Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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VGSD wird Mitglied der MittelstandsAllianz und erhält zusätzliches politisches Gewicht

Ende April haben wir erstmals an einer Veranstaltung der MittelstandsAllianz teilgenommen und zusammen mit weiteren Allianz-Mitgliedern mit Dr. Julia Borggräfe und ihren Mitarbeitern gesprochen. Borggräfe ist Abteilungsleiterin im BMAS und u.a. zuständig für die neue Denkfabrik des BMAS (Bericht).

Der „Schnuppertermin“ hat uns darin bestätigt, dass sich die Beteiligung an dieser Verbändeallianz für den VGSD lohnt. In einer Vorstandssitzung haben wir daraufhin am 6. Mai beschlossen, der Allianz beizutreten und seitdem an weiteren Terminen teilgenommen:

 

Termine auf Ministerebene

Im Gespräch mit Hubertus Heil, Foto: Ralf Lemster

Bisheriger Höhepunkt war ein Treffen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am letzten Montag (20.05.2019). Einen Schwerpunkt des Gesprächs stellte das Thema Scheinselbstständigkeit dar.

Andreas Lutz vom VGSD und vier weitere Verbandsvertreter beleuchteten in ihren Statements aus jeweils unterschiedlicher Perspektive die Folgen der bestehenden Rechtsunsicherheit und forderten (wie schon beim Termin mit Dr. Borggräfe) einen lösungsorientierten Dialog des Ministeriums mit den betroffenen Auftraggebern und -nehmern. (Ausführlicherer Bericht folgt.)

Das nächste Treffen auf Ministerebene ist für den 26.06.2019 geplant. An diesem Tag wird VGSD-Vorstand Tim Wessels mit Gesundheitsminister Jens Spahn sprechen und zusammen mit befreundeten Verbänden weitere Schritte in Hinblick auf faire Krankenversicherungsbeiträge für Selbstständige einfordern. Im Jahresverlauf sind zahlreiche weitere Gespräche sowohl auf Minister- als auch auf Arbeitsebene geplant.

 

Zwei parlamentarische Frühstücke zu AV-Pflicht und Scheinselbstständigkeit geplant

Darüber hinaus veranstaltet die MittelstandsAllianz außerhalb der politischen Sommerpause jeden Monat ein oder mehrere parlamentarische Frühstücke, die in der Regel direkt im Bedienrestaurant des Bundestages stattfinden. Sie beginnen um 8:00 Uhr und dauern 30 bis 45 Minuten. Für Abgeordnete sind sie die Gelegenheit, sich in kompakter Form über ein für sie wichtiges Thema zu informieren.

Andreas Lutz konnte am 15.05.2019 an einem solchen Frühstück teilnehmen (Thema: Digitalisierung). Zusammen mit der MittelstandsAllianz und befreundeten Mitgliedsverbänden plant er nun zwei Frühstücke im September (zum Thema Altersvorsorgepflicht) und im Oktober (zum Thema Rechtssicherheit).

Mit dem Beitritt zur Allianz erhält der VGSD noch mehr politisches Gewicht, weil wir Zugang zu Politikern und Beamten auf allen Ebenen erhalten. Bisher konzentrieren sich unsere Kontakte vor allem auf das Arbeitsministerium, künftig werden wir verstärkt auch Termine im Bundeskanzleramt, im Wirtschafts- und in anderen für uns relevanten Ministerien wahrnehmen (z.B. Bildung, Digitalisierung).

 

Viele befreundete Verbände sind schon dabei

Eine ganze Reihe befreundeter Verbände sind bereits in der Allianz aktiv:

  • Der BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.) war vor fünf Jahren Gründungsmitglied der Allianz. Mit BDÜ-Vizepräsident Ralf Lemster arbeiten wir schon seit 2012 eng zusammen.
  • Das gleiche gilt für die DDIM (Deutsche Dachgesellschaft Interim-Management). Die Vorstandvorsitzende Marei Strack ist beim Thema Scheinselbstständigkeit seit vielen Jahren (und auf vielen Veranstaltungen) eine wichtige Verbündete.
  • Der Bundesverband selbstständige Wissensarbeit (früher: ADESW) organisiert von der Auftraggeberseite her einige der größten Personaldienstleister im Bereich IT und Engineering, die ebenfalls ein großes Interesse an mehr Rechtssicherheit haben. Die Vorstandsmitglieder Carlos Frischmuth und Jan Jagemann kennen wir von zahlreichen Veranstaltungen.
  • Auch der BVBC (Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller) ist uns von zahlreichen Treffen bekannt und engagiert sich seit Jahren für mehr Rechtssicherheit. Weitere Mitgliedsverbände der Allianz wie den Händlerbund kennen wir von Veranstaltungen und Gesprächen.

Auch wenn die MittelstandsAllianz ansonsten eher Verbände mit etwas größeren Unternehmen als Mitglieder hat, sind wir dort also kein Exot, sondern Teil einer aktiven Teilgruppe von Mitgliedsverbänden, die sich für die Interessen kleiner Selbstständiger einsetzen. Mit ihnen werden wir (auch) in der MittelstandsAllianz überall da intensiv zusammenarbeiten, wo unsere Mitglieder gemeinsame Interessen haben.

 

35 Verbände mit 900.000 Mitgliedern

Insgesamt haben die 35 in der MittelstandsAllianz organisierten Verbände (zu denen auch der Bund der Steuerzahler gehört, vgl. Liste) nach eigene Angaben rund 900.000 Mitglieder und stellen damit die größte, freiwillig organisierte und branchenübergreifende Interessenvereinigung des Mittelstands dar (vgl. dazu Wikipedia).

Die treibende Kraft hinter der Allianz ist der BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft), vielen durch ihren Präsident Mario Ohoven bekannt. Er setzt seinen Bekanntheitsgrad und sein Netzwerk ein, um für die Mittelstandsallianz Termine mit Spitzenpolitikern zu erhalten.

Zum Beitritt des VGSD in die Allianz sagte Ohoven Folgendes: „Selbstständigkeit und Innovationsgeist sind das Rückgrat des deutschen Mittelstandes. Gemeinsam mit unseren Partnern setzten wir uns für bessere Rahmenbedingungen für Selbstständige und Innovationskraft ein. Mit dem VGSD haben wir einen starken Partner an unserer Seite.“

 

Warum wir nicht schon früher der Allianz beigetreten sind

Befreundete Verbände wie der BDÜ haben schon vor Jahren angeregt, der VGSD solle der Allianz beitreten. Warum sind wir dieser Empfehlung jetzt erst gefolgt? Der Mitgliedsbeitrag der Allianz (6.000 Euro pro Jahr zuzüglich Umsatzsteuer!) ist für uns eine erhebliche Investition. Das ließ uns mit dem Beitritt lange zögern, zumal mit den zusätzlichen Terminen ja oft auch Reisekosten verbunden sind. Mit der zunehmenden Zahl an Mitgliedern sind jetzt erstmals in der Lage, den Beitrag zu stemmen, ohne an anderen wichtigen Dingen sparen zu müssen.

Zum anderen war VGSD-Vorstand Andreas Lutz mit anderen Veranstaltungen bisher schon komplett ausgelastet. Tim Wessels, ebenfalls VGSD-Vorstand, hat im April aber erklärt, künftig in stärkerem Maße Termine für den VGSD wahrzunehmen. Außerdem wollen wir im Verlauf des Jahres noch weitere aktive VGSD-Mitglieder durch ein Argumentationstraining für den Verband „sprechfähig“ machen.

 

Gute Ergänzung zu BAGSV und vbw

Die oben aufgelisteten Verbände (BDÜ, DDIM, ADESW, BVBC) sind Mitglied auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV). Ein Wettbewerbsverhältnis zwischen der Allianz und der BAGSV sehen wir durch die Doppelmitgliedschaft in den beiden Bündnissen nicht.

Weder rechnen wir damit, dass die anderen in der BAGSV mitarbeitenden Verbände mehrheitlich der MittelstandsAllianz beitreten, noch damit, dass die Allianz sich in der gleichen Tiefe wie die BAGSV mit den Anliegen von Soloselbstständigen beschäftigen wird.

Auch zu unserer Mitgliedschaft in der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) sehen wir keine Konkurrenz, sondern eine gute Ergänzung.

 

Bitte werde Mitglied und hilf uns, diese Investition zu finanzieren

Künftig haben wir (und die aktiven Mitglieder, die gerne für den VGSD sprechen wollen) noch mehr Chancen, für uns relevante Politiker und Beamte zu treffen und sie auf die berechtigten Anliegen unserer Mitglieder aufmerksam zu machen. Mit deiner Vereinsmitgliedschaft hilfst du uns, solche großen Investitionen in eine erfolgreiche Interessenvertretung für Selbstständige zu finanzieren. Jetzt Vereinsmitglied werden, wenn du es noch nicht bist.

2 Kommentare

  1. Uwe Schmitz schreibt:

    Das war ein guter und wichtiger Schritt. Denn nur so kann politisch Druck ausgeübt werden.

    Klasse!

    Wenn ihr Unterstützung benötigt bin ich gerne Bereit mich einzubringen.

    Antworten
  2. marc schreibt:

    Glückwunsch, eine sinnvolle „Investition“ (hoffentlich).

    Vom BVMW und seinen Mitgliedern wäre es jedoch einmal zu erwarten bzw. wünschenswert, dass sich der Verband in punkto Beauftragung von Selbstständigen einmal öffentlich äußert, Stellung bezieht – u.a. gegen das AÜG.

    Antworten

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