Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Warum bist du selbstständig? – Lars Bösel, Coach und Moderator: „Ich tue nichts, was ich nicht will!“

Lars Bösel machte sich erst im Alter von 51 Jahren selbstständig, Foto: privat

Warum um alles in der Welt hast du dich selbstständig gemacht? Was beglückt dich in deinem Business, was treibt dich an? Warum bist du trotz aller Hindernisse Unternehmerin oder Unternehmer – und willst es auch bleiben?

Das wollten wir von dir wissen und haben auf unseren Aufruf hin mehr als 60 spannende Geschichten erhalten. Viele davon werden wir vorstellen. Heute erzählt Lars Bösel seine Geschichte, den du vielleicht schon als Moderator vieler Experten-Telkos, als Gastgeber des VGSD-Podcasts und als Regionalgruppensprecher in Berlin kennst.

 

Selbstständig – erst im Alter von 51

Ich heiße Lars Bösel und bin ein waschechter Berliner. Ich arbeite als Mindfuck©-Coach, Unternehmensberater sowie Moderator und wenn es die Zeit und die Inspiration hergeben, fotografiere ich auch. Im Schwerpunkt meiner Arbeit begleite ich Menschen in ihren beruflichen sowie persönlichen Entwicklungs- und Entscheidungsthemen sowie in der eigenen Potenzialentwicklung. Ich berate und entwickle Management, Teams und Organisationen, die sich verändern wollen oder müssen, um auch in der Zukunft erfolgreich zu sein.

Ich habe meine jetzige Selbstständigkeit begonnen, als ich 51 Jahre alt war. Der Auslöser war damals, dass mich meine Tätigkeit im Management in einem amerikanischen IT-Industrie Unternehmen nicht mehr zufrieden gemacht hat, mich in viele kritische berufliche, persönliche und moralische Fragen geführt hat, und dass ich gemerkt habe, wie die die Arbeit meine „Seele“ angegriffen hat. Das konnte auch Geld nicht „heilen“. Ich musste eine Entscheidung treffen.

 

Ziel: Echte und tiefe Zufriedenheit im Beruf

Weitere Gründe waren, die Gespräche und Unterstützung meiner Idee durch Familie und Freunde und dass ich mich zu der Zeit privat schon 3 Jahre im Bereich Coaching habe ausbilden lassen. Dabei erlebte ich, wie mir die Arbeit mit Menschen eine echte und tiefe Zufriedenheit sowie Erfüllung gegeben hat und ich in dieser Tätigkeit eine realistische Perspektive meines weiteren beruflichen Lebens gesehen habe.

In der Zeit vor der Gründung war ich Vieles. Vor der Wende habe ich als Anlagentechniker und Operator Farbbildröhren gebaut. Mit der Wende 1989/90 wechselte ich in eine Bank und war dort zehn Jahre in verschiedenen Positionen verantwortlich für den Betriebsbereich, Organisation und IT. Es folgte für vier Jahre ein Ausflug in die Welt der Unternehmensberatungen. Und meine bisher letzte Festanstellung währte dann fast 14 Jahre in dem schon oben genannten amerikanischen IT-Industrieunternehmen, in dem ich im Vertrieb gestartet bin und dann die letzten Jahre dort im Management gearbeitet habe.

Auf die Geschäftsidee kam ich damals, weil ich selbst erlebt habe, wie wichtig und wirksam eine Begleitung durch Coaching, Mentoring oder Sparring sein kann. Und weil mir die Arbeit, in der ich nebenberuflich gestartet bin, so viel Spaß gemacht und Erfüllung gegeben hat. Das ist jetzt 4 Jahre her.

 

„Herausforderungen spornen an“

Ich hatte in bzw. vor der Selbstständigkeit durchaus auch mit vielen und nicht zu kleinen Herausforderungen zu kämpfen. Da waren ganz viele Ängste, überhaupt erst mal eine Entscheidung zu treffen, nach über 30 Jahren Festanstellungen, ohne einen Tag Arbeitslosigkeit, eine relativ sichere und gut bezahlte Festanstellung aufzugeben.
Dann die Beantragung des Gründungszuschusses und die Angst, diesen nicht zu bekommen. Eine große Herausforderung war es auch, in der tatsächlichen Praxis zu verstehen und zu lernen, was alles anders läuft in einer Selbstständigkeit. Von der Kunden- und Auftragsakquise über die 100%ige Selbstorganisation, bis hin zur Buchhaltung und den zu tragenden Kosten. Und natürlich gab und gibt es immer mal wieder das Thema Scheitern, gerade jetzt auch unter den Corona-Bedingungen. Aber diese Herausforderungen spornen auch immer an, Neues zu entwickeln und auszuprobieren.

 

„Es gibt nichts Schöneres als selbstbestimmt und mit Sinn zu arbeiten“

Ich bin und bleibe selbstständig, weil es nichts Schöneres gibt, als selbstbestimmt und mit Sinn zu arbeiten, den Erfolg seiner eigenen Arbeit zu erleben, sich weiterentwickeln zu können, neue Ideen einfach selbst ausprobieren zu können und mit vielen Gleichgesinnten, Arbeit und wirtschaftlichen Erfolg neu zu denken.

Der größte Erfolg meiner jetzigen Selbstständigkeit ist, mein Leben so zu leben, wie ich es möchte. Nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will – aber, dass ich nicht tun muss, was ich nicht will.

Für diese Erfolge war entscheidend, dass ich an mich und das, was ich tue, glaube und mir ein Motto meiner Arbeit immer weiterhilft – an Dinge, Themen und Aufgabenstellungen mit Neugier, Vertrauen und Freude an der Erfahrung heranzugehen.

Ohne mich würde meinen Kunden Folgendes fehlen: Ein Partner, der mit viel Empathie, Geschick und Erfahrung und echtem Interesse hinter die Kulissen schaut, die richtigen Fragen stellt und Menschen und Organisationen voranbringt.

Wirtschaft und Gesellschaft wären ärmer, weil in der klassischen Arbeitswelt der Mensch immer noch als „Kostenfaktor“ gesehen wird und noch viel zu wenig seine Fähigkeiten und Potenziale im Mittelpunkt stehen.

 

„Selbstständige bringen Menschen, Gesellschaft und Wirtschaft voran“

Die Selbstständigen werden nicht immer fair behandelt. Besonders ärgere ich mich darüber, dass in Deutschland Selbstständige politisch nicht in ausreichendem Maße ernst genommen werden und ungleich gegenüber Angestellten behandelt werden. Wir tragen mit unseren Steuern ebenso für die Gesellschaft bei und tragen unsere Sozialkosten zu 100 Prozent selbst. Diese Ungleichbehandlung erlebe und sehe ich jetzt in der Pandemiezeit besonders.

Wenn ich mich nicht selbstständig gemacht hätte, wäre ich heute wahrscheinlich immer noch unglücklich in meinem alten Job und irgendwie in mir selbst gefangen.

Ich würde anderen trotz aller aktuellen Probleme empfehlen, sich selbstständig zu machen, weil ich glaube, dass die Art, wie wir arbeiten, die Menschen, die Gesellschaft und Wirtschaft voranbringen, so ein großer Teil der zukünftigen Arbeit aussehen wird, und weil zufriedene Menschen viel innovativer und produktiver sind.

 

Wie ist es bei dir? Warum liebst du es, selbstständig zu sein? Warum war deine Gründung für dich die richtige Entscheidung? – Wir sind gespannt auf deine Geschichte! 

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