Fonds-Ratings bewerten aktiv gemanagte Fonds häufig anhand ihrer bisherigen Wertentwicklung. Dabei wird angenommen, dass Fonds mit guten Ergebnissen in der Vergangenheit auch künftig besser abschneiden werden. Genau diese Annahme wird jedoch von vielen finanzwissenschaftlichen Studien widersprochen.
Analysen zeigen, dass frühere Top-Fonds ihre Überrenditen meist nicht dauerhaft halten können. Viele Fonds, die in einem Zeitraum besonders erfolgreich waren, schneiden in den folgenden Jahren schlechter ab als vergleichbare ETFs oder Marktindizes. Besonders auffällig ist dabei, dass Fonds mit höheren Kosten langfristig oft die schwächsten Ergebnisse erzielen.
Kritisiert wird außerdem, dass einige Fondsbewertungen die laufenden Kosten nicht ausreichend berücksichtigen. Wissenschaftliche Untersuchungen kommen dagegen immer wieder zu dem Ergebnis, dass niedrige Kosten einer der wenigen Faktoren sind, die langfristig zuverlässig mit einer besseren Rendite zusammenhängen.
Selbst Zeiträume von zehn Jahren gelten in der Finanzwissenschaft häufig noch als zu kurz, um die tatsächliche Qualität eines Fondsmanagements sicher beurteilen zu können. Kurzfristige Überrenditen entstehen oft durch Zufall und nicht durch dauerhaft bessere Anlageentscheidungen.
Deshalb empfehlen viele Expert/innen langfristig eher kostengünstige ETFs und einfache Buy-and-Hold-Strategien statt die Auswahl vermeintlicher Spitzenfonds anhand vergangener Erfolge.
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