Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Kinoabend in Berlin: Eine Werkschau mit dem Filmemacher Johannes Sylvester Fluhr

An diesem Abend verriet Johannes Sylvester Fluhr was hinter seinen Imagefilmen steckt

Warum kleckern, wenn man auch klotzen kann! Den ersten Stammtisch des Jahres beging die Berliner Regionalgruppe mit einer Neujahrs-Extravaganza: Geplant war eine kleine Werkschau aus Filmen und fotografischen Arbeiten von Johannes Sylvester Fluhr, der schon seit geraumer Zeit zum festen Inventar der Regionalgruppe gehört. Man sagt beim Netzwerken immer brav sein Sprüchlein auf: „Ich mach dies und das und was machst du?“ und entsprechend wussten wir alle, ja, der Johannes, der produziert Imagefilme. Aber was für Filme eigentlich und wie ist er dahingekommen, wo er heute als Freiberufler in der Kreativbranche steht? Sein Markenzeichen: ein gewagter Cowboyhut, der fest mit ihm verwachsen scheint und ein sympathischer schwäbischer Dialekt, mit dem er gerne etwas kokettiert. Das macht doch neugierig!

 

Kultur zum Jahresbeginn

Johannes Sylvester Fluhr beim VGSD-Weihnachtsessen 2019, Foto: Stephan Schöpfer

Gesagt, getan, bei einer Vernissage in der Galerie von Paulina Tsvetanovas machten wir Nägel mit Köpfen und vereinbarten eine Werkschau für den Januar-Stammtisch 2020. Zumal man so früh im neuen Jahr meist noch etwas träge nach den ganzen Festivitäten ist und so ein bisschen Kultur da doch das Jahr ganz entspannt beginnen lässt. Die Frage, die sich stellte, war, wo? Denn zum Filmschauen war ein kleiner Raum mit kleiner Beamerprojektion wohl kaum die richtige Wahl. Wie es der Zufall und der Teufel wollten, fiel Regionalsprecherin Elke ein Kino in Friedrichshain ins Auge: eins von diesen szenigen kleinen Programmkinos mit ausgesessenen Kinosesseln und alten Sofas im Vorraum. Das B-Ware! Ladenkino mit angeschlossenem DVD-Verleih war perfekt für unsere Zwecke – und dank sehr moderater Mietpreise, die sogar eher noch günstiger als klassische Meetingräume in Berlin ausfielen, auch noch absolut erschwinglich.

 

Anfänge und Grundlage für das heutige Business

Screenshot aus dem Kurzfilm „Das Fenstertheater“

So war der Zuspruch mit etwas mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch recht hoch – Unternehmerinnen und Unternehmer zeichnen sich eben durch ihre Neugierde und Lust auf Experimente aus! Johannes führte uns anhand von Filmen und fotografischen Arbeiten durch seine Biografie: zunächst die Anfänge auf der Filmhochschule und ersten Erfolgen wie der Einladung mit dem Kurzfilm „Musikshow“ zu den 34. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 1988, damals schon eins der renommiertesten deutschen Kurzfilmfestivals. Oder 1994 der 1. Kurzfilmpreis der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden für den (geförderten) Kurzfilm „Das Fenstertheater“. In der Folge verschlug es ihn nach New York und Austin, Texas, wo er in den Jahren 2002–2009 für eine Videoproduktionsfirma arbeitete. Eine Zeit, in der er die Grundlage für sein heutiges Business als Imagefilmer mit seiner Firma ichfilmesie legte. Besonders interessiert habe ihn in dieser Zeit das individualisierte Personenporträt und die Art, wie sich besondere Nähe zu den Zuschauenenden herstellen lasse.

 

Einblick in die Arbeit und neue Projekte

Screenshot Imagefilm Berlin-Brandenburger Märchenkreis

Johannes gab bei seinem Vortrag Einblicke in technische Aspekte seiner Arbeit wie auch Fragen der Interviewtechnik, etwa wie es ihm gelingt, eine entspannte Atmosphäre für den Dreh herzustellen, so dass die Porträtierten auch ein Stück Persönlichkeit von sich preisgeben – was für Kamera wie Rezipienten erst die Würze eines filmischen Kurzporträts ausmache. Darüber hinaus stellte er zwei aktuelle künstlerische Projekte vor: zum einen seine Seite The Art of People. Dort veröffentlicht er Filmporträts in seinem eigens dafür entwickelten Videoformat ohne Auftrag, also über Menschen, die ihn als Person und mit ihrer Geschichte interessieren.

Johannes setzt das „Wort des Tages“ aus zwei scheinbar nicht zusammenpassenden Fremdwörtern zusammen; Foto: Screenshot

Zum anderen ist dies sein Foto-Grafisches Projekt Viralabsolution. Damit erklärt sich übrigens auch gleich die skurrile Überschrift: beide Begriffe wurden dem Projekt entnommen, das auf der einen Seite Titel seiner aktuellen Fotoausstellung in den Räumen des Coachingraum-Anbieters Meeet ist, auf der anderen Seite alltagspoetisches Kunstprojekt. Johannes bietet auf der Webseite viralabsolution.de die Möglichkeit, das „Wort des Tages“ zu abonnieren. Dieses ist immer ein aus zwei scheinbar nicht zusammenpassenden Fremdwörtern kreiertes zusammengesetztes Fremdwort, das doch so manchen wahren Kern zu bergen scheint.

 

Instantmotivation: ein alltagstaugliches Produkt?

Ich habe es probehalber abonniert und muss sagen, in den Begriff vom 12. Januar bin ich ganz verliebt: Instantmotivation. Wäre das nicht herrlich, immer so ein Glas Instantmotivation im Küchenschrank stehen zu haben? Ich stelle mir das als so eine Art Granulat vor, das man mit heißem Wasser aufgießt, wenn’s grad mal wieder mit der Motivation nicht so recht weit her ist. Ist dann zwar nicht ganz so gut wie frische, naturbelassene Motivation, aber tut’s zur Not für die Alltagsarbeit oder die Steuererklärung eben auch mal … Ich kann euch nur empfehlen, diesen Newsletter einmal probehalber zu abonnieren, für mich wird damit der mittägliche Blick in den E-Mail-Eingang zum regelrechten Lichtblick!

 

Bilder von Johannes Sylvester Fluhr bei Meeet noch bis 20.2.2020
Meeet, Konstanzer Str. 15a, 10707 Berlin

Viralabsolution von Minimalpoesie zu Transzendenztotalität

Finissage am Do. 20.2.2020 um 19 Uhr

 

Bericht: Elke Koepping
Schwarz-Weiß-Fotos: Stephan Schöpfer
Filmstills: Johannes Sylvester Fluhr

 

 

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