Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

Mutterschaftsgeld bald auch für privat versicherte Selbstständige?

baby-784609_1920Annette Widmann-Mauz (CDU), Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, will das Versicherungsvertragsgesetz anpassen und zukünftig allen Frauen eine dem Mutterschaftsgeld ähnliche Leistung gewähren.

Vom Mutterschaftsgeld profitieren derzeit Frauen in Angestelltenverhältnissen und in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherte Selbstständige. Passend zu geplanten Änderungen beim Mutterschutzgesetz sollen nun auch privat versicherte Selbstständige hiervon profitieren können.

 

Frauen in Babyphase haben häufig noch keine ausreichenden Rücklagen gebildet

Frauen, die schon lange und erfolgreich selbstständig tätig sind, haben in der Regel ausreichende Rücklagen für diese besondere Zeit gebildet. Das trifft jedoch typischerweise für Frauen in der Familienaufbauphase noch nicht zu. Sie sind aber von Überforderung und Gefahren für sich und ihr Baby am Arbeitsplatz nicht weniger betroffen.

Unsichere Auftragslagen können zudem selbstständige Frauen in der Schwangerschaft und nach einer Geburt in finanzielle Notlagen bringen.

 


Jetzt mitzeichnen: Mit unserer Petition setzen wir uns für faire Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ein. Es ist nicht einzusehen, dass Selbstständige deutlich mehr zahlen als Arbeitgeber und -nehmer zusammen. Eine Gesetzesverschärfung zum 1.1.18 macht eine Reform noch dringlicher.


 

Unterstützung für das Vorhaben der Staatssekretärin

Das Vorhaben wird u.a. von der evangelischen arbeitsgemeinschaft familie e.V. (eaf) unterstützt, also dem familienpolitischen Dachverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland: „Die eaf unterstützt daher das Vorhaben, das Mutterschaftsgeld allen Frauen in möglichst naher Zukunft zu gewähren. Das ist die richtige Antwort auf eine veränderte Arbeitswelt mit vermehrt selbstständigen Frauen. Nicht zuletzt ist es auch eine Antwort auf ein finanzielles Risiko, das ausschließlich Frauen haben“, sagt Christel Riemann-Hanewinckel, Präsidentin der eaf, in diesem Zusammenhang.

 

Position des VGSD

Selbstverständlich unterstützen wir auch seitens des VGSD dieses Vorhaben. Wir berichten über das Thema, wenn uns weitere Informationen vorliegen.

Allerdings wollen wir bei dieser Gelegenheit auch darauf hinweisen, dass in anderen Bereichen das Gesundheitsministerium Probleme ungelöst lässt: Für selbstständige Hebammen ist aufgrund einer veränderten Urteilspraxis der Gerichte die Berufshaftpflicht unerschwinglich geworden (Größenordnung: 5.000 Euro pro Jahr). Gleichzeitig zahlen die Krankenkasse aber im Vergleich zu einer Krankenhausgeburt extrem niedrige Vergütungen.

Leidtragende sind die Hebammen, von denen viele ihren Beruf aufgeben müssen. Zugleich sind aber auch Eltern betroffen, die ihr Kind zuhause auf die Welt bringen wollen. Folge ist eine Zunahme der Geburten im Krankenhaus und dort – ebenfalls aufrund der hohen Haftungsrisiken bei natürlichen Geburten – eine extrem hohe Quote von Kaiserschnitten. Zugleich werden die Krankenhäuser bzw. Geburtenabteilungen ausgedünnt, so dass es oft keine wohnortnahe Versorgung mehr gibt.

Liebes Gesundheitsministerium, auch hier erhoffen wir uns eine Lösung!

3 Kommentare

  1. Nils schreibt:

    Das heißt im Wesentlichen erst einmal höhere Beiträge für alle, auch Leute ohne Kinderwunsch. Ich zahle als Mann jetzt schon für eine Versicherung für Entbindungskosten die in etwa so sinnvoll ist wie eine Haftpflichtversicherung für meine nicht existierende Superyacht.

    Eine bessere Lösung wäre hier entweder eine eigene Versicherung., ein Darlehen oder eine Leistung aus Steuermitteln. Man sollte auch einmal hinterfragen warum die Versicherung für Kinder von Versicherten in der GKV aus Steuergeldern bezahlt wird während privat versicherte, die i.d.R. recht viel Steuern zahlen ihre Kinder auf eigene Kosten versichern müssen.

    Antworten
  2. Thomas Kimmich schreibt:

    Vielen Dank für den Hinweis auf die prekäre Lage der Hebammen – sprich der gebärenden Frauen.
    Neben der miesen Bezahlung und der gleichsam nicht bezahlbaren Haftpflicht -Prämie wird auch die Zahl der Geburtstationen verdichtet, um Kosten zu reduzieren, was die Wegezeit erhöht.
    Die ganze Absurdität gibfelt dann darin, dass Sanitäter Schnellkurse in Geburtshilfe bekommen, da sich die Neugeborenen nicht an die kostengünstigen längeren Wege halten.

    Übrigens sind es nicht 5000 Euro Haftpflicht-Prämie, sondern heute schon bis zu über 8500 Euro und ab nächstes Jahr 9500 Euro ( +1 ?)

    Gleichzeitig schafft Frau Nahles die freibruflichen Noträzte ab.

    Herr Gröhe hat für die Hebammen einen Sicherstellungszuschlag initiiert: der deckt aber nur einen Teil der Haftpflicht Prämie und kann erst rückwirkend beantragt werden, wenn sie genpgend Geburten betreut haben.
    Die Hebammen müssen also mit einem halben Jahres Einkommen in Vorleistung gehen…

    Vergleiche auch:
    https://www.hebammenverband.de/mitgliederbereich/mitgliedernachrichten/newsletter/newsletterdetail/datum/2015/12/04/artikel/haftpflichtversicherung-ab-juli-2016/

    Antworten
  3. Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.