Dass du zögerst, dein Business zu verändern, ist kein Zeichen von Schwäche oder fehlendem Mut, sondern zutiefst menschlich. Mehrere psychologische Mechanismen wirken dabei gleichzeitig:
- Status-quo-Verzerrung: Veränderung fühlt sich für dich riskant an. Der aktuelle Zustand mag unbefriedigend sein, aber er ist vertraut. Du weißt, was du hast und auch, was dir fehlt. Eine Veränderung bedeutet Unsicherheit, und dein Gehirn bevorzugt Sicherheit, selbst wenn sie unglücklich macht.
- Sunk-Cost-Falle: Du hast bereits viel in dein Business investiert: Zeit, Geld, Energie, Wissen und emotionale Ressourcen. Dein Gehirn verknüpft diese vergangenen Investitionen fälschlicherweise mit zukünftigem Potenzial. Dadurch fällt es dir schwer, loszulassen, selbst wenn die objektive Perspektive zeigt, dass eine Veränderung sinnvoll wäre.
- Verlustaversion: Verluste empfindest du deutlich stärker als gleich hohe Gewinne. Die Angst davor, Geld, Status oder Sicherheit zu verlieren, wiegt emotional schwerer als die Aussicht darauf, etwas Besseres zu gewinnen. Diese Angst kann sich sogar körperlich bemerkbar machen und hält dich davon ab, unbekanntes Terrain zu betreten.
- Identifikation mit deinem Business: Als Selbstständige/r ist dein Business oft ein zentraler Teil deiner Identität. Es steht für deine Werte, deine Geschichte, deine Erfolge und auch deine Fehler. Eine Veränderung deines Businesses kann sich daher anfühlen wie eine Bedrohung deiner eigenen Identität: Die Frage „Bin das dann noch ich?“ spielt dabei eine große Rolle.
Zusammengefasst: Dein Zögern ist kein individuelles Versagen, sondern das Ergebnis nachvollziehbarer psychologischer Schutzmechanismen. Erst wenn du diese erkennst und bewusst einordnest, kannst du entscheiden, ob sie dich sinnvoll schützen, oder ob sie dich daran hindern, einen notwendigen nächsten Schritt zu gehen.
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