Natürlich sind Selbstständige keine Superhelden, die nie krank werden. Sie brauchen allerdings keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt, wenn sie krank werden und erhalten auch keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wenn sie aufgrund einer Krankheit nicht arbeiten können, können sie entsprechend weniger Stunden in Rechnung stellen.
Um dies zu vermeiden, vor allem aber auch den Kunden nicht zu enttäuschen, arbeiten sie bei leichten Erkrankungen oft weiter – und sei es aus dem Krankenbett heraus. Bei einer ernsten Erkrankung müssen sie mit dem Auftraggeber Terminverschiebungen vereinbaren oder eine Vertretung organisieren.
Unter dem Strich sind sie wahrscheinlich nicht seltener krank, aber deutlich seltener "arbeitsunfähig". Empirisch überprüfen lässt sich das aber nicht so einfach, weil es ja an der Lohnfortzahlung und somit den entsprechenden Statistiken fehlt.
Es gibt auch Stimmen, die sagen, das Selbstständige seltener leichte, dafür aber genau so häufig oder öfter schwere Erkrankungen erleben, weil hohe Belastung, finanzielle Unsicherheite und fehlende Vertretung im Krankheitsfall ihren Tribut fordern. Viele Selbstständige sind aber auch besonders gesundheitsbewusst, weil sie sich bewusst sind, dass ihre eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihr wichtigstes Kapital ist.
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