Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Mitmachen: XING-Befragung zu den Auswirkungen der Scheinselbstständigkeits-Gesetzgebung

HalloFreelancer führt eine Befragung unter XING-Nutzern durch, Abbildung: HalloFreelancer (Xing)

XING hat für seine Selbstständigen-Vermittlungsplattform „HalloFreelancer“ heute im Tagesverlauf per E-Mail eine große Zahl von Nutzern angeschrieben, vermutlich vor allem aus dem Bereich

  • IT/ Engineering,
  • Beratung,
  • Management,
  • Marketing/ Kommunikation,
  • aber auch aus anderen Branchen.

Mehrere VGSD-Mitglieder haben uns auf die Befragung hingewiesen, denn es geht um die Frage, wie sich die Gesetzesänderungen 2017 und die damit verbundene Rechtsunsicherheit auf Auftraggeber und -nehmer auswirkt – ähnlich wie bei unserer eigenen, vor einem Jahr gemeinsam mit  GULP durchgeführten Befragung, die politisch viel bewirkt hat.

 

Studie könnte helfen, politischen Handlungsbedarf noch deutlicher zu machen

Wir freuen uns, dass XING eine solche Befragung durchführt und erhoffen eine Bestätigung unserer Ergebnisse. Dann würde eine weitere großangelegte Studie von einem renommierten Unternehmen (XING) und bekannten Forschungsinstitut (Statista Reseach) unterstreichen, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Um den Fragebogen auszufüllen, muss man nicht XING-Mitglied sein. Er ist komplett anonym und besteht aus 15 leicht zu beantwortenden Fragen. Die Fragen sollte man allerdings genau lesen, denn sie sind mal positiv, mal negativ gestellt!

Zusammen mit Fragen zu Alter, Geschlecht, Branche etc. haben wir rund drei bis vier Minuten zum Beantworten benötigt.

 

Jetzt an der Befragung teilnehmen

10 Kommentare

  1. Stefan schreibt:

    Super, dass nun auch XING eine Umfrage zu diesem Thema macht. Gegenüber euren Fragen von letztem Jahr gehen sie ja noch etwas mehr in die Breite. Bin schon gespannt auf die Ergebnisse, wobei ich vermute, dass die die bisherigen von VGSD/Gulp, IMI und anderen bestätigen werden. Für das Arbeitsministerium und die SPD-Arbeitsmarktpolitiker wird es immer schwerer, das Problem kleinzureden.

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  2. Tobias Baumann schreibt:

    Leider ist die Umfrage auch mal wieder ziemlich unserioes gefuehrt, da sie nicht auf die Auswirkungen auf die Freelancer abzielt, sondern auf die Vermittler.

    Auf die Frage

    Wer profitiert deiner Meinung nach am meisten von der aktuellen Gesetzeslage zum Thema Scheinselbstständigkeit?
    Weder Freelancer noch Auftraggeber, die Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien wird erschwert
    Auftraggeber
    Freelancer, die in Niedriglohnsektoren arbeiten, wie z.B. Metzgergehilfen
    Freelancer, die in höher qualifizierten Bereichen arbeiten, wie z.B. Management, Marketing oder IT
    Freelancer und Auftraggeber gleichermaßen
    Weiß nicht

    fehlt der wichtigste Punkt: „Projektvermittler und Zeitarbeitsfirmen“

    Gut was soll man auch erwarten wenn Gulp. Xing und Konsorten solche Umfragen veranstalten. Aber zumindest als VGSD sollte man doch die Interessen der Mitglieder vertreten und da wuerde ich mir schon mal wuenschen, dass da genauer hinterfragt wird und weniger Werbung fuer die Vermittlerbranche gemacht wird. Diese halte ich im uebrigen fuer das schlimmste Krebsgeschwuer von Freelancern und Selbststaendigen.

    Antworten
    1. Andreas Lutz schreibt:

      Hallo Tobias,
      viele unserer Mitglieder sehen die Agenturen kritisch und würden mit ihren Kunden lieber direkt zusammenarbeiten. Trotzdem werden sie beauftragt und das liegt m.E. nicht nur an der bestehenden Rechtsunsicherheit. Vielmehr engagieren sich die „Vermittler“ ja mit viel Zeit- und Geldeinsatz für mehr Rechtssicherheit, weil sie gerne weiterhin Selbstständige vermitteln wollen.
      Ich hatte bei dem Fragebogen nicht den Eindruck, dass er einseitig formuliert ist und Vermittler begünstigt werden, auch wenn die von dir angeregte Antwortoption sicher interessant gewesen wäre. Die Aussagekraft der Ergebnisse sehe ich dadurch nicht gefährdet.
      Als VGSD hatten wir darauf keinen Einfluss, wir hatten eine solche Befragung bei XING zwar vor einigen Monaten angeregt, wurden aber bei der Formulierung der Fragen nicht einbezogen und haben gestern erst von der Durchführung erfahren.
      Bitte bedenke auch: XING ist doch eher ein Wettbewerber für die Personalagenturen, zumindest ist mein Eindruck, dass das von diesen so wahrgenommen wird.
      Sicherlich hast du deine Gründe, warum du auf einzelne Agenturen sauer bist, aber das sollte m.E. nicht dazu führen, dass wir als Verband auf für unsere gemeinsamen Anliegen wichtige Umfragen nicht hinweisen dürfen.
      Bitte trete gedanklich noch mal einen Schritt zurück und beurteile unsere Entscheidung, auf die Befragung hinzuweisen, vor diesem Hintergrund.

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      1. Tobias Baumann schreibt:

        Hallo Andreas,

        das Problem ist nunmal das die vielen Vermittlungsagenturen das Thema Scheinselbststaendigkeit in der jetzigen Form mehr hilft als schadet. Das Verkaufsargument Nr. 1 ist nunmal „beziehen sie unseren Freelancer von uns und sie muessen keine Angst vor Sanktionen wegen Scheinselbststaendigkeit haben“. Ich hatte auch schon potentielle Auftraggeber die ganz klar gesagt haben „wir nehmen sie entweder ueber Gulp um Aerger mit der DRV zu vermeiden oder gar nicht“. Genau dieser Aspekt wird mir in dieser Umfrage wieder mal voellig vernachlaessigt.

        Ich stimme allerdings zu, dass ein Vermittler (in der Theorie viel Zeit investiert) um einen erfolgreichen Abschluss zu vermitteln. Theoretisch hat ein guter Vermittler auch die noetigen fachlichen Kompetenzen um seinem Kunden den richtigen Freelancer fuer sein Projekt anzubieten. Die Realitaet ist allerdings, dass ein Vermittler eine Datenbank gefuellt mit Profilen hat, diese mit den Kundenanforderungen abgleicht und dann einfach mal zum maximieren der Marge die guenstigsten vorstellt. Ich bin mir auch sicher, dass es den ein oder anderen gibt, der wirklich etwas in der ganzen Wertschoepfungskette beitragen kann. Tatsache ist jedoch, dass der ganze Markt komplett spinnt und es nur um das schnelle Abgreifen der Provision geht. Qualitaet geht dabei voellig floeten und ich kann das von beiden Seiten beurteilen, sowohl als potentieller Vermittlungskandidat, als auch als Einkaeufer beim Vermittler als ich noch in Festanstellung war. Das Thema Scheinselbststaendigkeit ist meiner Erfahrung nach „das“ Verkaufsargument warum eine Firma ueber Vermittlungsfirmen gehen soll und nicht direkt beauftragen.

        Ausserdem sehe ich Xing keinesfalls als ein Konkurenz zur Vermittlerbranche, im Gegenteil. Man stelle sich mal vor Xing wuerde die ganzen Vermittler und Recruiter aus deren Portal aussperren, was wuerde da wohl noch fuer ein Umsatz uebrig bleiben? „Ich“ als Xing Nutzer bin da ganz klar das Produkt fuer dessen Daten der Kunde „Vermittler“ bereit ist Geld an Xing zu bezahlen.

        Daher bin ich auch wieder Skeptisch bei dieser Umfrage, ebenso wie diese von Gulp. Beide beleuchten nicht sachlich die Thematik und sind keineswegs unabhaengig. Und gerade diese Unabhaengigkeit ist es, was dieser Diskussion mal wirklich gut tun wuerde. Und als VGSD Mitglied wuerde ich mir schon wuenschen, wenn da ein bisschen mehr Abstand oder zumindest mal kritische Hinterfragungen stattfinden wuerde, gegenueber der Vermittlerbranche. Interessanter Fun-Fact am Rande: Direkt nach Abschluss der Umfrage kommt man direkt auf die Registrierugnsseite von HalloFreelancer. Stellt sich die Frage ob die Umfrage nur Click-Bait ist, um noch ein paar User zu generieren?

        Es tut mir Leid, aber Unabhaengigkeit und Transparenz der Umfrage sind doch sehr zweifelhaft. Vielleicht sollte man doch mal im Rahmen der VGSD ein wirklich wissenschaftliches Gutachten zu der Thematik in Auftrag geben, das haette deutlich mehr Gewicht.

        Antworten
  3. Jens Wagner schreibt:

    Erledigt!
    .
    Etwas einfach gestrickt die Umfrage und das Motiv von XING bleibt verborgen.
    Hauptsache die Ergebnisse bewirken was an den richtigen Stellen.

    Antworten
  4. Luca Ingianni schreibt:

    Ich darf nicht teilnehmen, denn ich bin „echter“ Freiberufler aus einem Katalogberuf…

    Dabei hätte ich auch gern was dazu gesagt.

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    1. Andreas Lutz schreibt:

      So wie ich das sehe, darf jeder teilnehmen. Bei der Frage nach der Branche besteht die Mögichkeit, auch eine andere anzugeben.

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      1. Brigitta schreibt:

        Nein, ich darf nicht, weil ich jetzt, nach 17 Jahren Selbständigkeit, Angestellte bin.

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        1. Antworten
  5. Sabine Mahr schreibt:

    Prinzipiell finde ich so eine Umfrage gut. Was Tobias geschrieben hat, war allerdings beim Ausfüllen auch genau mein Gedanke: Hätte es am Ende ein Freitextfeld für weitere Kommentare gegeben, hätte ich dort reingeschrieben, dass die Auswahl „Projektvermittler“ als Option für die Nutznießer der Schleinselbstständigkeits-Gesetzgebung fehlt.

    Genauer gesagt sind Projektvermittler mit alternativen Vorgehensweisen (Portalbetrieb statt persönliche Vermittlung) die Nutznießer. Für die konventionellen Projektvermittler ist durch die Gesetzgebung ab 2017 ganz klar ihr Geschäftsmodell weggebrochen, sie können das Hauptrisiko ihrer Kunden nicht mehr abdecken, deshalb setzen sie vermehrt auf ANÜ. Ich bin mir relativ sicher, dass sie selbst fieberhaft nach anderen Modellen suchen, in denen eine so genannte „KI“ (normalerweise steckt da wenig Intelligenz und viel Statistik dahinter) das Matching zwischen Anfrager und Kandidat übernimmt.

    Was die Rolle von XING angeht: Die haben so eine Zwitterfunktion – mit HalloFreelancer haben sie seit kurzem ihr eigenes Portal, gleichzeitig können Recruiter anderer Agenturen über XING ganz gezielt nach den passenden Kandidaten suchen. Je mehr die klassischen Agenturen zu zahlen bereit sind, umso komfortabler und treffsicherer die Suche; da gibt es ja unterschiedliche Leistungspakete. Bis jetzt haben diese konventionellen Agenturen offensichtlich (noch) kein Problem damit, dass XING sowohl Dienstleister für solche Services als auch Wettbewerber ist.

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