Im Umgang mit Machtspielen kannst du grundsätzlich zwischen drei Reaktionsstrategien wählen: einsteigen, durchkreuzen oder dich entziehen.
Beim Einsteigen bleibst du in der Logik des Machtspiels und versuchst, das Beste daraus zu machen oder das Spiel sogar zu deinen Gunsten zu drehen. Dafür ist es wichtig, Muster zu erkennen (z. B. Inhalt vs. Beziehungsebene) und aktiv die Gesprächsführung zu übernehmen, etwa durch gezielte Fragen, bewusstes Schweigen oder das Steuern des Tempos.
Beim Durchkreuzen stellst du dich dem Machtspiel aktiv entgegen. Du kannst es offen ansprechen oder ein klares Gegensignal setzen, besonders dann, wenn unfair agiert wird. Dabei helfen klare und ruhige Grenzen, z. B. indem du Leistungen abgrenzt oder den Rahmen neu setzt (Reframing). So kannst du etwa deutlich machen, dass du ein Thema bereits beherrschst oder auf Qualität statt auf Druck bestehst.
Die dritte Möglichkeit ist der Entzug: Du steigst gar nicht erst ein, ignorierst das Verhalten oder verlässt die Situation. Auch wenn das zunächst schwach wirken kann, setzt es oft ein starkes Signal, weil du bewusst Grenzen ziehst.
Unabhängig von der Strategie gilt:
- Übernimm aktiv die Gesprächsführung, z. B. durch Fragen.
- Setze klare und sachliche Grenzen.
- Nutze Reframing, um Situationen neu einzuordnen.
- Mache Alternativen sichtbar, um deine Unabhängigkeit zu zeigen (authentisch bleiben).
Wichtig ist, Machtspiele nicht zu vermeiden, sondern sie zu erkennen und bewusst zu entscheiden, wie du reagierst. Achte auf frühe Signale wie Unterbrechungen oder das Infragestellen deiner Expertise und positioniere dich klar als Expert/in. Vorbereitung, z. B. durch das Üben von Gesprächssituationen, unterstützt dich dabei, souverän zu handeln.
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