In unserem ausführlichen Jahresrück- und -ausblick erfährst du, wie wir die aktuelle Lage sehen, was unsere Strategie ist, welche Bedeutung Kooperationspartner und unser Team haben. Anhand vieler Zahlen und Fakten gehen wir anschließend auf Erreichtes und Geplantes ein.
Inhaltsübersicht
- Kanzler Merz will 2026 Standortbedingungen verbessern – auch für Selbstständige?
- Fokusthemen 2026: Wofür wir eintreten
- Viele Maßnahmen würden wenig Kosten, aber große Wirkung erzielen
- Die Bundesregierung braucht eine Strategie – und klare Zuständigkeiten
- BAGSV: Enge Zusammenarbeit mit anderen Verbänden
- Weitere Fortschritte beim Aufbau breiter Allianzen
- Wissenschaftler/innen als wichtige Stakeholder
- Hochmotiviertes Team trifft engagiertes Netzwerk? So macht Arbeit Spaß!
- Aktivrente-Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften
- Woran arbeiten wir in den nächsten Monaten mit höchster Priorität?
- Diese Themen haben unsere Mitglieder 2025 am meisten bewegt
- Interaktionen auf Social-Media gingen durch die Decke
- Mitgliederzahl gehalten, aber Rückgang bei Vereinsmitgliedern
- Mehr als 15.000 Talk-Anmeldungen
- Deutlicher Anstieg: 235 Gelegenheiten zum persönlichen Kennenlernen bei Gruppentreffen
- Netzwerktreffen in Karlsruhe
- ETF-Teams feiern Premiere
- Online-Sprechstunden
- Zwischen Presseanfragen und politischen Terminen
Am 20.1.2025 wurde Donald Trump als US-Präsident vereidigt und bestimmt seitdem die Nachrichten, egal ob es um den Ukraine- oder Nahostkonflikt geht, um Venezuela, den Iran oder Grönland. Die Klimapolitik ist in den Hintergrund getreten, obwohl die Erderwärmung im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 erstmals über 1,5 Grad lag und damit das Pariser Klimaabkommen zu reißen droht. Keine erfreuliche Weltlage!
Nach der Enttäuschung über die Ampel-Regierung machten in Deutschland die vorgezogenen Neuwahlen am 23.2.2025 vielen Hoffnung. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf neben einer Änderung der Migrationspolitik unter anderem die Verteidigung der Schuldenbremse, Strukturreformen und Wirtschaftswachstum ("Herbst der Reformen") versprochen. Doch dann war er mit Donald Trump und der Weltpolitik beschäftigt und konnte sich gegenüber dem deutlich kleineren Koalitionspartner wiederholt nicht durchsetzen. Besonders sichtbar wurde das bei den Rentengesetzen.
Entsprechend groß war die Enttäuschung über die ausgebliebenen Reformen. Das Geschäftsklima stagnierte für die Gesamtwirtschaft und trübte sich bei den Selbstständigen zum Jahresende sogar deutlich ein. "Das Jahr endete ohne Aufbruchstimmung", fasste Katrin Demmelhuber vom ifo Institut die Lage zusammen.
2025 soll nun alles anders werden: Merz feuerte Anfang Januar seinen Büroleiter Jacob Schrot, weil er unzufrieden mit dem Wirtschaftswissen in seinem direkten Umfeld sei. In einem Brief an die Abgeordneten von Union und SPD erklärte Merz am 4. Januar: "Noch ist nicht alles so gut gelungen, wie wir es uns vorgenommen haben. (...) Die Lage der deutschen Wirtschaft ist in einigen Bereichen sehr kritisch, große Industriezweige stehen ebenso wie erhebliche Teile des Mittelstands und des Handwerks vor gewaltigen Herausforderungen, in vielen Unternehmen gehen Arbeitsplätze verloren. Wir werden uns im Jahr 2026 deshalb darauf konzentrieren müssen, die richtigen politischen und gesetzlichen Entscheidungen zu treffen, um die Standortbedingungen durchgreifend zu verbessern."
Zweifel sind erlaubt, ob Merz dabei auch die Solo- und Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitenden im Blick hat. Obwohl wir 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland darstellen, für acht Millionen Erwerbstätige und damit zehnmal so viele wie die Automobilindustrie stehen, fühlt es sich oft so an, als wären wir für die Bundesregierung unsichtbar.
Die Ampel-Regierung hatte unter Robert Habeck eine umfassende Strategie für schnell wachsende Start-ups erarbeitet, die deutlich weniger als 0,9 Prozent der Unternehmen in Deutschland ausmachen. Für unsere 90 Prozent der Wirtschaft fehlt der Regierung jedoch bis heute vor eine Strategie.
Die Regierung muss endlich auch Solo- und Kleinstunternehmen in den Blick nehmen:
- Mit einer wirksamen Reform der Statusfeststellung,
- einer fairen Bemessung der Sozialversicherungsbeiträge (z.B. zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung,
- der Berücksichtigung der Selbstständigen bei der Aktivrente sowie
- bei der geförderten privaten Altersvorsorge (Altersvorsorge-Depots als Nachfolgelösung zur Riesterrente) und der betrieblichen Altersvorsorge.
Weitere Prioritäten unserer Mitglieder, für die wir uns im neuen Jahr einsetzen werden, sind neben dem flächendeckenden Abbau von Bürokratie: eine Reform der Gründungsförderung, angemessene Mutterschutzleistungen für Selbstständige, faire Honorare – speziell auch bei staatlichen Auftraggebern, die Anpassung des seit Jahrzehnten unveränderten Gewerbesteuer-Freibetrags und die Liberalisierung des Steuerberater-Gesetzes sowie die Abschaffung oder grundlegende Reform des Fernunterrichts-Schutzgesetzes (FernUSG), von dem große Rechtsunsicherheit ausgeht. Für uns Selbstständige spielt zudem eine wirksame Strukturreform der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung eine entscheidende Rolle, da die Beiträge sonst vielen von uns komplett über den Kopf zu wachsen drohen.
Anders als an größere Unternehmen gerichtete Maßnahmen wie Investitions-Booster und Industrie-Strompreis würden viele dieser Maßnahmen nicht viel Geld kosten, sondern vielmehr guter ordnungspolitischer Praxis entsprechen. Sie würden neue Zuversicht und Aufbruchstimmung verbreiten und wie ein Konjunkturprogramm wirken – ohne dessen hohe Kosten.
Die Bundesregierung in Gestalt des Bundeswirtschaftsministeriums sollte unseres Erachtens schnellstmöglich eine Strategie für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen erarbeiten – mit dem Ziel, einen Großteil der abgeleiteten Maßnahmen zum 1.1.2027 oder auch schon früher umzusetzen. Aus dem Strategieprozess könnte sich im Wirtschaftsministerium ein Team aus Mitarbeitenden herausschälen mit tieferem Verständnis der Solo- und Kleinstunternehmen, das die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen dann interministeriell koordiniert.
Denn bisher fehlt nicht nur eine Strategie für Solo- und Kleinstunternehmen, sondern auch eine Zuständigkeit. Es gibt Referate für einzelne Sektoren (die dann auch für größere Unternehmen in diesen Bereichen verantwortlich sind), aber nicht für die 90 Prozent der kleinen Unternehmen insgesamt, obwohl hier branchenübergreifend sehr viel Reformbedarf besteht. Das Fehlen einer solchen Zuständigkeit zeigte sich schmerzlich in der Corona-Krise: Die entwickelten Hilfen gingen lange Zeit an den Bedürfnissen und der Realität insbesondere von kleinen Unternehmen vorbei. Das muss nun endlich geändert werden – auch als Lehre aus der Covid-Zeit.
Parallel muss die Regierung ihr Narrativ von Selbstständigkeit ändern – weg von einem, das Selbstständige als überwiegend scheinselbstständig, prekär und von Altersarmut gefährdet darstellt. Diese Erzählungen sind vor allem von dem Interesse geleitet, Selbstständige in die Rentenversicherung einzubeziehen, sei es durch ihre Reklassifizierung als abhängig Beschäftigte, sei es durch die Rechtfertigung einer Rentenversicherungspflicht. Der wirtschaftliche Schaden, den die Regierung und speziell das Bundesarbeitsministerium damit anrichtet, ist um ein Vielfaches größer als der Nutzen. Unter dem Strich führen eine solche Politik und Kommunikation nicht zu mehr, sondern zu geringeren Einnahmen der Sozialversicherung.
Es ist legitim, dass eine Regierung die Einbeziehung von (künftigen) Selbstständigen in die Rentenversicherung fordert. Sie muss dabei aber differenziert und faktenbasiert argumentieren und darf Rentenbeiträge nicht dadurch erzwingen, dass sie Menschen ihre Lebensentscheidung für die Selbstständigkeit abspricht. Das ist übergriffig, gefährdet die Berufsfreiheit und die Motivation hart arbeitender Menschen. Die Politik würde ihre Glaubwürdigkeit zudem deutlich erhöhen, wenn sie Beamte und Abgeordnete nach den gleichen Regeln behandelt wie die, die sie für Selbstständige aufstellt.
Diese Ziele zu erreichen, dass also die Bundesregierung uns wahrnimmt und zentrale Anliegen "unserer" 90 Prozent der Wirtschaft umsetzt, ist nicht einfach. Die Wirtschaftspolitik wird dominiert von den Sozialpartnern, also Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften. Sogar in den Parteien gibt es Arbeitgeber- und -nehmerflügel.
Unser Kampf für die Selbstständigen gleicht in diesem Sinne dem "Marsch durch die Institutionen", den die 68er-Generation ausrief und der Frauenbewegung, die sehr lange für mehr Gleichberechtigung kämpfen musste und damit auch noch nicht am Ziel ist.
Deshalb arbeiten wir im Rahmen der BAGSV (Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände) eng mit anderen Berufsverbänden zusammen, insbesondere solchen, die überwiegend Solo- und Kleinstunternehmen als Mitglied haben. Wie im letzten Jahresrückblick angekündigt haben wir die BAGSV auf neue Beine gestellt und professionalisiert. Wir haben Anfang 2025 eine Geschäftsordnung beschlossen, die Sprecher gewählt, Mitgliederbeiträge eingeführt, die uns weiteres Wachstum ermöglichen. Möglich wurde all dies durch die Anstellung von Jörn Freynick als Leiter Politik des VGSD. 2025 wurde er vom Koordinator der BAGSV zu deren Generalsekretär ernannt.
Zurzeit arbeiten wir mit Hochdruck an einer neuen Website für die BAGSV, die zugleich aktueller und einfacher zu pflegen ist. Die wichtigste Neuerung ist die Einführung eines Intranets (bereits in Betrieb), mittels dessen sich die Verbandsvertreter darüber austauschen können, mit welchen Stakeholdern (Politiker/innen, Beamten usw.) sie gesprochen haben, zu welchem Thema und mit welchem Ergebnis. Der Austausch und die Abstimmung gehen also weit über gemeinsame Gespräche mit Stakeholdern hinaus.
Die BAGSV hat dadurch deutlich an Attraktivität und Gewicht gewonnen. Die Zahl der Mitgliedsverbände ist 2025 auf 30 gestiegen, die Zahl der Mitglieder beträgt nun deutlich über 100.000. Zuwachs gab es einerseits von Verbänden, die die Reform des Statusfeststellungsverfahrens (SFV) umtreibt. Besonders groß war das Wachstum dabei im Bildungsbereich, zumal wir uns auch für die Umsatzsteuerfreiheit von Bildungsleistungen und für eine Abschaffung bzw. umfassende Reform des FernUSG engagieren. Zu diesem Thema und im Rahmen des Herrenberg-Dialogprozesses des BMAS haben wir eine ganze Reihe von Onlinetreffen für Verbände aus diesem Sektor organisiert.
Großes Interesse an einer verbändeübergreifenden Zusammenarbeit beobachten wir auch im Bildungsbereich. Heute fand das erste Arbeitsgruppentreffen der AG Kultur statt, also der BAGSV-Verbände aus der Kreativwirtschaft. Neben Rechtssicherheit geht es in diesem Sektor um Themen wie faire Bezahlung (der Staat ist häufig Auftraggeber, und nicht immer ein guter), die Künstlersozialkasse und ähnliche Themen.
Positionspapiere, Stellungnahmen, Grundsatzprogramm
Auch die programmatische Arbeit etwa an Positionspapieren und Stellungnahmen findet in Arbeitsgruppen statt. Unser Positionspapier zum Statusfestellungsverfahren ist 2024 auf viel Beachtung gestoßen. Gerade arbeiten wir an einem Grundsatzprogramm. Das nächste Projekt dürfte ein aktualisiertes Positionspapier zum Thema Altersvorsorgepflicht werden.
Branchenübergreifend repräsentieren wir in der BAGSV mehr als 100.000 Mitglieder, die Politik kommt deshalb nicht an uns als Ansprechpartnerin für Solo- und Kleinstunternehmen vorbei. Sie hat die Wahl (auch) mit uns zu sprechen oder nur mit den Sozialpartnern, setzt sich dann aber der Kritik aus, dass sie die Betroffenen nicht angehört hat.
Wir machen kontinuierlich Fortschritte bei unserem "Marsch durch die Institutionen", werden in immer mehr Gremien und Meetings einbezogen, wenn auch noch längst nicht in alle für uns relevanten. Es gibt auch Rückschläge: manchmal geht es zwei Schritte vor, einen zurück. Aber die Richtung stimmt! Bei der Umwelt-, Frauen- und anderen sozialen Bewegungen war es ganz ähnlich. Das Wichtigste: kontinuierlich dranbleiben!
Um die Politik nachhaltig zu ändern, reicht das alles aber noch nicht. Wir müssen noch breitere Allianzen aufbauen! Und auch da haben wir 2025 wichtige Fortschritte gemacht. Besonders sichtbar wurde das bei den Industrie- und Handelskammern. Mit der IHK für München und Oberbayern haben wir zum Beispiel 2025 eine Kooperation vereinbart, in deren Rahmen wir jedes Jahr zwei gemeinsame Veranstaltungen durchführen, eine zu einem politischen, die andere zu einem Servicethema. 2025 ging es in einer Fishbowl-Diskussion u.a. mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher der SPD um das Statusfeststellungsverfahren und in einer zweiten Veranstaltung mit drei großartigen Referent/innen um den KI-Einsatz bei Solo- und Kleinstunternehmen.
Die Termine für 2026 stehen schon fest. Am 2.3.2026 geht es mit den Expert/innen Claudia Kimich, Markus Hartmann und Wolfgang Wadlinger darum, wie man selbstbewusst Honorare festlegt und durchsetzt, im November 2026 dann um das Thema Altersvorsorge von einer politischen Perspektive aus – von Altersvorsorge-Depot über Aktivrente bis zu Altersvorsorgepflicht. Für den Termin im März kannst du dich hier anmelden. (Nur noch wenige Plätze frei!)
Auch mit weiteren IHKs wie der in Augsburg sowie mit der Dachorganisation DIHK arbeiten wir zusammen. Im April 2025 hatten wir ein Online-Treffen mit DIHK-Vize Dercks. Schon vorher arbeiteten wir im Rahmen des Herrenberg-Dialogprozesses in einer vom DIHK koordinierten Arbeitsgruppe und lernten wichtige Ansprechpartner dieser und anderer Organisationen kennen. Am 22.9.25 waren wir zu Gast beim IHK-Tag, Andreas Lutz hielt einen Vortrag. Am Montag nächster Woche findet ein weiteres Treffen zum Thema SFV-Reform mit dem DIHK als Gastgeber statt.
Während die Industrie- und Handelskammern für die Gewerbetreibenden in Deutschland zuständig sind, vertritt der Bundesverband der freien Berufe (BfB) die kammerpflichtigen und auf freiwilliger Basis auch viele kammerfreie Berufe. Mit ihm arbeiten wir seit einer ganzen Reihe von Jahren sehr freundschaftlich zusammen.
Mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bzw. der von ihm koordinierten Mittelstandsallianz haben wir Anfang November 2025 eine enge Abstimmung über Inhalte und Aktivitäten vereinbart.
Ein weiterer wichtiger Partner ist der Digitalverband Bitkom und der eng mit ihm zusammenarbeitende "Roundtable External Workforce". In ihm treffen sich seit vielen Jahren jede Woche die Compliance-Verantwortlichen großer Auftraggeber-Unternehmen, darunter auch vieler DAX-Unternehmen, um zu besprechen, wie die unklaren Regeln der Deutschen Rentenversicherung bei der Statusfeststellung mit der betrieblichen Praxis in Einklang zu bringen sind. Ein Teil dieser Unternehmensvertreter engagiert sich zudem politisch für mehr Rechtssicherheit.
Aus mehreren Einladungen zum Roundtable entwickelte sich eine Zusammenarbeit von Bitkom und VGSD an einem Positionspapier zum Statusfeststellungsverfahren, das im Februar 2025 veröffentlicht wurde. Am 27.11.25 präsentierte die für das SFV zuständige Bitkom-Referentin zusammen mit Andreas Lutz zuständigen Fachpolitiker/innen die gemeinsamen Vorschläge, wie eine wirksame Reform des SFV aussehen könnte.
Schon seit vielen Jahren sind wir zudem Mitglied der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), vier Jahre lang war Andreas Lutz sogar im Vorstand der vbw. Auf diese Weise haben wir auch ins Arbeitgeber-Lager gute Kontakte und profitieren von der großen Expertise und Erfahrung dieser Organisation.
Wir bleiben natürlich auch offen für den Austausch mit Gewerkschaften. Allerdings begegnete man uns dort in der Vergangenheit immer wieder mit großem Misstrauen, nahm uns in erster Linie als Konkurrenz wahr – nicht auf Ebene der Mitglieder, sondern auf Funktionärsebene. Dabei gibt es eigentlich eine klare Abgrenzung: Wir vertreten hauptsächlich diejenigen Selbstständigen, die gerne und freiwillig selbstständig sind und es auch bleiben wollen. Bei den Gewerkschaften sind häufiger Selbstständige organisiert, die eigentlich lieber angestellt wären. Zumindest nehmen es deren Funktionäre so wahr.
Unser Ziel bei der Zusammenarbeit mit all diesen Organisationen: ein gemeinsames Verständnis der Probleme und Fakten herstellen, unsere Lösungsideen abgleichen, Schnittmengen bilden. Die berechtigten Anliegen der anderen verstehen und mitdenken, um so gemeinsam mit einer starken Stimme zu sprechen und sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen.
Beim Schmieden eines breiten Konsenses gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir sehen auch Wissenschaftler/innen als wichtige Stakeholder. Seit vielen Jahren berichten wir intensiv über neue Studienergebnisse und arbeiten teils eng mit führenden Forschungseinrichtungen zusammen. Von besonderer Bedeutung für uns sind dabei DIW Berlin, IAB Nürnberg, IfM Bonn, ifo München, IW Köln und ZEW Mannheim. Besonders eng arbeiten wir mit dem ifo Institut zusammen, mit dem wir seit 2021 im engen Austausch stehen und monatlich den Jimdo-ifo-Index publizieren.
Dadurch können wir, auch was die konjunkturelle Entwicklung in den verschiedenen Teil-Branchen betrifft, empirisch fundierte Auskünfte geben, was uns sehr beim Schaffen von Sichtbarkeit für unsere Anliegen hilft. Wir sind gefragt als Interviewpartner, als Sparringspartner bei der Entwicklung von Hypothesen und Fragebögen, helfen den Forschungseinrichtungen und auch dem Statistischen Bundesamt (das regelmäßig auf uns zukommt) dabei, dass genügend Selbstständige an Befragungen teilnehmen und es somit fundiertere Zahlen über Selbstständigkeit gibt.
Besonders gefreut haben wir uns über die große Beachtung, die der Jimdo-ifo-Index in den Medien erhalten hat, zuletzt gerade erst diese Woche mit Veröffentlichungen z.B. in Spiegel, Handelsblatt, ntv und anderen Medien.
Ein weiterer Höhepunkt war die "Schumpeter lecture" von Professor Friederike Welter auf der SME Assembly in Kopenhagen im November 2025. Welter ist Chefin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn) und sprach in Ihrem Eröffnungsvortrag dieser jährlichen EU-Veranstaltung über "Everyday Entrepreneurs".
Die Forschung konzentriere sich in den letzten Jahren zu stark auf schnell skalierende Start-ups und übersehe, dass ein großer Teil der Wirtschaft nicht von schnellem Wachstum angetrieben wird, sondern von der Erfüllung der Bedürfnisse ihrer Kunden durch ganz "alltägliche Unternehmer/innen". Wir hoffen, dass die Auswahl dieses Vortrags ein Signal der EU-Kommission ist, dass sie künftig mehr Augenmerk auch auf Solo- und Kleinstunternehmen richten will. Wir werden uns dafür in den kommenden Monaten in Hinblick auf die nächste SME Assembly 2026 in Dublin einsetzen.
Wenn man sich zum geschätzten Gesprächspartner entwickelt und immer mehr Einladungen erhält, befindet man sich als Verband in der Gefahr, vor lauter "wichtigen" Gesprächen anderen Aufgaben nicht mehr nachkommen zu können, die aber genauso wichtig für den Erfolg der Interessenvertretung sind.
Das ist ein Grund, warum wir mehrere Jahre keine eigene Petition mehr initiiert haben. Denn eine erfolgreiche Petition bedeutet so viel Arbeit, dass man sie nur mit einem extrem gut eingespielten Team bewältigen kann.
Gut eingespielt sind wir seit vielen Jahren: Vorstandsvorsitzender Andreas Lutz und Geschäftsführer Max Hilgarth haben den Verband 2012 gemeinsam gegründet und arbeiten seit vielen Jahren mit Nadine Luck zusammen, die beim VGSD für Social Media und Talks verantwortlich ist. 2021 kam Julia Schulze, ein langjähriges Mitglied, als Office Managerin hinzu. Sie organisiert unter anderem auch den jährlichen Netzwerktag. Weitere Verstärkung kam 2023 – wie schon erwähnt – mit Jörn Freynick als Leiter Politik und Generalsekretär der BAGSV hinzu und im September 2025 dann mit Katharina Mandlinger als Redakteurin. Auch sie war davor schon mehrere Jahre VGSD-Mitglied. Wie sie im Weihnachts-Podcast letzten Monat verriet, gefällt es ihr bei uns so gut, dass sie ihre Wochenarbeitszeit am 1.2.2026 von 25 auf 35 Stunden aufstocken wird.
Jana Nitzsche war drei Jahre Werkstudentin bei uns, machte dann einen Abstecher zu einem anderen Arbeitgeber. Wir sind sehr stolz, dass sie im März 2025 wieder zu uns zurückkehrte. Sie arbeitet eng mit Nadine in Bezug auf Experten-Talks und Social Media zusammen und hat großen Anteil an dem starken Wachstum unserer Social-Media-Kanäle (vergleiche unten). Der neueste und jüngste Mitarbeiter, aber schon jetzt ein unverzichtbarer Teil unseres Teams, ist Joachim Rogoschewski. Er verwendet einen Großteil seiner Arbeitszeit für die Betreuung unserer Regional- und Fachgruppen und hat zusammen mit seinem Vorgänger Marvin Mertin großen Anteil an dem starken Wachstum der Zahl der Gruppenevents im zurückliegenden Jahr (auch hierzu unten mehr). Fotos aller Teammitglieder findet ihr auf unserer Über-uns-Seite.
Es ist jeden Tag eine Freude, zusammen mit – trotz der schwierigen Weltlage – gut gelaunten, hochmotivierten und positiven Menschen zusammenzuarbeiten. Und dazu zählen wir nicht nur die angestellten, sondern auch die freiberuflichen Kolleg/innen, die unsere Website betreuen und weiterentwickeln, die ehrenamtlichen Mitglieder in Vorstand und Beirat sowie die vielen aktiven Mitglieder, die durch ihr Engagement die Vielzahl an Talks, Gruppen und politischen Aktivitäten ermöglichen – und auch die Kolleg/innen aus anderen BAGSV-Verbänden, mit denen wir uns eng abstimmen.
Wie alle Solo-Selbstständige, die zu Arbeitgebern werden, ist die Auswahl und Führung von Mitarbeitenden mit einer steilen Lernkurve verbunden. Wir haben in den letzten Jahren viel dazu gelernt, manches war auch schmerzhaft. Um so stolzer sind wir, ein so großartiges Team versammelt zu haben. Nur dank dieser Konstellation konnten wir zwischen Oktober und Dezember 2025 zwei Monate lang die Aktivrente-Petition zu einem solchen Erfolg machen – mit mehr als 100.000 Mitzeichner/innen.
Nachdem wir zuvor Petitionen entweder auf unserer eigenen Website oder der des Bundestags durchgeführt haben, nutzten wir mit openPetition 2025 erstmals eine private Plattform – und profitierten dabei stark von der Unterstützung durch deren Team, zum Beispiel durch deren Mailings, die Produktion von Videos für Social Media sowie bei der Übergabe der Petition. Den Erfolg verdanken wir zudem der vielen sie unterstützenden Verbände und ganz besonders wollen wir auch den vielen Mitgliedern und Mitzeichner/innen danken, die sich mit Mails und Briefen an ihre Abgeordneten wendeten.
Der Aktivrente-Petition ging übrigens eine weitere bei openPetition voraus, mit der wir im März 2025 die politischen Forderungen unserer Mitglieder aus einem Voting in die Koalitionsverhandlungen der neuen Bundesregierung einzubringen versuchten.
Natürlich könnten wir angesichts der Vielzahl an Aufgaben gut noch weitere Unterstützung gebrauchen. Wir werden abhängig von Mitgliederentwicklung und daraus resultierendem Budget das Team organisch weiterentwickeln.
Nach dieser Lobeshymne auf unser Team stellt sich die Frage: Wie geht es in den nächsten Monaten weiter – was sind unsere konkreten politischen und redaktionellen Prioritäten?
Statusfeststellungsverfahren
Unser wichtigstes Ziel bleibt eine wirksame Reform des Statusfeststellungsverfahrens, und zwar zum 1.1.2027. Das Bundesarbeitsministerium arbeitet an einem Gesetzesentwurf, den es gegen Ende des zweiten Quartals dieses Jahres vorstellen will. Wir haben viele Gespräche zu diesem Thema geführt, werden das weiter intensiv tun und konkrete Lösungsvorschläge einbringen. Wir werden den Druck hochhalten, dass es bei diesem Zeitplan bleibt und es zu einer Lösung kommt, die wirklich geeignet ist, endlich Rechtssicherheit zu schaffen.
Altersvorsorge-Pflicht
Großen Einfluss auf die im Koalitionsvertrag ebenfalls vorgesehene Einführung einer Altersvorsorgepflicht für Selbstständige wird das Ergebnis der Sozialstaats-Kommission und der Rentenkommission haben. Schon bald sollen die Ergebnisse der erstgenannten Kommission vorgestellt werden, vor der wir am 20.10. 2025 als Sachverständige sprechen durften. Die Rentenkommission soll ihre Ergebnisse dann Mitte 2026 vorstellen. Da hier weitreichende Empfehlungen zur Einbeziehung von Selbstständigen in die Rentenversicherung gegeben werden sollen, ist es uns wichtig, die Pro- und Contra-Argumente sowie Voraussetzungen im Vorfeld deutlich zu machen.
Mutterschutz
Aktuell auf der Agenda steht auch das Thema Mutterschutz für Selbstständige. In den nächsten vier Wochen haben wir allein zu diesem Thema Meetings mit dem Bundesarbeitsministerium, Gesundheitsministerium, Abgeordneten sowie einen Workshop mit dem Westfälischen Handwerkskammertag zu einer von ihm erstellten Machbarkeitsstudie.
Aktivrente
Ein weiteres, brennendes Thema ist die Aktivrente, die zum 1.1.2026 eingeführt wurde, – unter Ausschluss der Selbstständigen. Wir prüfen intensiv die Klagemöglichkeiten, sprechen dazu mit Jurist/innen und anderen Verbänden, die ebenfalls juristisch gegen diese eklatante Ungleichbehandlung vorgehen wollen. Klar ist, dass ein solches juristisches Vorgehen mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Deshalb werden wir parallel auch politisch und medial den Missstand anprangern und eine deutlich frühere Einbeziehung der Selbstständigen fordern. Wir werden euch zeitnah über unsere nächsten Schritte informieren.
Altersvorsorge-Depot
Ein weiteres aktuelles Thema: das Altersvorsorge-Depot. Das Kabinett will es als Nachfolge-Instrument zur Rürup-Rente zum 1.1.2027 einführen. Anders als von Klingbeil-Vorgänger Lindner geplant, sollen auch hier Selbstständige ausgeschlossen bleiben, obwohl sie in besonderem Maße auf eine gute private Altersvorsorge angewiesen sind. Auch hier werden wir uns laut und deutlich zu Wort melden.
Es ist also sehr viel zu tun. Viel zu tun und viel geschafft haben wir auch 2025, darüber wollen wir euch im Folgenden anhand einiger spannender Zahlen, Daten und Fakten berichten.
Die Zahl der Kommentare ist für uns ein wichtiges Indiz für euer Interessen an einem Thema. In unserem letzten Jahresrückblick haben wir uns über das deutliche Wachstum bei den Kommentaren (von 3.100 auf 3.459 im Jahr 2024) gefreut. Auch 2025 hat die Zahl der Kommentare zugenommen, wenn auch nicht ganz so stark, nämlich um 4,4 Prozent auf 3.611. Das entspricht genau der Zunahme der Zahl der von uns veröffentlichten Beiträge. Diese stieg ebenfalls um 4,4 Prozent auf 286.
Entsprechend blieb die durchschnittliche Zahl der Kommentare unverändert bei 12,6 pro Beitrag. Wobei die Zahl der Kommentare natürlich ganz unterschiedlich verteilt war. von Beiträgen ganz ohne Kommentar bis zu dem mit 360 Kommentaren meistdiskutierten Beitrag.
Hier kommt die Hitliste der zehn im Jahr 2025 meistdiskutierten Beiträge auf der VGSD-Website:
- Selbstständige zahlen sie längst – trifft es jetzt auch Arbeitnehmer? – Empörung über Habeck-Forderung nach Sozialbeiträgen auf Kapitalerträge (14.1.2025): 360 Kommentare
- Pressemitteilung – Aktivrente nur für Arbeitnehmer: "Schlag ins Gesicht der Selbstständigen" (16.9.2025): 267 Kommentare
- PKV zu teuer? Rückkehr aus Ausland? Nur noch geringfügig beschäftigt? – Bundesregierung verbaut für 55+ die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (21.11.2025): 228 Kommentare
- Hält sich die Rentenversicherung nicht an ihre eigenen Regeln? – DRV spricht von "unbeständiger und nicht vorhersehbarer Entwicklung der Rechtsvorschriften" (28.1.2025): 207 Kommentare
- Jimdo-ifo-Index für September 2025 – Schwache Umsätze, gesunkene Erwartungen: Geschäftsklima bei Selbstständigen trübt sich deutlich ein (6.10.2025): 113 Kommentare
- Positionspapier von Bitkom und VGSD – Auftraggeber legen detaillierten Plan für Rechtssicherheit vor (13.2.2025): 105 Kommentare
- Pauschalhonorare als Kriterium für Scheinselbstständigkeit – In der Privatwirtschaft tabu, bei Bundesbehörden in Ordnung? (7.11.2025): 102 Kommentare
- Mit praktischem Musterbrief – Für eine faire Aktivrente: Schreib deinem Abgeordneten! (30.9.2025): 99 Kommentare
- Rückblick auf den Wirtschaftswarntag am 29.01.2025 – Das haben wir am Brandenburger Tor gefordert (30.1.2025): 97 Kommentare
- Ungleichbehandlung im Arbeitsleben – Was die Aktivrente mit Psychologie zu tun hat (30.10.2025): 90 Kommentare
Herausheben wollen wir an dieser Stelle, dass zwei der Beiträge (auf den Plätzen 4 und 7) von unserem aktiven Mitglied Marcel Misch initiiert wurden, der unermüdlich – und auch unerschrocken – zu Themen wie diesen recherchiert.
In unserem letzten Jahresrückblick freuten wir uns über 40 Prozent Wachstum auf Instagram und LinkedIn. Dieses Wachstum setzte sich 2025 fort: Die Zahl der Follower/innen auf LinkedIn stieg nochmals um 35 Prozent, auf Instagram um 28 Prozent.
Das ist aber nicht alles: Unser fleißiges Social-Media-Team verfasste deutlich mehr Posts (plus 35 bzw. 22 Prozent). Kombiniert führte dies zu einem enormen Wachstum bei der Sichtbarkeit des VGSD und den Interaktionen (Likes, Kommentare, Shares):
- Auf Instagram stieg die Zahl der Impressions um 166 Prozent, die der Likes um 133 und der Kommentare um 90 Prozent.
- Auf LinkedIn konnten wir die Impressions um 54 Prozent steigern, die Likes nahmen um 121 Prozent zu und die Zahl der Kommentare um 98 Prozent. Die Shares verdreifachten sich fast (+194 Prozent).
- Auf Facebook blieb die Zahl der Nutzer/innen konstant, aber auch hier waren wir fleißig und veröffentlichten 22 Prozent mehr Posts, was in einer um 68 Prozent gestiegenen Sichtbarkeit (Anzahl Impressions) resultierte. Likes und Shares verdreifachten sich jeweils nahezu (plus 196 bzw. 184 Prozent), die Zahl der Kommentare erhöhte sich um 82 Prozent.
- Insgesamt erreichten wir auf diesen drei sozialen Netzwerken 1,17 Millionen Impressions, was ungefähr der Zahl der Aufrufe unserer Website entspricht und unsere Sichtbarkeit und Bekanntheit entsprechend deutlich erhöhte. Ganz herzlichen Dank an unser Social Media-Team und Glückwunsch zum Erfolg eurer Arbeit!
Eine ähnliche Überschrift hatten wir schon im letzten Jahresrückblick gewählt. Dieser Trend setzte sich 2025 fort. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage nahm die Zahl der Vereinsmitglieder von 5.719 um 5 Prozent auf 5.433 ab. Zugleich stieg die Zahl der Communitymitglieder, so dass die Gesamtzahl der Mitglieder sich leicht von 21.036 auf 21.068 erhöhte.
Für eine nachhaltige Finanzierung sind wir auf eine ausreichende Zahl zahlender Mitglieder angewiesen. Die Mitgliedergewinnung und -bindung wird daher auch 2026 eine wichtige Rolle spielen. Zugleich versuchen wir die Rückgänge durch zusätzliche Einnahmen an anderer Stelle (z.B. Sponsoring) zumindest teilweise auszugleichen. Für unsere Lobby-Arbeit entscheidend bleibt aber die Finanzierung durch eure Mitgliedsbeiträge!
Wir hoffen auch aus diesem Grund, dass sich die wirtschaftliche Lage für uns alle bessert und Deutschland wieder selbstständigen-freundlicher wird. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein.
Die Zahl der Branchenprofile erhöhte sich von 2.467 auf 2.494 – 46 (zuvor 43) Prozent unserer Mitglieder verfügen nun über ein Branchenprofil. Auch der Anteil derer, die anderen Vereinsmitgliedern einen Mitgliedsvorteil bieten, hat von 22 auf 23 Prozent zugenommen. Die Gesamtzahl der Vorteilsangebote liegt jetzt bei 1.235.
Die Zahl der aktiven Mitglieder blieb auf einem konstant hohen Niveau: Mit 105 (+2) aktiven Mitgliedern engagierte sich in etwa jedes fünfzigste in besonderer Weise im VGSD, zum Beispiel als Moderator/in von Experten-Talks oder Sprecher/in einer Gruppe.
Stolz sind wir darauf, dass 2025 mit Dr. Joachim Wenzel erneut ein VGSD-Mitglied für den Werner-Bonhoff-Preis nominiert war. Den Preis erhalten hat letztlich ein anderer der drei Nominierten, aber es ist großartig, dass so viele VGSD-Mitglieder den Preis bereits erhalten haben oder nominiert waren.
Joachim arbeitet eng mit Marcel Misch und Hans-Jürgen Werner zusammen, zwei weiteren, überaus engagierten Mitgliedern, von denen ihr sicher auch 2026 noch einiges hören werdet.
In Hinblick auf die Zahl der Experten-Talks war 2024 ein Ausnahmejahr mit 19.433 Anmeldungen, was maßgeblich auch an unseren Talks zum Thema E-Rechnung lag. 2025 hat sich die Zahl der Anmeldungen wieder etwas normalisiert, liegt aber mit 15.293 Anmeldungen immer noch 18 Prozent über dem Wert von 2023. Die Show-Rate, also der Anteil der anwesenden Teilnehmer/innen stieg von 47,3 auf 51,2 Prozent.
Im Schnitt meldeten sich für jeden Talk 294 Zuschauer an. Mit 72,2 Prozent waren fast drei Viertel von ihnen Vereinsmitglieder, der Rest Community-Mitglieder.
Das Ranking der zehn erfolgreichsten Talks des Jahres 2025 haben wir bereits in einem separaten Beitrag veröffentlicht.
Da wir die Experten-Talks mit wenigen Ausnahmen mitschneiden, hat sich die Zahl der verfügbaren Mitschnitte von 524 auf 577 erhöht. Meist dauern die Talks eine Stunde, manchmal auch (geplant oder ungeplant) etwas länger. Damit stehen unseren Vereinsmitgliedern fast 600 Stunden geballtes Wissen in Form von Talk-Mitschnitten zur Verfügung.
Auch unsere 19 Regional- und Fachgruppen waren 2025 sehr fleißig. Sie organisierten 231 Events (+35 Prozent). Zum ersten Mal seit 2020 gab es wieder mehr Präsenz- als Onlinetreffen (126 versus 105). Aufgrund des höheren Einzugsbereichs von Onlinemeetings entfielen auf die Onlineevents allerdings deutlich mehr Teilnehmer/innen, nämlich 2.565 der insgesamt 3.811 Anmeldungen.
Ein Höhepunkt des Jahres war unser Netzwerktreffen, das erstmals in Karlsruhe stattfand, nachdem wir uns 2023 und 2024 in Frankfurt getroffen hatten. Karlsruhe bot zwei wunderbare Locations für den Vorabend und das Barcamp, die Teilnehmer/innen waren begeistert.
Maßgeblichen Anteil am Erfolg des Netzwerktreffens in Karlsruhe hatten unsere beiden Sponsoren WISO MeinBüro und exali.de, denen wir an dieser Stelle für ihre Unterstützung noch einmal herzlich danken wollen.
Das Netzwerktreffen hat sich zu einem festen Bestandteil unserer Verbandsarbeit entwickelt und wir freuen uns schon auf das diesjährige Treffen in Nürnberg am 15. und 16. Oktober 2026.
Die Anmeldung dafür wird schon bald möglich sein (wir entscheiden gerade noch über die Vorabend-Location). Bei Interesse solltest du schon jetzt eine Übernachtung in Nürnberg reservieren.
Ihre Premiere hatten 2025 die von unserem langjährigen Vereinsmitglied Frank-Michael (FM) Rommert erarbeiteten und zusammen mit uns angebotenen ETF-Teams. Bei der Altersvorsorge kommt es darauf an, möglichst früh mit der Vorsorge zu beginnen (wegen des Zinseszins-Effekts) und natürlich auch darauf, genug Geld zurückzulegen (je mehr, desto höher später in der Regel die Rente). Ein weiter Punkt ist ganz entscheidend: dass die Anlage gut diversifiziert, rentabel (höher als die Inflationsrate) und mit möglichst geringen Kosten erfolgt.
Dafür sind ETF-Sparpläne der Königsweg, denn die meisten ETFs zeichnen sich durch niedrige Kosten und breite Diversifizierung aus. Bei Anlagen in Aktienmärkte sind Rückschläge unvermeidlich, aber die Erfahrung zeigt, dass sie langfristig die höchsten Renditen erwirtschaften. Trotzdem ist diese Anlageform für viele von uns mit Fragen und Zweifeln verbunden.
Um diese Berührungsängste zu nehmen, organisieren wir Starter-Teams, in denen jede/r Teilnehmer/in begleitet von FM und im Austausch mit den anderen Mitgliedern Depotbank und Fonds auswählt, einen ersten Sparplan anlegt, um dann im Sprinter-Team die Anlagebeträge zu erhöhen und die Weichen in Richtung einer auskömmlichen Altersvorsorge zu stellen. Das Ziel ist das Erreichen des "Freipunkts", ab dem man ausreichend fürs Alter vorgesorgt hat.
Als weiteres bei unseren Vereinsmitgliedern beliebtes Format haben wir schon 2024 angefangen, Online-Sprechstunden anzubieten, zunächst zum Thema E-Rechnung, 2025 dann zum Thema Honorarverhandlungen. Die Online-Sprechstunden werden von erfahrenen Vereinsmitgliedern exklusiv für andere Vereinsmitglieder angeboten. Die Zahl der Teilnehmenden ist beschränkt, so dass hier eine intensive Diskussion möglich ist.
Die Liste berichtenswerter Aktivitäten und Pläne wäre noch lang, aber das neue Jahr beginnt so turbulent, wie das letzte aufgehört hat. Fast täglich gehen zurzeit Presseanfragen ein. Sogar eine Einladung, als Gast in einer Uni-Vorlesung zum Thema Statusfeststellungsverfahren zu sprechen, hat uns diesen Monat bereits erreicht.
Zugleich führen wir so viele politische Gespräche, dass wir nur in Ausnahmefällen dazu kommen, euch anschließend darüber zu berichten. Deshalb haben wir uns für 2026 ein neues Format vorgenommen: Mittels eines "Politik-Tagebuchs" wollen wir euch künftig mindestens über einen Teil unserer politischen Gespräche berichten. Mit kurzen Texten und wann immer möglich auch mit Fotos!
Ermutigt durch die Videos zu unserer Aktivrenten-Petition und die Unterstützung durch engagierte Mitglieder haben wir uns zudem vorgenommen, öfter als bisher mit Videos zu arbeiten. Mehr Vorsätze wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten, denn in unserer dynamischen Welt müssen wir immer wieder unsere Prioritäten ändern, um sich ergebende Gelegenheiten, politisch etwas zu bewegen, beim Schopf packen zu können.
Ganz sicher werden wir aber auch weiterhin viel mit Umfragen arbeiten, um gegenüber Politiker/innen und Medien mit Zahlen und Fakten argumentieren zu können. Deshalb abschließend die Bitte an dich: Falls du noch nicht an unserer Befragung zum Selbstständigen-Report 2026 teilgenommen hast, nimmt dir jetzt einige Minuten Zeit dafür. Du hilfst uns damit, die Sorgen und Probleme von Selbstständigen noch besser kommunizieren zu können. Vielen Dank für deine Unterstützung!
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