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Jimdo-ifo-Index für Oktober 2023 Selbstständige werden wieder pessimistischer

Es war ein kurzer Lichtblick: Nach einer leichten Stimmungsaufhellung im September hat sich das Geschäftsklima bei den Selbstständigen im Oktober wieder verschlechtert. Vor allem die schlechte Auftragslage macht kleinen Selbstständigen zu schaffen.

Geschäftsklima von Solo- und Kleinstunternehmer/innen versus Gesamtwirtschaft

Das Geschäftsklima sank bei den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmer/innen im Oktober um 1,8 Punkte von minus 14,4 auf minus 16,2, während es in der Gesamtwirtschaft um 2,4 Punkte von minus 12,4 auf minus 10,0 stieg. Damit hat sich die Verbesserung der Lage, die sich im September bei den Selbstständigen zeigte, als nicht beständig erwiesen. Sowohl die Indikatoren zur Geschäftslage als auch die zu den Geschäftserwartungen, aus denen sich das Klima zusammensetzt, sanken wieder tiefer ins Minus.

Schere geht wieder weiter auf

Anders der Verlauf in der Gesamtwirtschaft: Hier entwickelten sich alle Indikatoren positiv, so dass die Schere zwischen Solos und Gesamtwirtschaft wieder weiter aufgeht. Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber sagt über die Entwicklung in der Gesamtwirtschaft: "Die Zufriedenheit mit den laufenden Geschäften nahm wieder leicht zu, ebenso fielen die Aussichten erneut etwas weniger pessimistisch aus. Es zeichnet sich hier ein Silberstreif am Horizont ab."

Geschäftserwartungen von Solo- und Kleinstunternehmer/innen versus Gesamtwirtschaft

Von einem Silberstreif am Horizont kann bei den Selbstständigen keine Rede sein. In der Befragung wurde diesmal zusätzlich erhoben, wie sehr sich die Befragten in ihrer Geschäftstätigkeit behindert fühlen. Obwohl sich Klima und Lage in der großen Unternehmen deutlich besser darstellen als bei den Selbstständigen, wird dort in stärkerem Maß eine Behinderung der Geschäftstätigkeit wahrgenommen: 68,4 Prozent der Gesamtwirtschaft gaben an, in ihrer Geschäftstätigkeit behindert zu werden, bei den Selbstständigen waren dies 64,5 Prozent.

Die Geschäftslage von Solo- und Kleinstunternehmer/innen versus Gesamtwirtschaft

Aufschlussreich ist dabei der Blick auf die Art der wahrgenommenen Behinderungen. Während sich größere Unternehmen eher von angebotsseitigen Behinderungen wie Arbeitskräftemangel, Materialengpässe und zu geringe technische Kapazitäten eingeschränkt sehen, leiden Solos und Kleinstunternehmer/innen viel stärker unter Auftragsmangel.

"Warten auf ein Signal der Politiker"

"Wie befürchtet hat sich die Stimmung unter den Selbstständigen nur kurzfristig aufgehellt, seit Beginn des Ukraine-Kriegs nehmen die Klagen über Auftragsmangel fast kontinuierlich zu. Arbeitskräftemangel und Materialengpässe sind für unsere Gruppe keine so großen Probleme, sehr wohl aber Bürokratie, Rechtsunsicherheit und mangelnde Wertschätzung", sagt VGSD-Vorstand Andreas Lutz. "Wir warten hier auf eine Wende, ein Signal der verantwortlichen Politiker, dass sie die Bedeutung und Bedürfnisse auch dieser Erwerbstätigengruppe sehen und verstanden haben. Klarstellungen, die mehr Rechtssicherheit insbesondere in Bezug auf Scheinselbstständigkeit bringen, wären ein dringend benötigtes Aufbruchssignal."

„Schwächelt die Gesamtwirtschaft über einen längeren Zeitraum, bekommen Selbstständige zu wenig Aufträge. Eine Konsequenz aus dieser anhaltend niedrigen Nachfrage ist die deutlich höhere Existenzbedrohung”, sagt Matthias Henze, CEO und Mitgründer von Jimdo. Der Anteil der Selbständigen, die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen, fällt seit über einem Jahr mehr als doppelt so hoch aus wie in der Gesamtwirtschaft. Aktuell im Oktober sind es bei den Selbstständigen 16,5 Prozent und bei der Gesamtwirtschaft 6,8 Prozent, die sich existentiell bedroht sehen. Henze ergänzt: „In absoluten Zahlen betrifft die Existenzbedrohung ca. 620.000 Selbstständige. Das ist ein strukturelles Problem, das unsere Wirtschaft als Ganzes gefährdet.”

Ranking verschiedener Branchen nach Beurteilung der Lage

Auch im Dienstleistungssektor verschlechterte sich das Klima wieder. "Zum einen beurteilten die Teilnehmenden ihre aktuelle Lage nicht mehr so oft positiv. Zum anderen waren die Erwartungen wieder stärker von Skepsis geprägt", sagt Katrin Demmelhuber vom ifo-Institut. Das betrifft den gesamten Sektor und schlägt sich auch in den verschiedenen Branchen nieder, die seit Juli auch einzeln ausgewertet werden. Der Klimaindikator sank in allen Branchen außer bei den IT-Dienstleistungen und den Kreativen. Im IT-Bereich verbesserten sich die Erwartungen und bei den Kreativen sowohl Lage als auch Erwartungen.

Als Vereinsmitglied kannst du eine detaillierte Aufschlüsselung der Entwicklung von Klima, Lage und Erwartungen in neun Dienstleistungsbranchen als PDF mit 22 Grafiken herunterladen:

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Dass das ifo Institut gemeinsam mit Jimdo und VGSD jeden Monat differenziert nach kleinen und großen Unternehmen über Geschäftslage, -erwartungen, -klima und andere wichtige Entwicklungen berichten kann, verdanken wir dem Engagement vieler Vereinsmitglieder, die sich für das ifo-Panel registriert haben und regelmäßig online einen kurzen Fragebogen ausfüllen. Willst auch du mitmachen und zu mehr Transparenz über die wirtschaftliche Situation von Solo- und Kleinstunternehmer/innen beitragen? Hier erfährst du, wie das geht!

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