Reportage über angeblich scheinselbstständige Piloten bei Ryanair

Ryanair ist nach Passagierzahlen inzwischen größer als Lufthansa, Airfrance oder British Airways. Durch Verzicht auf Luxus, schnelle Umlaufzeiten und zusätzlichen Einnahmequellen kann der Billigfliger geringere Preise anbieten und setzt die Wettbewerber unter Druck, es ihm gleich zu tun.

Anteil an den günstigen Preisen hätten auch kreative Beschäftigungsmodelle, die zwar laut Ryanair nach irischem Recht legal sind, aber mit hunderten von Pilotenfirmen und europäischen Betriebsstätten einhergehen. Das macht die WDR-Reportage „Story im Ersten: Profit. Auf Kosten aller?“ dem irischen Unternehmen zum Vorwurf. (ARD am Montag, 20.03.17, 22:45 Uhr bzw. ARD-Mediathek)

 

Staatsanwaltschaft hat Ryanair-Basen durchsucht, ermittelt wird aber gegen Piloten und Vermittler

Im vergangenen Juli hat die deutsche Staatsanwaltschaft dazu Ryanair-Basen an mehreren deutschen Flughäfen durchsucht. Auch in Italien, Frankreich und Großbritannien sei Ryanair „im Visier“. Die Ermittlungen richteten sich jedoch nicht gegen die Fluggesellschaft selbst, sondern gegen Personaldienstleister und die selbstständigen Piloten, die wiederum – laut Reportage – relativ arglos auf von Ryanair vorgegebene Strukturen und steuerliche Gestaltungen vertraut haben.

Der – anhand zahlreicher Belege vorgebrachte – Vorwurf ist hier also Scheinselbstständigkeit. Die These ist, dass die selbstständigen Piloten aufgrund ihrer Unsicherheit auch im Krankheitsfall arbeiten und dadurch nicht nur sich selbst gefährnden, sondern auch ein Risiko für die Flugsicherheit darstellen. Politik und Behörden würden nicht genug gegen die Scheinselbstständigkeit tun.

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