Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Vorsicht vor betrügerischen Internetseiten: NRW stoppt Auszahlung von Corona-Soforthilfen

Beim Verteilen der Kohle ist etwas schief gegangen…, Zeche in NRW, Foto: Peter H., Pixabay

Offenbar haben Betrüger Fake-Webseiten angelegt und prominent in Suchmaschinen platziert (eventuell bei Google beworben?), um dort dann mit gefälschten Antragsformularen die Daten von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen abzufischen, die Soforthilfe beantragen wollten.

Die Täter haben die Anträge dann offenbar mit den abgefischten Daten selbst ausgefüllt, dabei aber ihre eigene Kontonummer für die Auszahlung angegeben. Das Land zahlte die Förderung dann offenbar ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen aus.

 

Auszahlung der Soforthilfe in NRW gestoppt

Betroffen scheint, so berichtet die WELT, vor allem NRW, wo Teilnehmer an unserem Erfahrungsaustausch schon seit Tagen mit wachsender Verzweiflung darüber klagen, dass sie keine Bewilligung und Auszahlung der beantragten Fördergelder erhalten. Möglicherweise sind sie selbst Opfer dieser Masche geworden – oder von den Konsequenzen, die diese auf die Mittelvergabe in Nordrhein-Westfalen hat:

Das NRW-Wirtschaftsministerium hat nach Hinweisen auf den Betrugsverdacht die Auszahlung von Soforthilfen für unterbrochen. Bereits am Dienstag sei Strafanzeige wegen Betrugs erstattet und am Donnerstag die Auszahlungen gestoppt worden.

 

Anträge können weiterhin gestellt werden

Selbstständige können laut NRW-Wirtschaftsministerium weiterhin die Soforthilfe beantragen, müssen dafür aber ausschließlich die offizielle Website benutzen, auf der sich ein elektronisches Formular befindet:

https://soforthilfe-corona.nrw.de

Vorsorglich hat das Ministerium die Antragsteller, die auf die Auszahlung der Hilfe warten, um (noch mehr!) Geduld gebeten. Es will zeitnah über die weitere Vorgehensweise informieren.

Unklar bleibt vorerst, wie die Beamten die betrügerischen von den echten Anträgen unterscheiden werden. Denkbar wäre, dass sie die Identität des Antragstellers und Korrektheit der Bankverbindung nochmals gesondert prüfen, was allerdings die Auszahlung zusätzlich verzögern könnte.

 

 

6 Kommentare

  1. Andreas Röttger schreibt:

    Es erschließt sich mir nicht so ganz aus den Presseverlautbarungen, seit wann diese gefälschten Antragsdokumente für die Corona Soforthilfe NRW aktiv sind/waren. Sollte sich herausstellen, dass diese zum Beispiel erst ab dem 30.03.2020 ins Netz gestellt wurden, wäre es doch folgerichtig, dass die (auch irrtümlich gestellte Mehrfach-) Anträge, die am 27.03, 28.03. und 29.03.2020 versendet wurden und für die es einen Bewilligungsbescheid gibt, schnellstmöglich zur Auszahlung gelangen. Als unmittelbar Betroffener, der am 27.03.2020 seinen Antrag stellte und am 29.03.2020 seinen Bewilligungsbescheid erhielt, warte ich aktuell immer noch auf eine Auszahlung. Der Auszahlungsstop kontakariert somit die Möglichkeit für Kleinst- und Soloselbständige, für die kommenden drei Monate den Sinn und Zweck der Bezuschussung zeitgerecht zu erfüllen. Es ist kaum davon auszugehen, dass die polizeiliche Ermittlungsarbeit bei einem solchen Konvolut an eingereichten Anträgen in den nächsten Wochen zum Abschluss kommen wird, sodass eine zeitnahe weitere Auszahlung der Zuschüsse von mehreren tausend ehrlichen Antragstellern vollkommen illusorisch ist. Hier sollte von Seiten der Verantwortlichen schnellstmöglich über die Osterfeiertage mit Augenmaß an einem alternativen Plan gearbeitet werden, um die Auszahlungen weiter zu betreiben.

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    1. Andreas Röttger schreibt:

      Alternativen wären zum Beispiel, dass derzeit nicht an reinen Online-Banken überwiesen wird.

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  2. Ray Ratschke schreibt:

    Wie sehen denn die falschen Bestätigungsmail aus? Ich weiss nicht mehr, ob ich auf der richtigen Website war, habe am 30.03.2020 den Antrag gestellt, eine Bestätigungsmail bekommen, und danach nichts mehr gehört. Die Fadestes sollen so gut gewesen sein, dass so ein Betrug möglich wurde. Über Ostern werde ich jetzt wohl bangen müssen, ob meine Daten an die richtige Stelle gesendet wurden.

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  3. Nils schreibt:

    Beunruhigend ist dass für solche Dinge kein Extended Validation Zertifikat eingesetzt wird. Es sollte doch aber zumindest möglich sein die Kontoverbindung abzugleichen, bei der Steuer gibt es dafür bereits ein System.

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  4. GHo schreibt:

    DE-Mail und elektronischer Personalausweis wurden mit großem Schulterklopfen eingeführt.
    Wer nutzt sie jetzt? Unser dröger Beamtenapparat wohl nicht.

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    1. Nils schreibt:

      Denke das liegt auch daran dass diese Dinge in der Bevölkerung nicht stark angenommen wurden.

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