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Warum bist du selbstständig? - Jörg Ruff, selbstständiger Interim Manager "Ich schaue recht entspannt in die Zukunft"

Warum um alles in der Welt hast du dich selbstständig gemacht? Was beglückt dich in deinem Business, was treibt dich an? Warum bist du trotz aller Hindernisse Unternehmerin oder Unternehmer – und willst es auch bleiben?

Jörg Ruff hat sich nach 17 Jahren in Festanstellung selbstständig gemacht

Das wollten wir von dir wissen und haben auf unseren Aufruf hin mehr als 60 spannende Geschichten erhalten. Viele davon werden wir vorstellen.

Heute erzählt Jörg Ruff, Interim Manager, seine Geschichte.

Ich heiße Jörg Ruff und von Beruf bin ich Interim Manager im Umfeld Controlling und IT. Meine jetzige Selbstständigkeit habe ich begonnen, als ich 42 Jahre alt war. Der Auslöser war damals, dass ich nach 17 Jahren in Festanstellung bei vier verschiedenen Firmen Unternehmer sein wollte.

Mit Firmenbeteiligung das Risiko der Selbstständigkeit getragen

Meine letzte Festangestellten-Rolle beinhaltete eine Firmenbeteiligung, aus der ich beim Ausstieg eine Summe zurückbekam. Diese nutzte ich, um die Selbstständigkeit anfänglich abzufedern, da ich als Alleinverdiener in einer vierköpfigen Familie und einem Hauskredit eine entsprechende Dauerbelastung zu stemmen hatte.

Am Anfang zu viel gearbeitet

In der Zeit vor der Gründung hatte ich bereits das Thema „Business Intelligence“ für mich entdeckt, das fortan den roten Faden durch mein Berufsleben bilden sollte. Business Intelligence ist die Kunst, aus internen und externen Daten in einem Unternehmen weitere Informationen und Wissen zu generieren, die für eine Verbesserung der Unternehmens-Steuerung verwendet werden und helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Um dabei Erfolg zu haben, braucht es eine intelligente Kombination aus den richtigen Steuerungsgrößen bzw. Kennzahlen, den passenden Planungs- und Reporting-Prozessen und auch der geeigneten Software.

In meinen Festanstellungsjahren habe ich zudem früh Führungsverantwortung übernehmen dürfen, was mir für meine freiberuflichen Projekte sehr geholfen hat.

Das ist jetzt knapp 16 Jahre her. In der Selbstständigkeit hatte ich durchaus mit Herausforderungen zu kämpfen. Zum Beispiel habe ich mich in den ersten Jahren zu stark mit Projekten ausgelastet, sodass mein Privatleben darunter leiden musste. Häufig war ich nur am Wochenende zuhause und habe so einige Entwicklungsschritte meiner Kinder (damals 6 und knapp 3 Jahre alt) nur im Zeitraffer erlebt.

Unabhängig von der internen Firmenpolitik

Trotz alledem bin ich selbstständig geblieben, weil ich den Freiheitsgrad des Arbeitens sehr schätze. Ich nehme die Innenpolitik meiner Mandanten zur Kenntnis, bin aber nicht persönlich davon betroffen. Es ist ein Privileg aus meiner Sicht, dass ich mich ausschließlich auf die Sache, auf den Erfolg meines Projektes, konzentrieren kann.

Der größte Erfolg meiner jetzigen Selbstständigkeit war, dass ich in 18 Monaten ein Softwareunternehmen so nachhaltig sanieren konnte, dass es danach sehr gut vorbereitet auf eine mehrjährige Wachstumsphase war, die noch immer anhält.

Für diesen Erfolg war entscheidend, dass ich zunächst ein vierköpfiges Management-Team aus internen Kräften gebildet habe, mit dem ich die Situation offen und ohne Tabus analysierte (SWOT-Analysis) und dann die notwendigen Maßnahmen umsetzen konnte.

Positiver Blick in die Zukunft

Die Selbstständigkeit gibt mir das Gefühl, als Außenstehender mehr bewirken zu können als ein interner Change Agent. Über die Jahre mit jetzt Mitte/Ende 50 ist nun so viel weitere Erfahrung und ein großes Empfehlungs- und Multiplikatoren-Netzwerk hinzugekommen, dass ich recht entspannt in die Zukunft schaue.

Zusätzlich unterstütze ich als Business Angel einen jungen Unternehmer mit meinen Erfahrungen und genieße es sehr, dass ich so ein wenig zum Erfolg des Software-Start Ups beitragen kann.

Ich bin davon überzeugt, dass dieses Modell der Selbstständigkeit und des projektorientierten Arbeitens vom Anteil her zunimmt und wünsche mir mehr Unterstützung durch die Politik und eine neue „barrierefreie“ Gründerkultur.

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