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Gibt es einen Unterschied zwischen physischen und nicht-physischen ETFs’?

3 Personen fragen sich das

Ich habe mal gehört, dass es da einen Unterschied in der finanziellen Deckung durch reale Aktien gibt.

Mitgliederfrage (via VGSD)
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2 Antworten

Akzeptierte Antwort

Fondsgesellschaften haben mehrere Möglichkeiten, einen ETF zu konstruieren:

  • Bei einem physisch replizierenden ETF kauft die Gesellchaft einfach die Wertpapiere (Aktien) im Index nach
  • Die Fondsgesellschaft kann sich die gewünschte Wertentwicklung auch von einer Bank zusichern lassen und darauf verzichten, die Aktien einzeln nachzukaufen (=synthetisch replizierende Fonds). Im Gegenzug erhält die Bank vom ETF-Anbieter einen Korb bekannter Aktien. Dieser Tausch kann für beide Beteiligte günstiger sein. (Quelle: www.finanztip.de­/indexfonds-etf/)

Sinn: Mit synthetisch replizierenden Fonds können Fondsgesellschaften einen Index präziser nachbilden. Der Tracking Error ist kleiner im Vergleich zu manchen physischen ETFs. Außerdem lassen sich manche Indizes – etwa auf Rohstoffe oder auf bestimmte Schwellenländer – nur über synthetische ETFs darstellen, weil sich die Basiswerte gar nicht ökonomisch kaufen oder lagern lassen, zum Beispiel Öl.

Tiefer musst Du meiner persönlichen Ansicht nach in diese Thematik gar nicht einsteigen. Für den Vermögensaufbau sind die Replikationsmethoden bei den großen, breit streuenden, kostengünstigen World-ETFs kaum relevant. Erfolgsentscheidend ist nicht die Replikationsmethode, sondern dass Du Dein Konsumverhalten bewusst gestaltest, in der Folge eine hohe Sparquote zustande bekommst und überhaupt Geld investierst, statt es nur auf dem Tagesgeldkonto zu sparen.

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Akzeptierte Antwort

Die Antwort von Frank-Michael möchte ich um 2 Punkte ergänzen:

1. Du wirst bei Replikationsverfahren auch etwas finden, das sich Sampling nennt. Das ist eine Methode bei der nicht der ganze ETF-Index gekauft wird, sondern nur ein representative Auswahl aus dem Index. Das machen ETF-Anbieter, um die Kosten gering zu halten und weniger liquide Aktien aus dem Index zu meiden. I.d.R. gelingt es ihnen damit ebenfalls sehr gut die Entwicklung des gesamten Index abzubilden. Der Tracking-Error (Abildungsfehler zwischen ETF und Index) bleibt klein.

2. Bei synthetischen und sampling ETFs bestehen Risiken gegenüber vollständig replizierenden ETFs Risiken, die manche Anleger vermeiden wollen (ich auch). Beteiligte Banken könnten bei den synthetischen ETFs ausfallen und Verluste produzieren. Beim Sampling kann es zu weitreichenden Tracking-Errors kommen. Diese Risiken sind meines Wissens noch niemals eingetreten und allenfalls in sehr großen Finanz-Crash Szenarien wahrscheinlich. Es gibt sie aber.

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