Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

Experten-Telko "Drei Monate Coronakrise: Was die Politik jetzt für Selbstständige tun sollte"

Wir laden dich herzlich ein zu unserer VGSD-Telko ein:

"Drei Monate Coronakrise: Was die Politik jetzt für Selbstständige tun sollte?"

  • Bestandsaufnahme: Was hat die Politik versprochen worden, was wurde gehalten?
  • Kurzarbeitergeld für Angestellte - Grundsicherung für Selbstständige - Ist das gerecht?
  • Bürokratie und Betrugsfälle - wie hätte das verhindert werden können? Wie kann man die Soforthilfe vom Kopf auf die Füße stellen?
  • Gibt es eine "hidden agenda"? Wie wirkt sich die Corona-Krise in Hinblick auf die geplante Altersvorsorgepflicht und auf das Thema Scheinselbstständigkeit aus?
  • Wie geht es weiter? Brauchen wir, braucht die Politik einen mittel- bis langfristigen Plan?
  • Was können wir alle gemeinsam tun?

Als Teilnehmer kannst du auch eigene Fragen stellen.

Bitte melde dich rechts oben mit deiner E-Mail-Adresse an, damit wir dir die Zugangsdaten zusenden können. Außerdem erfahren wir auf diese Weise, mit wie vielen Teilnehmern wir ungefähr rechnen können. Danke!

25.05.2020
17:00 bis 18:00 Uhr

Permalink

Catharina Bruns Expertin

Lars Bösel Moderator

Tobias Maucher Co-Moderator

10 Kommentare

  1. Jens Wagner schreibt:

    Zur Frage: „Wie geht es weiter?“
    Ja, wir brauchen unbedingt einen Plan, gerade weil die Politik nur noch kurzfristiges Chaosmanagement betreibt und keine überzeugenden Antworten für unsere Zukunft hat. Meine Versuche einer Kontaktaufnahme mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister sprechen für sich. Auf meine erste Mail hin hat dessen Referat 20 (Mittelstand, Handwerk, Gründungen) noch nett geantwortet und ist versuchsweise auf meine Argumente eingegangen, ohne konkret zu werden.
    Bei meiner Reaktion darauf und einer Detaillierung meiner Argumentation, wurde ich mit einem 3-Zeiler „abgebügelt“. Absolut respektlos!
    Ach ja, und man bittet um Verständnis, dass der Minister in dieser schwierigen Zeit auf meine Mails nicht persönlich antworten kann 🙁
    .
    Zur Frage: „Was können wir alle gemeinsam tun?“
    Wir müssen noch sehr viel lauter und vor allen Dingen stärker werden!
    Der VGSD ist zwar in Berlin inzwischen bekannt und über die Verbindung zur BAGSV schon ein Gewicht, aber eben nur ein kleines Gewicht.
    Da es aber um die Zukunft und das wirtschaftliche Überleben von 3 Mio Klein- und Soloselbständigen geht, müssen VGSD und BAGSV jetzt unbedingt die strategische Allianz zu weiteren Verbänden suchen und mit denen zusammen geneinsame Forderungen stellen. Wenn es uns am Ende gelingt, über diesen Weg 2 Mio oder noch mehr Unternehmen zu repäsentieren, dann sind wir schon ein großes Gewicht.
    .
    In diesem Zusammenhang müssen wir auch sehr viel stärker unser politisches Gewicht in die Waagschale werfen. Im Herbst 2021 sind Bundestagswahlen. Aktuell tun CDU und SPD sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene nicht sehr viel dafür, um sich unsere Stimmen zu verdienen. Im Gegenteil laufen sie Gefahr, dass wir Parteien aufbauen und unterstützen, die sich voll zu Klein- und Soloselbständigen bekennen. Und da wir ja 3 Mio sind, werden wir unsere Netzwerke motivieren, uns entsprechend zu unterstützen.

    Antworten
    1. Thomas Schneider schreibt:

      Klingt ja soweit schon mal ganz gut…nur wer nicht persönlich betroffen ist, wird sich auch wenig für die Probleme der Betroffenen interessieren…also nicht 3 Mio.,sondern 1,5 Mio. Den möglicherweise gut gemeinten Formbrief zur Klage auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz halte ich für wenig zielführend ! Vielmehr gilt es die 1,5 Mio. zu motivieren GEMEINSAM ZU KLAGEN und hierzu einen Obulus nach den persönlichen Möglichkeiten beizutragen. GERN MACHE ICH DEN ANFANG UND BIN MIT 100€ DABEI, obwohl auch ich als Schankanlagenservice Betreiber extrem stark von Covid 19 betroffen bin. Ich habe längst den Glauben an die Rechtschaffenenheit der Politik Mafia verloren,würde aber gerne noch die Rechtschaffenheit der Gerichtsbarkeit glauben. Also liebe Verbandsfreunde,auf welches Konto darf ich einzahlen ? Herzlichst Thomas Schneider

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      1. Mike K. schreibt:

        Klagen, da wäre ich auch dabei und dafür. Kann man nicht ganzseitige Anzeigen in den Printmedien schalten und die Öffentlichkeit deutlich darauf hinweisen mit welchen Mitteln hier die Selbstständigen in den Boden gestampft werden ? Die bayerische Kulturnummer ist jetzt das dritte Hilfsprogramm welches an mir vorbeigeht.
        Von Soforthilfe kann ich mir kein Bier kaufen, ALG II gibt es nicht weil meine Frau gerade mal soviel verdient um sich selbst zu versorgen und Künstler bin ich als Tonmeister ja wohl auch keiner.

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  2. N. Richter (aka Lisa) schreibt:

    Sehr wichtig scheinen mir die Auswirkungen auf die drohende Altersvorsorgepflicht und die Scheinselbstständigkeit zu sein – nicht dass damit „der Rest“ der Selbstständigen „erledigt“ wird.

    Gruß
    Lisa

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    1. Jens Wagner schreibt:

      Die Befürchtung habe ich auch, denn Politik verdreht ja gerne die Tatsachen und ignoriert Fakten.
      Erst werden wir durch die Coronakrise gezwungen, unsere Altersvorsorge fürs Überleben zu verbrauchen und dann kommt Hubertus Heil um die Ecke und sagt: „Siehste, ihr habt nicht für euer Alter vorgesorgt, deshalb brauchen wir für euch die Altersvorsorgepflicht. Richtigen Selbständigen wäre das nicht passiert und deshalb prüft die Clearingstelle jetzt noch intensiver auf Scheinselbständigkeit.“
      .
      So ähnlich könnte es laufen und das müssen wir unbedingt verhindern.

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    2. nika schreibt:

      Was die Pflichtversicherung für Selbständige zw. die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung angeht: Meines Erachtens geht es nicht darum, die späteren Renten der Selbständigen zu finanzieren, sondern es ist ein hilfloser Versuch die riesigen Löcher des maroden Rentensystem mit Zahlungen von weiteren Zwangsmitgliedern zu füllen. Schnelles Geld um leere Kassen zu füllen, ausgetragen auf dem Rücken der Selbständigen.

      Der klug vorsorgende Selbständige denkt weeeeiiiiit im voraus und baut sich ein finanzielles Polster für auftragsschwache Zeiten und für seine Altersvorsorge auf. Nunja, mit diesen Rücklagen kann er jedoch keine Grundsicherung beantragen. — Auch ja … manchmal wünschte ich mit, ich hätte auch 4 x proJahr eine hübsche Fernreise gebucht, wie es meine Nachbarn jedes Jahr tun, oder ich hätte ich mir mein langgewünschtes, hübsches, kleine Auto gekauft. Ja, dann … dann hätte ich die Grundsicherung beantragen dürfen.

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  3. Ilke Iamsin schreibt:

    Bisher wurde in keinem Bundesland bedacht, dass die Lebenshaltungskosten bei alleinerziehenden Solo-Selbständigen zusätzlich zum Eigenbedarf noch den Bedarf von Kindern abdecken. Vielleicht gibt es nicht viele alleinerziehende Solo-Selbständige, ich weiß das nicht einzuschätzen – dass Kinder aber überhaupt nicht bedacht werden ist (zumindest in meinem Fall) dramatisch

    Antworten
  4. Michaela Thrun schreibt:

    Hier in Niedersachsen gab es schon Schwierigkeiten mit der Anforderung des Soforthilfe-Antrages. Trotz Testphase hatte die NBank tagelang Probleme mit der Erreichbarkeit. Als es dann ging, war es stundenlang schwierig die Formulare herunterzuladen und dann online auszufüllen. Auch mussten wir – im Gegensatz zu anderen Bundesländern, in denen nur in einem „Ja-Nein-Antwort-Verfahren“ das Formular ausgefüllt werden musste – die Bilanzsummen der letzten zwei Jahre angeben. Das erstmal nur für die Niedersachsen-Soforthilfe in Höhe von 3.000,– €. Für die Beantragung der restlichen 6.000,– € vom Bund musste Tage später – wieder fiel die NBank zwischenzeitlich aus – wieder ein Antrag gestellt werden. Die ersten 3.000,– € habe ich nach 3 Wochen bekommen. In NRW und Baden Württemberg waren die 9.000,– € wohl meist nach 3-7 Tagen auf dem Konto.

    Die Soforthilfe vom Bund wurde dann von der niedersächsischen Regierung gekänzelt. Wie man mir auf meine Beschwerde hin mitteilte, wurden die gestellten Anträge zum 1. April automatisch geändert. Sprich, abgelehnt.

    Außerdem ist das lange Antwortschreiben vom Wirtschaftsministerium auf mein langes Beschwerdeschreiben (übrigens beantwortet in wenigen Stunden) nach meinem Empfinden sinngemäß so ausgefallen, dass manchmal Leute durch´s Raster fallen und ich nicht die Einzige bin. Ist leider so. Wie gesagt, mein Empfinden, meine Interpretation. Außerdem hätte man es den Soloselbstständigen ja ganz leicht gemacht Hartz IV zu beantragen. Haha. Ja, es geht recht einfach. Dafür darfst du zwar momentan 60.000,– € (!!) unantastbares Vermögen haben, aber wenn du in der Zeit, nachdem du dich beim Jobcenter beraten lassen hast, irgendwelche Einnahmen – egal welcher Art – hast, wird dir das als anrechenbares Einkommen bis auf sehr wenig Geld, weggenommen. Ebenso bekommst du nur die Miete (in der Höhe, die du jetzt bezahlst), den Strom und die Kranken- und Pflegekasse bezahlt. Alles andere musst du von dem was du noch hast selbst bezahlen. Natürlich von dem Geld was du zum Leben bekommst – bei Alleinlebenden sind das 432,– €/Monat.

    Von allem was du dann verdienst, darfst du 100,– € behalten und 20 % von dem restlichen Geld. Usw. usw.

    Ich will keine Unterstützung, ich will arbeiten. Und schon gar nicht will ich Hartz IV. Und ich will eine reelle Chance, so wie alle anderen Soloselbstständigen in allen Bundesländern gleich behandelt zu werden!

    Im Antwortschreiben wurde mir all das vorgeschlagen, was ich ausführlich beschrieben und mit Begründung abgelehnt hatte!

    Übrigens ist Ende letzter Woche ein Schreiben der NBank gekommen: Ich solle mich melden falls ich doch noch von anderer Stelle Geld bekommen habe und mir überlegen, ob ich nicht doch zuviel (3.000,–€) Geld bekommen habe. Dann solle ich das doch bitte freiwillig zurückzahlen…

    Die Antwort hatte ich wieder beantwortet und auch „nach Berlin“ geschickt. Ich bewundere es wirklich, wie schnell die Antworten gekommen sind. Selbst nach Wochen bekomme ich noch Post – auf meine damaligen Schreiben… Es tut ihnen leid und mal will nochmal prüfen…

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  5. Antworten
  6. Ilka Baral (Autorin) schreibt:

    Andreas Lutz und Catharina Bruns: Ihr seid super stark! Danke für eure klaren Worte und die Zusammenfassung der aktuellen finanziellen und politischen Misere. Sehr gut, dass die Aufzeichnung dieses Webniars später öffentlich auf Youtube einzusehen sein wird. Ich hoffe, dass Nicht-Selbständige damit besser verstehen können werden, welche katastophalen Probleme wir gerade haben. Ich persönlich werde dieses Video verwenden, um – welchen Menschen auch immer und zu welchen Anlässen auch immer – unsere existentiellen Probleme zu verdeutlichen. Für mich alleine wäre es niemals möglich, diese komplexen Zusammenhänge derart anschaulich und umfassend zu erläutern. Danke, dass ihr da seid. Danke für eure Arbeit. Ich finde, ihr stärkt uns als Gemeinschaft enorm und auf unschätzbare Weise!!!

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