Hallo Beate,
ich kenne deine Situation aus verschiedenen Projekten heraus – und ja, die Unvergleichbarkeit der Angebote ist frustrierend. Zwischen "Vollausstatter für 50€/Monat, aber Fremdwährung nicht" und "maßgeschneiderte Lösung für 30k Euro" ist eine echte Lücke.
Mein Tipp: Schau dir EasyFirma an. Ich kenne den Anbieter von der Entwicklerseite her und die Software passt auf deine Anforderungen wie ein Handschuh – insbesondere auf den Punkt, der dir bei WISO den Stecker gezogen hat.
Das Kernding: Fremdwährung. Mit dem Zusatzmodul Plus (Zusatzkosten überschaubar) schreibst du Rechnungen in USD, GBP, JPY – alles, was du brauchst. Das ist nicht mit ein paar Tricks gelöst, sondern ernsthaft implementiert. Währungsumrechnung, korrekte Formatierung, alles dabei. Wichtig: Prüf im kostenlosen Test auch, ob die Rechnungstexte auf Englisch funktionieren – das ist nicht überall transparent dokumentiert. Gib dem Support kurz Bescheid, dass du das brauchst.
Zu deinen anderen Punkten: Kundenverwaltung, Artikelkategorien nach deinen Leistungstypen (Wörter, Stunden, Pauschalen), Preishinterlegung pro Kunde – alles Standard. E-Rechnungen empfangen und versenden in ZUGFeRD und XRechnung funktionieren, mit Validierung beim Import. PDF-Rechnungen mit eigenem Logo und Briefkopf sind problemlos. Und die DATEV-Schnittstelle ist eingebaut – du packst deine Belege mit wenigen Klicks an deinen Steuerberater.
Zur GoBD-Archivierung: Das ist der Punkt, wo du mit deinem Steuerberater reden solltest, bevor du kaufst. EasyFirma lässt dich deine Daten auf deiner eigenen Infrastruktur halten – lokal oder im Netzwerk – das ist bereits gut. Aber kläre konkret mit eurem Steuerberater: Reicht die DATEV-Integration für eure Archivierungskette, oder habt ihr zusätzliche Anforderungen? Spart euch später Überraschungen.
Preis: Ab 295 Euro netto, einmalig. Keine Folgekosten, kein Abo. Für deine 35–80 Rechnungen im Jahr völlig proportional.
Test: 30 Tage kostenlos. Würde ich nutzen. Leg eine USD-Rechnung an, schau, wie die aussieht. Spiel die DATEV-Export-Routine durch. Dann hast du Klarheit.
Zur Individualsoftware: Finger weg. Alles, was ich kenne, läuft auf 15k–50k hinaus. Für deinen Fall Overkill und am Budget vorbei.
Noch ein Gedanke: Falls du später – neben der reinen Rechnungserstellung – auch deine eingangsseitigen Rechnungen auf EN-16931-Compliance prüfen und mit einem auditfähigen Bericht archivieren möchtest (also nicht nur "validieren", sondern wirklich revisionssicher mit Bindung), gib mir Bescheid. Das ist dann ein anderes Thema, aber für Freiberufler mit internationalen Kunden kann das relevant werden.
Viel Erfolg mit EasyFirma, falls es Dir zusagt! → easyfirma.net
P.S. Leider wird immer etwas bei einer Standardsoftware fehlen. Das ist normal – nicht böse gemeint, einfach Realität. Die Frage ist dann: Ist es ein echtes Blockers für deinen Workflow, oder kannst du damit leben?
Bei EasyFirma könnten das z.B. sein: Spezielle Integrationswünsche (Amazon-Daten direkt rein?), automatisierte Workflows über eure Kundendatenbank, oder später die Frage nach auditfähigen Validierungsberichten für eingangsseitige E-Rechnungen.
Wenn's nach dem Test so sein sollte, dass noch was fehlt – gib mir Bescheid. Das ist genau das, wofür es Service-Partner und API-Lösungen gibt. Manchmal reicht eine kleine Integration oder ein Automatisierungs-Workflow, um die Standardsoftware auf deine Realität zuzuschneiden. Das ist dann oft günstiger und schneller als alles neu zu schreiben.
Jörg Kastowsky
JoKa-Automation
Software-Entwicklung & Automatisierung für den Mittelstand
VERAX-CHECK E-Rechnung Service - verax-check.de/de/app
Du möchtest Kommentare bearbeiten, voten und über Antworten benachrichtigt werden?
Jetzt kostenlos Community-Mitglied werden