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Was sind die Vor- und Nachteile von ETFs gegenüber Indexfonds?

2 Personen fragen sich das

Früher gab es mal Indexfonds, also Investmentfonds, die Börsenindices wie den DAX nachgebildet haben. Von denen hört man gar nichts mehr. Sind sie komplett von ETFs verdrängt worden oder gibt es noch welche?

Was sind die Vorteile von ETFs, was sind ihre Nachteile?

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1 Antwort

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Ein ETF ist zunächst mal ein Fonds der an der Börse gehandelt wird – das sagt schon sein Name. Der große Vorteil: Er kann vom Anleger meist in Sekundenschnelle gekauft und verkauft werden. Die meisten Indexfonds werden inzwischen als börsengehandelte Fonds, also als ETFs, angeboten.

Wichtig ist für mich, dass ein Indexfonds:

  • geringe Kosten hat (beim Kauf, beim Halten und beim Verkauf)
  • den gewünschten Index und seine Performance möglichst identisch abbildet
  • groß genug ist (mindestens 500 Millionen Euro, lieber mehrere Milliarden), damit es auch in kritischen Situationen einen Markt gibt und ein Kauf/Verkauf rasch zustande kommen kann

Bei vielen ETFs ist all das der Fall (man muss freilich vor dem Kauf genau hinschauen und entsprechende ETFs auswählen).

ETFs sind heute so weit verbreitet, dass der Begriff ETF inzwischen häufig synonym mit „Indexfonds“ benutzt wird.

Du schreibst: "Früher gab es mal Indexfonds, also Investmentfonds, die Börsenindices wie den DAX nachgebildet haben"
–> Es gibt ETFs, die genau dies tun. Eine Übersicht findest Du hier: www.justetf.com­/de/how-to­…-etfs.html

Konventionelle Fonds können folgende Nachteile haben:

  • hohe Kosten (zum Beispiel durch einen Ausgabeaufschlag, aber auch durch eine hohe jährliche Managementgebühr, manchmal erfolgsabhängig)
  • Der Fonds bildet keinen marktbreiten Index nach und bleibt in der langfristigen Sicht hinter deren Performance zurück.
  • Der Fonds kann nicht über die Börse gekauft / verkauft werden, sondern nur zum Beispiel über Versicherungsgesellschaften. Ein Verkauf ist mit vergleichsweise umständlichen Formalitäten verbunden oder gar mit der Beendigung des Versicherungsvertrages. Und wenn man zum Beispiel einen Vertrag kündigt, um an den Rückkaufwert zu gelangen, wird der Fonds von der Versicherungsgesellschaft verkauft. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, auf den Du keinen Einfluss hast. Dieser Zeitpunkt kann Wochen nach Deiner Kündigung liegen – je nach Geschwindigkeit der Sachbearbeiter. Es kann sein, dass ausgerechnet an einem Tag verkauft wird, an dem die Kurse deutlich nach unten gegangen sind.

Wenn die einen konventionellen Indexfonds hast, vergleiche die Konditionen mit einem ETF, der den gleichen Index nachbildet oder aber Deinem Fonds sehr nahe kommt. Geht die oben genannten Aspekte einzeln durch. Du wist dann sehen, wer besser abschneidet.

Achtung: Nicht alle ETFs sind "gut", nur weil sie ETFs sind. Sinnvoll sind ETFs für den Vermögensaufbau vor allem dann, wenn sie

  • marktbreite Indizes nachbilden (zum Beispiel MSCI All World)
  • kostengünstig sind (zum Beispiel eine jährliche Gesamtkostenquote von 0,2 Prozent haben)
  • langfristig investiert und nicht bei Kursrückgängen aus Angst verkauft werden. An dieser Stelle mag ein Fonds, über den per fondsgebundener Rentenversicherung investiert wird, einen Vorteil haben: Es ist kompliziert, die Wertentwicklung zu verfolgen. Meist geschieht dies nur einmal im Jahr, wenn das Schreiben der Versicherungsgesellschaft mit der Mitteilung über den Rückkaufwert eintrifft. Zwischenzeitliche Kursschwankungen bekommt man nicht mit. Und da viele Menschen scheuen, einen Vertrag zu kündigen, läuft das Investieren immer weiter und weiter. Am Ende steht im Vertrag zwar nicht der Wert, den ein ETF im Direktinvestment ohne die Verwaltungskosten der Versicherungsgesellschaft gebracht hätte. Aber immerhin steht da ein Wert und die Versuchung ist gar nicht da, an diese Werte zwischendurch ranzugehen.

Das Investieren in ETFs ist insofern nur für Menschen geeignet, die langfristig die nötige Disziplin und zwischendurch immer wieder Nervenstärke in schwachen Marktphasen mitbringen. Viele erfolgreiche Selbstständige dürften diese Eigenschaften mitbringen, denn auch der Aufbau der Selbstständigkeit erfordert oft genug Disziplin und Nervenstärke. Die Voraussetzungen für den Erfolg ähneln sich. Wer ein eigenes Geschäftsmodell entwickeln konnte, der dürfte auch in der Lage sein, ETFs auszuwählen und an der Börse zu kaufen und sich aus der Abhängigkeit von Finanzberatern, Bankberatern etc. zu lösen, die einem konventionelle Fonds verkaufen wollen.

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