Der erste Schritt ist, deine tatsächlichen Lebenshaltungskosten zu ermitteln. Dabei geht es nicht um eine theoretische Planung, sondern um deinen aktuellen Ist-Zustand: Wie viel Geld gibst du wirklich für dein Leben aus?
Dafür kannst du deine Ausgaben über einen Monat oder ein Jahr hinweg erfassen. Typische Kategorien sind zum Beispiel: Wohnen, Nahrung, Mobilität, Kleidung, Hobbys und Freizeit, Kinder und Versicherungen und sonstige Fixkosten.
Diese Übersicht nennt man Flow-Tracking, weil du damit nachvollziehst, welche Geldflüsse in dein Leben hinein- und wieder hinausgehen. Dein Einkommen fließt in dein Leben hinein, während deine Ausgaben in verschiedene Bereiche abfließen. Das Leben lässt sich dabei bildlich wie ein Eimer vorstellen: Oben kommt Geld hinein, unten fließt es durch verschiedene „Löcher“ wieder heraus. Manche Ausgaben lassen sich reduzieren (z. B. ein günstigeres Auto), andere sind feste Bestandteile deines Lebens.
Wenn du alle Ausgaben zusammenzählst, erhältst du deine jährlichen Lebenshaltungskosten. Diese Zahl ist eine wichtige Grundlage für deine weitere Finanzplanung.
Anschließend kannst du abschätzen, wie viel Vermögen nötig wäre, um diese Kosten ausschließlich aus Kapitalerträgen zu finanzieren. Eine häufig genutzte Orientierung dafür ist die sogenannte 4-Prozent-Regel. Sie besagt vereinfacht:
Zielvermögen ≈ jährliche Lebenshaltungskosten × 25
Beispiel:
- Monatliche Kosten: etwa 4.835 €
- Jährliche Kosten: etwa 58.000 €
- Benötigtes Vermögen: 58.000 € × 25 ≈ 1,45 Millionen €
Mit diesem Kapital könntest du, nach dieser Faustregel, jährlich etwa 4 % entnehmen und damit deine Lebenshaltungskosten finanzieren.
Diese Berechnung ist keine exakte Garantie, aber eine praktische Orientierung, um abzuschätzen, welches Vermögen du für finanzielle Unabhängigkeit oder einen möglichen „Freiheitspunkt“ erreichen müsstest.
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