IT- und Engineering-Freelancer: 9 von 10 sind mit ihrer Lage zufrieden

Die große Mehrheit der Freelancer im IT- und Engineering-Sektor kann sich über steigende Stundensätze freuen. Foto: Gorodenkoff – Fotolia

Die große Mehrheit der Freelancer im IT- und Engineering-Sektor kann sich über steigende Stundensätze freuen. Foto: Gorodenkoff – Fotolia

Im September 2017 haben wir zur Teilnahme an der fünften Freelancer-Studie von GULP aufgerufen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor – und offenbar geht es den Soloselbstständigen im IT- und Engineering-Sektor ziemlich gut. Knapp 90 Prozent sind mit der beruflichen Situation zufrieden. Ihr komfortables Einkommen nutzen die Befragten, um für den Ruhestand vorzusorgen. Mehr als 70 Prozent halten ihre Altersvorsorge bereits für ausreichend.

An der Umfrage nahmen insgesamt 1.094 IT- und Engineering-Freelancer aus dem deutschsprachigen Raum teil. GULP Information Services fragte sie nach verschiedenen Aspekten des Selbstständigseins. Dabei ging es unter anderem um die Entwicklung der Stundensätze, die Akquisition von Projekten und die allgemeine Zufriedenheit.

Experten können sich die Projekte aussuchen

Laut GULP herrscht auf dem Projektmarkt ein Nachfrageüberhang, sodass die meisten Selbstständigen sich ihre Projekte aussuchen und selbstbewusst in die Honorarverhandlungen gehen können. Der durchschnittliche All-Inclusive-Stundensatz der befragten IT- und Engineering-Freelancer betrug 2017 89,87 Euro, ein Plus von 6,39 Euro oder fast 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der von GULP ermittelte Stundensatz liegt noch leicht über dem Wert von 87,36 Euro, den unlängst eine Studie von freelancermap ergab. Fürs nächste Projekt erwägt nicht mal einer von 20 Freelancern eine niedrigere Honorarforderung, aber rund 91 Prozent der Befragten wollen den Stundensatz anheben.

Der Durchschnittsgewinn aus der selbstständigen Tätigkeit ist 2016 um 0,7 Prozent auf 72.422 Euro gestiegen. Das Einkommen reicht für die Altersvorsorge: Rund 71 Prozent der Umfrageteilnehmer haben nach eigener Aussage bereits gut für den Ruhestand vorgesorgt. 25 Prozent meinen, dass sie noch mehr für die Rente tun müssen. Der Wert erklärt sich weitgehend durch die Altersverteilung: Knapp 45 Prozent aller Befragten haben den 50. Geburtstag hinter sich – sie haben ein Alter erreicht, in dem sie den Ruhestand finanziell abgesichert haben wollen. Dagegen sind nur 18 Prozent der Befragten unter 40 und gehören damit zu der Gruppe, die ihre Altersvorsorge gerade aufbaut.

Angesichts der insgesamt komfortablen Entwicklung ist es kein Wunder, dass knapp 90 Prozent der Studienteilnehmer mit ihrer momentanen beruflichen Situation zufrieden sind. Stattliche 84 Prozent gaben an, dass sie anderen zur Selbstständigkeit raten. Auf die Frage „Sind sie selbstständig aus Überzeugung?“ bekennen sich überwältigende 95,4 Prozent zum Freelancer-Dasein – dieser Wert ist gegenüber dem Vorjahr noch mal um 1,4 Prozentpunkte gestiegen.

2 Kommentare

  1. Alex schreibt:

    Hallo,
    mit meiner Lage in der IT und der Wirtschaft bin ich auch zufrieden.
    Nicht zufrieden bin ich damit, dass unsere Regierung bisher viel dafür unternommen hat, den Selbstständigen das Leben schwer zu machen. Da gewinnt man schnell den Eindruck, Deutschland möchte keine Selbstständigen.
    Auf der anderen Seite betrachtet man uns gerne als Melkvieh: überhöhte KV-Beiträge, keine Rechtssicherheit bei Verträgen, gerne sollen wir auch noch in Rentenversicherung gezwungen werden und oben drauf gibt es dann noch die kalte Progression (die nie angepasst wird). Und weil das alles noch nicht genügt, treibt man die Nachweispflicht für immer kleinere Beträge zu immer höheren Aufwänden!
    Das war die Negativ-Seite der Bilanz. Und was tut die Regierung auf der Positiv-Seite für Selbstständige? Ich kann da außer heißer Luft wenig entdecken.

    Antworten
    1. Nils schreibt:

      Ich möchte niemandem etwas unterstellen aber ich habe doch recht oft das Gefühl dass sowohl die Politik als auch die Vermittler die man i.d.R. mitbezahlen muss sowie auch teilweise die Auftraggeber das Modell Zeitarbeit bevorzugen würden…

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.