Zum Inhalt springen
Mitglied werden

Lesetipp Jimdo-ifo-Index für Dezember 2025 Jahreswechsel ohne Zuversicht: Selbstständige blicken skeptisch auf 2026

Zum Jahresende hat sich die Stimmung bei den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen deutlich verschlechtert: Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex sank im Dezember um 3,9 Punkte auf -23,7 Punkte. Wir fordern: Solo- und Kleinstunternehmen müssen endlich in den Blick genommen werden.

Im Dezember sank der Geschäftsklimaindex um 3,9 Punkte auf jetzt -23,7 Punkte.

Sowohl die Beurteilung der laufenden Geschäfte (-17,7 Punkte) der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen als auch ihre Erwartungen für die kommenden Monate (-29,4 Punkte) trübten sich ein. Auch in der Gesamtwirtschaft verschlechterte sich das Geschäftsklima erneut (-8,5 Punkte). "Das Jahr endete ohne Aufbruchstimmung", sagt Katrin Demmelhuber vom ifo Institut.

Erwartungen 2026 unter Druck – Spielräume schwinden

Entsprechend pessimistisch sind auch die Erwartungen der Selbstständigen für das neue Jahr. In der Befragung vom November rechnete rund die Hälfte mit einer weitgehend unveränderten Geschäftslage für 2026, etwa 35 Prozent mit einer Verschlechterung. Damit sind die Selbständigen weniger skeptisch als vor einem Jahr, jedoch deutlich pessimistischer als die Gesamtwirtschaft (26 Prozent). 

Die Geschäftslage der Solo- und Kleinstunternehmen sank im Dezember auf -17,7 Punkte.
Ins neue Jahr blicken die Selbstständigen etwas weniger skeptisch als im Vorjahr, bleiben aber pessimistischer als die Gesamtwirtschaft.

Zur Einordnung der Erwartungen für 2026 sagt Matthias Henze, CEO und Co-Gründer von Jimdo: "Der Unternehmergeist von Solo-Selbstständigen ist eine der wichtigsten Ressourcen für Innovation und Wachstum in Deutschland – doch ihre Gestaltungsspielräume werden immer kleiner, wie der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex zeigt. Schwache Konjunktur, hohe Kosten und fehlende politische Aufmerksamkeit deuten auf ein weiteres schwieriges Jahr hin."

Zugleich verweist Henze auf Chancen durch neue Technologien. Immer passgenauer werdende KI-Tools könnten Selbstständigen 2026 einen spürbaren Produktivitätsschub ermöglichen. Damit würden sie Zugang zu Wissen und einem Automatisierungsgrad erhalten, der ihnen bislang vorenthalten war.

Unsicherheit und Finanzierung bleiben zentrale Belastungsfaktoren

Neben dem eingetrübten Ausblick nimmt auch die Planungsunsicherheit unter Selbstständigen weiter zu. Im Dezember gaben 34,3 Prozent der Befragten an, dass es ihnen schwerfällt, ihre eigene Geschäftsentwicklung vorherzusagen (November: 32 Prozent). Damit liegt die Unsicherheit deutlich über dem Niveau der Gesamtwirtschaft (23,8 Prozent).

Zusätzlich erschwert der Zugang zu Finanzierung die Lage. Zwar führen mit 10,9 Prozent weiterhin deutlich weniger Selbstständige Kreditverhandlungen als Unternehmen in der Gesamtwirtschaft (26,3 Prozent). Doch fast die Hälfte der kreditverhandelnden Selbstständigen (47,6 Prozent) empfindet die Kreditvergabe als restriktiv – deutlich mehr als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (35,2 Prozent).

34,3 Prozent der Selbstständigen fällt es schwer, ihre Geschäftsentwicklung vorherzusagen.
Fast die Hälfte der kreditverhandelnden Selbstständigen empfindet die Kreditvergabe als restriktiv.

Dienstleistungen und Handel zum Jahresende verhalten

Der Rückgang des Geschäftsklimas zeigt sich in weiten Teilen des Dienstleistungssektors und im Einzelhandel. Während es einzelne Lichtblicke etwa im Gastgewerbe, bei Unternehmensberatungen und unter Freiberuflern gibt, berichten viele Betriebe weiterhin von Umsatzrückgängen und gedämpften Erwartungen. Im Einzelhandel wurde das Weihnachtsgeschäft überwiegend verhalten bewertet.

Zwölf Branchen im Vergleich.

"Unsichtbar für die Politik": Selbstständige fordern Kurswechsel

Mit Blick auf 2026 richten wir deshalb einen eindringlichen Appell an die Politik. Ausschlaggebend sind das schwache Geschäftsklima der Selbstständigen sowie das Scheitern zentraler Reformanliegen wie der Aktivrente – trotz breiter Unterstützung einer VGSD-Petition. "Wir repräsentieren 90 Prozent der Unternehmen, acht Millionen Erwerbstätige, zehn Mal so viele wie die Automobilindustrie und fühlen uns, als wären wir für diese Regierung unsichtbar“, sagt Andreas Lutz, Vorstandsvorsitzender des VGSD. "Solo- und Kleinstunternehmen müssen endlich in den Blick genommen werden: bei der Reform der Statusfeststellung, der Beitragsbemessung, der Aktivrente und der Förderung privater Altersvorsorge. Sonst droht 2026 ein massenhaftes stilles Sterben kleiner Unternehmen."

Als Vereinsmitglied kannst du in der folgenden Präsentation für jede Branche die Entwicklung von Klima, Lage und Erwartungen über die letzten 24 Monate verfolgen. Für diesen Zeitraum findest du auch die Entwicklung der Preiserwartungen, der Umsätze, des Auftragsbestands, der wahrgenommenen Unsicherheit sowie der Kreditnachfrage und als wie restriktiv die in den letzten drei Monaten geführten Kreditgespräche wahrgenommen wurden.

Ergebnisse im Detail (23 Grafiken):

Werde jetzt Vereinsmitglied um diesen Inhalt ansehen zu können

Bist du bereits Vereinsmitglied? Dann melde dich jetzt an.

Werde Teil des ifo-Befragungs-Panels!

Dass das ifo Institut gemeinsam mit Jimdo und VGSD jeden Monat differenziert nach kleinen und großen Unternehmen über Geschäftslage, -erwartungen, -klima und andere wichtige Entwicklungen berichten kann, verdanken wir dem Engagement vieler Vereinsmitglieder, die sich für das ifo-Panel registriert haben und regelmäßig online einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Willst auch du mitmachen und zu mehr Transparenz über die wirtschaftliche Situation von Solo- und Kleinstunternehmer/innen beitragen? Hier erfährst du, wie das geht!

Decken sich die Ergebnisse der Befragung mit deinen Erfahrungen? Wie bist du mit deinem Business ins neue Jahr gestartet? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Neuester Hilfreichster Kontroversester
Kommentar schreiben
Abbrechen

Du möchtest Kommentare bearbeiten, voten und über Antworten benachrichtigt werden?

Jetzt kostenlos Community-Mitglied werden

Zum Seitenanfang

#

#
# #