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Warum bist du selbstständig? - Wera Kwiatkowski, Office Managerin "Ich wollte keine Nummer mehr sein."

Wera hat sich als Office-Managerin selbstständig gemacht: Sie übernimmt Sekretariatstätigkeiten für ihre Kunden.

Wera Kwiatkowski hat sich mit 26 Jahren selbstständig gemacht. Nach der Geburt ihres Sohnes suchte sie eine Teilzeitstelle in dem Pharmakonzern, in dem sie zuvor gearbeitet hatte - erfolglos. Also machte sie sich selbstständig.

Trotz aller Hürden, ob finanzieller Natur oder im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie und die Krisenpolitik der Regierung, ist Wera selbstständig geblieben. Ihre Überzeugung: Ich bringe meinen kleinen Laden zum Laufen.

Von der Sekretärin zur Office Managerin

Ich heiße Wera Kwiatkowski, von Beruf bin ich Office Managerin, wie das heute so „neudeutsch“ heißt – ich bin gelernte Sekretärin mit einem DSV-Diplom. Meine jetzige Selbstständigkeit habe ich im Alter von 26 Jahren begonnen. Der Auslöser war, dass ich durch die Geburt meines Sohnes keine Teilzeitanstellung in dem Pharmakonzern erhalten habe, bei dem ich zuvor als Abteilungsleitersekretärin tätig war.

Außerdem wollte ich nicht nur eine „Nummer“ in einer der vielen Abteilungen sein. In der Zeit vor der Gründung war ich in Vollzeit als Abteilungsleitersekretärin im Bereich Klinische Entwicklung bei einem großen Pharmakonzern tätig. Auf die Geschäftsidee kam ich, weil ich sehr gerne transkribiere und organisiere. Das ist jetzt 29 Jahre her.

Die Überzeugung: Ich bringe meinen kleinen Laden zum Laufen

Herausforderungen in der Selbstständigkeit waren zum Beispiel die fehlende Anerkennung von meinen Eltern und finanzielle Engpässe bei meiner Scheidung, die in die angehende Selbstständigkeit fiel. Ich bin trotzdem selbstständig geblieben, weil ich immer wusste, dass ich meinen kleinen Laden zum Laufen bringe und weil ich es mir und anderen zeigen wollte.

Der größte Erfolg meiner jetzigen Selbstständigkeit war, dass mein Büro nach 30 Jahren immer noch, gerade trotz des sehr schwierigen Jahres 2020 (Auftragseinbruch aufgrund der Corona-Pandemie und Corona-Politik) existiert und dass ich bis jetzt noch nicht aufgegeben habe. Und vor allen Dingen, dass ich es durch die schwierige Zeit, als ich alleinerziehend war, geschafft habe, zu bestehen. Für diese Erfolge war entscheidend, dass ich immer wieder aufgestanden bin und mich immer wieder am Schopf aus dem Sumpf gezogen habe.

Die persönliche Freiheit würde mir als Angestellte fehlen

Die Selbstständigkeit gibt mir eine persönliche Freiheit für mich und auch dafür, dass ich noch meinen Partner aktiv bei seinem Geschäft unterstützen kann, im Büro und auf der Baustelle (er ist Inhaber der Firma SeilundFels - Industriekletterer, Höhenarbeiten, Schulung). Die Flexibilität hierfür würde mir als Angestellte fehlen und auch nie funktionieren.

Ohne mich würde meinen Kunden Folgendes fehlen: Mein Lachen, meine Organisationsfähigkeit und vieles mehr. Hierzu müsste man aber meine Kunden fragen. Wirtschaft und Gesellschaft wären ohne uns Selbstständige ärmer, denn wenn gerade wir kleinen Selbstständigen im Getriebe fehlen, merkt es die Gesellschaft und Wirtschaft nicht sofort, aber wenn, dann doch sehr nachhaltig!

Die Selbstständigkeit ist eine Erfüllung

Ich ärgere mich darüber, dass wir Selbstständigen die KV alleine tragen müssen und dass gerade die Einzelunternehmer als nicht wichtig betrachtet werden. Trotz diesem Umstand war die Selbstständigkeit für mich die richtige Entscheidung, weil ich schon immer selbst entscheiden wollte. Außerdem muss ich so nicht für jeden arbeiten.

Als Angestellte wäre ich wahrscheinlich weniger zufrieden, weil ich Dinge tun müsste, hinter denen ich nicht unbedingt stehe. Wenn ich mich nicht selbstständig gemacht hätte, wäre ich heute mit Sicherheit sehr traurig. Anderen würde ich trotz aller aktuellen Probleme empfehlen, sich selbstständig zu machen, weil es eine Erfüllung ist – auch wenn das in manchen Ohren gerade in der jetzigen wirklich schwierigen Situation nicht immer unproblematisch ist. Aber ich würde erst dazu raten, es nebenberuflich in Ruhe zu beginnen. Das war auch bei mir so.

Um die Selbstständigkeit aus voller Überzeugung empfehlen zu können, rate ich euch: Ruft mich einfach an und wir plaudern über das Thema – ich denke aufgrund meiner positiven Art kann ich bestimmt überzeugen und auch bei der Umsetzung helfen.

Anmerkung:

Unsere Aktion "Warum bist du selbstständig?" stieß bei euch auf eine große Resonanz, worüber wir uns sehr freuen. Dabei haben wir deutlich mehr Zuschriften bekommen als wir erhofft haben. Wir bedanken uns herzlich bei euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mit uns eure Geschichte zu teilen.

Wie ihr bestimmt schon gesehen habt, haben wir bereits eine Reihe von Warum-Geschichten veröffentlicht. Die Geschichten, die wir auswählen, zeigen immer neue Aspekte und Gründe für eure Selbstständigkeit: Seid ihr Unternehmer, weil eurer Kreativität in dieser Berufsform keine Grenzen gesetzt sind, weil die Freiheit durch eine Selbstständigkeit unbezahlbar ist - oder warum? Wir möchten mit der Auswahl der Geschichten der Vielfalt an Gründen für eine Selbstständigkeit Rechnung tragen und diese Bandbreite aufzeigen. Wir bitten daher um euer Verständnis, wenn wir deshalb nicht jede Geschichte veröffentlichen können, hoffen aber, euch durch immer neue Ansichten inspirieren zu können.

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