Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Trau dich: Verlange Vorkasse oder Anzahlung

Vorkasse ist in vielen Branchen bereits gang und gäbe, Foto: mohamed_hassan, Pixabay

Wenn du die mit einem Auftrag verbundenen Vorleistungen liquiditätsmäßig nicht ohne Weiteres schultern kannst oder dir bezüglich der Zahlungsfähigkeit von Kunden nicht ganz sicher bist: Das Risiko später oder ausfallender Zahlungen kannst du vermeiden oder deutlich reduzieren, indem du Vorkasse verlangst oder zumindest eine Anzahlung vereinbarst.

 

 

Vorkasse ist kein neues Phänomen

Trau dich! In vielen Branchen ist das eine Selbstverständlichkeit: Denk zum Beispiel an den Einzelhandel und viele Dienstleistungen, hier musst du direkt bar oder mit Karte bezahlen. Oder an den Versand- und Internethandel, wo für Neukunden die Zahlung per Kreditkarte, Vorabüberweisung, Lastschrift und Nachnahme verbreitet ist. Bei größeren Anschaffungen ist es auch üblich, eine Anzahlung zu leisten und den Rest bei Lieferung zu begleichen, also wenn die Möbel aufgebaut sind oder das Flugticket übergeben wird.

Sofern du nicht ohnehin nach Aufwand abrechnest und deine Arbeitszeit monatlich in Rechnung stellst, solltest du eine ähnliche für beide Seiten faire Lösung finden. Schlage deinem Auftraggeber zum Beispiel vor, dass je ein Drittel des vereinbarten Honorars

– bei Auftragserteilung oder Vertragsabschluss,
– bei Fertigstellung oder Lieferung und
– bei Schlussabnahme der Leistung

fällig wird. So kann der Auftraggeber selbst bei komplizierten Dienstleistungen, zum Beispiel der Erstellung einer Software, einen Teil der Zahlung als Druckmittel zurückhalten, bis die vollständige Leistung erbracht ist. Andererseits kann der Auftragnehmer seine Kosten zumindest teilweise decken, auch wenn noch Nachbesserungen erforderlich sein sollten. Wenn Lieferung und Schlussabnahme zusammenfallen, kann das zweite Drittel der Zahlung auch fällig werden, wenn ein anderer Meilenstein erreicht ist – abhängig davon, wie du es mit deinem Geschäftspartner vereinbart hast.

 

Wann eine Anzahlung Sinn macht

Mache von Vorkasse und Anzahlungen immer dann Gebrauch, wenn es um größere Beträge geht, deren Ausfall du nicht so leicht verkraften kannst. Nutze diesen Weg zudem unabhängig von der Betragshöhe bei Neukunden, deren Zahlungsfähigkeit du noch nicht einschätzen kannst. Auch in anderen Fällen kann es im Hinblick auf deine Liquidität nicht schaden, wenn du zumindest einen Teil der Zahlung schon zu einem früheren Zeitpunkt erhältst.

Wie du Anzahlungen, Abschläge, Teilleistungen, Vorkasse usw. mit geringem Aufwand in Rechnung stellst und verbuchst, das erfährst du in unserem Crashkurs „Rechnung, Buchführung, Steuer“. Im Teilnahmepreis von 129 Euro enthalten ist zudem das Programmpaket „WISO Mein Büro“, mit dem du Rechnungstellung, Zahlungseingangskontrolle und Buchhaltung automatisieren kannst. Sichere dir einen Platz für das nächste Seminar in deiner Nähe.

 

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