Ich kann es nicht mehr hören: Immer wieder behaupten Politiker/innen, Selbstständige hätten niedrige Einkommen und sorgten selbst bei einem hohen Verdienst nicht ausreichend für ihr Alter vor.
Soziologen sprechen selbst bei den Gutverdienern unter den Selbstständigen von "prekären", weil aus ihrer Sicht unsicheren, instabilen Einkommensverhältnissen und tatsächlich kann ein wichtiger Auftraggeber ja jederzeit wegfallen. Politiker assoziieren damit "Prekariat" und Armut. Und unterstellen gut honorierten Stelbstständigen, sie würden ihr Geld während des Erwerbslebens auf den Kopf hauen, um im Alter von der ach so komfortablen Grundsicherung zu leben. Das entspricht nicht der Realität.
Karl Brenke vom DIW hat die Altersvorsorge von Selbstständigen untersucht und dem resultierenden Aufsatz den Titel gegeben: "Die allermeisten Selbstständigen betreiben Altersvorsorge oder haben Vermögen". Das hat auch eine repräsentative Studie des Bundesarbeitsministeriums jüngst bestätigt. Es gibt Selbstständige (ca. 7 Prozent), die (noch) nicht vorsorgen (können), vor allem Gründer/innen. Zwei Drittel aber sorgen überdurchschnittlich vor, also besser als Angestellte mit vergleichbarem Einkommen!
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