Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Warum bist du selbstständig? – André Behrschmidt, Software-Entwickler: „Ich möchte nie mehr zurück“

André Behrschmidt ist seit zehn Jahren selbstständiger Software-Entwickler. Mittlerweile hat er zwei Angestellte und einen Azubi, Foto: privat

Warum um alles in der Welt hast du dich selbstständig gemacht? Was beglückt dich in deinem Business, was treibt dich an? Warum bist du trotz aller Hindernisse Unternehmerin oder Unternehmer – und willst es auch bleiben?

Das wollten wir von dir wissen und haben auf unseren Aufruf hin mehr als 60 spannende Geschichten erhalten. Viele davon werden wir vorstellen.

Heute erzählt André Behrschmidt, selbstständiger Software-Entwickler, seine Geschichte.

 

Selbstständigkeit in die Wiege gelegt

Ich heiße André Behrschmidt und bin seit dem 10. Dezember 2010 selbständiger Software-Entwickler. Zum damaligen Zeitpunkt war ich 36, hatte eine kleine Familie und war von meinem damaligen Chef einen Monat vorher gekündigt worden. Ich habe in zehn Jahren eine kleine Firma mit zwei angestellten Software-Entwicklern aufgebaut. Seit 2018 bilden wir einen IHK-Ausbildungsbetrieb. Unser Azubi steht 2021 vor dem Abschluss.

Selbständigkeit war nie mein Ziel, aber mir doch irgendwie in die Wiege gelegt worden: Aufgewachsen bin ich in einer Metzgerei, die meine Eltern als Familienbetrieb geführt haben.

 

Durch den Rat eines Freelancers zur Selbstständigkeit

Das Unternehmertum ist inzwischen meine große Leidenschaft, dabei war auch die Software-Entwicklung ursprünglich nicht mein Ding. Als Jugendlicher waren mir Tischtennis und Handball swichtiger als irgendwelche komischen Commodore- oder Amiga-Rechner. So kam ich denn auch nur über Umwege zu meiner jetzigen Tätigkeit. Nach der Realschule machte ich erstmal eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Danach erlangte über den zweiten Bildungsweg fachgebundene Hochschulreife. Ingenieur wollte ich nie werden, so nahm ich ein Studium der Informatik auf.

Nach mehreren Unternehmenswechseln arbeitete ich mich schließlich in meiner letzten Anstellung bei einem mittelständischen Unternehmen bis zum Bereichsleiter Softwareentwicklung hoch. Schon damals riet mir ein von uns beauftragter Freelancer dazu, mich selbständig zu machen. Und so kam es 2010 dazu, dass ich nach einem Zerwürfnis von meinem damaligen Arbeitgeber gefeuert wurde.

 

Das Business hinter dem Business aus den Augen verloren

Von Beginn an liefen die Geschäfte gut. Trotzdem waren die ersten Jahre für mich nicht einfach. Gleichzeitig mit der Selbständigkeit ging meine Ehe zu Bruch. Ich verlor das Business hinter dem Business aus den Augen. Schlampige Buchhaltung und zu viele Ausgaben führten zu erheblichen Steuernachzahlungen, die mich in Bedrängnis brachten, aber zum Glück nicht umwarfen. Natürlich war das alles harte Arbeit. Aber ich glaube, ich habe in meinem Leben immer wieder sehr viel Glück gehabt, um die richtigen Weichen zu stellen.

Inzwischen steht mein Unternehmen auf sicheren Füßen. Corona konnte mir dank meiner Aufträge aus der Medizintechnik nicht großartig schaden. Und gesundheitlich hat 2020 bisher weder bei mir noch meinen Angestellten Spuren hinterlassen.

 

Mein Antrieb: Mitarbeiterverantwortung und mit Herzblut dabei sein

Auch wenn ich anfangs nie eine Selbständigkeit in Betracht gezogen habe, möchte ich nicht mehr zurück. Meine anfängliche Motivation, mein eigener Herr zu sein und tun und machen zu können, was ich will, ist inzwischen nicht mehr die Motivation. Das ist mir zwar immer noch wichtig, aber inzwischen treibt mich die Verantwortung gegenüber meinen Angestellten an.

Ich möchte ein guter Chef sein, meine Angestellten sollen Freude haben, an dem was sie tun, und mit Herzblut dabei sein. Das versuche ich jeden Tag vorzuleben. Und ich möchte meine Angestellten und mich jeden Tag ein Stückchen besser machen. Natürlich soll mein Unternehmen auch wachsen, aber alles mit Bedacht. Die Mitarbeiter müssen zu uns passen. Sie sollen unsere Leidenschaft für Software teilen und die Bereitschaft haben, dem Kunden jeden Tag ein bisschen mehr zu liefern als er erwartet.

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