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Ein Jahr nach der Wahl Was erwarten wir Selbstständigen von der Politik?

Politische Entwicklungen und ihre Auswirkungen

Mit Max Hilgarth, Geschäftsführer des VGSD, hatten wir einen kompetenten Ansprechpartner, mit dem wir in einer lebhaften Diskussion viele Fragen zur politischen Lage diskutierten.

Max Hilgarth ist der Geschäftsführer der VGSD und hat uns ein bisschen über die politische Lage in Deutschland erzählt.

Weltfremde Vorstellungen zum Statusfeststellungsverfahren

Ein zentrales Thema war gleich zu Beginn das Statusfeststellungsverfahren. Hierzu liegt ein Referentenentwurf vor, der u. a. eine neue Form der Selbstständigkeit vorsieht. Diese ist mit Rentenversicherungspflicht verbunden und neuen Kriterien zur Abgrenzung von abhängiger Beschäftigung, von denen einige verpflichtend sind.

In der Diskussion zeigte sich, dass die vorgeschlagenen Kriterien (z. B. Vertretbarkeit, unternehmerisches Risiko, mehrere Auftraggeber) an der Praxis der Solo-Selbstständigkeit vorbeigehen. Gerade bei hochspezialisierten Dienstleistungen wird man als Person beauftragt, was dazu führt, dass die Vorstellung, eine Vertretung zu benennen, weder realistisch noch gewünscht ist.

Auch die geplante Abwicklung der Sozialabgaben über Auftraggeber wird kritisch gesehen: hoher bürokratischer Aufwand, unklare Umsetzung und zusätzliche Belastungen.

Fehlende Wertschätzung und Bürokratie

In den Diskussionen wurde deutlich, dass viele Selbstständige fehlende politische Wertschätzung erleben. Bürokratische Hürden, Statusfeststellungsverfahren und Unsicherheiten bei Sozialabgaben prägen den unternehmerischen Alltag von vielen der Teilnehmenden.

Einige berichteten von aufwendigen Prüfverfahren und wachsendem administrativem Druck. Gleichzeitig ziehen sich Unternehmen zunehmend zurück und beauftragen lieber über Vermittler – auch aus Angst vor rechtlichen Risiken.

Einordnung und Ausblick

Max Hilgarth betonte, dass der aktuelle Entwurf voraussichtlich nicht unverändert umgesetzt wird. Der VGSD setzt sich weiterhin für praxisnahe Regelungen und eine klare Definition von Selbstständigkeit ein.
Zudem berichtete Max über die Vorstellungen der Politik zur Altersvorsorge von Selbständigen. Nach aktuellen Studien sorgen die meisten bereits eigenverantwortlich fürs Alter vor. Daher löst eine pauschale Verpflichtung keineswegs die tatsächlichen Probleme.

Individualität ist ein wesentliches Kennzeichen von Selbstständigkeit

Die Realität selbstständiger Arbeit ist sehr individuell, was in politischen Entwürfen nur unzureichend abgebildet wird und werden kann. Das zeigte sich beim Blick auf aktuelle Herausforderungen:

  • In einigen Branchen geht die Zahl der Aufträge zurück oder sie verändern sich stark
  • Andere erleben, dass ihre Expertise unter neuen Rahmenbedingungen weiterhin gefragt ist
  • Viele stehen vor Herausforderungen, sich zwischen Anpassung, Spezialisierung oder Neuorientierung zu positionieren

Gemeinsame Erkenntnisse

  • Politische Rahmenbedingungen haben weiterhin großen Einfluss auf die Selbstständigkeit
  • Viele geplante Regelungen sind in der Praxis nur schwer umsetzbar
  • Bürokratie und Unsicherheit belasten den Arbeitsalltag spürbar
  • Austausch und Vernetzung helfen, Entwicklungen besser einzuordnen
  • Kleine, konkrete Schritte bleiben wichtig, gerade in unsicheren Zeiten

Der VGSD wird die weiteren Entwicklungen in gewohnter Weise politisch begleiten und sich aktiv in die Diskussion einbringen.

Ausblick

Beim nächsten Treffen geht es um ein praxisnahes Thema, durch das uns René Holz führen wird: Prompting für bessere Ergebnisse: Wie aus KI ein echter Sparringspartner wird

Wir freuen uns auf euch!

Text: Heike Andersen

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