Während sich die Geschäftslage und -erwartungen von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen im September leicht verbessert haben, nimmt die Unsicherheit etwas zu. Der Kreditzugang verschlechtert sich erneut deutlich.
Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen stieg im September erneut leicht an, von minus 19,7 auf minus 18,8 Punkte. Der Index liegt damit weiter deutlich im negativen Bereich. Zugleich erleben Selbstständige die Kreditvergabe der Banken zunehmend als restriktiv.
In der Gesamtwirtschaft verbesserte sich das Klima deutlicher, von minus 6,0 auf minus 3,4 Saldenpunkte. "Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort“, sagt Katrin Demmelhuber vom ifo Institut. "Allerdings kommt der erwartete wirtschaftliche Aufschwung bei den Selbständigen bislang nur langsam an."
Lage und Erwartungen etwas besser, Unsicherheit nimmt leicht zu
Die Selbstständigen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas besser als im August (minus 16,6 nach minus 17,0 Punkten) und blickten weniger pessimistisch auf die kommenden Monate (minus 21,0 nach minus 22,3 Punkten). Anders als zuletzt fiel es ihnen aber wieder schwerer, die weitere Geschäftsentwicklung vorherzusagen: 78,5 Prozent bezeichneten dies als schwer oder eher schwer, nach 78,0 Prozent im August.
Unter den Selbstständigen im Dienstleistungssektor stieg das Klima von minus 13,0 auf minus 10,7 Punkte. Auch im Einzelhandel ging es leicht nach oben, mit minus 30,0 Punkten bleibt das Klima dort aber tief negativ. "Der Index geht zwar nach oben, doch vielen Selbstständigen fehlen weiterhin schlicht die Aufträge“, sagt Matthias Henze, Gründer und CEO von Jimdo. „Das hören wir in Gesprächen immer wieder. Dazu kommt rechtliche Unsicherheit."
Kredite: Mehr als die Hälfte erlebt Banken als restriktiv
Schwieriger wird es auch beim Kreditzugang: Im dritten Quartal 2026 bewerteten 54,4 Prozent der Selbstständigen in Kreditverhandlungen die Kreditvergabe als restriktiv, nach 44,8 Prozent im Vorquartal und 34,6 Prozent zu Jahresbeginn. In der Gesamtwirtschaft sank der Anteil dagegen von 40,1 auf 32,8 Prozent.
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Zugleich verhandeln immer weniger Selbstständige überhaupt über einen Kredit: Ihr Anteil sank auf einen Tiefpunkt von 7,8 Prozent (Vorquartal: 9,3 Prozent). In der Gesamtwirtschaft stieg er auf 24,8 Prozent (Vorquartal: 23,6 Prozent).
Wir fordern Rechtssicherheit und faire Beiträge – und warnen vor einer Rentenpflicht ohne begleitende Reformen
Wir als VGSD sehen die Politik in der Pflicht, damit die Erholung auch bei den Selbstständigen ankommt. "Damit die verbesserten Wachstumsaussichten bei den Solo- und Kleinstunternehmen ankommen, braucht es endlich Rechtssicherheit in Bezug auf die Auftragsvergabe, mindestens aber Eckpunkte für eine zeitnahe Reform der Statusfeststellung", sagt unser Vorstandsvorsitzender Andreas Lutz. "Eine weitere potenzielle Wachstumsbremse ist die geplante Rentenpflicht für künftige Selbstständige, die ohne gleichzeitige Reform der Beitragsbemessung zu einem massiven Einbruch des Gründungsgeschehens führen wird."
Deshalb haben wir vor Kurzem eine neue Petition gestartet: Rentenpflicht für Selbstständige? – Nur mit Rechtssicherheit und fairen Beiträgen! Schon mehr als 11.000 Menschen haben sich unserer Forderung angeschlossen und die Petition unterzeichnet. Wir freuen uns, wenn auch du die Petition mitzeichnest und sie in deinem Netzwerk teilst: www.openpetition.de/rentenpflicht
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