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Sind Fonds- bzw. ETF-Vermögensvewaltungen sinnvoll?

1 Person fragt sich das

Gerade werden hier ja sehr viele Fragen zum Thema Altersvorsorge mit ETFs gestellt. Der Informationsbedarf scheint enorm zu sein. Ich will noch eine Frage ergänzen.

Ich wurde auf das Angebot "Easyfolio - Die aktive ETF-Strategie" hingewiesen: secure-depot.de­/etfgreen/index.html - "Aktiv" und "ETF" in einem Satz, zumal im Slogan, ist schon ein bißchen ein Widerspruch, denn ETFs sind ja eine passive Anlagestrategie ohne aktives Timing. Sie sprechen von einer "aktiven Risikosteuerung", die sich wohl auf ein jährliches Rebalancing bezieht, also einen Abgleich der Anteile, aber weiter bin ich noch nicht vorgedrungen.

Anhand eines quantitativen Modells bilden sie entsprechend BIP und Marktkapitalisierung die "Welt" mittels ETFs "breiter als der MSCI" ab. Dabei seien sie früher als andere komplett ESG-konform.

Es handelt sich um eine Vermögensverwaltung, zusätzlich zu den Kosten der ETFs berechnen sie je nach Risikostufe 0,89 bis 1,01 Prozent Vermögensverwaltungsgebühr.

Sie verweisen auf ein Portfolio, das seit 28.12.2018 bis 7.7.2022 45,57 Prozent Rendite erwirtschaftet hätte. Wie war denn die Marktentwicklung sonst in dieser Zeit (z.B. MSCI)? Ist das eine Musterrechnung oder ein reales Portfolio?

Das Unternehmen gebe es seit 20 Jahren, es habe mehr als 10.000 Kunden und über 2 Milliarden in Verwaltung (also etwas unter 200.000 Euro pro Depot). Die Depotführung erfolgt bei der FIL Fondsbank (früher FFB), einer Fidelity-Tochter.

Was ist eure Meinung zu diesem Angebot und zu Fonds-/ETF-Vermögensverwaltungen insgesamt. Mein Ehrgeiz wäre ja, die Entscheidungen selbst oder mithilfe eines guten Finanzberaters treffen zu können.

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Hallo Andreas,

meiner Meinung nach spricht sehr viel gegen diesen Ansatz. Ich habe mir die verlinkte Seite angesehen und habe folgende Kritikpunkte:
1. Die angegebenen Marketing Aussagen sind nicht logisch. Es gibt global keine 12.000 liquiden Aktien sondern weniger als 10.000. Wenn man diese mit ESG-Kriterien filtert, werden nochmal deutlich weniger übrig bleiben. Man kann nicht gleichzeitig BIP-basiert und markkapitalisiert gewichten. Das ist ein Oder.
2. Die aufgelisteten ETFs enthalten in signifikanten Teilen die gleichen Aktien. Am Ende erzeugt man damit Übergewichtungen von einzelnen Aktien, die aber völlig intransparent sind.
3. Was dieses quantitative Model und die Strategie genau sein soll bleibt unklar.
4. Es wird behauptet, man würde die Zusammensetzung (also wohl die Gewichtung und die Auswahl der ETFs) an die aktuelle Marktlage anpassen. Wenn das wahr ist, ist das nicht einfach nur ein Rebalancing sondern aktives Management. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass das langfristig schief geht.
5. Die Kosten sind hoch und kommen nochmal on Top zu den Kosten der ETFs oben drauf. Ich bezweifele, dass diese Fonds die zusätzlichen jährlichen Kosten von 1,5% bis 2% erwirtschaften können.

Mein Fazit: Finger weg, Prognosefrei sein und "Keep it simple".

Vergleiche zum Beispiel mal den "Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating". Nur 0,22% Kosten bei aktuell 3.771 verschiedenen Aktien nach Marktkapitalisierung gewichtet. Damit hat man ca. 80% - 90% der Weltwirtschaft abgebildet.

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Sofern du Ahnung von Fonds, Aktien, ETF hast, möglicherweise auch "Insiderwissen" auf jeden Fall.

Oft ist das aber nicht so. Es fehlt an Weitblick, Informationen, Zeit.

ETF sind zudem nichts weiter als ein Index, der gespiegelt wird. Also z.B. die Werte aus dem DAX. Steigen oder fallen die Werte dort, betrifft das deinen entsprechenden ETF gleichwohl. Auch aus diesem Grund sind sie günstiger, da das Prinzip "Copy/Paste" zum Einsatz kommt.

Versicherer legen einen Großteil ihrer Gelder und der Kundengelder dort an. Diese haben aber den Weitblick und den "Atem".

Ein ETF (engl.: „Exchange Traded Fund”) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des DAX, abbildet. Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt.

Dennis Wolfram
Dennis Wolfram
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Hallo Andreas,

"aktiv" und "ETF" ist eigentlich an sich kein Widerspruch, denn ein Fonds kann ja in andere Fonds investieren - und ist dann ein Dachfonds. Das scheint bei dem Beispiel der Fall zu sein. Entsprechend hoch sind die Verwaltungsgebühren.

Umgekehrt verhalten sich etliche große "aktive" Fonds weitgehend wie ETF. Sie kleben dann mehr oder minder an einem bestimmten Index, und aktiv investiert werden nur wenige Prozent des Fondsvermögens. Der Grund: Die Angst, vor aller Augen unter einen bestimmten Index zu fallen. Die Folge: Nach Abzug aller Gebühren fallen diese Fonds langfristig fast alle unter den Index. Man vergleiche zum Beispiel auf einer Chart "DWS Deutschland" und MDAX. Online-Broker bieten praktische Vergleichsfunktionen an, mit denen man verschiedene Fonds vergleichen kann. (Bei der COmdirect etwa: Startseite -> Menü "Informer" -> Menüpunkt "Fonds" -> "Fondsvergleich")

Natürlich ist direktes Investieren in ETF oder ETF-Fondssparpläne eine sehr sinnvolle Sache. Wer sich aber damit partout nicht befassen möchte, und auch Dachfonds aus dem Weg gehen möchte, kann sich mit sog. Robo-Advisors befassen. Das sind Anbieter, deren Investments von Algorithmen gesteuert werden. Die Nutzung von Software statt (teurer) Fondsmanager soll die Verwaltungskosten niedrig halten - typischerweise bei 0,3%. Die Webseite "Finanztip" hat verschiedene Anbieter getestet: www.finanztip.de­/robo-advisor

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