Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Selbstständige in der Krise: VGSD mit Impulsvortrag bei „IAB: Wissenschaft trifft Praxis“

Andreas erklärte, warum die Corona-Hilfen nicht ankommen, Screenshot

(Update vom 04.02.21) Am Donnerstag vorletzter Woche waren wir bereits zum zweiten Mal zu Gast bei „IAB: Wissenschaft trifft Praxis“. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit Sitz in Nürnberg gehört zur Bundesagentur für Arbeit und berät diese wissenschaftlich.

Wir haben schon oft über IAB-Ergebnisse berichtet und freuen uns über die erneute Einladung. Andreas Lutz hielt einen 25-minütigen Impulsvortrag (ab Minute 34:20) und vertrat quasi die Praxisseite, nachdem Dr. Udo Brixy zuvor (ab Minute 10:30) das Thema „Gründung und Selbstständigkeit in der Corona-Krise“ wissenschaftlich beleuchtet hatte.

 

 

Jetzt Mitschnitt der Onlineveranstaltung anschauen. Die Wiedergabe startet bei der Anmoderation des Vortrags von Andreas, bitte spule ggf. vor oder zurück

 

 

Darum ging es im Vortrag von Andreas

Aufgrund unserer eigenen gemeinsamen Studien mit Uni Trier, ZEW und seit kurzem auch DIW konnte Andreas in seiner Präsentation (hier auch als PDF) ebenfalls wissenschaftlich fundierte, wenn auch sehr praxisnahe Aussagen zu den Auswirkungen der Krise auf (Solo-)Selbstständige machen sowie der Bedeutung der Digitalisierung für die Frage, ob die Unternehmer mehr oder weniger hart von der Krise betroffen sind.

Er ging kritisch auf die bundesweiten Corona-Hilfen, aber auch auf Arbeitslosengeld I und II ein und erklärte, aufgrund welcher Gestaltungsprobleme die Hilfe bei den Betroffenen nicht schnell genug oder oft auch gar nicht ankommen, was er auch an einer Gegenüberstellung von versprochenen und tatsächlich bewilligten Beträgen deutlich machte.

Darauf aufbauend ging er auf den politischen Handlungsbedarf bei der Arbeitslosenversicherung, dem Gründungszuschuss und der Altersvorsorgepflicht ein.

 

Dialog über Reform der Arbeitslosenversicherung gefordert

Daraus entwickelte sich eine lebendige Diskussion, die aber ebenso wie das Schlusswort von Professor Lutz Bellmann aus Datenschutz-Gründen nicht aufgezeichnet wurde. Am Ende seines Vortrags hatte Andreas einen Dialog zwischen IAB und Bundesagentur für Arbeit einerseits und Selbstständigenverbänden sowie Betroffenen andererseits vorgeschlagen, um bei einer Reform der Arbeitslosenversicherung für Selbstständige nicht an den Betroffenen vorbei zu agieren und statt dessen die Versicherung attraktiver auszugestalten.

Der anschließende Austausch dürfte die Chancen für einen solchen Dialog deutlich erhöht haben. Auch IAB-Direktor Prof. Bernd Fitzenberger beteiligte sich an der Diskussion dazu (er sprach auch das Begrüßungswort, ab Minute 2:10).

Über die Diskussion aber auch über ein großes Lob von Professor Lutz Bellmann freuten wir uns sehr: Er meinte sinngemäß, er würde vielen Lobbyisten kritisch gegenüberstehen, weil diese oft sehr spezielle Interessen vertreten würden und nicht den Blick fürs Ganze hätten. Beim VGSD sehe er das anders. Diese Art von gegenseitigem Vertrauen ist sicherlich eine gute Grundlage für weitere Gespräche, die wir dieses Jahr forcieren wollen.

 

Kostenlos anmelden: VGSD am Donnerstag mit Impulsvortrag zu Gast bei „IAB: Wissenschaft trifft Praxis“

 

Gelegenheit, unsere Perspektive einzubringen, Abbildung: Pixabay, geralt

(Beitrag vom 20.01.21) Bereits zum zweiten Mal hat das der Bundesagentur für Arbeit nahestehende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) den VGSD zu einem Vortrag eingeladen. Andreas Lutz wird am morgigen Donnerstag (21.01.21) auf der Onlineveranstaltung „Wissenschaft trifft Praxis“ einen Impulsvortrag halten und die Praxis-Seite repräsentieren, Dr. Udo Brixy vom IAB die wissenschaftliche Seite. Die Veranstaltung dauert von 13:00 bis 14:30 Uhr.

 

Die Anmeldung ist kostenlos über XING möglich. Der Vortrag von Andreas beginnt gegen 13:30 Uhr. Im Anschluss können die Online-Teilnehmer Fragen stellen und über die Inhalte der Vorträge diskutieren. IAB-Direktor Professor Bernd Fitzenberger eröffnet die Veranstaltung, Professor Lutz Bellmann spricht das Schlusswort.

Thema sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf Selbstständigkeit und insbesondere Gründungsgeschehen, aber auch Gründungen und Selbstständigkeit als Weg aus der Krise: Junge, noch kleine Unternehmen sind in einer Rezession besonders wichtig, denn sie reagieren flexibel, beschleunigen den Strukturwandel und schaffen im Idealfall zusätzlich zum eigenen auch noch neue Arbeitsplätze. Aber sie sind auch besonders verletzlich, denn sie haben sich noch nicht so fest etabliert und haben oft noch keine Rücklagen für schlechte Zeiten bilden können, weil sie ja in ihr Wachstum investiert haben.

 

Gründungszuschuss, Arbeitslosenversicherung für Selbstständige und geplante Altersvorsorgepflicht sind Themen

Andreas wird am Donnerstag nur relativ kurz auf die Ergebnisse unserer Studien aus dem Jahr 2020 berichten, die zeigen, welche praktischen Probleme es bei den verschiedenen Corona-Hilfen gab und sich dem Titel der Veranstaltung entsprechend auf die Auswirkungen der Krise auf das künftige Gründungsgeschehen konzentrieren, um dass er sich große Sorgen macht.

Er geht auch auf die Bedeutung der Digitalisierbarkeit des Geschäftsmodelles für die Widerstandsfähigkeit in der Coronakrise ein und auf staatliche Instrumente wie Gründungszuschuss, freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige und die geplante Altersvorsorgepflicht und ihren Einfluss auf die Gründungsbereitschaft.

Dr. Brixy wird noch teilweise noch nicht veröffentlichte Ergebnisse einer Sonderbefragung des IAB-ZEW Gründungspanels vom April 2020 vorstellen, die laut Ankündigung ein differenziertes Bild zeigen: Junge Unternehmen reagieren stärker auf die Krise als etablierte Unternehmen – das gelte im Guten wie im Schlechten.

 

Austausch mit Wissenschaftlern des IAB ist wichtig

Das IAB und die dort tätigen Wissenschaftler sind wichtige Gesprächspartner und Akteure bei der Diskussion um eine Vorsorgepflicht in der Renten- oder auch der Arbeitslosenversicherung, aber auch wenn es um Gründungsförderung und -coaching geht. Von daher stellen Veranstaltungen tatsächlich sehr gute Gelegenheiten dar, Anregungen und Erfahrungen aus der Praxis weiterzugeben, die dann vielleicht in die wissenschaftliche Forschung oder Interpretation von Ergebnissen einfließen.

Erstmals war der VGSD zu „Wissenschaft trifft Praxis“ am 22.10.19 eingeladen worden, damals fand die Veranstaltung noch physisch in Nürnberg statt. Andreas hielt damals gemeinsam mit Karl Brenke (DIW) jeweils einen Vortrag zur Altersvorsorgesituation bei Selbstständigen und zur Notwendigkeit bzw. sinnvollen Ausgestaltung einer Altersvorsorgepflicht. Karl Brenke hat maßgebliche Forschungsergebnisse zur Altersvorsorge von Selbstständigen veröffentlicht.

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