Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Hörtipp „How To Fuck Up An Airport“: Zeitgleich mit dem BER startete Folge 5 der genialen Podcast-Reihe von VGSD-Mitglied Joel Dullroy

Das Logo der Miniserie, Abbildung: Radiospaetkauf.com, Jim Avignon

(Update vom 01.11.20) Vor zweieinhalb Jahren hatten wir euch vier ganz besondere Podcastfolgen unseres Berliner Vereinsmitglied Joel Dullroy empfohlen (er hatte vor einigen Jahren auch unsere Berliner Regionalgruppe gestartet). In ihnen erklärt Joel, wie es beim Flughafen BER zu jahrelangen Verzögerungen kommen konnte.

Das von ihm humorvoll präsentierte wirtschaftliche Versagen der verantwortlichen Politiker erinnerte uns an das Agieren im Bereich Scheinselbstständigkeit, nur dass der wirtschaftliche Schaden im Fall des BER letztlich vom Steuerzahler getragen werde musste und damit besser beziffert werden konnte.

Anlässlich der Eröffnung des BER am gestrigen Samstag haben Joel und seine Mitstreiter eine fünfte Folge ihrer Miniserie „How To Fuck Up An Airport“ an Airport online gestellt. Da man sich beim neuen Großflughafen bisher nie sicher sein konnte, ob es wirklich klappt, haben wir sicherheitshalber vor unserem Bericht die Eröffnung gestern und den ersten regulären Flug mit easyJet nach London heute morgen abgewartet (nur 64 von 115 Premiere-Gästen flogen tatsächlich mit).

 

Eigens an Funktionstest teilgenommen und mit CEO gesprochen

Joel nahm mit seinen Podcast-Kollegen Masie und Jöran als Statisten an den Funktionstests am neuen Flughafen teil. Sie spekulieren in Folge 5 darüber, wie die Saga rund um den BER weitergehen könnte, welche Katastrophen als nächstes passieren könnten. Weit in die Zukunft müssen sie nicht schauen: Kaum eröffnet, wurde der Flughafen von der Klimaschutzbewegung blockiert. Und was diese nicht ausrichten konnte, schaffte das Corona-Virus: Die Flugbewegungen und Passagierzahlen bleiben wohl noch auf längere Sicht stark reduziert, zuletzt lagen sie 70 Prozent unter Vorkrisen-Niveau, im November werden sie sicher noch weit darunter liegen.

Um Gespräche mit Politikern, Wirtschafts- und Verbandskollegen zu führen, braucht man seit Frühjahr nicht mehr reisen, weil diese nun endlich auch Videokonferenzen entdeckt haben. Und falls doch, nimmt man vielleicht eher die Bahn, wo man nicht ganz so eng beisammen sitzt. Hinzu kommt, dass der neue Flughafen so weit außerhalb gebaut wurde (ein politischer Kompromiss, u.a. damit Berlin und Brandenburg gleichermaßen von den Arbeitsplatzeffekten profitieren), so dass Bahnreisen nach Berlin im Vergleich zum Flug deutlich an Attraktivität gewonnen haben. In den Medien wird deshalb spekuliert, ob BER der letzte seiner Art ist, also der letzte Großflughafen, der gebaut wurde.

 

Jetzt nachhören

Joel, Masie und Jöran haben ein Gespräch mit dem aktuellen BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup geführt, der das Werk vollendete – nach dem Hören der vierten Folge hatte jeder Zuhörer große Zweifel, ob das jemals gelingen würde und es nicht besser wäre, den Flughafen niederzureißen und neu zu bauen. Und mit Professor Hans Georg Gemünden von der TU Berlin, der einen Bankrott der Flughafen-Betreibergesellschaft für nicht ausgeschlossen hält.

Die Miniserie könnt ihr hier anhören (für die erste Folge bitte ganz nach unten scrollen). Die Serie erschien in Joels Podcast-Reihe „Radio Spätkauf“, die inzwischen auf (wenn wir richtig gezählt haben) 165 Folgen zurückblicken kann. Mit ihrem Galgenhumor passt die Miniserie perfekt in die jetzige Zeit des zweiten Lockdowns.

 

Politiker ohne Plan und Wirtschaftskompetenz gibt es nicht nur im Bereich (Schein-) Selbstständigkeit: VGSD-Mitglied produziert Newsshow über BER-Fiasko

Joel Dullroy ist VGSD-Mitglied der ersten Stunde und seit Jahren für Selbstständigenrechte aktiv

(Beitrag vom 09.06.18) Wohin es führen kann, wenn Politiker eigentlich nur das Beste wollen, aber über keinerlei Wirtschaftskompetenz verfügen, das sehen wir täglich am Beispiel Scheinselbstständigkeit.

Leider haben die Politiker in diesem Bereich noch immer nicht die Tragweite ihres Versagens erkannt. Sie glauben, dass eigentlich alles in Ordnung sei, während Aufträge massenhaft ins Ausland gehen, weil es als unsicher gilt, Selbstständige im Inland zu beauftragen.

Deutlicher werden die Folgen mangelnder Wirtschaftskompetenz, wenn die Politiker etwas bauen und man die entstandenen Kosten aufaddieren kann. So wie beim Flughafen BER, der zunächst eine Milliarde kosten sollte, inzwischen sieben Milliarden gekostet hat und trotzdem womöglich nie in Betrieb gehen wird.

 

Endlich verstanden, wie es zu dem BER-Fiasko kommen konnte

Bisher hatte ich nur bruchstückhafte Kenntnisse darüber, wie es zu dem Fiasko kommen konnte. Das hat sich in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag geändert. Joel Dullroy, VGSD-Mitglied der ersten Stunde und seit Jahren auf EU-Ebene für Selbstständigenrechte aktiv, hatte im Nebensatz einer E-Mail an mich erwähnt, dass er eine Podcast-Serie über den BER gemacht hat.

Joel produziert seit Mitte letzten Jahres „Radio Spaetkauf“ – einen Podcast, der teilweise live vor Publikum aufgezeichnet wird und als Newsshow konzipiert ist (RadioEins bezuschusst dies finanziell, das Projekt ist aber auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen). Inhalt sind lokale Berliner Nachrichten in englischer Sprache, das Anhören lohnt sich aber weit über Berlin hinaus. Es gibt 36 Folgen, von denen ich euch die vier über das BER-Debakel ganz besonders ans Herz legen möchte.

 

Titel: „How to F#€k up an Airport“.

Die vier Episoden sind zwischen Dezember 2017 und Mai 2018 entstanden. Sie erklären, wie es zu dem BER-Fiasko kam und stellen dabei eine zweistellige Zahl der schlimmsten Fuckups zusammen – als Anleitung, wie man Flughäfen und andere öffentliche Gebäude NICHT bauen sollte. Sie sind erhellend, spannend, sehr lustig und zugleich deprimierend. Denn die verantwortlichen Politiker haben bis heute keinerlei Verantwortung für ihre Fehler eingeräumt.

Endlich habe ich verstanden, wie es zu dem Fiasko kommen konnte und habe nun auch ernsthafte Zweifel, ob BER weitere Jahre repariert und nicht besser abgerissen und neu gebaut werden sollte. Ich habe die vier Folgen in einem Rutsch durchgehört – spät abends und am nächsten Morgen. An Aufhören war nicht zu denken.

Viel Spaß beim Binge-Listening!

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