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Größter Arbeitgeber IT- und Kommunikations-Sektor jetzt vor Maschinen- und Automobilbau

Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom sind Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik insgesamt jetzt Deutschlands wichtigster Industrie-Arbeitgeber.

Zum Jahresende werden diese Branchen voraussichtlich 1,077 Millionen Menschen beschäftigten, 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der "Bitkom"-Sektor liegt damit vor dem Maschinen- und dem Automobilbau. Von der nächsten Bundesregierung fordert der Verband dennoch mehr Tempo bei der Digitalisierung der Wirtschaft.

In der IT und Kommunikation arbeiten bereits knapp 1,1 Millionen Menschen – Tendenz weiter steigend.

2017 sind in den Bereichen Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik erneut mehr Arbeitsplätze entstanden als Wirtschaftsforscher erwartet hatten. Laut Bitkom wurden allein in den vergangenen drei Jahren fast 100.000 neue Jobs geschaffen. Der Umsatz soll bis Jahresende auf rund 161 Milliarden Euro zulegen.

Davon entfalle

  • 65,5 Milliarden auf die Telekommunikation,
  • die Informationstechnik wächst um 3,4 Prozent auf 85,8 Milliarden Euro.
  • Der Markt für Unterhaltungselektronik wächst nach einer Schwächephase wieder und legt um 2,6 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro zu.

Branchenverband fordert mehr Einsatz für digitale Transformation

Trotz der nachfrageseitig günstigen Branchenentwicklung mahnt Bitkom-Präsident Achim Berg zu mehr Tempo bei der digitalen Transformation. Im internationalen Vergleich halte sich die deutsche Wirtschaft bei Investitionen in digitale Technologien noch zurück.

Keine gute Idee, denn: "Der Aufbruch in eine datengetriebene digitale Plattformökonomie ist eine Schicksalsfrage für Deutschland, die sich innerhalb weniger Jahre entscheidet", erklärte Berg bei der Herbst-Pressekonferenz des Verbands.

Um die Digitalisierung der Wirtschaft zu beschleunigen, schlägt Bitkom ein bundesweites Vor-Ort-Programm „In 10 Schritten digital“ vor. Die Initiative soll kleinen und mittelständischen Unternehmen praktische Hilfe bei der Digitalisierung anbieten.

Zudem müsse der Regulierungsrahmen für datenbasierte Geschäftsmodelle angepasst und eine in sich konsistente Datenpolitik entwickelt werden. Der Gesetzgeber müsse den Schutz von Privatsphäre und die Möglichkeit der Datennutzung in eine funktionierende Balance bringen, fordert Berg.

"Deutschland hat gute Ausgangsposition"

In digitalen Schlüsseltechnologien wie der Künstlichen Intelligenz, Blockchain, 3D-Druck und Internet of Things hat Deutschland laut Bitkom eine sehr gute Ausgangsposition. Um das Potenzial auszuschöpfen, müsse aber die öffentliche Forschungsförderung stärker auf die Digitalisierung ausgerichtet werden. Die Vorschläge sind Teil des 13-Punkte-Programms „Digitale für alle“, das der Verband für die Legislaturperiode 2017 bis 2021 formuliert hat.

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