichnet. Abschließend kam von den Referenten noch der Hinweis, dass nicht jedes Geschäftsmodell tragfähig sei.

 

Workshop 3: Gemeinsame Interessenvertretung und gerechte Vergütung

_bmas181016-2109

VGSD-Mitglied Thomas Andersen, hier im Gespräch mit Dr. Reinhold Thiede, DRV

Professor Dr. Olaf Deinert (Georg-August-Universität Göttingen) und Prof. Dr. Frank Bayreuther (Universität Passau) hielten Impulsvorträge.

Zunächst ging es um das Thema gerechte Vergütung. Ministerin Nahles hatte ja eingangs schon festgestellt, dass Mindesthonorare auf Widerstand der EU stoßen. Gerade gehe sie gegen Honorarverordnungen von Bauingenieuren und Steuerberatern vor. Andererseits gebe es in Österreich durchaus Mindesthonorarverordnungen. (Dort gibt es allerding auch eine Autobahnplakette, während die deutschen Mautpläne in der EU auf Widerstand stoßen…)

Zum Thema Interessenvertretung waren sich viele Teilnehmer darin einig, dass es einen Dachverband für Solo-Selbstständige brauche, wobei man sich aber mehrheitlich nicht von einer Gewerkschaft vertreten sehen möchte. Die Verbände müssten intensiver zusammenarbeiten. Die Politik binde nur Arbeitgeber und Gewerkschaften systematisch in politische Prozesse ein. Wo die Interessen von Selbstständigen tangiert seien, müssten auch deren Vertreter einbezogen werden.

Anmerkung: Hier scheint auf den VGSD eine wichtige Aufgabe zuzukommen. Der VGSD arbeitet ja projektbezogen bereits intensiv mit vielen anderen Verbänden zusammen und plant zusammen mit Partnerverbänden eine gemeinsame Veranstaltung im neuen Jahr.

Das BMAS hat das Themenlabor Arbeiten 4.0 in einem Videobericht zusammengefasst: http://www.arbeitenviernull.de/aktuelles/meldungen/gemeinsam-die-zukunft-der-arbeit-gestalten-nahles-trifft-solo-selbststaendige.html

Galerie

Gruppenbild mit Dame: Arbeitsgruppensprecherin Kristin Müller mit (von links) Karsten Rehfeldt, Dirk Hermanns, Jürgen von den Driesch, Heiko Heise und Thomas Anderson
Arbeitsministerin Nahles eröffnet die Veranstaltung
Benjamin Mikfeld hält die Abschlussrede der Veranstaltung
Kristin Müller fasst die Ergebnisse der Untergruppe B zusammen
Das BMAS sieht umfangreichen Reformbedarf und möchte möglichst viele dieser Punkte diskutieren
Victoria Ringleb (AGD e.V.), Henning Tillmann (Softwareentwickler),Joachim Groth (IT-Projektgenossenschaft eG), Dr. Inga Meincke (VFLL e.V.): Ausgewählte Teilnehmer des Kamingesprächs mit Andrea Nahles
Dr. Reinhod Thiede, Forschungsleiter der DRV, hält innerhalb der Arbeitsgruppe einen Impulsvortrag
Arbeitsministerin Nahles eröffnet die Veranstaltung

2 Kommentare

  1. marc fritzler schreibt:

    Zum Thema: Selbständige in Gewerkschaften

    Frau Nahles wünscht, wir sollten einer Gewerkschaft beitreten, wohlgemerkt einer DGB-Gewerkschaft?

    Ich war 18 Jahre lang als Freelancer Mitglied einer Gewerkschaft: in der drupa -> gelandet in der IG Medien -> gelandet in ver.di. Ich hatte mich für Solidarität eingesetzt. Doch von den angestellten Mitgliedern habe ich in 18 Jahren keine Solidarität für Freelancer erfahren, ganz besonders nicht von den ver.di-Leuten!!

    Keine Organisation war/ist so schamlos und – mit Verlaub – verlogen gegen ihre eigenen selbständigen Mitglieder wie ver.di! Politik für Selbständige? Von wegen! Die Mitgliedsbeiträge dienen dazu, knallharte Politik gg. die Selbständigen zu machen – ergo auch gg. eigene Mitglieder.

    Es wäre zu wünschen, die in ver.di verbliebenen Selbständigen würden sich einmal näher mit der Politik ihrer eigenen Gewerkschaft beschäftigen. Sie müssten austreten, wenn sie sich nicht weiterhin veralbern lassen wollen.

    Und: Wenn Frau Nahles mal kein BT-Mandat hat, dann wird sie wärmstens versorgt mit einem gut dotierten Job bei der … (wo?) … IG Metall! Ein tolles, lukratives „Geschäftsmodell“, Frau Nahles!

    Frau Nahles: Haben SIE doch endlich einmal die Courage, sich in DIESEM LAND selbständig zu machen (bitte: ohne Politberater-Job) – und zu zeigen, ob SIE bzw. wie lange sie über Wasser bleiben würden! Zeigen Sie, beweisen Sie es uns doch einmal!

    Und dann bitte: Dann lassen Sie sich von führenden Bundesministern dieses Landes öffentlich verhöhnen, beleidigen, stigmatisieren – in einem Stakkato!

    Wir sind nichts besseres als Angestellte oder Beamte – aber eben auch nicht der Abschaum der Gesellschaft, Frau Nahles! CC: BM Gabriel, BK Merkel

    Antworten
  2. marc fritzler schreibt:

    Annex – Gewerkschaften

    Für alle Selbständigen, die noch in ver.di sind und meinen, dies habe etwas mit Solidarität zu tun – oder aber ver.di würde ernsthaft etwas für Selbständige tun (wie Fr. Nahles es suggeriert): Fragt doch mal die ver.di-Zentrale bzw. Herrn Bsirske

    – Wie viele Selbständige waren jeweils zum 31.12. der vergangenen fünf Jahre Mitglied in ver.di?

    – Wie teilten sich diese auf die Fachbereiche / Berufssparten auf?

    – Wie viele waren davon noch aktiv erwerbstätig?

    – Welchen %-Anteil stellten die Selbständigen an der gesamten Mitgliederschaft?

    – Wie hoch waren die jährlichen Einnahmen aus Mitgliedsbeitragen der Selbständigen in den vergangenen fünf Jahren?

    – Wie hoch waren im selben Zeitraum die originär für Selbständige geleisteten Ausgaben (aufgeschlüsselt nach Posten)? Wer prüft und testiert dies?

    – Wie hoch waren insbesondere die Beiträge der Selbständigen für den allg. Haushalt von ver.di?

    – Fließen Gelder von Selbständigen in die Rücklagen von ver.di für Ausgaben von Streiks von Angestellten? Wenn ja: Wie hoch waren diese Beiträge und wie rechtfertigt ver.di dies mit der Solidarität (umgekehrt gibt es schließlich keine Ausgaben für „Selbständigen-Streiks“)?

    – Wie viele hauptamtliche Kräfte (gemessen in VZ-Stellen) arbeiteten in der ver.di-Verwaltung ausschließlich (!) für Selbständige?

    – Welche Anträge hat die Selbständigen-Vertretung auf den Gewerkschaftstagen der vergangenen fünf Jahre eingebracht – welche Ergebnisse gab es bei den Abstimmungen?

    – Wie viele der von den Selbständigen eingebrachten Anträge waren erfolgreich?

    – Was unternimmt ver.di, um die Honorarsituation der für die öffentliche Hand arbeitenden Freiberufler (z.B. Bildungs-/Lehrkräfte) auf faire Verhältnisse zu stellen?

    – Welche Position nimmt ver.di in Sachen VG Wort-Ausschüttungen ein (Beteiligung der Verlage bzw. deren angestellten Mitarbeitern an den Ausschüttungen)?

    – Was unternimmt ver.di für die Solidarität der Angestellten mit Solo-Selbständigen? [Bitte keine Allgemeinplätze]

    – Wann hat ver.di jemals eine breite öffentliche Kampagne für Solo-Selbständigkeit durchgeführt? [Vergleichbar mit den Kampagnen für Angestellte]

    – Was unternimmt ver.di gegen die anhaltende öffentliche Stigmatisierung von Selbständigen – mithin auch der eigenen Mitglieder! – durch BMAS Nahles?

    – Was unternimmt ver.di für Selbständige innerhalb des DGBs (bzw. dessen Positionen)?

    – Wann hat ver.di jemals so etwas in der Art erklärt: „[Solo-]Selbständige leisten ebenso einen erheblichen Beitrag für die Zukunft dieses Landes. Sie sind für unser Land unverzichtbar. Wir ermutigen zur Selbständigkeit. Wir setzen uns für gerechte Strukturen in diesem Land ein, um Selbständige ggb. anderen Gruppen nicht zu benachteiligen, ihre Existenz noch zu erschweren. …“?

    Solltet Ihr Antworten erhalten: Postet diese doch bitte mal. Merci.

    Meine Einschätzung als ex-Mitglied: Ernsthaft wird ver.di diese/solche Fragen nie beantworten, denn der Laden müsste eine Bankrotterklärung in Sachen „Selbständige in ver.di“ abgeben bzw. öffentlich erklären, dass die eigenen angestellten Mitglieder (bzw. ver.di) un-solidarisch ggb. den Selbständigen sind – womit der Gewerkschaftsgedanke ad absurdum geführt wird.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.