Martin Schulz setzt auf Parteitag Programmierer und Prekariat gleich und schätzt Zahl der Selbstständigen auf eine Million

(11.12.17) Update: Inzwischen hat die SPD auf unseren Beitrag geantwortet und uns vorgeworfen, wir hätten diese „einseitig interpretiert“. Zugleich will man aber auch einen konstruktiven Dialog aufbauen. In unserer Antwort haben wir erklärt, warum die Aussagen von Martin Schulz bei uns und unseren Mitgliedern für so viel Kopfschütteln, Ärger und Wut führen.

 

Martin Schulz setzt auf Parteitag Programmierer und Prekariat gleich

(07.12.17) Der SPD-Bundesparteitag „ist der Startpunkt für die Erneuerung der SPD“, schreibt die Partei auf ihrer Website. Um 11 Uhr begann das Parteitreffen heute mit einem Gottesdienst, mittags hielt der Parteivorsitzende Martin Schulz dann eine programmatische Eröffnungsrede. Dabei kam er auch auf uns Selbstständige zu sprechen.

Was er sagte, führte auf dem Parteitag zu lang anhaltendem Beifall. Bei unseren Mitgliedern dagegen offenbar zu Kopfschütteln: Mehrere haben uns unabhängig voneinander per Mail und Whatsapp auf diese Redepassage aufmerksam gemacht.

 

Martin Schulz spricht von mehr als einer Million Selbstständigen

Schulz spricht in seiner Rede von einem Trend zur Selbstständigkeit, schon mehr als eine Million Selbstständige gäbe es. – Tatsächlich gibt es aber mehr als vier Millionen Selbstständige, darunter 2,3 Millionen Solo-Selbstständige!

Auch der von ihm beobachtete Trend zur Selbstständigkeit besteht unseren Faktencheck nicht. Unter anderem aufgrund der wenig gründerfreundlichen Politik der letzten Jahre gibt es in Deutschland gerade den umgekehrten Trend: Die Zahl der Selbstständigen nimmt seit Jahren ab, die Zahl der Gründer ist in den letzten acht Jahren sogar dramatisch eingebrochen.

 

Parteitagsrede von Martin Schulz: Bei Minute 41:50 kommt er auf uns Selbstständige zu sprechen

 

Programmierer gleich Prekariat?

Im darauffolgenden Satz seiner Rede unterscheidet Schulz dann gute und schlechte Gründer: Zu den erfolgreichen, die eigenverantwortlich für ihr Alter vorsorgen können, zählt er neben Ärzten auch Installateure und Buchhändler. Zu den Prekären, gehören für ihn neben Paketboten und Uber-Fahrern ausgerechnet die Berufsgruppe der Programmierer.

Die Logik dahinter offenbar: Software-Entwickler erhalten ihre Aufträge häufig über Vermittler und Plattformen. Die Plattform-Ökonomie aber wird mit von SPD und Gewerkschaften mit Prekarität gleichgesetzt. Deshalb muss der Staat bei dieser Berufsgruppe dringend eingreifen und sie z.B. zu Einzahlungen in die staatliche Rentenversicherung verpflichten.

Software-Entwickler haben Martin Schulz und sein Redenschreiber offenbar nicht in ihrem erweiterten Bekanntenkreis, denn sonst wüssten sie, dass IT-Selbstständige landauf landab um ihre hohen Stundensätze bei zugleich sehr hoher Auslastung beneidet werden. Sicher auch von vielen Buchhändlern, deren Branche sich seit Jahren in einer schweren Strukturkrise befindet.

 

Hier unsere Transkription der Redepassage:

„Und gemeinsam müssen wir uns darum kümmern, dass der Trend zur Solo-Selbstständigkeit nicht zu einer weiteren Prekarisierung der Arbeit führt.

Mehr als eine Million Menschen sind heute in Deutschland selbstständig, Tendenz steigend. Nur selbstständig heißt heute nicht mehr Ärztin oder Installateur oder Buchhändler, nein das heißt heute immer häufiger Paketbote, Programmierer oder Fahrerin bei Uber.

Das sind Menschen, die können sich nicht mal so eben aus der Portokassen absichern. Wir müssen uns darum kümmern, dass diese Form der Selbstständigkeit nicht zu einer systematisierten Selbstausbeutung wird. Wir wollen keine App-gesteuerte Dienstbotengesellschaft, Genossinnen und Genossen. Wir wollen, dass die Digitalisierung zu mehr individueller Freiheit führt, zu mehr Chancen, zu mehr selbstbestimmter Lebensgestaltung. (Langer Beifall) Unsere Aufgabe ist es, den Menschen die Sicherheit zu geben, dass es auch morgen noch für sie eine gute Perspektive gibt.“

 

Martin Schulz war selbst einmal selbstständig

Martin Schulz’ nicht gerade faktenbasierten Aussagen über uns Selbstständige sind um so frustrierender, als Martin Schulz ja einer der wenigen Politiker ist, die selbst einmal selbstständig waren, in seinem Fall als Buchhändler in Würselen („Buchhandlung Schulz“).

Wir meinen: Nur wer die Fakten kennt, wird auch zu den richtigen politischen Schlussfolgerungen kommen und fordern die SPD-Spitze deshalb zu einem echten Dialog mit den Selbstständigenverbänden auf.

Was ist deine Meinung? – Nutze gerne unsere Kommentarfunktion unten  und kommentiere die Rede auch auf der YouTube-Seite der SPD (bitte sachlich formulieren, damit es nicht gelöscht wird). Danke!

126 Kommentare

  1. Monika schreibt:

    Bullshit, Schulz so was von gestern. Und wenn er den „app-gesteuerten Dienstboten“ – wie abwertend! – mehr Sicherheit geben will, soll er ihnen ihr verdientes Geld belassen und sie nicht über doppelte Sozialversicherungsbeiträge ausbeuten.

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    1. bernhard schreibt:

      In der Aufmachung dieser polemischen Diskussion durch Herrn Lutz wird sehr stark die unrichtige Aussage von Herrn Schulz zur Zahl der Selbstständigen kritisiert. Herr Lutz nimmt es mit den Fakten dabei aber offensichtlich selbst nicht so genau. Die Zahl der Selbstständigen ist in den letzten 10 Jahren offensichtlich nicht zurückgegangen, sondern etwa konstant geblieben. Minimaler Anstieg von 2005 4,08 Mio auf 2015 4,16 Mio https://de.statista.com/statistik/daten/studie/238830/umfrage/anzahl-der-selbststaendigen-in-deutschland/. Worauf sich Martin Schulz sich fälschlicherweise bezog war vermutlich der Anstieg der Freiberufler von im Jahr 2005 von 0,857 Mio. auf 1,38 Mio im Jahr 2017. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158665/umfrage/freie-berufe—selbststaendige-seit-1992/. Aus diesem Zahlenverwechsler eine derartige Polemik zu machen ist für mich nicht verständlich. Ich habe mir die Passage zweimal Angesehen und ich kann auch nicht erkennen, dass Herr Schulz Programmierer als Prekariat bezeichnet. Vielmehr sagt er, dass Selbstständige heute nicht mehr nur Ärzte, Handwerker oder Buchhändler usw. sind, sondern z. B. Packetboten oder eben auch Programmierer. Dass die meisten Programmierer gut verdienen weiß Herr Schulz bestimmt auch. Tatsache ist aber auch, dass vielen von uns Gründern und Soloselbständigen eine Steuersenkung rein gar nichts bringt, da sie so wenig verdienen, dass sie überhaupt keine Steuern bezahlen, dagegen aber viel Geld für die Krankenversicherung bezahlen müssen. Gleichzeitig fehlt vielen von uns das Geld um ausreichend fürs Alter vorzusorgen oder den Fall, dass man wegen Krankheit nicht mehr arbeiten kann. Dann bleibt so vielen von uns nur noch die Grundsicherung (auch Harz 4 genannt) nachdem sie die Hosen runtergelassen und ihr restliches Vermögen aufgebraucht haben.
      @Monika: Sozialversicherungsbeiträge sind nun mal Versicherungbeiträge, wenn Sie von doppelten Sozialversicherungsbeiträgen sprechen meinen Sie vermutlich, dass wir den Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil bezahlen. Naja irgendjemand muss den „Arbeitgeberanteil“ ja bezahlen und wenn Sie das den Soloselbständigen oder Packetboten erlassen würden, müsseten alle anderen Versicherten diese Subvention durch steigende Beitragsätze bezahlen. Meiner Meinung nach könnte das nach nur durch einen steuerfinanzierten Zuschuss geschen.

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      1. Kai-U. Bräutigam schreibt:

        Die Aussage: „Worauf sich Martin Schulz sich fälschlicherweise bezog war vermutlich der Anstieg der Freiberufler von im Jahr 2005 von 0,857 Mio. auf 1,38 Mio im Jahr 2017. “ kann ich nicht nachvollziehen. Es ist doch ohne Zweifel zu hören, was Schulz gesagt hatte. Da ist keine Rede von einem Anstieg um 1,38 Mio.. Die Aussage, dass es 1 Mio. Selbstständige in Deutschland gäbe, ist doch klar vernehmbar!

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  2. Manuel Bonik schreibt:

    Ja, schräg. Den Ausbau der Arbeitsagentur halte ich auch für keine gute Idee. Die hat doch, in meiner Erfahrung, keinerlei Interesse daran, dass jemand Arbeit findet, jedenfalls keinesfalls als Selbständiger. Das würde sie doch Kunden kosten! – Im Gegenteil sollte man die Arbeitsagentur deutlich schrumpfen. Meinetwegen Erfolgsprämien für Vermittler, die einen wirklich vermitteln (freilich nicht in irgendeinen ***-Job). Das meiste, was die tun, könnte das Finanzamt viel einfacher miterledigen. Einmal im Jahr wird abgerechnet, und gut ist es.

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    1. heidi schreibt:

      Kann ich nur bestätigen. Behörde und wie in der DDR entscheidet jemand oder vielleicht ein Ausschuss, du lernst dass und Du machst das. Das Arbeitsamt sollte sich nur auf die Kernaufgaben konzentrieren, die freien Jobportale sind wesentlich besser. Beim staatlichen entsteht ein Zwang, was aus meiner Arbeitgebersicht langfristig nicht gut ist. Ich möchte Angestellte, die meine Geschäftsidee, mein Unternehmen gut finden und keine „arme Schweine“ die unter Androhung von Sanktionen sich bei mir bewerben nur weil im Profil ein paar Punkte vielleicht darauf hinweisen das es passen könnte.

      In der Dienstleistung sind die Angestellte das Kapital der Zukunft. Es ist auch sehr schade, dass man für Projekte keine Expertise in Form von Freiberuflern länger hinzu kaufen kann. Ähnliche Probleme gibt es auch bei Therapeuten aller Art. Danke Frau Nahles !!!

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  3. Kathrin E. schreibt:

    Jetzt wundert mich nichts mehr. Wer Software-Entwickler als prekär einordnet und sich bei der Zahl der Selbstständigen um den Faktor 4 vertut, noch nicht einmal den Trend bei der Selbstständigkeit kennt, dessen Politik basiert auf Ideologie und allem Möglichen, aber nicht auf der Realität und den Bedürfnissen der Betroffenen. Eine Erneuerung sollte meines Erachtens damit beginnen, dass die SPD wieder mehr auf die Leute hört und nicht das Ergebnis der Unterhaltung vorher schon feststeht, weil man denkt, man weiß es besser.

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    1. Ursula Stadler schreibt:

      Vielleicht sollte die SPD ja tatsächlich statt über das sogenannte Prekariat einmal darüber diskutieren, dass ihre eigene ideologische Verhaftung im 19. Jahrhundert neben ihren – gerade für Selbständige– wenig überzeugenden Personalien nicht unwesentlich zu ihrem Abwärtstrend beigetragen hat und sich hier mal ganz schnell besser für das digitale Zeitalter und dessen Arbeitsstrukturen vorbereiten.
      Schmidt und Schröder waren noch Kanzler, die wussten was Wirtschaft heißt, und die für große Teile der Mittelschicht wählbar waren, heute fehlt der SPD offenbar jegliche Wirtschaftskompetenz.

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  4. Hendrik Edzards schreibt:

    Ich liebe meine Selbstständigkeit und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten, ich verdiene gut und sichere mich ab. Die SPD macht mir schon länger Angst – ich fühle mich regelrecht bedroht. Wenn sie dann auch noch undifferenziert und auf falschen Fakten urteilt, wird meine Sorge nicht gemildert. Gegen wen kämpft die SPD bloß? Oder um was? Ich bin jedenfalls überzeugt, dass die Zukunft der Arbeit in mehr Selbst- und Eigenständigkeit liegt, auch in Angestelltenverhältnissen. Die SPD hat jedoch eine ganz andere Historie (Arbeiter, Gewerkschaften, Büroangestellte), von der sie sich offenbar nicht lösen kann. Ich kann nur hoffen, dass uns Selbstständigen das Leben nicht (noch) schwerer gemacht wird…

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    1. Stephan Bauermeister schreibt:

      Ihrem Gefühl, von der SPD sich bedroht zu fühlen, kann ich mich nur anschließen. Frau Nahles MACHT ANGST: Ich bekam im August 17 von Porsche (wieder) eine eilige Projektanfrage, die ich als Freiberufler innerhalb von 2 Tagen hätte starten können. Dieses mal aber kam die Einschränkung: „Aber neuerdings nur in Arbeitnehmerüberlassung“. Ergebnis: 9 Wochen bürokratischer Wahnsinn, zwischendurch ein verloren gegangener Eilauftrag der Deutschen Bahn weil ich nicht sofort zusagen konnte (ca. 35.000 Euro), und letztendlich ein versabberter Porsche-Auftrag, der im Treibsand dieser Bürokratie versunken ist. Und eine genaue Kalkulation hat dann noch ergeben, daß eine Projektübernahme als Angestellter, bei der ich nach Steuern wenigstens keine Verluste hinnehmen müsste, für den Kunden Porsche deutlich teurer käme. An die SPD: Wissen Sie überhaupt, was Sie mit dieser „Gleichmacherei“ im Dienste der angeblichen Gerechtigkeit anrichten? Prekär bezahlte Menschen sind keine Selbstständigen, denn sie würden spätestens im Alter beim Staat anklopfen. JA – da liegen Sie richtig. Aber hören Sie endlich auf, mit diesem sozialistisch, planwirtschaftlichen Getue. Geben Sie z.B. die Rahmenbedingung vor, daß ein Selbstständiger nach X Jahren Honorarsätze vorzuweisen hat, mit denen er eine eigene Altersvorsorge betreiben kann. Und fertig. Wie der Einzelne das erfüllt, überlassen sie das bitte erwachsenen Menschen.

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  5. Janet Händler schreibt:

    Erstmal finde ich es durchaus positiv, wenn die Selbstständigen als Wähler und Wirtschaftskraft anerkannt werden- das ist so für mich neu. Außerdem sind die kleinen und Startup-Firmen sehr innovativ und Keimzellen der Industrie von morgen. -sie sollten nicht unterschätzt werden, sondern das Engagement der Leute gewürdigt werden, die oftmals außerhalb der Arbeitszeit der Festangestellten einspringen und die Arbeit erledigen- Wer abhängig oder nicht abhängig beschäftigt ist, regelt schon seit Jahren das SGB. Wünschenswert wäre auch eine vernünftige Lösung der Krankengeldbeiträge im Alter sowie eine bessere Einbindung in Industrie- und Technologieförderung. Beste Grüße Janet Händler

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  6. Ute schreibt:

    Das ist leider einer der Gründe, an denen die SPD krankt: Der fehlende Blick für die Details in unserer Gesellschaft. Für Selbstständigkeit als Feindbild sollte sich die SPD zu schade sein, für Pauschalierungen sowieso. Oder platt formuliert: Verdient man genug, ist man doof, weil man nicht zur ursprünglichen Kernwählerschaft der SPD zählt. Verdient man zu wenig, ist man auch doof, weil man prekäre Arbeitsverhältnisse schafft. Die Förderung von Maßnahmen, die die Selbstständigkeit erleichtern bzw. Gleichheit schaffen, wäre ein Thema, mit dem sich die SPD sehr gründlich auseinander setzen sollte – nicht nur, weil es ihr neue Wähler bringen könnte.

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  7. Jan-Peter Wahlmann schreibt:

    Solche Aussagen sind sehr schade. Doch Martin Schulz ist eh nur ein Lückenfüller auf Abruf gewesen.

    Mit dem designiertem Generalsekretär Lars Klingbeil kommt endlich Frische in die SPD-Spitze.

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    1. Dirk Unnewehr schreibt:

      Eine Erneuerung der SPD mit Lars Klingbeil zu verbinden, das kann ich nicht erkennen. Er vertritt den Wahlkreis in dem ich lebe. Auf die Wahlprüfsteine des VGSD hat er sehr genau die bisherige Meinung / Linie seiner Partei (Wahlprogramm) vertreten (und hat dies auch in den zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen so geäußert). In der Sozialpolitik liegt er damit auf einer Linie mit Fr. Nahles und co. Sein IT-technisches Verständnis (er ist ja Netzsprecher der Partei) ist durchaus weitergehend, aber heißt nicht, dass dies auch in ein entsprechendes politisches Handel einfließt!
      Schulz betreffend denke ich, dass Politiker in ihren Reden in erster Linie ein Bild wiedergeben, das den Zuhören gefallen soll und er will ja gewählt werden – mal sehen ob das wieder bei 100% endet.

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  8. Stefan Ott schreibt:

    Das Einzige, was mir derzeit Angst macht und was mich tatsächlich als gutverdienenden Selbständigen (Softwareentwickler) ins Prekariat katapultieren könnte, ist die Politik der SPD. Nichts ist für einen Selbständigen Existenzgefährdender, wie diese ideologische Verblendung der SPD.

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  9. Weber schreibt:

    Was hat Herr Schulz eigentlich all die Jahre in Brüssel gemacht
    Er wird mit seinem Halbwissen die SPD immer weiter in den Abgrund fahren und sich dann hinterher tränenreich entschuldigen wie er das heute getan hat.
    Warum wird man nicht endlich wach bei den Genossen ?

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  10. Franz Kampmann schreibt:

    Leider wird Schulz in Bezug auf ungerechte Mindestbeiträge, die Soloselbständige mit „perkären“ Einkommen erleiden müssen, nicht konkret. Mit wachsender Zuversicht sehe ich aber die Forderung der SPD nach einer Bürgerversicherung. Allerdings ist hier mit viel Gegenwind zu rechnen, z.B. vom Beamtenbund. Eine lustige Faktensammlung hierzu war letzten Freitag in der heute-show (siehe https://www.zdf.de/comedy/heute-show/heute-show-extrem-100.html) (4,5 min).

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  11. Bernhard Heutmekers schreibt:

    Das Programm der SPD ist: Alle in die abhängige Beschäftigung zwingen, damit sie wieder eine Gewerkschafts- und SPD-Arbeitnehmervertretung brauchen. Alle sollen Zwangsmitglieder in der gesetzl. Krankenkasse und der gesetzl. Rentenversicherung werden. Damit die Vorstände mit SPD-Parteibuch diese Systeme dann verwalten, ausplündern und kaputt machen können. Die SPD hat doch die von Schulz zitierten allgemeinbildenden Schulen und die Berufsschulen kaputt gemacht. So wird das mit allen Einrichtungen gehen, die in die Hände der Aparatschiks fallen. Die waren doch schon so lange an der Macht. Dann proklamiert Schulz die Freiheit. Wenn die SPD ihre ganzen Zwangsvorstellungen bei Rente, Krankenversicherung, Scheinselbstständigkeit durchsetzt, dann haben wir die Freiheit, die Schulz meint. Die Freiheit der Nomenklatura Europas, alle Menschen Europas zu reglementieren und zu unterdrücken und auszubeuten. Dann will Schulz die vereinigten Staaten von Europa. Ja, er will, dass alle Menschen so arbeiten, lernen und versichert sind, wie er es will. Aber Schulz will dann der Boss sein und bestimmen und abkassieren. Alles das was da oben steht, will die Mehrheit nicht. Deshalb hat die SPD auch nur 20 Prozent.

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  13. Jo Vorstadt schreibt:

    Ich finde diesen Beitrag sehr polemisch: gerade wenn man andere anklagt, sollte man doch selbst sachlich und fair bleiben:

    1. woher die Zahl von 4’0 Mio Selbstständigen kommen ist mir schleierhaft – laut https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158665/umfrage/freie-berufe—selbststaendige-seit-1992/ sind es in 2017 1’382 Mio – damit liegt Schulz wohl mit der Aussage „mehr als 1 Million“ eher richtig als Polemiker

    2. es ist doch eine Tatsache, dass nicht alle Programmierer wirklich selbstständig sind – der grösste Anteil wird doch heute gezwungen, sich als Selbstständiger zu verdingen.

    3. ich bin selbst selbstständiger Freiberufler und ich finde diesen Beitrag sehr schädigend für das Image der wirklich Selbstständigen.

    Es ist ein Schelm, wer nicht denken könnte, dass hierbei ein schwarzes Parteibuch diktiert hätte. Schade, dass der VGSD sich vor dem Karren einer Feudalherrin spannen lässt.

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    1. Nicole Langer schreibt:

      Schwarzes Parteibuch?
      Ich selber habe ein gelbes und sehe es genauso wie der VGSD..und nun?
      „Schädigend für das Image der wirklich Selbstständigen“..was bitte genau sind für die „wirkliche Selbstständige“?

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    3. Jens Hasler schreibt:

      Datenreport 2016, Abschnitt Arbeitsmarkt und Verdienste | Arbeitsmarkt 
 | Atypische Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis und Selbstständigkeit
:
      „In den zurückliegenden 20 Jahren stagnierte der Anteil der Selbstständigen mit Beschäftigten weitestgehend und lag mit 5,2 % im Jahr 1994 nur um 0,5 Prozentpunkte höher als 2014 (4,7 %). Der Anteil der Solo-Selbstständigen ist dagegen im selben Zeitraum um 1,7 Prozentpunkte von 4,0 % auf 5,7 % gestiegen.“
      Quelle: http://www.bpb.de/nachschlagen/datenreport-2016/225980/atypische-beschaeftigung-normalarbeitsverhaeltnis-und-selbststaendigkeit

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    4. Michael Bickel schreibt:

      schädigend für den „wirklich“ Selbständigen ist die Unwissenheit von Herrn Schulz, der offensichtlich keine Ahnung vom „wirklichen“ Selbständigen hat und alle in ein Boot wirft. Natürlich gibt es Scheinselbständige, aber genauso eben keine. Und woher kommen den all die großen Konzerne heute? Da hat auch einmal einer angefangen… Mit der Einstellung des Herrn Schulz wird aber wohl aber nicht mehr viel nachkommen, alleine schon, weil keiner mehr den Mut dazu haben wird.

      Welches Partiebuch der oder die hat, ist mir eigentlich egal, wenn Statements dieser Art eine Reaktion erfordern.

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    6. Marc Fritzler schreibt:

      Lieber Jo Vorstadt,

      Sie haben leider nicht beachtet, dass sich Ihre Statistik nur auf die Selbständigen in den freien Berufen (sic!) bezieht, ergo nicht alle Selbständigen einbezieht.

      Auch dem Willy Brandt-Haus bzw. Redenschreiber von Martin Schulz empfohlen: Die seriöseste Quelle für Statistiken zum Thema ist das Institut für Mittelstandsforschung, Bonn (IfM):

      https://www.ifm-bonn.org/statistiken/selbststaendigefreie-berufe/#accordion=0&tab=0

      Ergo: Derzeit rund 4 Millionen Selbständige (ohne Land- und Forstwirte).

      Einfach peinlich für Martin Schulz ist es, dass er als ein führender Politiker unseres Landes noch nicht einmal über die Zahl in seinem Redemanuskript (das er sicherlich vorher gelesen hat) gestolpert ist, sich vorher nochmal erkundigt hat, ob diese Zahl denn stimmen kann.

      Allein dies sagt etwas aus über sein Desinteresse an der Lage der Selbständigen – von denen viele in ihrer täglichen Arbeit sozialdemokratische Werte beherzigen und verteidigen (auch ggb. Auftraggebern) – leider ohne Unterstützung seiner Partei und Person.

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      1. Jo Vorstadt schreibt:

        sorry – hatte eigentlich das Bundesamt für Statistik als seriös betrachtet

        Für mich sind halt Selbbstständige freiberuflich Selbstständige – wer zählt den noch dazu? Alle Kleinst- und Kleinunternehmen?

        Ausserdem glaube ich sowieso keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe ;-))

        Doch mit Verlaub, hier wird meines Dafürhaltens der falsche auf den Scheiterhaufen geführt.

        Ausserdem ist das m.E. so etwas von unwichtig. Viel wichtiger ist die Frage, wie unsere Gesellschaft in 3 – 15 Jahren (lt. Karl-Heinz Lang) aussehen soll, wenn alles was es zu digitalisieren gibt, digitalisiert ist, wenn alles, was es zu automatisieren gibt, automatisiert ist und wenn alles, was es zu vernetzen gibt, vernetzt ist?

        Was bleibt für diese angeführten 4 Millionen Selbstständigen denn dann noch übrig, wenn Roboter sämtliche körperliche Arbeiten übernommen haben, wenn KI (Künstliche Intelligenz) alle Dienstleistungen und auch alle Programmierleistungen übernommen hat und wenn die Vernetzungen sämtliche Kommunikation übernommen hat?

        Ich denke, das sind die wirklich wichtigen Fragen und da verschläft die Bundeskanzlerin als Verantwortliche unseren Wirtschaftsstandort Deutschland!

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    7. Selbsständige Softwareentwicklerin schreibt:

      >> 2. es ist doch eine Tatsache, dass nicht alle Programmierer wirklich selbstständig sind – der grösste Anteil wird doch heute gezwungen, sich als Selbstständiger zu verdingen.

      Woher wissen Sie das und warum bitte, sollte sich ein Softwareentwickler zwingen lassen, ‚ sich als Selbstständiger zu verdingen‘. Meine selbstständigen Kollegen, die ich kenne haben das selbst so entschieden.
      Kollegen, denen diese Arbeitsform nicht liegt, sind in Festanstellung. Wo ist das Problem?

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    8. Kou schreibt:

      > 2. es ist doch eine Tatsache, dass nicht alle Programmierer wirklich selbstständig sind – der grösste Anteil
      > wird doch heute gezwungen, sich als Selbstständiger zu verdingen.

      Als Programmierer ist es heute fast eine Leichtigkeit eine Festanstellung zu bekommen. Ich bin in der IT tätig und in vielen Firmen unterwegs. Was ich erlebe habe ist eher genau umgekehrt. Die Programmierer wollen eher selbständig werden oder bleiben und die Firmen versuchen sie zur Festanstellung zu überreden.
      Von Zwang kann hier absolut keine Rede sein.
      Mal ganz abgesehen davon, dass die Konditionen und Arbeitsbedingungen für einen fest angestellten Programmierer aus meiner Sicht wesentlich schlechter sind als die für einen selbständigen Programmierer.

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  14. Michael Bickel schreibt:

    Ich bekenne: ich habe SPD gewählt, weil mir soziale Gerechtigkeit wichtig ist und ich an sich der Meinung bin, dass eine sozialdemokratische Partei wichtig ist, als Ausgleich. Hätte ich gewusst, was Herr Schulz hier loslässt, dann hätte ich es gelassen. In anderen Worten, es war ein Fehler.

    Ich bin selbständig, mühsam aufgebaut, zahle Einkommenssteuer und hohe Sozialversicherungsbeiträge und ich sehe nicht ein, warum ich mir so etwas anhören muss. Da Herr Schulz Fakten nicht kennt und alles in einen Boot wirft, muss man hier sicher nicht diskutieren, jeder auf dieser Seite kann sicher richtig interpretieren, dass hier ein Teilproblem der Scheinselbständigkeit in ein Boot mit echten Selbständigen geworfen wird. Was einem Sorge macht und was man ja auch beobachten kann, ist, dass man wegen solcher Kommentare man in der Gesellschaft als Selbständiger oft negativ angesehen wird, von Vermietern bis Banken.

    Nun, Herr Schulz hat sich heute selbst disqualifiziert, was die SPD daraus macht, entscheidet, ob sie diesen Pfad folgt. Mit Herrn Schulz nach diesen Kommentaren als Vorsitzender, bekommt man von mir keine Stimmer mehr.

    Bleibt nur zu hoffen, dass einem die SPD in Regierungsverantwortung erspart bleibt, denn wie hier jemand schon gesagt, ohne Detailwissen sollte man nicht regieren.

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    1. Selbstständiger schreibt:

      Leider ist die komplette SPD was „die Gerechtigkeit“ angeht, total verbohrt. Schulz ist nur derjenige, der immer die Mottenkiste aufklappt und den Staub aufwirbelt.

      Gerechtigkeit war, ist und wird immer zeitgeistgesteuert bleiben und ist damit instrumetalisierbar – insbesondere von linken Parteien, die Partout nicht verstehen wollen, dass echte Gerechtigkeit die ist, dass JEDER die gleichen Chancen hat. Es steht hier jedem alles offen. Wer es nutzt sollte am Ende deutlich besser dastehen, als derjenige, der sich in die soziale Hängematte begibt oder den Zwischenweg abhängige Beschägtigung wählt.

      Leider muß man sagen, dass die SPD und andere linksorientiert Parteien den Begriff „Gerechtigkeit“ nur mißbrauchen, um Wähler zu ködern und dann mit vollen Händen umzuverteilen. Das ist das Gegenteil von Gerechtigkeit und führt zu dem was Schulz hier vorexerziert:

      Keine Ahnung, aber zu Allem eine Meinung. Und der uninformierte Mensch läßt sich gutwillig vor den Karren spannen. Schrecklich.

      Aber zum Glück haben immer mehr diese Scheingerechtigkeit erkannt und die SPD-Wahlergebnisse werden weiter sinken, weil ihr klassischer Wähler, der sich von so einem oberflächlichen Geseier noch beeindrucken läßt, mehr und mehr ausstirbt, weil es die gewerkschaftlich organisierten Jobs in Zukunft immer weniger geben wird und somit der Einfluß der SPD über den Arm der Gewerkschaften stetig abnimmt.

      Wenn man was für die Selbständigen tun will, sollte man die Rahmenbedingungen verbessern (z.B. Steuern senken), statt die Selbstständigen immer mehr mit Abgaben zu belegen, nur um immer mehr umzuverteilen. Es muß staatlicherseits an die Ausgabenseite ‚ran, statt an die Einnahmeseite. Wie in einem ordentlich geführten Unternehmen. Wann kapieren die das endlich?

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  15. Frank Giebel schreibt:

    Und da fragt sich noch das gemeine SPD Mitglied, warum dessen Partei vom „Wahlvolk“ abgestraft und nicht mehr ernst genommen, respektive gewählt wird. Bei so viel Ignoranz und umprofessioneller Fakten-Recherche, dem ewigen Störfeuer vom ewig gestrigen Linksflügel und der Realitätsverweigerung des deutschen Arbeitsmarktes erwarte ich nach dieser undifferenzierten Aussage zu Selbständigen genüßlich die Neuwahl. Die SPD hat sich mit Schulz und seiner Rede gerade erneut als unwählbar geoutet. Und was war das mal für eine Partei … traurig. Aber es gibt ja Alternativen.

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  16. Sibylle Tögel-Keller schreibt:

    Manuel Bonik, da muss ich Ihnen leider widersprechen, die Arbeitsagentur ist sehr wohl daran interessiert dass die Leute sich selbständig machen, das habe ich vor 9 Jahren selbst erlebt und vor wenigen Wochen ein Kollege von mir ebenfalls. Nachdem ich meinen Businessplan abgegeben habe, wurde mir unverzüglich der Existenzgründerzuschuss gewährt und 2 Tage später habe ich Post bekommen dass ich nicht mehr als „Kunde“ geführt werde, also aus der Arbeitslosenstatistik raus war. Genau das ist was immer von der Arge angestrebt wird. Hauptsache die Statistik stimmt, zumindest nach außen.
    Und bezüglich Prämie für Vermittler, das haben die nun wirklich nicht nötig. In meiner Branche nehmen die Herren und Damen bis zu 40% des Stundensatzes. Das weiß ich zufällig, da sich einer der Herren bei mir verquasselt hat. Nicht ohne Grund sprießen diese Vermittleragenturen wie die Pilze aus dem Boden und handeln uns Selbständige im Grunde wie Sklaven!
    Meines Erachtens sollte das Personal bei der Arge besser geschult sein und auch die großen Unternehmen sollten sich mal an ihre eigen Nase packen, wenn sie ihr Geld so leichtsinnig den Vermittlern in den Rachen schmeißen, die oft nicht mal wissen wovon sie reden, wenn Sie mir einen „Auftrag“ vermitteln wollen, statt selber sich geeignete Geschäftspartner zu suchen, von mir aus auch über die Arge.

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    1. oskar schreibt:

      Vor neun Jahren war noch die Gesetzeslage der Agenda 2010 😉 Arbeitsämter drängen die Leute eher in die abhänge Beschäftigung. Vor neun Jahren galt die Expertise des Gründercoach oder Steuerberater heute entscheidet der Sachbearbeiter. Aus diesem Grund wird es wohl sehr regionale unterschiede geben. Gründen über das Arbeitsamt ist heute wesentlich schwieriger als früher.

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      1. Sibylle Tögel-Keller schreibt:

        Wie ich schon geschrieben habe, meinem Kollegen ist genau das gleiche vor wenigen Wochen widerfahren. Also scheint sich da wohl doch nicht so viel geändert zu haben. Ob es an der Region liegt bezweifele ich, im Rhein-Neckar-Dreieck haben wir, gegenüber viele andere Regionen, nicht wirklich eine hohe Arbeitslosenzahl.

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        1. oskar schreibt:

          ich keine leider keine Statistik dazu. Daher habe ich es vorsichtig formuliert. Viele Bekannte die nicht selbständig sind hatten Probleme mit dem Arbeitsamt. Sie fühlten sich verwaltet und bevormundet und die Arbeitslosigkeit wurde nicht als Chance auf was neues gesehen. Den Arbeitslosen wurden Schuldgefühle eingeredet, selbst an ihrer Situation schuld zu sein. Dabei hatten alle über Jahrzehnte in das System eingezahlt. Der Begriff Arbeitslosensteuer, ist vielleicht treffender als Versicherung. Es waren Fälle dabei, wo aufgrund von Geschäftsaufgabe gekündigt wurde. Hier sehe ich enormen Reformbedarf!

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    2. Manuel Bonik schreibt:

      Echt, Sie haben von denen gleich Post gekriegt? Gratuliere! Ich habe von denen auch gelegentlich Post gekriegt, zum Beispiel Einladungen zu Beratungsterminen, und die freilich IMMER erst NACH den Terminen. Et cetera – ich hätte da reichlich Anekdoten von extremer Unfähigkeit (Unwilligkeit?) anzubieten. Aber klar, warum diesen Dumpfbacken noch mehr Geld geben. Besser damit drohen, dass sie ruckzuck auf der anderen Seite vom Tisch sitzen könnten.

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    3. Arno Nyhm schreibt:

      ich glaube hier wird gerade „Projekt-Vermittler“ und „JobVermittler“ verwechselt und ich vermute sehr wohl dass damit JobVermittler gemeint war um die „Kunden“ in ein Angestelltenverhältnis zu vermitteln.

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  17. Anonymous schreibt:

    Laut dem Bericht vom Bundesamt für Arbeit und Soziales (http://www.bmas.de) sind die Zahlen von Selbständigen im Allgemeinen und Solo Selbständigen im Besonderen rückläufig. Nach dem Höhepunkt der Solo Selbständigkeit im 1. Quartal 2012 reduzierte sich die Zahl der Solo Selbständigen bis zum 2. Quartal 2015 um 8% ! (Quelle: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/Forschungsberichte/f465-solo-selbstaendige.pdf?__blob=publicationFile&v=4 ).
    Die Belastungen für Selbständige sind meines Erachtens nach hoch genug und das Letzte was hier gebraucht wird ist eine weitere Verschärfung durch Eingreifen von Staatsseite. Es wäre angebracht, dass das Engagement vieler Selbständiger ein wenig mehr Anerkennung finden würde anstatt die Steuerschrauben kontinuierlich stärker anzuziehen und sich neue Gesetze auszudenken, es den Selbständigen noch schwerer zu machen. Ich weiss nicht wem es helfen soll, wenn noch mehr Selbständige das Handtuch werfen.

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  18. oskar schreibt:

    Stand im Wahlprogramm nicht was von Arbeiten 4.0 und Digitalisierung ? Wenn die so weiter machen wohnen wir bald alle im Ausland. Außerdem möchte ich mal gerne einen Beleg oder Statistik dafür, das Softwareentwickler nicht für das Alter vorsorgen und bitte keine Statistik von DRV!! Im übrigen ist auf der ganzen Welt bekannt, dass Deutschland von der Nettoquote kein Paradies ist. Warum soll ein Inder dann nach Germanien, wenn er in Irland, England, Luxemburg, Niederlande, der Schweiz, USA oder Kanada keine Sprachbarriere hat. In den Ländern gibt es traditionell oft indischen Gemeinde.

    Alleine der Terminus Programmierer zeigt schon, dass sich die SPD auf einen Stand von vor 2000 im Bereich der IT befindet. Wir sind Softwareentwickler, Analysten, Architekten. Gut ausgebildete Informatiker, Unternehmensberater die sich oft noch in die Bereiche ihrer Kunden weitergebildet haben! Was sind den die Kerne der großen deutschen Beratungshäuser. Dies sind zum Teil aus freiberuflicher Tätigkeit entstanden! Warum haben die neuen Generationen nicht mehr dieses Recht?

    Ich kenne jedoch Buchhändler die schon vor Amazon von der Hand in den Mund gelebt haben. Überlebt haben dort nur regionale Ketten. Dieses Aussage hätte ich gerne mit einer weiteren Statistik belegt.

    Weiterhin verwies Herr Schulz am Anfang der Rede auf das „Godesberg Programm von 1959-1989“. Hier ging es darum die Macht der Großkonzerne einzudämmen und die Freiheit des Einzelnen zu stärken. Was machen den freie Softwareentwickler? Das Wissen konzentriert sich nicht auf wenige Stellen sondern frei in der Wirtschaft. Mittelständler erhalten so leichter Zugang zu Experten, die sie sich sonst nicht leisten könnten! Wer hat die unternehmerische Freiheit in der Dienstleistung in der letzten GroKo sehr stark beschnitten ? https://de.wikipedia.org/wiki/Godesberger_Programm

    Bleibt zu hoffen, dass sich die FDP dieser Partei im Bund verweigert. Die SPD steht nach wie vor nur für Behörden und „rauchende Schornsteine“

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    1. Bernhard Heutmekers schreibt:

      Hallo Oskar

      Zitat: „Die SPD steht nach wie vor nur für Behörden und „rauchende Schornsteine“
      Antwort: Daumen hoch! Genau so ist es. Und für Sozialbauwohnungen, Fünfbettzimmern im Krankenhaus, Minirenten, Minijobs, Berufsschulen in denen Steinzeitkram geschult wird, Vorschriften, Vorschriften, Vorschriften, Kontrolle. Schulz führt uns zur Einheitsrente, zu Wartelisten für Operationen, zu noch mehr verplemperter Zeit in öffentlichen Bildungseinrichtungen.

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  19. Oliver H. Ohly schreibt:

    Hallo Schulle,

    schod dos d’mi ned heasd, um mal boarisch zu beginnen:

    „Programmierer“ sind in den seltensten Fällen Prekariat. Vielleicht bei Crowd Recruiting auf freelancer.de; aber die guten und spezialisierten ergattern zwischen 60 und 100 € pro Stunde, bei SAP-Consulting ist’s oft noch mehr. Auch wer sich als Hacker für Putlers Geheimdienst verdingt, sahnt gut ab… 😉
    Reicht allemal für ne prima Altersvorsorge, selbst wenn wir keine Steuervermeidungstricks einsetzen wie Amazon, Apple, Facebook, Google, Starbucks & Co – wo Schäuble bislang nix gegen unternommen hat, eher im Gegenteil (Stichwort Europäische Transparenzrichtlinie.)

    Zurück zum Thema: Ein Software- oder gar Systemarchitekt muss mehr wissen als ein Medizinmann. Drum ist es nur fair, wenn er auch mehr verdient als Letzterer, was bis auf Chef- und lobbygepamperte Zahnärzte in den meisten Fällen auch zutrifft.

    Also Genosse Martin – ich bin so frei, weil ich vor Jahrzehnten mal Parteimitglied war – informier dich einfach mal über die Branche und den Markt, damit du nicht zu derart weltfremden Konklusionen gelangst, wie deine Ex-Arbeitsministerin Nahles, die noch nie in irgendwas außerhalb der Politik gearbeitet hat. Du warst ja wenigstens mal Buchhändler, wo es ja bekanntlich hieß: „Helm auf und weiterarbeiten!“ 😀

    Wenn ihr von der SPD etwas realistischer werdet und nicht derart blind lobbygesteuert wie unter Schröder, dann kann man euch zu wählen eventuell mal wieder in Erwägung ziehen.

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  20. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

    @Bernhard Heutmekers:
    „Das Programm der SPD ist: Alle in die abhängige Beschäftigung zwingen, damit sie wieder eine Gewerkschafts- und SPD-Arbeitnehmervertretung brauchen.“

    Exakt das hat die SPD vor.

    Das Geschäftsmodell: die Früchte der eigenen Arbeit komplett abliefern. Die Apparatschicks und die mit ihnen kooperierenden Leiharbeitsfirmen schöpfen maximal ab und kümmern sich um die Taschengeld-Zuweisung an die nunmehrigen Schein-Angestellten, die nach belastbaren Kriterien eigentlich echte Selbständige wären.

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  21. Thomas Klug schreibt:

    Herr Schulz will sich um uns Selbststädnige kümmern ( Frau Nahles übrigens auch – viel zu viel).
    Ich bin ganz gut in der Lage, mich um mich selbst zu kümmern – aber dafür brauche ich gewisse Freiheiten, um das ganau an meine Bedürfnisse und die meiner Familie anzupassen. Herr Schulz soll sich um einen fairen Rahmen kümmern, in dem ich mein Leben als mündiger Bürger (und ebensolcher Wähler) gestalten und leben kann. Ich brauche nicht soviel Bevormundung – deshalb bin ich ja gerade Selbstständig!!
    Danke an den Verband, der das Thema auf sehr professionelle Weise begleitet!

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  22. Rosemarie Loewe schreibt:

    Auch ich gehöre zu dem „Prekariat“, wie es Herr Schulz nennt, und fühle mich dabei ausgesprochen wohl. Ich habe gut für mein Alter vorgesorgt, und jeder beneidet mich um meinen guten Verdienst. Es sollte auch Herrn Schulz bekannt sein, dass in der Software-Entwicklung sehr hohe Stundensätze gezahlt werden. Ich glaube nicht, dass von uns SW-Entwicklern irgend jemand am Hungertuche nagt oder in Altersarmut landen wird und dann dem Staat zur Last fällt.

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  23. Christian Meisel schreibt:

    Eine Sehr erfreuliche Passage der Rede, ermöglicht Sie doch ob der sehr offensichtlich falsch dargestellten Fakten (1Mio zu 4 Mio) Programmierer = Paketboten, den Einstieg in eine Diskussion.
    Und bestätigt, das Klassenkampfgeprägte Denken von Teilen der SPD Spitze. An diesem Teil der Rede dürfte Frau Nahles schon mitgeschrieben haben.
    Zumal jeder Selbsständige ja mal kein potentielles (zahlendes) Gewerkschaftsmitglied ist, auch diese Klientel hat die SPD im Auge.
    Und da gibt man sich als Politiker schon mal dem Populismus hin.

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  24. Rudolf Klessen schreibt:

    Oh je! Da kann ich nur noch hoffen, dass Herr Schulz und Frau Nahles standhaft bleiben und keine Regierungsverantwortung übernehmen, in der sie sich dann um meine prekäre Existenz als Softwareentwickler kümmern müssten.

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  25. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

    Ich zitiere aus einem meiner früheren Kommentare auf dieser Website:

    „[…] Ein ‚Geschäft‘ zu Lasten Dritter.

    Wer sich nicht damit abfinden möchte, dass er in ein de facto Zwangsarbeitsverhältnis reingetrieben wird, dem empfehle ich sich schon mal nach Projektmöglichkeiten im außereuropäischen Ausland umzusehen und sich mit dem Gedanken eines möglichen Umzuges anzufreunden.

    Und jenen, die sich darauf einlassen, weil ihnen die Tragweite dieses Vorhabens (noch) nicht klar ist, kann ich versichern, dass dies nur der erste Schritt ihrer Versklavung sein wird. Macht bitte nicht diesen Fehler.“

    Wie prognostiziert, versucht die SPD allfällige Fluchtmöglichkeiten von Freiberuflern ins benachbarte EU-Ausland zu antizipieren; deshalb der Vorstoß diese Materie gleich auf EU-Ebene voranzutreiben.

    Und weiter:

    „Es geht nicht nur um die Bürgerversicherung, sondern um die Selbständigkeit an sich.
    Ich kenne die Methode, die die SPD hier einsetzt aus einem völlig anderen Bereich. im Kern wird der Begriff der Selbständigkeit mit gezielten Aktionen angegriffen und schrittweise verändert, bis nur mehr eine leere Hülle übrig bleibt. Die sogenannten „Solo-Selbständigen“ sind lediglich das erste (weil: einfachste) Opfer. Danach kommen Firmen in denen Ehegatten oder nahe Verwandte mitarbeiten dran, etc.“

    Würde Apple, Microsoft oder SAP im Jahr 2017 in Deutschland gegründet werden, so würde man deren Gründer (im Falle von Microsoft und SAP) bei IBM zwangsanstellen.

    Das ausgerechnet jemand, der es mit den Spesen- bzw. Reisekostenabrechnungen den Medienberichten nach nicht „so genau“ nimmt andere als „Sozialbetrüger“ zu brandmarken versucht, ist an sich bereits ein starkes Stück.

    Inwiefern sich Absprachen von Leiharbeitsfirmen mit Gewerkschaften zur Eingemeindung von Freiberuflern als kluger Schritt erweisen wird, steht noch in den Sternen. So manche Beteiligte von Hinterzimmer-Absprachen glaubten auch, dass man sie nicht drankriegen würde.

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  26. G. Lopez schreibt:

    Für mich ist so eine Ignoranz einfach nur beängstigend. Lieber „Genosse“ Schulz, wenn man weder Konzept noch Programm hat, muß man wohl händeringend leere Parolen dreschen, applaudiert von einer johlenden Horde, so ganz nach AfD – Manier . Wo bitte lieber Genosse Schulz ist die Grechtigkeit mit der während des Wahlkampfes so geworben wurde ?
    Aber Sie haben ja noch Frau Nahles als Ass im Ärmel…Mit ihrer Hilfe können Sie den wirtschaftlich – ökono-mischen Kahlschlag zur Perfektion realisieren. Wie kann es angehen, daß Menschen die keinen Dunst haben wie unser Alltag aussieht und mit welchem immensem Einsatz wir es zu einem bescheidenen Wohlstand bringen, uns nun das Universum neu erklären und hierbei einen kräftigen Griff in unsere Taschen machen möchten ? Im gleichen Atemzug legen sie uns noch jeden erdenklichen Stein in den Weg (Scheinselbständigkeit etc.) um überhaupt Geld erwirtschaften zu können. Aber es kommt noch besser… Laut Aussage von Frau Nahles ist jedes Startup-Unternehmen welches es in drei oder vier Jahren nicht zum Mittelständler geschafft hat ein unfähig geführtes Unternehmen dass eh keine Chance und Berechtigung hat.
    Für diejenigen die sich den kompletten, unglaublichen Schwachsinn antun wollen :
    https://www.youtube.com/watch?v=qnFzU3JP604
    Meiner Meinung nach müssen wir uns nun wehren und nicht nur unterwürfige Bittschreiben an irgendwelche Bundestagsabgeordneten schreiben. Nur das dümmste Schaf wählt seinen eigenen Schlächter.

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    1. Michael Bickel schreibt:

      aber auch das dümmste Schaf lernt manchmal und wiederholt seinen Fehler nicht noch einmal 🙂

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  27. F.Ziller schreibt:

    Kann man eine Petition versenden, welche die SPD auffordert, Gespräche mit Selbstständigenverbänden zu führen?

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  29. Sa Ostertag schreibt:

    Nun ja, das Beispiel des Softwareentwicklers war iunglücklich s. Aber was für Paketboten und Uberfahrer gilt, gilt u.a. auch für freie Berufe – für Journalisten, Künstler und in der Weiterbildung Tätige. Als freiberufliche Dozentin und Trainerin gehöre ich zur Gruppe der kleinen Soloselbstständigen. Angesichts unterirdisch niedriger Honorare – und nein, die sind nicht nur Verhandlungssache, da Auftraggeber bereit sind, einem Softwareentwickler Stundensätze von 80+€ zu zahlen, jedoch nicht dem (ebenso gut ausgebildeten) Sprachlehrer für ausländische Mitarbeiter – sind meine Kolleg*innen und ich nicht in der Lage Rücklagen zu bilden oder gar für das Alter vorzusorgen. Im Bildungssektor, im Journalismus und im sozio-kulturellen Bereich sind Honorare von 20 €/h der Normalfall – und damit wird nur die Anwesenheitszeit vergütet, nicht die notwendige Vorbereitung, d.h. im Endeffekt: Stundenhonorare von 10€ – und eine wöchentliche Arbeitszeit von 50 h und mehr. Das ist Prekariat! Und in diesem Bereich wächst tatsächlich der Druck hin zur Selbstständigkeit, da es schon bisher nur sehr wenige Festanstellungen gab und diese weiter abgebaut werden – für die Auftraggeber ein gutes Geschäft. Allerdings sind selbstständige Dozenten – wie auch selbstständig tätige Hebammen und Seeleute – schon heute dazu gezwungen, Beiträge zur staatlichen Rentenversicherung abzuführen. Da diese Beiträge (ebensowenig wie bislang die Krankenkassenbeiträge) nicht anhand des realen Einkommens berechnet werden, sondern anhand fiktiver Jahreseinnahmen, die mir unserer Realität nichts, mit der eines Softwareentwicklers aber jede Menge zu tun haben, sind viele von uns gezwungen sich vor der staatlichen Versicherungspflicht zu verstecken, wollen sie nicht von absurd hohen Beiträgen in den Ruin getrieben werden. Hier gibt es tatsächlich ein wachsendes Problem – schade, dass Martin Schulz die Softwareentwickler als Beispiel gewählt hat und nicht einen tatsächlich prekär selbstständigen Auftragnehmer. Ein Pflichtbeitrag zur staatlichen Rentenversicherung hilft keinem von uns „Prekären“, da wir dadurch kaum eine Rentenantwartschaft erreichen können, die über der sozialen Grundsicherung im Alter liegt oder so absurd hohe Beiträge leisten müssten, dass wir gleich Insolvenz anmelden könnten. Doch, es ist dringend nötig, dass für uns Soloselbstständige mit geringem Einkommen etwas getan wird – dass das mit einer Rentenversicherungspflicht ohne staatliche Unterstützung (Gegenmodelle wie die Künstlersozialkasse gibt es ja) der Fall ist, bezweifle ich sehr. Soloselbstständigen im Bildungsbereich wäre mit einer Bildungssozialkasse mehr geholfen. Der Staat stiehlt sich aus seiner Bildungsverantwortung, indem er Bildungsaufgaben prekär unterbezahlten Soloselbstständigen überantwortet, deren Arbeit er dann zu reglementieren (Scheinselbstständigkeit!?) bemüht ist oder diese Bildungsaufgaben Bildungsträgern (Firmen) überlässt, die dann ihrerseits schlecht bezahlte Soloselbstständige damit beauftragen – damit sind wir beim Paketboten oder Uberfahrer angelangt. Und dem wäre mit einer strengeren staatlichen Regulierung von scheinselbstständigen Beschäftigungsverhältnissen ebenfalls besser geholfen. Ich bin gerne selbstständig, aber zu den derzeitigen Bedingungen in meinem Bereich kann ich mir das eigentlich nicht leisten, nur – ich habe auch keine andere Wahl… (s.o.). Sollte sich die SPD tatsächlich dafür einsetzen, die Lage von kleinen Soloselbstständigen in den genannten Bereich zu verbessern, kann ich dies nur begrüßen – eine Ausweitung der Rentenpflichtversicherung zu den derzeitigen Bedingungen ist dazu jedoch nicht geeignet.

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    1. Selbstständiger schreibt:

      Die SPD wird sich niemals wirklich dafür einsetzen, die Lage der Soloselbständigen zu verbessern.
      Allein schon deshalb nicht, weil sie keine potenziellen SPD-Wähler sind.
      Wer sich von dem pseudo-sozialen Gerede der „Genossen“ (zuviel ollen Klassenkampf-Staub aufgewirblet, kleines Wortspiel am Rande … 😉 ) vereimern läßt, der ist schon zuviel left-brainwashed.
      Die SPD wird alles tun, um Selbständigen das Leben schwer zu machen. Wer was anderes glaubt, dem ist nicht zu helfen. Nahles läßt grüßen.

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    2. Wolfgang Uhl schreibt:

      Wenn denn wirklich den Solo-Selbstständigen, geholfen werden sollte, dann müsste die Stoßrichtung der SPD doch eher sein, einen Mindeststundensatz zu definieren, analog zum Mindestlohn.
      Kann man genauso mit kämpferisch geballter Faust und Pathos in der Stimme fordern: „Wer einer selbstständigen Vollzeitarbeit nachgeht, muss davon seine Existenz sichern können!“.
      Maßstab? Mindestlohn * Auslastungsquote + KV + Rentenvorsorge + Risikozuschlag (Auftragslage, Überbrückung von Zeiten ohne Projekt).
      Dann käme da meinetwegen ein Mindeststundensatz von 45€ oder sowas raus, der als Mindeststundensatz bei Dienstverträgen verpflichtend wäre.
      Der Paketdienstleisterschuppen von nebenan überlegt sich dann vielleicht auch doch, ob es sich wirklich lohnt, den Angestellten auszugliedern – wenn er damit eh nicht sparen kann. Weniger prekäre „Selbstständigen-Beschäftigungsverhältnisse“, einfach umsetzbare und prüfbare Rechtssicherheit für Selbstständige, die nicht von irgendwem geschützt werden wollen, Existenzsicherung für alle möglich. Schön.
      Solche Forderungen der SPD könnte ich verstehen und auch befürworten.
      Fertig, Problem gelöst.

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  30. Selbsständige Softwareentwicklerin schreibt:

    Folgende mail habe ich in meiner ersten Wut gerade an martin.schulz@bundestag.de gesendet:

    Guten Tag Herr Schulz,

    ich bin Wirtschaftsinformatiker und arbeite seit 2004 als freie Softwareentwicklerin.

    Es ging mir beruflich nie so gut wie in dieser Zeit. ICH BIN GERN SELBSTSTÄNDIG.

    Ich habe in den letzten 13 Jahren für die verschiedensten Unternehmen gearbeitet.
    ICH BIN NICHT SCHEINSELBSTSTÄNDIG.

    Ich zahle Krankenversicherungsbeiträge in die gesetzliche Krankenversicherung ein,
    ich bin privat rentenversichert (Riester), ich zahle hohe Steuern.
    Ich lebe völlig eigenverantwortlich, arbeite, tue niemandem etwas und falle niemandem
    zu Last.

    Ich verwahre mich gegen den ständig schwelenden Vorwurf der Scheinselbstständigkeit!
    Ich verwahre mich dagegen, von Ihnen – wie auf Ihrer Parteitagsrede – mit prekär
    Beschäftigten wie Uber-Fahrern und Paketboten gleichgestellt zu werden.

    Ich habe mir diese Lebensform selbst ausgesucht. Ich werde von niemandem ausgebeutet.
    Ich werde – auch wenn das durch Ihre Parteigenossin Frau Nahles immer weiter erschwert
    wird – weiter selbststängig arbeiten. Ich werde keine Festanstellung mehr annehmen.

    Also, bitte, wenn Sie die Realität nicht kennen, informieren Sie sich vorab bei den
    betroffenen Menschen, bevor sie für sie ‚Partei ergreifen‘.

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  31. Thomas Kimmich schreibt:

    Klare Sache, Herr Schulz hat keine Ahnung von IT und von Projekt-Geschäft.
    Frau Nahles fürchte ich auch nicht.
    Wozu auch – ist doch prima, wenn alle unselbstständig sind.

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    1. J Schreiber schreibt:

      Wo soll es auch herkommen bei den meisten Politikern, wenn überhaupt ist doch die Arbeitsmarkt Erfahrung Jahrzehnte her – die heutige (Arbeits) Welt hat mit früher nichts mehr zu tun, weder local noch global. Es geht hier einzig und allein ums Stimmen sammeln und um das Gegeneinanderausspielen von Bürgern, dass war schon immer eine tolle Methode, um von von sich selbst abzulenken.
      Das Gewäsch von sozialer Gerechtigkeit – in welcher Welt nochmal? Statt ständig an unserem hart (übrigens selbst) erarbeiteten Stand (?) herumzuschnippeln sollte man sich mal auf die Ursachen stürzen, hier werden Symptome bekämpft – damit am Ende dieser Gruppe auch noch der Boden unter den Füssen weggezogen wird – man aber mit „Gerechtigkeit“ glänzen kann. ich krieg jedenfalls kein Arbeitslosengeld, wenn keiner mehr Projektverträge machen will aus Angst bestraft zu werden. Die Welt entwickelt sich trotzdem, auch wenn verschiedene Politiker die Augen gern vor Globalisierung (lasst mal 2,3, 4 und mehr tsd abziehen nach Asien) verschliessen und vor Freiberuflern wieder öffnen. Als ob sich jemand in irgendeiner Vorstandsebene für Herrn S etc interessiert – hier diktiert der Shareholder Value und niemand sonst.

      ZIEL ERREICHT? – Frau N – Herr S?? – ach das wussten Sie schon – wer hätte das gedacht.

      Antworten
  32. Marc Fritzler schreibt:

    Wann werden die Selbständigen in der SPD endlich aktiv?
    .
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Ihr in der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS) aktiv seid: Wo bleibt bitte (sehr freundlich gemeint), Euer Einsatz, um Euren obersten Parteivertretern im Bund endlich einmal ein sachliches Upgrade in Sachen Selbständige zu geben?
    .
    Bei den Zahlen fängt es an, denn Statistiken sind immer auch ein Mittel der Politik. Darüber müsstet Ihr mit „dem Mattin“ mal dringend ein Gespräch führen – gerne auch in einem öffentlichen Forum. Und auch die ständige Polemik gegen, die ständige Stigmatisierung von Selbständigen, die von führenden SPD-Vertretern als Dauer-Schallplatte aufgelegt wird, sollte für Euch ein Thema sein (ich erinnere mich noch an Frau Nahles …).
    .
    Ich habe heute (live auf phoenix) mitanhören müssen, wie Martin Schulz wieder einmal gegen elementare sozialdemokratische Werte eklatant verstoßen hat – jedoch vorgibt, sie verteidigen zu wollen. Sorry: So jemand ist nicht wählbar.
    .
    Einer Euren verdammt guten Werte ist doch die Achtung von Menschen, die Anerkennung ihrer Leistungen! Doch davon war heute wieder einmal nichts zu hören, sobald das Wort Selbständige gefallen ist.
    .
    Viele Selbständige wie ich (Autor/Berater für betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement) setzen sich in Ihrer Arbeit zudem ständig für Arbeitnehmer ein, für Mitbeteiligung, für faire Einkommen, für Diversity, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, für die Menschenrechte in den Lieferketten der Unternehmen et cetera. Warum missachtet Eure Partei die Solidarleistungen von Selbständigen?
    .
    Wo waren heute Eure Vertreter am Mikrofon Eures Parteitags? Ich habe von Euch nichts vernommen.
    .
    Meine herzliche Bitte: Werdet in den nächsten Wochen innerparteilich, gerne auch öffentlich aktiv, um Eure Partei von diesem Trip des ständigen Selbständigen-Bashings runter zu bekommen. Fangt bitte beim lieben „Mattin“ an. Auch dies wäre ein Beitrag zur gesellschaftlichen Befriedung.
    .
    Kollegialen Dank!
    .
    https://ags.spd.de/
    .

    Antworten
    1. BauerEwald schreibt:

      Welche Wirtschaftsexperten hat den SPD derzeit? Es fehlen Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt oder Klaus von Dohnanyi. Wieviele SPD Politiker sind gleichzeitig als Mitglied in einer Gewerkschaft tätig (z.B. Andrea Nahles, Hubertus Heil, Heiko Mass etc.). Zum Beispiel habe ich den Eindruck das die Selbständigen bei Verdi, lieber Angestellte wären (z.B. freie Lehrer etc.). Eine Auflistungen der Branchen fände ich an der Stelle sinnvoll. Hat der Wirtschaftsflüge in der SPD überhaupt eine deutliche wahrnehmbare Persönlichkeit. Gleiches gilt für die Union, die Union hat Persönlichkeiten wie z.B. Karsten Linnemann, in der letzten GroKo kamen diese kaum zu Wort.

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  34. JoKo schreibt:

    Einer Partei, die mit Agenda 2010, Hartz IV und einer Bundesarbeitsagentur, die besser Arbeitslosen-Aufsichtsbehörde heißen sollte, prekären – wohlgemerkt abhängigen – Beschäftigungsverhltnissen den Boden bereitet hat, sind natürlich alle, die diesen Wohltaten staatlicher „Fürsorge“ mit selbstbestimmten Lebens- und Berufs-Konzepten begegnen, ein Dorn im Auge. Dass es dabei ausschließlich darum geht, diejenigen zur Zielscheibe einer Sozialistischen Einheits-Politik zu machen, die mit ihrer freiwillig gewählten Selbständigkeit gut bis sehr gut leben können, wird vollkommen klar, wenn Schulz diese Gruppe (stellvertretend Programmierer) in einem Atemzug mit Berufsgruppen nennt, deren Arbeitsverhältnisse, dank SPD-geführter Regierungen, auch in einer abhängigen Beschäftigung prekär wären (siehe Kommentar von Sa Ostertag, 07.12.17 19:16). Wenn es der SPD in der Vergangenheit und in Regierungsverantwortung darum gegangen wäre, guten Lohn für gute Arbeit durchzusetzen, hätte es vielfältige Möglichkeiten gegeben. Aber das Gegenteil hat die Europa- und Globalisierungs-besoffene Führung dieser ehemaligen Volkspartei doch unternommen. Alle – auch und insbesondere die Selbständigen mit niedrigem Einkommen – zu kriminalsieren und der Willkür der Rentenversicherung auszuliefern, wie es Frau Nahles ja bereits getan hat, fügt den zu Anfang meines Kommentars genannten Wohltaten einen weiteren unrühmlichen, von der SPD zu verantwortenden Aspekt hinzu.

    Antworten
  35. Jens schreibt:

    Solche unsachlichen Äußerungen eines Politikers, dessen Partei sich „erneuern“ will, sind ja total diskriminierend. Bitte, Herr Schulz, machen Sie erst mal den Faktencheck, bevor Sie hier überzeugte Selbständige mit ausgebeuteten angestellten Dienstleistern in einen Topf werfen. Wie man Statistiken und Gutachten falsch interpretiert, hat uns Ihre Parteigenossin Andrea Nahles in der Vergangenheit schon hinreichend demonstriert.
    Stellen Sie sich bitte nur mal vor, dass die soloselbständigen Programmierer von heute auf morgen ihre Qualifikation nicht mehr Behörden wie DRV Bund oder Bundes-Arbeitsagentur zur Verfügung stellen, dann haben Sie ein Problem! Denn das fehlende Know-how können Sie nicht mit angestellten Spezialisten kompensieren!
    Mich persönlich haben Sie mit solchen Aussagen über Soloselbständige beleidigt, Herr Schulz. Sie dürfen sich gerne dafür entschuldigen!

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    1. Selbstständiger schreibt:

      Im Kampf um den Wähler ist alles erlaubt. Da fallen solche Kollateralschäden nicht ins Gewicht und man verkauft das Diskriminieren von Selbständigen als „Gerechtigkeit – unser Weg“. Hexenverbrennung wurde auch ‚mal als „gerechte Strafe“ betrachtet. Wie sich die Zeiten ändern … (nicht).
      (Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.)

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  37. Boris schreibt:

    Was ich nicht verstehe:
    Solo-Selbständige müssen in die RV, weil sie sonst in Armut sterben.
    Solo-Selbständige müssen in die RV, damit die Renten der Baby-Boomer finanziert werden können bzw. um das System zu retten.

    Was denn nun?

    Ist der Akt der Fürsorge der SPD am Ende nur ein Vorwand um Beitragszahlungen zu generieren?

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    2. JoKo schreibt:

      Genau. Und wie bei allen Zwangsabgaben (GEZ, GEMA, RV, KV, ALV, Steuern im Allgemeinen) landet ein Bruchteil der Einnahmen bei den Bedürftigen und das Meiste bei denen, die diesen Unsinn verzapfen und verwalten.

      Antworten
  38. J Schreiber schreibt:

    Leider ist es ein trauriger Fakt, dass von einigen Politikern Fakten als nicht wichtig erachtet werden, haben wir doch alle noch gut die Studie in Erinnerung, die die Altersvorsorge von Freiberuflern untersucht und dabei Immobilien und Basis Renten Verträge (Rürup )ausser acht lässt – hier wird absichtlich Meinung manipuliert und Populismus geschürt – solchen Meinungsmachern sollte man nicht sein politisches Vertrauen schenken.
    Ebenso verschwiegt die gelbe Partei gern mal ein paar Milliarden, weil Fakten eben auch nicht interessieren, zumindest traut man dem Bürger soviel Kenne oder gar etwa das große Einmal Eins nicht zu. Leider wird hier oft das Ziel verfehlt FÜR die Bürger etwas zu tun, die meisten tun es für RUHM und GELD 🙁

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  39. Claudia schreibt:

    „Das ist unser Weg: Gerecht und modern“ Werter Herr Schulz, ich habe gerade mal kräftig gelacht. Im Licht ewig gestriger Kampfparolen und ideologischen Fixierung auf Umverteilung beginnen die Begriffe Gerechtigkeit und Modernität absurde Züge zu tragen.

    Wer hingeht und willkürlich eine selbsternannte Linie zwischen guten=echten Selbständigen wie Buchhändlern und schlechten=unechten Selbständigen wie Programmierern zieht (Schon mal was von IT Analysten oder IT Beratern gehört?), hat sich offenbar nicht mit den Gegebenheiten der modernen Arbeitswelt und des Unternehmertums im Projekt Geschäft auseinander gesetzt.

    Wer sich nicht über die Faktenlage hinsichtlich der Zahl der Selbständigen und Entwicklungstendenzen in Deutschland ausreichend informiert und auf dieser Basis vollkommen falsche politische Weichenstellungen einleiten will, hat sich als ernstzunehmende politische Größe in unserem Land selbst disqualifiziert.

    Und wer die Nerven hat, Paketfahrer und Programmierer in einen Topf zu werfen, hat….

    Ich bin Gründerin, IT Dienstleisterin und Selbständige aus Überzeugung. Die Auftragslage ist ausgezeichnet. Wir können uns aussuchen, mit wem wir arbeiten. Wir arbeiten hart. Wir kümmern uns eigenverantwortlich um unsere Altersversorge. Und wir engagieren uns sozial und vergessen die nicht, denen es schlechter geht als uns. Jawoll – Herr Schulz – Selbständige können sogar sozial… Wir zahlen Steuern, Zwangsabgaben, Gebühren und noch mehr Abgaben bis zum Abwinken.

    Wir leisten also schon einen erheblichen Beitrag mit unserer 80-Stunden-Woche, damit die SPD ihre vordergründigen Gerechtigkeitsphantasien umsetzen kann. Man möge uns also mit Plänen zur Zwangseingliederung in irgendwelche Systeme, um uns noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen und unserem selbstgewählten Unternehmertum eine Absage zu erteilen, verschonen. Wir werden uns unser Unternehmertum nicht nehmen lassen und weiter daran arbeiten, wirtschaftlich erfolgreich zu sein und zu wachsen.

    Und wenn die SPD uns das schon im Ansatz zertrümmern will und weiter Bashing gegen Selbständige hier in Deutschland treibt, dann sind wir mal weg. Weit weg! Samt Wohn- und Firmensitz. Geschäftstätigkeiten in Deutschland/EU wird es dann nicht mehr geben. „Bätschi“ sag ich dazu nur, Frau Nahles.

    Um mich braucht sich die SPD nicht zu kümmern – sie soll sich mal um die hart arbeitenden Selbständigen kümmern, die bereits zwangseingliedert wurden, deren Beiträge sich an fiktiven Jahreseinnahmen orientieren, die fern von der Realität sind, und die über alle Maßen belastet sind. Hier findet man ein reiches Betätigungsfeld!

    Gruß einer Selbständigen. Tochter eines Bergmanns und einer Bürogehilfin, die sich vor vielen Jahren das Geld vom Mund abgespart haben, um in meine Bildung zu investieren. Die mir damit den steinigen Weg in das selbstgewählte, frei bestimmte Unternehmertum und einen hart erarbeiteten bescheidenen Wohlstand ermöglicht haben. Ein echter Sozialdemokrat würde diese Lebensleistung anerkennen, statt mich zu stigmatisieren – werter Genosse Schulz!

    @ Kommentar Marc Fritzler: Genau richtig!

    Antworten
    1. Selbstständiger schreibt:

      Super-Kommentar.
      DAS ist doch das beste (gelebte) Beispiel für die genutzte Chancengerechtigkeit, die hier in Deutschland für jeden herrscht. Warum muß die SPD das immer schlecht reden und so tun, als müßten alle Menschen für immer zwangsweise im Sumpf der – ach so ungerechten – Armut bleiben müssen, wenn – ja wenn – sie nicht die SPD wählen? Uns geht es sehr gut hier und jeder kann alles machen was er will. Oh, ich vergaß, dafür muß man sich ja anstrengen. Sowas aber auch … es fliegen nicht allen automatisch die gebratenen Tauben in den Mund. Komisch … oder? Aber dafür gibt’s ja die SPD, nicht wahr …?

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  40. Christian Menke schreibt:

    Ich habe gestern nicht nur die Rede, oder Redeauszüge von Sch., dem gescheiterten Kanzlerkandidaten, online verfolgt, sondern auch in weiten teilen die übrigen Wortbeiträge in der Diskussion um den Leitantrag „Gespräche führen, ergebnisoffen“.

    Ich kann nur hoffen, dass es entweder in den „Gesprächen“ oder in Verhandlungen zu keiner GroKo oder Tolerierung einer Minderheitsregierung durch SPD kommt. Der SPD erneut Gelegenheit zum Mitregieren zu geben ist für uns Selbstständige, aber auch für die gesamte Wirtschaft mehr als schädlich, das Personal und deas Selbstverständnis dieser Partei ist schlichtweg nicht geeignet, die Zeit der SPD ist vorbei.

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    1. Claudia schreibt:

      Selbstverständlich ist die Zeit der SPD vorbei – das Wählervotum hat das ja ziemlich drastisch zum Ausdruck gebracht. Leider: Die SPD hat das noch nicht so richtig bemerkt und wittert angesichts der drohenden GroKo Morgenluft, ihre „sozialdemokratischen“ Träume zu verwirklichen.
      Was das für uns Selbständige, für die Wirtschaft unseres Landes, für das Unternehmertum generell heißen wird, wenn die SPD wieder mitmachen darf, mag ich mir gerade nicht vorstellen wollen. Ich kann innerhalb der SPD nämlich keinen sozialdemokratisch geprägten Wirtschaftsexperten erkennen, der mit Weitsicht für uns Alle zu Werke gehen wird.

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  41. Frau Anoynm schreibt:

    Ich verstehe Eure Aufregung, ich rege mich selbst über dieses Partei auf. Die SPD macht konsequent die Politik die im Wahlprogramm stand. Es ist nicht unsere Meinung und ich finde es gefährlich für den Wirtschaftsstandort Deutschland, doch wo war die große und entschiedene Aufregung vor der Wahl? Wer als Selbständige/r die SPD gewählt hat, bekommt genau das was im Wahlprogramm steht, nichts anderes!
    .
    Ich selbst habe versucht auf die Themen bei meinen Abgeordneten aufmerksam zu machen. Haben wir entschieden genug der SPD unsere Meinung gesagt? Haben wir der FDP klar zu verstehen gegeben, dass wir keine SPD in der Regierung wollen? Es gibt schließlich eine Ampel Regierung in Rheinland-Pflaz. Konnte der FDP klar sein, dass es bei uns nicht nur um Punkte im Wahlprogramm sondern um einen gefährdeten Lebensstil handelt? Hat die Union uns wirklich ernst genommen? Verstehen die Grünen unsere Anliegen aus tiefer Seele?
    .
    Wenn die Aufregung und die Wut für eins gut sein soll, stärkt den VGSD und sagt den Politikern/innen klar Eure Meinung. Wandelt die Wut in konstruktive Arbeit, ansonsten schreiben wir uns irgendwann nicht mehr als Selbständige sonder als Angestellte. Danken wir Andreas u. Max für Ihre bisherige Arbeit, doch unterstützt sie jetzt mit! Die Lage für „kleine Selbständige“ war nie ernster!

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  42. Karin Wolf schreibt:

    Die Unkenntnis von Schulz ist ziemlich blamabel und peinlich. man kann nur hoffen, dass es zu keiner GroKo unter seiner Mitwirkung kommt.

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  43. Rolf schreibt:

    Ich bin seit über 25 Jahren Freiberufler , unterbrochen von einigen Monaten als befristet Angestellter.
    In den letzten ca. 10 Jahren hat die Hatz auf „Scheinselbstständige“ leider deutlich zugenommen. Die bürokratischen Maßnahmen werden immer heftiger. Und leider scheint es in den Betrieben die Regel zu geben „Einmal selbstständig, immer selbstständig“ und aufgrund der von Politikern gemachten Gesetze nehmen die Restriktionen in den Firmen immer mehr zu. In den Betrieben und von der Politik müsste in Deutschland ein massives Umdenken bezüglich der Freiberufler aller Branchen stattfinden.
    Über Parteipolitik egal welcher Farbe möchte ich mich nicht auslassen. Lange Zeit blieb mir nur die Wahl von „Die Partei“ übrig, der Politikbetrieb erinnerte mich mehr an ein Kabarett als an Realitätsnähe.

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    1. oskar schreibt:

      Die Betriebe handeln wohl eher aus Angst! Die Gesetzeslage ist nicht mehr eindeutig und richtig teuer wird es für den am Ende der Kette. Allerdings möchte ich auch nicht bestreiten, dass die Gesetzeslage großen Beratungshäusern oder Konzern nicht ungelegen kommt. Sie gibt diesen Unternehmen die Macht die Freiberufler in Festanstellungen zu wandeln. Ich hoffe Du konntest zumindest Dein Netto-Niveau halten.

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      1. Rolf schreibt:

        Hallo oscar,
        richtig, ich habe mitbekommen, dass vor allem im IT-Bereich einzelne Freiberufler von größeren Firmen übernommen wurden. Das muss im Einzelnen nicht unbedingt von Nachteil sein.

        Mein Netto stimmt leider nicht mehr. Ich habe deutllich mehr Aufwand mit Verträgen, Angeboten etc. Auch sind manche Leute in den Firmen nahezu schon panisch, etwas falsch zu machen – da machen sie lieber nichts, bevor sie evtl. ihre Karriere in Gefahr bringen.

        Noch gewonnen haben durch die gesetzlichen Vorgaben die Anwälte… Das ist jedoch Trend in Deutschland seit vielen Jahren. Und dann wundern sich manche Gruppen, dass die Produktionskosten in Deutschland so hoch sind, wenn doch die vielen Berater, Betriebswirte, Juristen, Projektmanager etc. mitfinanziert werden müssen.

        Antworten
  44. Erwin Lindemann schreibt:

    Die SPD befindet sich immer noch im letzten Jahrhundert. Sie hat den Anschluss verpasst und möchte mit markigen polarisierenden Sprüchen Wähler zurück gewinnen. So funktioniert das nicht. Wasser predigen und Wein trinken. Schulz ist das beste Beispiel hierfür. Und nun möchte er noch Deutschland im Nirwana der vereinigten Staaten von Europa gänzlich verschwinden lassen. Nur so kann die nebulöse sozialdemokratische Politik für alle Zukunft verschleiert werden. Für mich gilt nur noch eins: Proletarier aller Länder vereinigt euch und jagt die Bourgeoisie aus ihren Tempeln. Oder frei nach Nahles: „Gebt ihr eines in die Fresse“.

    Antworten
  45. Wum(m) schreibt:

    Trolle aller Länder
    .
    das Lametta, das früher am Baum hing, war deutlich geistreicher als solche Postings.
    .
    Bitte verschmollt Euch – und versaut nicht ein VGSD-Forum, das der ernsthaften inhaltlichen Auseinandersetzung dienen soll.

    Antworten
  46. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

    Täusche ich mich, oder müllt da einer gerade das Forum zu?

    Antworten
    1. BauerEwald schreibt:

      Vielleicht sollten Kommentare ähnlich wie in Twitter auf eine maximal Länge beschnitten werden. Kritik zur SPD heißt nicht, den Pfad der extremen Ränder oder Verschwörungstheorien einzuschlagen.

      Antworten
  47. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

    @Jürgen Peters:
    Ein konstruktiver Vorschlag meinerseits: erstell einen eigenen Blog (das geht völlig kostenlos) und verlinke diesen meinetwegen einmalig hier im Forum.

    Ich habe Deine überlangen Postings ehrlich gesagt gar nicht durchgelesen. Wer es nicht schafft, seine zentralsten Aussagen in drei Sätzen auszudrücken, wird dies auch mit einem seitenlangen Pamphlet nicht hinkriegen.

    Die Diskussion zwischen den VSGD Gästen wird somit erstickt. Umgelegt auf auf die nicht-online Welt: es ist so als würde sich jemand mit einem Megaphon mitten in eine Gruppe Menschen stellen, die sich zuvor angeregt unterhalten haben. Die Leute halten sich dann die Ohren zu und gehen weg.

    Aber vielleicht es ja genau das was Du willst.

    Antworten
    1. Andreas Lutz schreibt:

      Ich habe eine Reihe von Kommentaren von J.P. entfernt, weil sie durch ihre Länge und ihren fehlenden Themenbezug zur Verärgerung der anderen Teilnehmer geführt und die Diskussion behindert haben. Ich bitte weiterhin sachlich und vor allem zum Thema zu schreiben.

      Antworten
  48. der Schreckliche schreibt:

    Hallo Nirvana

    Was erkennbar gewollt ist, qualifizierte Schnellinfo über die Quellen der Sprüche Schulz. Ich würde nie über jemanden spekulativ negativ herumhöhnen ohne zu wissen worum es überhaupt geht. Schon gar nicht bei einer solchen Berufsstandsverteidigung, wo es um extreme Rechtsfragen zugleich geht. Das demontiert den Verband erst recht und stellt die Ernsthaftigkeit und Kompetenz seiner Mitglieder in Zweifel und Frage. Mitgliedschaft in sowas? Nein Danke

    Antworten
  49. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

    @der Schreckliche:
    Man muss schon wirklich beide Auge fest zukneifen, wenn man nicht erkennt um was es der SPD geht. Die „Diskussion“ (genauer: Schmierkampagnen) betreffend „Scheinselbständigkeit“ wäre sofort abgestellt, wenn sich die SPD nicht den Positivkriterien verschließen würde.

    Beispiel: wenn ein Selbständiger mehr als ein Angestellter mit kollektivvertraglicher Entlohnung verdient, geht der Vorwurf des „Lohndumpings“ bzw. der Umgehung von Kollektivveträgen völlig ins Leere. Die Honorarhöhe ist definitiv ein Positiv-Kriterium und das belegt auch die aktuelle Judikatur.

    Die SPD und ihre sozialistischen Schwesterparteien im benachbarten Ausland verkünden schon seit längerer Zeit, dass es ihr Ziel ist kleine Selbständige einzugemeinden (besser: einzuhegen). Das ist somit keine Spekulation, sondern der Verweis auf ihre eigenen Ankündigungen.

    Wenn seitens der SPD und der DRV behauptet, wird, dass man „lediglich“ die Gesetze and die Rechtsprechung anpasst, so möchte ich darauf hinweisen, dass man die Gesetze auch in einer Form von Positiv-Kriterien an die Rechtssprechung anpassen könnte.

    Die herbeigeführte Rechtsunsicherheit, das Streuen von Vorurteilen und falschen Zahlen (Schulz spricht allen, die nicht zu seiner Million an Selbständigen gehören schlichtweg die Selbständigkeit ab) sowie das Vermengen von gutbezahlten Programmierern mit prekären Jobs sind keine Zufälligleiten, sondern bewusst gesetzte Schritte.

    Was das Fluten vom Forum mit meterlangen Beiträgen anlangt: ich glaube kaum, sich jemand antut diese durchzulesen. Es wird damit aber erreicht, dass sich VGSD Gäste nicht argumentativ austauschen und organisieren können.

    Dem aggressiven und asymmetrischen Aktionen der SPD und ihrer Vorfeldorganisationen nach zu schließen, würde es mich nicht wundern, wenn man die Betroffenen daran hindern möchte, sich zu organisieren und ihre Sicht der Dinge öffentlich auszusprechen. Wieso denn auch? Es spricht ja die SPD ungefragt „für“ sie…

    „Mitgliedschaft in sowas?“

    Ich durfte mir mal durch Zufall eine Videoeinspielung eines hochrangigen DGB-Funktionärs anhören als man offenbar die Video-Leinwand im Vorfeld einer Betriebsversammlung getestet hat. An was mich diese stellenweise hysterisch rausgebrüllten Kampfparolen erinnert hat, schreibe ich besser nicht ins Forum. Gegen DAS ist der Umgangston hier im Forum geradezu sanft und schmeichelnd.

    Antworten
    1. der Schreckliche schreibt:

      Ganz kurz nur.
      Die langen Texte habe ich schlicht kopiert und dann unaufgeregt in Ruhe gelesen ohne dabei die anderen argumentativ zu stören und daran zu hindern sich zu organisieren. Ging komischerweise. Wieso weiß ich auch nicht. Und über Beiträge die mir mussfielen scrollte ich einfach drüber weg. Ging auch. Habe mich nicht gehindert gefühlt, anderen mir gefallenden Meinungen zuzustimmen und mich damit in Gedanken zu verbrüdern. Ging auch. Komisch, nicht?

      Und ich war schon vorher der Meinung, SPD und Selbständige? Doch das ging mal. Erst mal lässt man die machen, und wenn alles läuft enteignet man die und glaubt, das geht dann von alleine weiter dann in der Hand der Funktionäre. Staatsmonopolkapitalismus nannte man das wohl.

      Dann habe ich da mal dessen Links nachgeschaut und die Dokumente nachgelesen. Mannoman. Nirvana und die meisten haben voll recht. Das wird aber nochmal massiv gepusht, wenn man die gelesen hat, was die die ganze Zeit getrieben haben bisher. Jetzt weiß ich erst richtig, warum Ihr recht habt. SPD, das tut so weh.

      Antworten
  50. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

    @Der Schreckliche:
    Du weißt ganz genau wie das gemeint ist, lass den etwas gekünstelten „Sarkasmus“ einfach bei Seite.

    Ein Form ist einfach nicht das ideale Medium für längere Abhandlungen. Wer will kann ja selbst einen Blog anlegen und diesen hier verlinken. Mit Gliederung, chronologischer Reihenfolge, etc. wird dann so ein Text auch einfacher lesbar.

    Antworten
  51. Andreas Lutz schreibt:

    Wie gesagt, ich habe die längeren Kommentare ohne erkennbaren Themenbezug gelöscht. Bitte nur noch Beiträge zum Thema. Don’t feed the troll.

    Antworten
    1. der Schreckliche schreibt:

      Schade,
      ich hatte mich gerade in den Kram eingelesen und z.B. das Gutachten „Ghostwriter“ der Uni Essen gelesen, das erklärt, wie diese Politik und Meinung der SPD überheupt zustande gekommen ist und worauf das beruht, als nur ein Beispiel.

      Aber ich hatte mir das ja vorher kopiert. Nun ist das für alle weg. Ob der sich nochmal meldet? vermutlich nicht, da der ja nun als Troll gebrandet ist und gelöscht wurde, also zensiert.

      Schade. Ich dachte, es geht um Sachauseinandersetzungen und nicht um die Verkürzung auf die Analyse eines Redebeitrags, herauszufinden das uns die SPD damit sagen wollte und warum. Andere Beträge sind ja auch nicht kurz und haben die KKünstlersozialversicherung usw. drin. Warum sind die nicht gelöscht? Da geht es doch auch nicht nur um die SPD-Rede.

      Antworten
  52. Marc Fritzler schreibt:

    Zur heutigen Reaktion der SPD Bundespartei
    https://www.vgsd.de/spd-antwortet-auf-unsere-kritik-an-parteitagsrede-von-martin-schulz/
    .
    Sehr gut, das ist zumindest ein erster, kleiner Schritt.
    .
    Wir dürfen erwarten, dass die SPD der Ankündigung Taten folgen lässt und sich mit dem VGSD und anderen Verbänden der Selbständigen (Bundesarbeitgemeinschaft) sachlich auseinandersetzt und bereit ist, einen Faktencheck zu machen – bei der Zahl der Selbständigen fängt das an (4 statt 1 Million, ohne Landwirte; davon 2,3 Mio. Solos).
    .
    Es wäre wünschenswert und angebracht, dass ein Termin „zeitnah“ vereinbart wird.
    .

    Antworten
    1. Andreas Lutz schreibt:

      Hallo Marc,
      ich habe gerade auf die Antwort der SPD auf deren YouTube-Seite geantwortet und erklärt, warum uns und unsere Mitglieder eine solche nicht faktenbasierte Darstellung so sehr ärgert.
      lg A

      Antworten
      1. oskar schreibt:

        Hallo Andreas, vielen Dank super Job. Schade das man hier nicht liken kann. Oskar

        Antworten
      2. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

        Lieber Andreas, vielen Dank für Deine Bemühungen. Ich befürchte allerdings, dass der SPD nicht an einer tatsächlichen Lösung dieser Angelegenheit gelegen ist.
        Wäre der SPD an einer wirklichen Lösung gelegen, so würde sie realistische Positivkriterien zur Abgrenzung echter Selbstständigkeit begrüßen. Anhand dieser Kriterien lässt sich sofort herausfinden, ob es die SPD ernst meint. Ich gebe ein paar Beispiele für mögliche Positivkriterien:
        1) Wenn der Jahresverdienst eines Selbständigen um 15% höher ist als der Kollektivvertrag eines vergleichbaren Angestellten, so sollte dieser jedenfalls als selbständig gelten.
        2) Wenn binnen der letzten 3 Jahre kein Kunde mehr als 60% Umsatzanteil hat, sollte der Status jedenfalls selbständig sein.
        3) Wer seinen Beruf nur dank Befähigungsnachweis ausüben darf, gilt jedenfalls als selbständig.
        Bereits mit diesen drei Kriterien wären die meisten Fälle klar geregelt. Eche Selbsttändige hätten ihre Ruhe vor staatlicher Willkür, der Staat darf sich über sprudelnde Steuereinnahmen freuen und die Behörden könnten sich darauf konzentrieren dem tatsächlichen Prekariat zu helfen.

        Antworten
  53. Bettina schreibt:

    Wie soll ich jemanden oder ein Partei ernst nehmen, die mit falschen Fakten argumentiert? Jetzt ist die SPD historisch nicht dafür bekannt, auf Seiten der Selbständigen zu stehen, aber zumindest sollte man ehrlich sein, was Fakten angeht. Ich bin froh, daß es inzwischen seit ein paar Jahren den VGSD gibt, der sich für die Belange der Selbständigen einsetzt, denn als Einzelkämpfer hätten wir keine Chance gehört zu werden. Um sich als Einzelner selbständig zu machen bedarf es neben viel Wissen auch Mut, Energie, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen. Unsere Wirtschaft braucht nicht nur Großkonzerne, die zudem noch alles paar Jahre neu druchgemischt werden. Ich bewundere jeden, der den Mut hat, sich (freiwillig) selbständig zu machen.

    Bitte werft uns nicht noch mehr Knüppel zwischen die Beine mit immer neuen Gesetzen, die uns das Leben schwer machen. Wir könnten es uns einfacher machen und angestellt sein und meist sogar mehr verdienen. Als ich angefangen habe, hieß es, daß 80% der Selbständigen weniger verdienen als wenn sie angestellt werden.

    Man hat das Gefühl, die SPD schwärzt uns bei den Angestellten an und macht ihnen Angst vor uns, daß wir ihnen Arbeitsplätze wegenehmen. Zudsammen ist die Devise, nicht gegeneinander!

    Antworten
  54. Matthias Ruff schreibt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit großem Interesse verfolge ich die Diskussion zu dem Thema.

    Ich kenne sehr viele selbständige IT-Experten. Durchgängig sind diese stark nachgefragt. Sie haben wöchentlich meist mehrere Anfragen bezüglich neuer Beauftragungen, welche sie aus Kapazitätsgründen ablehnen müssen. Die genannten Stundensätze kann ich bestätigen.

    Für mich ist diese Gruppe ein wesentlicher Baustein eines modernen und zukunftsorientierten Deutschlands. Sie arbeiten unabhängig, projektbezogen, häufig auch im Umfeld der Digitalisierung, und verfügen über sehr gute Ausbildung. Dementsprechend erzielen selbständige IT-Experten auch hohe Einnahmen – und dies zurecht!

    Meiner Meinung nach sollte diese Gruppe, unabhängig von welcher Partei, mit Respekt behandelt werden und als ein role model für ein modernen und zukunftsorientierten Deutschland dienen.

    Beste Grüße

    Matthias Ruff

    Antworten
  55. Jana schreibt:

    Alles Schwachsinn. Die haben ein riesiges Loch in ihren Finanzen und wie immer, wenn sie das haben, versuchen sie, mehr Geld einzutreiben. Das ganze Gerede von „Prekariat“ und „sozial“ ist nichts als Vertuschung. Schämen sollten sie sich für die Lügen.

    Antworten
  56. oskar schreibt:

    Glaube eher es sind Überzeugungstäter es geht darum eine andere Gesellschaft zu schaffen. Leider haben viele vergessen, dass die Planwirtschaft in der DDR kein Erfolgsmodel war. Welche Persönlchkeiten hat die SPD noch in Richtung in Wirtschaft?

    Antworten
  57. Andreas Pfichner schreibt:

    Wenn ein selbständiger Ingenieur, Akademiker oder Programmierer eine Firma hat (z.B. eine GmbH oder ein Ingenieurbüro mit eigender Firmenadresse) und sagt, daß er selbständig ist und selbständig sein möchte, so muß dieses als hinreichendes Kriterium anerkannt werden, daß derjenige selbständig ist.

    Es muss endlich Rechtssicherheit für Auftraggeber und Auftragnehmer im Engineering-Bereich herrschen, daher muss der bestehende Kriterien-Katalog für Scheinselbständigkeit um das o.g. Negativ-Kriterium erweitert werden. Ansonsten ist dem Zollamt Tür und Tor zur Korruption geöffnet.

    Was gleichzeitig nicht sein kann, und das hat die SPD ja Jahrzehntelang als Regierungspartei nicht verhindern wollen und können, daß LKW-Fahrer, Postboten etc. in die „Selbständigkeit“ gezwungen werden von ihrem „ehemaligen“ Arbeitgeber. Warum die SPD nun so tut, als wäre sie die einzige Partei, die sich gegen diesen Missbrauch einsetzt, ist mir nicht verständlich. Die Nahles-Gesetze jedenfalls haben rein gar nichts gegen Ausbeutung im Niedriglohnsektor bewirkt, dafür machen sie, sofern nicht bals gegengesteuert wird, den Dienstleistungssektor kaputt.

    Antworten
    1. Die Stimme aus dem Nirvana schreibt:

      Wie die SPD das Thema „Scheinselbständigkeit“ politisch bewirtschaftet, spricht Bände:
      a) Sie polemisiert und unterstellt einem großen Teil der Selbständigen indirekt illegales Handeln
      b) Sie spricht nicht mit, sondern _über_ die Selbständigen; so als wären sie Zwangsprostiuierte
      c) Sie versucht den Selbständigkeitsbegriff über Gummiparagraphen und Negativkriterien schrittweise zu dekonstruieren, anstatt sie über Positivkriterien klar abzugrenzen
      d) Sie wirft alle in einen Topf und arbeitet mit falschen Zahlen
      e) Sie hat versucht das Werksvertragsgesetz überfallsartig durchzupeitschen
      Wer so einen Track Record hat, dem nehme ich keine „Missverständnisse“ ab.
      Anstatt halblustig die belastbaren Zahlen von VGSD und Statistia als „eigenwillige“ Interpretation abzutun, wäre von der SPD eine Entschuldigung angebracht, für die kredit- bzw. geschäftsschädigen Anti-Selbständigen Kampagnen der letzten Jahre, für die gestreuten Vorurteile, verzerrten Sachverhalte und die Beleidungen!

      Antworten
    2. oskar schreibt:

      Da stimme ich zu, doch leider hat die SPD die Selbständigkeit über die Hintertür abgeschafft/erschwert.
      .
      Es ist nicht das erste Gesetz der letzen GroKo was vom Verfassungsgericht überprüft würde, sofern jemand Klage oder Beschwerde einreichen würde. Die Mietpreisbremse wurde im Wahlkampf von der SPD noch als gerechter Erfolg verteidigt.
      .
      Persönlich lässt sich die Gesetzgebung mit Artikel 2 und Artikel 3 des Grundgesetzes nicht beantworten. Es kann nicht sein, dass eine AG denn anderen Rechtsformen an den Punkten überlegen ist.

      Antworten
  58. Andreas Lutz schreibt:

    Jetzt hat sich auf der YouTube-Seite der SPD auch Kai Haake von ver.di eingeschaltet. Dass Martin Schulz „ein paar Zahlen und Berufssituationen durcheinanderwirft“ sei nicht optimal, aber letztlich eine lässlische Sünde. Der Hinweis des VGSD auf diese Fehler dagegen sei: „auch eine Art, alternative Fakten zu schaffen“. Es sei „unlauter, diesen kleinen Redeausschnitt in dieser Form zu interpretieren“.
    .
    Er bezeichnet den VGSD als „wirtschaftsnahen Lobbyverein“, der seine Mitglieder klientelpolitisch bediene und der „nicht verstanden habe, wie ein Gemeinwesen funktionieren kann“. Im Gegensatz dazu sei ver.di „eine Erwerbstätigenorganisation, die auch gerne eine sozialpolitische Gesamtverantwortung trägt“.
    .
    Der SPD empfiehlt er, am besten nicht mit dem VGSD und anderen Berufsverbänden zu sprechen: „Der Schluss, die SPD solle nun lieber mit den Mini-Vereinen reden, die derart agitieren, ist zumindest nicht zwingend. Anders gesagt: Wer selbst nur einen Bruchteil der Selbstständigen vertritt und dann auch noch Selbstständige in Arbeitgeberfunktion, sollte vielleicht nicht unbedingt mit dem Brustton der Überzeugung behaupten, mit der Erneuerung der SPD sei es deshalb „nicht weit her“, weil ihm selbst keine zentrale Rolle in der Diskussion zukommt.“
    .
    (Hintergrund: Die Gewerkschaft ver.di erhebt den Anspruch, die Interessen der Solo-Selbstständigen in Deutschland zu vertreten. Berufs- und Selbstständigenverbände wie der VGSD wollen Selbstständigen dagegen eine eigene Stimme geben und haben deshalb Anfang des Jahres die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (bagsv) gegründet, die ver.di als Wettbewerb wahrnimmt.)

    Antworten
    1. Marc Fritzler schreibt:

      Panik bei ver.di
      .
      Der Kommentar von Kai Haake (Selbständigen-Vertretung bei ver.di?) dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass ver.di haupberufliche Selbständige als Mitglieder verliert – weil es inzwischen integre Interessenvertretungen gibt, die etwas für Selbständige real unternehmen.
      .
      ver.di behauptet gerne, sie würden „mehr als 30.000“ Solo-Selbständige vertreten – kleiner Schönheitsfehler: Die Selbst-Angabe hat den Stand Dezember 2012.
      https://selbststaendige.verdi.de/++file++51e511a06f684456a00005ca/download/verdi_selbststaendige_broschuere.pdf
      .
      Nicht mehr lustig ist die Polemik des „wirtschaftsnahen Lobbyvereins“: Liebe ver.dis, auch wenn es ideologisch vielleicht nicht so passt, Solo-Selbständige sind „EinzelUNTERNEHMER“. Sollen sie also wirtschaftsfern sein …? In welchem Jahrhundert lebt Ihr?
      .
      Regelrech frech ist diese versuchte Stigmatisierung, weil sie den Eindruck erwecken will, Selbständige hätten keinen Schneid, ihre Meinung ggb. Auftraggebern zu vertreten. Liebe ver.dis: Habt Ihr bitte einmal den Schneid, Aufträge, Umsatz, Einkommen zu verlieren, weil man sich seine Ehrbarkeit nicht abkaufen lässt!
      .
      Liebe Solos, die Ihr noch in ver.di seid: Prüft doch einmal, wie sich ver.di REAL für Euch einsetzt, macht bitte den Faktencheck!
      .
      Geschrieben von einem Selbständigen, der 18 Jahre lang als Selbständiger Mitglied von DGB-Gewerkschaften war (drupa -> IG Medien -> ver.di). drupa war in Ordnung, IG Medien ging noch, ver.di ging gar nicht mehr.
      .

      Antworten
      1. JoKo schreibt:

        Von den Gewerkschaften habe ich schon immer nur den Eindruck, dass sie sich höchstens für die in mehr oder weniger prekären (!) Anstellungsverhältnissen sich befindenden Arbeitnehmer bestenfalls halbherzig engagieren. Ist man den Job erst mal los, ist es Essig mit der Unterstützung. Ich hoffe ich irre mich mit dieser Ansicht.

        Antworten
    2. oskar schreibt:

      Leider habe ich zu dem Verdi Referenten Kai Haake keine näheren Daten gefunden. Da viele Gewerkschafter, gleichzeitig SPD-Mitglied sind, interessiert mich an dieser Stelle ob und welcher Partei er aktive ist? Persönlich, empfinde ich die Gewerkschaften nicht politsch unabhängig. In anderen Ländern gibt es zum Beispiel für jede politische Richtung eine eigene Gewerkschaft.
      .
      Erinnern wir uns noch an den Streit der GDL und Verdi bei der Bahn. Zum Glück leben wir in einem freien Land und können unsere Interessenvertreter selbst bestimmen. Ist die Haltung von Verdi für eine freie Diskussion Tolerant?
      .
      Erstaunlicherweise ist Frank Bsirske der Verdi Vorsitzender Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Wollten die Grünen im Wahlprogramm nicht offen für die Sorgen der Selbständige sein?
      https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Bsirske

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    3. hans schreibt:

      Warum ich im VGSD bin? Der Grund heißt Verdi und SPD (Andrea Nahles)! Andreas vielen Dank für Deine gute Arbeit. Plakativ formuliert: „Selbständige aller Länder vereinigt Euch!“

      Antworten
  59. Christian Wessel schreibt:

    Frau Nahles hat es nicht verstanden (ich will nicht von ihr in den Arm genommen werden), Herr Schulz ebenfalls nicht. Ich habe meine Festanstellung selbst gekündigt um als Freiberufler zu arbeiten und verdiene deutlich mehr als früher – nach Bereinigung um Arbeitgeberanteile, zusätzliche Absicherung, etc. Und ich fühle mich um ein vielfaches wohler dabei, sehe meine Familie mehr und kann mich frei entfalten. Und als Vorsorge für mich schaffe ich auch noch etwas Wohnraum für andere. Man sollte uns arme Freiberufler wirklich abschaffen und lieber wieder für die Altersarmut buckeln lassen.
    Die SPD sollte mal ganz schnell ihr Weltbild justieren. Bei einem Friseur würde niemand über seine Selbstständigkeit diskutieren, der darf sich gerne auch unterhalb des Mindestlohns abschuften. Aber Freiberufler mit sechsstelligem Einkommen sind schutzbedürftig?
    Die SPD zu wählen ist für mich unverantwortlich.

    Antworten
  60. Andreas Lutz schreibt:

    Auf dem Parteitag wurde als Beschluss Nr. 1 das Dokument „B1_Unser_Weg.pdf“ angenommen. Darin heißt es:
    .
    „Für sichere Renten und stabile Beiträge: Wir wollen das heutige Rentenniveau sichern und durch einen neuen Generationenvertrag die Beiträge stabilisieren. Zukünftig werden Selbstständige, die nicht in einem Versorgungswerk abgesichert sind, in die Solidargemeinschaft der gesetzlichen Rentenversicherung einbezogen.“
    .
    Zu einer Entlastung der Solo-Selbstständigen bei der Krankenversicherung konnten wir in diesem Dokument leider nichts finden und haben dazu auch keinen anderen Beschluss gefunden bisher.

    Antworten
  61. Stephan Merkel schreibt:

    Einerseits wünsche ich mir auch, dass die SPD zu einer vernünftigen Unterscheidung von schutzbedürftigen und nicht schutzbedürftigen Selbständigen kommt und die tatsächlichen strukturellen Gegebenheiten erkennt und in ihren Gestaltungswillen einfließen lässt. DASS es strukturelle Gegebenheiten und v. a. Veränderungen gibt, die endlich (wie das Thema Scheinselbständigkeit) oder zunehmend (wie die Digitalisierung und die Flexibilisierung der Wirtschaft) bessere gesetzliche Rahmenbedingungen brauchen, steht wohl außer Frage. Einen Wunsch an die SPD habe ich aber nur deshalb, weil sie kurioserweise plötzlich in einer so starken Verhandlungsposition ist und wir Selbstständigen fürchten müssen, dass die Parteien, die unseren Willen besser verstanden haben, in der aktuellen Legislaturperiode keine Möglichkeit haben, unsere Situation zu verbessern. (Mit „uns“ meine ich durchaus die vielen Solo-Selbständigen, die vom VGSD hervorragend vertreten werden. Eine bessere Stimme für uns kann ich nicht erkennen. Ganz bestimmt nicht ver.di.)
    Ansonsten ist es das gute Recht der SPD, nichts zu verstehen und sich politisch weiter abzuwirtschaften. Nicht dass ich ihr den Untergang wünsche. Sozialer Ausgleich ist sinnvoll. Aber wenn ihre „Erneuerung“ sie weiter von der Realität abkoppelt, werden andere die Lücke schließen. Das ist Demokratie.
    Andreas Lutz möchte ich für seine hervorragenden sachlichen Beiträge und Aufrufe, sich an der Diskussion zu beteiligen, danken. So wie er es geschrieben hat bedaure auch ich, dass v. a. bei Frau Nahles falsche Vorstellungen vorherrschen, welche Regulierung nötig und hilfreich ist. Wenn Martin Schulz Freiberufler und Selbstständige gleichsetzt und Programmierer mit Paketboten, ist das bedauerlich, aber auch nicht überzubewerten, da hat die SPD Recht. Schwerer wiegt, dass die Antwort der SPD auf die strukturellen Herausforderungen insgesamt von gestern ist – da hat der VGSD Recht. Ich habe eine andere Meinung als Herr Haake, wer „nicht verstanden hat, wie ein Gemeinwesen funktionieren kann“ – und zwar auch in 10 oder 20 Jahren. Wo Haake einen Nerv trifft: viel zu wenige von uns sind Mitglied eines Verbands, der sich wirklich für uns stark macht. Damit gibt er Andreas‘ Engagement umso mehr recht.
    Den konstruktiven Dialog wünsche ich mir und bin gespannt, ob die SPD auf das Angebot eingeht.

    Antworten
  62. Norbert Roloff schreibt:

    Ach, die SPD schielt nur auf die höheren Einnahmen bei den Sozialversicherungen. Bei einigen sind die tatsächlich höher als bei Otto Normalverdiener. Aber bestimmt nicht bei Selbstständigen, die Aufstocker bei Hartz-IV sind. Dabei wären gerade die ein Fall für soziale Gerechtigkeit. Aber solange man von einem fiktiven Mindesteinkommen und nicht von dem tatsächlichen Einkommen ausgeht und damit viele wenig Verdienende in Hartz-IV treibt ist von sozialer Gerechtigkeit wenig zu merken. Der Öffentlichkeit vorenthalten wird natürlich auch, dass mit höheren Einnahmen auch höhere Ausgaben verbunden sind.
    Solange die SPD noch nicht einmal ein vernünftiges Konzept hat, um ihre Stammwähler, die niedrig-verdienenden unselbstständigen Arbeitnehmer, vor Arbeitslosigkeit und Hartz-IV zu bewahren, sind die nicht wählbar. Was sie bei der letzten Bundestagswahl eindrucksvoll bewiesen haben. Übrigens, die Zahlen der DRV (Deutsche Rentenversicherung) sagen aus, dass schon seit Jahren bei Neurentnern der Anteil derer steigt, die „Sozialhilfe“ beanspruchen müssen.
    Ende der Diskussion
    Bei anderen Wählergruppen sollen die also ruhig sein.
    Bezüglich Bundestagswahl: Ich schätze, die Oppositionsrolle schon am Tag der Wahl zur verkünden, ist nichts anderes als Taktik, um bei einem Scheitern von Jamaika mehr erpressen zu können.

    Antworten
  63. der Schreckliche schreibt:

    Anmerkung zur Meldung: doppelter Kommentar:

    Ich kann selber lesen und bewerten.

    Antworten
  64. Norbert T. schreibt:

    Vielleicht liest dies irgend wer bei der SPD oder einer anderen Partei und macht sich so seine/ihre Gedanken. Ich hoffe, dass dann diese Person nachvollziehen kann, warum ich gerne als freiberuflicher Programmierer arbeite:

    Nach meinem Studium habe ich die ersten sieben Jahre als Angestellter bei verschiedenen Firmen gearbeitet. Ich kenne also beides. Als ich Mitte der 1980-er Jahre wieder nach einer neuen Stellung gesucht habe, bin ich jedoch nur an Firmen bzw. Chefs geraten, bei denen ich mir gedacht habe, dass ich es mit denen die nächsten sieben oder zehn Jahre ganz gewiss nicht aushalten werde. Bei der einzigen Stelle, die mir das damalige Arbeitsamt angeboten hat, hat mir „meine künftige“ Firma erst einmal gezeigt, was eine Harke ist. Schliesslich habe ich mich ja über das Arbeitsamt um die Stelle beworben und mein Eindruck war, dass solche Leute ( wie mich ) nicht wirklich für voll genommen wurden.

    Danach habe ich mich als freiberuflicher Software-Entwickler selbständig gemacht:

    In den vergangenen Jahrzenten habe ich mir vier Eigentumswohnungen gekauft ( drei davon vermietet ) und alle von meinen eigenen Einkünften bis 2010 vollständig abbezahlt.
    Desweiteren habe ich in Lebensversicherungen angelegt und einiges an „Bar-“Vermögen angespart. Und das alles trotz mehr als zehn Wochen „unbezahlten Urlaub“ pro Jahr. Prekäre Verhältnisse sehen ganz gewiss anders aus.

    Was ich will, und was auch geschieht, ist, dass ich für meine Arbeit gut und fair bezahlt werde. Wenn ich die Bezahlung für unfair halte, nehme ich den Auftrag nicht an.
    Ich brauche keinen bezahlten Urlaub, und auch keine Allmosen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld.
    Denn wenn ich irgendwo engagiert bin, werde ich ordentlich bezahlt.
    Ich brauche auch nicht mit einem Abteilungsleiter darum feilschen, ob ich drei oder vier Wochen von meinem Jahresurlaub am Stück bekomme. Ich spreche die Termine ab und bin dann jährlich für sechs Wochen auf Griechenlandfahrt und habe über den Jahreswechsel meine vier Wochen Freizeit (, o.k. – nicht ganz, weil ja dann immer der Steuerkram fällig ist ).

    Ich kann gut damit leben, dass ich NICHT fürs Nichtstun bezahlt werde. Und mit den Aufs und Abs im Leben eines Freiberuflers komme ich persönlich und finanziell ganz prima klar. Ich brauche keine Bevormundung, auch nicht durch eine Gewerkschaft.
    In meinen Augen sind Organisationen wie der VGSD, auch wenn sie sich sozusagen noch in der „Startphase“ befinden ( d.h. zur Zeit noch nur eine relativ geringe Zahl an Mitglieder/-inne/-n haben ) die richtige Art meiner Interessenvertretung. Von der IHK habe ich mich nie wirklich vertreten gefühlt. Wie auch: „Industrie und Handel“ ? , zu beidem zähle ich ja nicht.

    Antworten
  65. Marc Fritzler schreibt:

    ver.di als alleinige Selbständigen-Vertretung (?)
    .
    ver.di agitiert gegen den VGSD als „Mini-Verein“ (siehe Posting oben vom 11.12.2017, 17:05) und erhebt offensichtlich den Alleinvertretungsanspruch für Selbständige gegenüber der Politik.
    .
    Parteien (u.a. die SPD) und Ministerien mögen sich bitte die Entwicklung von ver.di vor Augen führen.
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    Laut aktueller Website der Selbständigen-Vertretung von ver.di hätten „inzwischen über 30.000 [Selbständige] ihren ver.di-Beitritt erklärt“ – was streng genommen nicht zwingend heißt, ob sie auch noch Mitglied sind, aber geschenkt.
    https://selbststaendige.verdi.de/ueber-uns/mitglied-werden
    .
    Stand 2012 –
    Vor fünf Jahren waren es auch nicht „mehr als 30.000“, siehe
    https://selbststaendige.verdi.de/++file++51e511a06f684456a00005ca/download/verdi_selbststaendige_broschuere.pdf
    .
    Stand 2010 –
    Laut „Geschäftsbericht ver.di-Selbstständige 2007–2010“ (2011 veröffentlicht) hatte ver.di 2010 ebenfalls „nur 30.000“ Selbständige als Mitglieder – das „nur“ steht wörtlich im Bericht, siehe
    https://selbststaendige.verdi.de/++file++51e513c3890e9b733e0005ab/download/verdi_Selbstst%C3%A4ndige_2007-2011.pdf
    .
    Stand 2007 –
    Laut Bericht des Referats und der Bundeskommission Selbständige von ver.di vom März 2007 (sic!) hatte ver.di damals „inzwischen 30.500″ Selbständige als Mitglieder“ – das war vor zehn Jahren!
    [Dieser Bericht ist online nicht mehr auffindbar, der Verfasser hat ihn im Archiv.]
    .
    Stand 2001 –
    Wer noch weiter in der Geschichte von ver.di zurückgehen will: Mitte 2001 hatte diese Gewerkschaft „rund 50.000 Freie und Selbständige“ als Mitglied.
    http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++edd55684-4708-11d9-530a-003048429d94
    .
    .
    Fazit —
    ver.di hat seit Gründung massiv Selbständige als Mitglieder verloren. Seit 10 Jahren (sic!) stagniert die Zahl bei offiziell 30.000. Lassen wir dahin gestellt, ob es wirklich noch 30.000 sind, zumal ohne jene Mitglieder, die bereits in Rente sind.
    .
    Spricht diese Entwicklung bzw. Stagnation seit zehn Jahren für eine erfolgreiche Selbständigen-Vertretung – während im selben Zeitraum die Zahl der Solo-Selbständigen deutlich zugenommen hat, (junge) Verbände wie der VGSD hingegen einen erheblichen Mitgliederzuwachs haben?
    .
    Im Sinne des fairen Wettbewerbs wäre es, ver.di würde den VGSD bzw. die Bundesarbeitsgemeinschaft der Selbständigen-Verbände (BAGSV) als Interessenvertretung akzeptieren und sie gegenüber der Politik nicht weiter unsachlich diskreditieren. Die SPD hat angekündigt, das Gespräch mit dem VGSD bzw. der BAG führen zu wollen – das ist zu begrüßen.
    .
    .
    Post Scriptum: Wofür ver.di die Einnahmen seiner Selbständigen-Mitglieder verwendet, wo deren Geld landet, das wäre einen weiteren Beitrag wert. ver,di kann gerne diese Bilanz veröffentlichen.
    .

    Antworten
    1. Andreas Lutz schreibt:

      Hallo Marc,
      unter
      https://www.facebook.com/Selbststaendige/?hc_ref=ARTgJTeKaDIjEIPIulRqhGCKdkr3IwvJgOrLCsc38YcRU04-0OfKC1NTG2IqadDOeX8&fref=nf
      hat verd.di uns heute in einen Beitrag abermals angegriffen.
      Offenbar ärgert man sich da gewaltig, dass die von uns mitgegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (bagsv) über die Mitgliedsverbände deutlich mehr als 30.000 Mitglieder hat und unterstellt, unsere Mitglieder bzw. die der an der bagsv teilnehmenden Verbände seien nur zu einem Bruchteil Solo-Selbstständige, sondern Arbeitnehmer.
      Die bagsv ist dieses Jahr erst gegründet und hat noch keine eigene Website, wir arbeiten daran. Weitere Infos unter https://www.vgsd.de/bagsv2/
      lg Andreas

      Antworten
  66. Martin schreibt:

    Können wir nicht einfach ein eigenes Versorgungswerk wie Ärzte oder Anwälte gründen . Oder vor das BVG ziehen wegen ungleichbehandlung: Warum muss selbständiger A (Arzt) nicht in die RV zahlen , selbständiger B (programmierer) aber schon .

    Antworten
  67. Jürgen Peters schreibt:

    Thema ver.di – Die Arbeitnehmervertretung vertritt Selbständige

    Ich habe vor etlichen Jahren als Bundes- und Landesdelegierter in meinem Regionalbereich diesbezügliche Gespräche mit der damaligen Gewerkschaft Bild-Kunst geführt. Sie waren sehr interessant.

    Zunächst wurde bestritten, dass die Angehörigen der Kunst- und Kulturberufe überhaupt selbständige Unternehmen der Wirtschaft sein könnten, das wäre mit der Struktur der Kunsttätigkeit unvereinbar – das meinten auch viele Kollegen nebenbei gesagt. Das wurde strikt abgelehnt. Man sei nonkommerziell und nur der künstlerischen Freiheit verpflichtet, auch der steuerrechtliche Status interessierte dabei wenig auch als Pflichtversicherte des Künstlersozialversicherungsgesetzes. Auch das war eher lästig.

    Die Frage, was wir dann seien und wie wir in der „Verbringung der WEerke in die Öffentlichkeit“ der Kunst als „Wirkbereich“, wie es das Bundesverfassungsgericht formuiert hat als untrennbare Einheit von Werkschöpfung – „Werkbereich“ und Vermarktung „Wirkbereich“ definiert hat 1971 als Grundsatzentscheidung konnte dort niemand sagen, auch nicht im eigenen Verband. Hierbei ging es um die wirtschaftlichen Einnahmen und den Schutz der Urheberrechte und der einnahmen daraus sowie um die Abwicklung und Umsetzung von Kundenaufträgen usw. Damit konnte auch die Gewerkschaft wenig bis nichts anfangen.

    Die Gewerkschaft Bild-Kunst ging bald darauf unter und wurde in den Mediensektor von ver.di integriert, wenn ich mich recht erinnere.

    Meine Erfahrung daraus: das Konstrukt als gewerkschaftlicher Plattform für Arbeitnehmerrechte und Selbständige zugleich kollidierte Ideal und funktionierte nicht wirklich. Das dürfte heute nicht viel anders sein.
    Auch die klassischen Berufsstandesorganisationen haben das ernste Probleme. Daher sind effektive Vertretungen absolut notwendig und angesagt. Wenn ich diese Postigs insgesamt betrachte etc. pp. sehe ich überall noch viel Lern- und Handlungsbedarf.

    Antworten
  68. oskar schreibt:

    Die Idee das Selbständige in eine Gewerkschaft gehören, bestätigt die Scheinselbständigkeit. Selbständige sind Unternehmer und keine andere Form von Angestellte.
    .
    Gleiche Preise für die gleiche Tätigkeit entsprechen nicht meinen Vorstellungen von einem freien Markt. Daher empfinde ich die Gebührenordnungen von Anwälten, Architekten und Steuerberatern sehr kritisch. Selbständige sollten ihre Preise selbst am Markt bestimmen können.
    .
    Eine Mindestvergütung pro Stunde könnte ich zustimmen, wenn dann diese ganze komplizierte Gesetzgebung der Scheinselbständigkeit entgültigt wegfallen würde. Allerdings was ist z.B. mit Künstlern die Werke verkaufen, lässt sich der Aufwand für ein Buch oder Gemälde 1:1 fakturieren? Selbständigkeit bedeutet, seinen persönlichen „leistbaren Verlust“ zu kennen.

    Antworten
    1. Jürgen Peters schreibt:

      Oskar trifft den Punkt.

      Tatsächlich ist es so, dass viele Künstlerhonorare, ich sage lieber Urheber (da ist alles drin, von Kunst, Autoren bis Technikerfindungen in weiteren Teilen über prozentuale Ertragsanteile und Honorarsätze läuft. Es beginnt bei den Prozentanteilen der Patentgebühren (Standard 10 %) über Verlags-Autorenverträge (Anteil am VK-Preis der Bücher, Festhonorare (z.B. Pressewesen) bis hin zu den Kunstwerkpreisen (Abgaben für die Verwertung und Galeriekosten z.B) bis Nettoerlösen für den Künstler von 40-60 % vom VK-Preis in der Galerie, und viele Urheberhonorare kann wegen der Nutzungsstreuung gar nicht selber eintreiben sondern nur über Verwertungsgesellschaften zentral (kostet auch Geld). Da ist sehr viel reglementiert und limitiert, das ist ein für den Laien eher „unsichtbarer Markt“ für sich. Sich mal so auf den Markt stellen und seinen Preis machen funktioniert da nicht so ohne weiteres. Und im Kunstmarkt gilt oft nicht erst seit heute als Kaufargument nicht „was ist das Werk wert, was wollte der Künstler damit sagen“, sondern „Was wird das Werk wert sein wenn ich es weiter verkaufe“ als Ausschlagargument. Der Künstler verdient nur am Erstverkauf. Theoretisch ist er prozentual auch am Weiterbkauf beteiligt, aber ebenfalls nur gering, und das muss man erstmal überhaupt erfahren und wissen, wer wo was, und dann einfordern können. Siehe die Verwertungsgesellschaften. Und ein toter Künstler pusht den Preis aus dem ganz banalen Grund, es gibt keinen Nachschub mehr, der die Preise nach unten versaut, das Angebot wird knapp und teuer.

      Und nochmal zu Ver.di- Kern meiner damaligen Gespräche mit der Gewerkschaft war als zentrales Element die sozialistische Klassenkampfhierachie mit dem Unternehmer als Klassenfeind. Kein Witz. Darum war der Unternehmer damals ein absolutes NoGo. Den als solchen zu vertreten konnte man sich nicht leisten ideologisch, der Widerspruch zu sich selbst an sich. Auch daraus folgend schaffte es Bild-Kunst nicht, für Künstler eine fúnktionierende Interessenvertretung aufzubauen und ging unter. Entscheidend hier die Leugnung der Bedeutung der Individualperson als Bedeutungsträger gegenüber der gelenkten Masse der Klasse. Ist auch heute noch so auf allen Ebenen. Her aus der Masse ragt und sich nicht anpasst wird passend gemacht. Ein politisches wie soziokulturelles Problem, bis heute nicht wirklich gelöst.

      Im Zentrum dieser Individualität als „gegen den Strom rudernd“ als „Archetyp“ steht das Bild des Einzelunternehmers, des Soloselbständigen und des klassischen Künstlers und Erfinders traditionell. Also die Typen, die alles anders wollen und überall anecken, usw. Das Konstrukt des „Scheinselbständigen“ stammt aus den Achtzigern und Neunzigern, ausgehend auch vom Kunstbereich anscheinend aus dem KSVG, da tauchte das zuerst auf, wenn einer nur einen Exklusivvertrag hatte, z.B. ein Autor mit einem Verlag. Da sagte man „der ist ja absolut ein einem Kunden abhängig wie ein Angesteller in einer Firma, dem gleichstehend“ Also ist er „arbeitnehmerähnlich abhängig beschäftigt“. Deshalb, weil der Verlag 90 % von VK bekommt und der Autor 10 %. Dafür trägt der Verlag die Kosten für Herstellung und vertrieb (theoretisch). Nach Gesetz wurde daraus ein formeller Berufswechsel, auch temporär zeitlich begrenzt. Das knallte dann gegen die Wand (real nicht machbar). Der Kick dabei, das bedeutet, der ist sozialversicherungspflichtig und muss die entsprechenden Beiträge bezahlen“. Nicht so bei den Künstlern die waren das ja schon über das KSVG. Die fielen über die eigenen Widersprüche im System, kritisch bis heute vor allen im Recht und der Rechtsprechung.

      Das schaute man sich ab und sagte prima, dann machen wir die Angestellten zu Selbständigen und sparen uns den Sozialkosteannteil“. Das war ideal für die Wirtschaftsförderung politisch (Billiglohnmarkt dazu), durfte aber auch nicht sein und war strafbar. Das bekam man nicht in den Griff und daraus wurde der „Solo-Selbständige“ als Kompromiss sehe ich das heute, dann geht auch das ganz legal, und für eine Gewerkschaft sind das dann alle mutierte Angestellte, das sieht Oskar völlig richtig.

      Das erklärt auch den Alleinvertretungsanspruch der Gewerkschaft. Die „guten Selbständigen“ sind alles Angestellte und gehören uns“, der Rest bleibt weiter übrig, möglichst wenig (Beträge usw., möglichst als Pflichtbeiträge zu Flächenverträgen usw.), und darum beginnt hier auch der wirtschaftliche Machtkampf um die Mitglieder und Beiträge. Vorgabe hier die Gebührensätze der „gebundenen“ (kanalisierten) freien Berufe z.B. (Ärzte, Juristen etc. pp.) dann auch für alle Branchen. als gesellschafts-Gemeinwohlziels (Preiseinheitlichkeit als Marktoptimierungsideal, aller werden gleich behandelt, als Staatsziel, keiner schllchter, aber auch keiner Besser, das wäre sonst ungerecht den anderen gegenüber). Soziel war auch gefordert, dass die alle sozialversichtert sein müssen zu ihrem eigenen Schutz. Sonst müsste ja im Zwefiel das Sozialamt bezahlen. also alle für den Privatzspass Einzelner (so die Rechtsprechung real) . Neee, geht gar nicht. Auch das ist eine Form des „idealen Marktes“ nach Milton Friedmann, nur anders herum.

      Und eine starke Gewerkschaft als Mittel der Politik war immer mit der SPD und dem Sozialismus liiert und was schafft Gerechtigkeit? Genau, der ideale Markt für alle. Mit einer starken Interessenvertretung der „Macher“. Also einer Gewerkschaft. Hat nicht in der UdSSR funktioniert, auch die DDR ging pleite. Und was blieb übrig? „Neolib“, das ideale Preis-Leistungsverhältnis mit maximaler Gewinnoptierung. Womit egal, sozusagen. Als Quelle für die Selbständigen, die zur Marke werden müssen, zum Exoten, wenn sie exklusiv und teuer werden wollen. Sonst ab in den Massenmarkt (Gewerkschaft). So ungefähr im ganz groben.

      Ich habe das hier ganz knapp punktuell gefasst des Formats wegen, geht man damit in den Diskurs gibt es eine Menge Kritik wie Fragen. Eigentlich ist es aber eher einfach. Wie überall: Macht, Geld, ………… Auf allen Ebenen jeder politischen und sonstigen Farben, urmenschliches Verhalten eben. So meine berufliche wie private Erfahrung als Unternehmen des freien Berufs in Kunst wie Technologie zur Untrennbarkeit heute schon wegen der IT.

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      1. Andreas Lutz schreibt:

        Hallo Jürgen,
        bitte fasse dich bei den Kommentaren kürzer, möglichst unter 20, besser unter 10 Zeilen.
        Wir haben schon mehrere deiner Kommentare löschen müssen, weil sie zu lang waren und sich zu weit vom Thema entfernt haben.
        Andreas

        Antworten
  69. Gandalf schreibt:

    Also es gibt ja 2 Arten von SV Systemen : einmal ein System wo nur reiche drin sind (pkv, Versorgungswerke für Ärzte Anwälte usw. ) und eins wo auch arme dabei sind (gesetz. Rv). Da Ärzte Beamte Anwälte usw den Armen nicht helfen können bleiben ja nur noch die selbständigen. Wo ist das Problem ? Einer muss nunmal helfen.

    Antworten
    1. Jürgen Peters schreibt:

      Es ist noch etwas anders. Schulz benutzt das Wort „Prekariat“. Alles regt sich auf, weil der Begriff die hochangesehenen IT´ler und Programmierer mit der Putzfrau von Hartz IV gleichstellt. Also Standesproblem zum Sozialabstand nach unten. Hochwerttätigkeit mit hoher Ausbildung gegen einfache Jobs mit Mini-Image. Dabei bedeutet das Wort was ganz anderes: nach Duden eine starken Schwankungen, Unsicherheiten und Instabilitäten unterworfene Position. Besagt: Einzelauftrag mit Risiko als Kette gegen Langzeit-Dauervertrag z.B. Ersters ist prekär, zweites stabil und gesichert. Soziologisch ist damit abwertend sozialer Abstieg verbunden, insoweit ist die Empörung berechtigt.

      Was steckt dahinter wie auch hinter dem Begriff „Gerechtigkeit“ (mehrdeutig auslegbar). Gerecht ist, wenn einer hart arbeitet und viel bedeutendes schafft viel Verdient. Zum Abstand zu denen, die das nicht tun. Da das mit viel Risiko verbunden ist zugleich prekär, man kann tief fallen gegenüber denen die das nicht tun und vertraglich abgesichert so dahinströmen im Mainstream. Banalitäten, als bekannt vorauszusetzen.

      Sie „soziale Gerechtigkeit“ beinhaltet. dass die einen nicht ohne Risiken dem Mainstream aufladen und damit ihre Gewinne maximieren bezahlt von den anderen. Also sollen alle so gut abgesichert sein dass keiner mehr verhungert wie früher, also muss man was dafür sparen und anlegen, und das auch können, damit der Steuerzahler das nicht blechen muss, aus den Taschen von allen, und wenn einzelne Gruppen sich dem enziehen und alles wenigen (nach Messeleistung) aufladen, dann gibt es Schlagseite und das System kann kentern. Auch eine Banalität, die jeder kennt 9kennen sollte). Basis des Sozialstaates sind stabile Unternehmen einerseits (die Traditionswirtschaft), und viele viele lohnsteuer- und sozialversicherte (damit abhängige) Arbeitsvertragsverhältnisse.

      Das fliegt uns gerade systemisch um die Ohren zunehmend noch mehr. Diese gehen gerade in den Hochwertberufen überproportional verloren (Zeit-Kettenverträge) samt Verdrängung in die Solo-Selbständigkeit als Auftraggeber wie Auftragnehmer. Extrem verankert als Tradition in den Kunst-, Kultur- und Innovationssektoren. Der Meisterbetrieb des Handwerks macht das ebenfalls schon seit Jahrhunderten so bedarfsgesteuert mit planbaren Märkten. Seit sich die sicheren Auftraggeber wie Fürsten und Kirchen verabschiedeten und die bürgerliche Zivilgesellschaft des „jedermanns“ diese ersetzt hat mit individuell viel weniger Kapitalkraft ist dieses System schon im 19. Jahr. wirtschaftlich implodiert und prekär geworden. Der „Geldadel“ trat an deren Stelle, das Luxusmarktsegment. Auch das ist nichts neues eigentlich BWL erstes Semester. Hier kracht nun zunehmend die Finanzierungsplattform auseinander, und Gandalf kolportiert das richtig. Man sagt:

      Alle müssen abgesichert werden paritätig gleichwertig, also „gerecht“ (sonst fliegt uns das System um die Ohren). Bezahlen sollen die es selber aus ihren Einkünften heraus (alle Gruppen), nicht aus den Steuern, die werden für anderes gebraucht (Die Etat für Soziales allein liegt heute schon um 50 % steigender Tendenz), sonst wird das System unbezahlbar.

      Worin liegt hier unsere Position als Gründer? Simpel: Wir haben noch keine gefestigten Einkommen, benötigen Förderhilfen aus Steuern, sind regelmäßig als Selbständige auf Privatversicherung verwiesen. also insoweit konkursgefährdete Zeitbomben, und da wir urpersönliche Ziele anstreben (reich und glücklich zu werden), mit was auch immer, entsteht da ein Ungleichgewicht. Also sind wie „prekär“ auch mit dem Doktortitel in der Tasche als Risikofaktor im System, pflegen zugleich eher unsere Hobbys als einen ungeliebten sicheren Job, den andere zähneknirschend klaglos machen (sehr starkes sozialogisch-psychologisches Element der Neidverhaltensweisen) und werden dann zu sowas wie „Schmarotzern“ in den Augen etlicher. Vergleichbar den Hartzlern, die auch nur von „Staatsknete“ leben als „parasitätes Ungeziefer“, wie die Uni Bielefeld als neues Feindbild der Gesellschaft ermittelt hat (Platz 1 vor den Juden und Ausländern nach deren Ranking einer 10jahres-Langzeitstudie), und was uns unterscheidet, eigentlich noch schlimmer, wir wollen da nicht nur faul rumschmarotzen auf Kosten aller anderen, nein, wir wollen auf deren Kosten auch noch reich und glücklich werden (und wie üblich möglichst wenig verlieren und abgeben als bekanntes Element der Gewinnoptimierung, siehe die Steueroasen usw.). Wie kann eine sozialistisch geprägte sozialdemokratische dem Massenmainstream verpflichtete Parten das ihren Wählern verkaufen? Wozu braucht sie da die große Gewerkschaft als Standes- und Branchenvertretung auch als eigene Legitimation? Richtig!.

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      1. Andreas Lutz schreibt:

        Hallo Jürgen,
        bitte fasse dich bei den Kommentaren kürzer, möglichst unter 20, besser unter 10 Zeilen.
        Wir haben schon mehrere deiner Kommentare löschen müssen, weil sie zu lang waren und sich zu weit vom Thema entfernt haben.
        Andreas

        Antworten
        1. Jürgen Peters schreibt:

          Sorry tut mir leid,

          das Thema passt abwer nunam leider nicht in wenige Zeilen, und Infos sind entscheidender als kurze Kommentare. Wenn das nicht geht dann ist die Sache nicht brauchbar hier.

          Antworten

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