Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Erstes VGSD-Argumentationstraining: Wie es war und was wir gelernt haben

Jochen Clausnitzer berichtet aus dem Alltag eines Lobbyisten, Foto: Andreas Lutz

Aktiver als bisher schon für die Interessen Selbstständiger einzutreten, Kontakte zu Politikern vor Ort und in Berlin aufzubauen, für den VGSD an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen und in Ausschüssen, auf Podien etc. für den Verband sprechfähig zu werden: Dieses Ziel verfolgen 15 aktive Mitglieder des VGSD, die sich am 18. und 19. Oktober zum zweitägigen Argumentationstraining und Austausch in Berlin getroffen haben. Ich, Nadine Luck, die sich um die Social-Media-Kanäle des VGSD kümmert, war auch dabei, und habe viel Inspiration und Motivation von den Vorträgen, dem Rhetorik-Coaching und den Gesprächen mit den konstruktiven, wertschätzenden und spannenden Mitgliedern mitgenommen.

 

Bei Gesprächen die Gegenargumente einplanen

Der erste Gast in unserem Seminarraum (Nähe Bahnhof Zoo beim Bundesverband der freien Musikschulen) war Jochen Clausnitzer, Geschäftsführer des Bundesverbands Direktvertrieb Deutschland (BDD). Er, der Profi in Sachen Lobbying ist, verdeutlichte uns, wie es von einem vermeintlichen oder tatsächlichen Missstand zum Gesetz kommt – und an welchen Stellen wir Einfluss auf diesen Prozess nehmen können. Wichtig sei zum Beispiel mit den Abgeordneten, Fachpolitikern und Ministerialbeamten, die sich mit unseren Themenschwerpunkten befassen, in Kontakt zu treten – und bei Gesprächsterminen gut auf potenzielle Gegenargumente vorbereitet zu sein. Dass der VGSD inzwischen von Politikern bis hoch zur Ebene des Staatssekretärs zu Gesprächen eingeladen werden, sei ein riesengroßer Erfolg für uns, lobte der die Lobbyarbeit des VGSD.

 

Wie funktioniert eine Petition

Hier üben wir den Umgang mit Lampenfieber, Foto: Andreas Lutz

Gast Nummer zwei war Tim Wessels, dritter Vorstand des VGSD und unternehmerisch tätig im Bereich IT-Support. Im April 2012 hatte er eine Petition gegen die Pläne des Bundesarbeitsministeriums für eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige eingereicht, bei denen einkommensunabhängige Mindestbeiträge von 350 bis 400 Euro diskutiert wurden. Über 80.000 Menschen zeichneten seine Bundestagspetition innerhalb von vier Wochen mit, was im weiteren Verlauf zu Gesprächen mit der damaligen Bundesarbeitsministerin und letztlich dazu führte, dass die Pläne erst einmal „auf Eis gelegt“ wurden. Spannend war es von ihm persönlich zu hören, was damals passiert war – und was er heute anders machen würde: So würde er z.B. heute aktiver, aber auch kritischer mit den Medien arbeiten.

Björn Sacknieß, Associate Director der Public Affairs-Beratung Interel, beantwortete schließlich als dritter Gast am Ende des ersten Seminartages zahlreiche Fragen zum Umgang mit Politikern, mit Parteien wie der AfD usw.

Zwischen den drei Vorträgen diskutierten wir mit dem VGSD-Vorstandsvorsitzenden Andreas Lutz über die inhaltlichen Positionen des Verbands zu den Themen Scheinselbstständigkeit und Altersvorsorgepflicht für Selbstständige. Den Abend ließen wir im Berliner Traditionslokal „Dicke Wirtin“ ausklingen.

 

Videotraining mit Peter Lüder

Beim Videotraining, Foto: Andreas Lutz

Tag zwei lief ganz anders, aber nicht minder spannend ab. Der Rhetoriktrainer und Regisseur Peter Lüder, der mich richtig begeisterte,  gab uns bei einem Videotraining Feedback zu Kurzvorträgen, die wir zuvor in wenigen Minuten vorbereitet hatten. Das war sehr lehrreich, konstruktiv und motivierend – ich selber bin zwei Köpfe größer zu einem Vortrag gegangen, den ich zwei Tage nach dem Training in Bamberg halten durfte.

Mit viel Input, bereichernden, neuen Kontakten und „sprechfähiger“ als zuvor verabschiedeten wir uns Samstagnachmittag voneinander. Wir bleiben uns verbunden – und tauschen uns gegenseitig via eigenem Slack-Channel über die Aktivitäten aus, die jeder von uns anstoßen möchte, und geben uns gegenseitig Rat und Unterstützung.

Weil die Veranstaltung so positiv verlaufen ist und bei den Teilnehmern gut ankam, soll sie am 6./7. März mit weiteren aktiven Mitgliedern wiederholt werden. Berücksichtigt werden mit höchster Priorität Interessenten, die dieses Mal aus Platzgründen nicht dabei sein konnten, aber dabei sein wollten. Es macht dennoch Sinn, dass auch du dich bewirbst, falls du Interesse hast: Es gibt immer Mitglieder, die abspringen; ansonsten kommst du dann vielleicht beim übernächsten Training (voraussichtlich im Herbst 2020) zum Zug. Denn es ist abzusehen, dass das Argumentationstraining einen festen Platz im VGSD-Angebot für seine aktive Mitglieder erhalten wird.

Galerie

Das Training war bis auf den letzten Platz ausgebucht, Foto: Andreas Lutz
Hier üben wir den Umgang mit Lampenfieber, Foto: Andreas Lutz
Die Teilnehmer, Foto: Andreas Lutz
Die Teilnehmer, Foto: Andreas Lutz
Peter Lüder, Foto: Andreas Lutz
Peter Lüder am Flipchart, Foto: Andreas Lutz
Beim Videotraining, Foto: Andreas Lutz
, Foto: Andreas Lutz
Gemeinsame Entspannungsübung, Foto: Carl Fürst
Gruppenfoto, Foto: Carl Fürst
Im Gespräch mit Björn Sacknieß, Foto: Carl Fürst
Tim Wessels, Andreas Lutz und Max Hilgarth, Foto: Carl Fürst
Danielle Böhle, Jürgen von den Driesch und Catharina Bruns, Foto: Carl Fürst

1 Kommentar

  1. Branko Trebsche schreibt:

    Es waren zwei informative und wertvolle Tage, die uns dabei helfen werden, unsere Interessen in Zukunft noch besser vertreten zu können. Ich finde es gut, dass es weitere Veranstaltungen dieser Art geben wird. Das wird dazu beitragen, dass wir uns insgesamt untereinander noch besser vernetzen und gleichzeitig Andreas und Max bestmöglich unterstützen können.

    Antworten

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