Viele Anleger/innen unterschätzen prozentuale Fondskosten, weil Werte wie 1 bis 1,5 Prozent zunächst gering wirken. Bei langen Anlagezeiträumen entfalten diese laufenden Kosten durch den Zinseszinseffekt jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Rendite. Schon kleine Unterschiede bei den jährlichen Gebühren können über Jahrzehnte mehrere tausend Euro Vermögen kosten.
Seit der Einführung der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID II müssen Banken und Fondsanbieter die tatsächlichen Kosten eines Fonds transparent ausweisen, sowohl prozentual als auch in Euro. Dazu zählen neben den Produktkosten auch Provisionen für Berater/innen, sogenannte Bestandsprovisionen. Diese werden häufig über viele Jahre hinweg aus dem investierten Vermögen bezahlt, selbst wenn keine weitere Beratung stattfindet.
Ein Beispiel zeigt den Unterschied deutlich: Werden 10.000 Euro für 20 Jahre bei einer durchschnittlichen Rendite von 5 Prozent angelegt, ergibt sich bei günstigen ETF-Kosten von 0,2 Prozent ein deutlich höheres Endvermögen als bei einem aktiv gemanagten Fonds mit 1,5 Prozent Kosten. Allein durch die höheren Gebühren können dabei über 5.000 Euro Rendite verloren gehen.
ETFs haben meist sehr niedrige laufende Kosten von etwa 0,03 bis 0,25 Prozent pro Jahr. Aktiv gemanagte Fonds liegen dagegen häufig zwischen 1 und 2,5 Prozent. Werden Fonds zusätzlich über Versicherungen abgeschlossen, können die Gesamtkosten sogar auf über 3 Prozent pro Jahr steigen. Hohe Kosten wirken langfristig direkt gegen deine Rendite und sollten deshalb bei der Geldanlage besonders beachtet werden.
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