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Lesetipp WISO MeinBüro beim Netzwerktag Philip Neumann: "Ich will wissen: Welche Aufgabe in deinem Büroalltag möchtest du am liebsten nie wieder erledigen?"

Als langjähriger Kooperationspartner des VGSD wird WISO MeinBüro auch in diesem Jahr auf unserem großen Netzwerktreffen in Nürnberg dabei sein. Online Marketing Manager Philip Neumann erzählt im Interview, wieso er den Austausch vor Ort besonders wertvoll findet – und welche Themen ihn besonders interessieren.

Philip Neumann von WISO MeinBüro ist beim kommenden VGSD-Netzwerktreffen dabei und freut sich darauf, mit vielen VGSD-Mitgliedern ins Gespräch zu kommen.

WISO MeinBüro und den VGSD verbindet eine langjährige Kooperationspartnerschaft, und das nicht ohne Grund: Beide beschäftigen wir uns jeden Tag mit der Realität von Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen, unterschiedlich sind lediglich unsere Blickwinkel.

Während wir vom Verband für die politischen Interessen von Selbstständigen eintreten, sie vernetzen und mit praktischen Tipps für ihr Business versorgen, sorgt WISO MeinBüro mit seiner Software – von der Rechnungsstellung über die Buchhaltung bis hin zur Dokumentenverwaltung – für Erleichterung im Büroalltag. Im Interview erzählt Philip Neumann, warum WISO MeinBüro auch beim diesjährigen VGSD-Netzwerktreffen (15. und 16.10.) in Nürnberg mit von der Partie ist und auf welche Gespräche er sich besonders freut. 

VGSD: Philip, WISO MeinBüro ist erneut Partner unseres VGSD-Netzwerktags. Warum ist euch der persönliche Austausch mit Selbstständigen wichtig?

Philip Neumann: Wir wollen Software FÜR Selbstständige entwickeln – und dafür müssen wir verstehen, was sie im Alltag beschäftigt. Das lässt sich nur zum Teil über Daten und Fakten herauskriegen. Ein persönliches Gespräch ist einfach direkter, denn so finden wir am besten heraus: Wo verlieren Selbstständige in ihrem Arbeitsalltag Zeit bei administrativen Themen, wo drückt der Schuh?

VGSD: Genau wie wir steht auch ihr bei WISO MeinBüro täglich in Kontakt mit vielen Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen. Was beschäftigt diese aktuell am meisten? 

Philip Neumann: Richtig, auch wir bekommen von unseren Kund/innen gespiegelt, was sie gerade bewegt. Bei uns landet alles, was für Selbstständige Veränderungen im Arbeitsalltag mit sich bringt – von Fragen der Büro-Organisation bis hin zu Reformen auf politischer Ebene. Besonders wichtig sind im Moment Themen wie der KI-Einsatz im Büro oder auch die E-Rechnung. 

Viele Selbstständige wollen mehr Zeit mit ihren Kund/innen verbringen können und fragen sich deshalb, wie sie administrative Aufgaben schneller und einfacher abwickeln können. Da gibt es viel Frust, denn die Aufgaben sind oft komplex, es gibt jede Menge Sonderfälle. Um mal beim Beispiel E-Rechnung zu bleiben: Wenn man sich die Anforderungen im Gesetzestext durchliest, das kann man als Normalo ja kaum richtig erfassen. Da sehen wir uns in der Verantwortung, als Übersetzer zu agieren und die Anforderungen für juristische Laien verständlich zu machen. Unser Anspruch: Wir wollen gemeinsam selbstständig sein. 

VGSD: Was erfahrt ihr in persönlichen Gesprächen auf einem Netzwerktag, das ihr aus Nutzerzahlen, Supportanfragen oder Befragungen nicht erfahren könnt? 

Philip Neumann: Die Datenlage zeigt, was passiert – aber im Gespräch klärt sich das Warum. Und das ist oft viel wesentlicher, um Probleme lösen zu können. Wenn wir im Support eine Anfrage reinbekommen, geht es in der Regel um ein ganz konkretes Problem. Im entspannten Gespräch dagegen haben wir die Chance zu verstehen, der Sache wirklich auf den Grund zu gehen. Bei den Unterhaltungen auf dem Netzwerktag kommt man im positiven Sinne vom Hölzchen auf's Stöckchen und dabei erfahren wir ganz viel über die eigentlich Herausforderungen von Selbstständigen, bekommen ein noch besseres Verständnis der Situation. Wir lernen nicht nur das Problem kennen, sondern auch die Zusammenhänge und Abläufe, die dort überhaupt hingeführt haben. 

VGSD: Beim Netzwerktag treffen sehr unterschiedliche Selbstständige aufeinander – von der Freelancerin bis zum Kleinunternehmer, aus ganz Deutschland und aus verschiedensten Berufsbildern. Gibt es Herausforderungen, die sich durch fast alle Branchen ziehen? 

Philip Neumann: Auf jeden Fall: Keiner hat richtig Bock auf den riesigen Verwaltungsapparat, den Selbstständige heute bewältigen müssen. Rechnungen schreiben, Belege erfasse, Steuervorgaben erfüllen: Das ist ja nicht der Grund, warum man sich selbstständig macht, sondern die Konsequenz daraus. Deshalb unser Ziel, unseren Kund/innen die Büro- und Verwaltungsarbeit so einfach wie möglich zu machen, damit sie mehr Zeit für ihr eigentliches Business haben. 

VGSD: Richtig, Bürokratie ist für viele unserer Mitglieder ein großes Thema. Wo erlebt ihr besonders deutlich, dass administrative Anforderungen Selbstständige unnötig Zeit kosten? 

Philip Neumann: Unsere Software ist so intuitiv wie möglich aufgebaut. Aber gerade, wenn es gesetzliche Änderungen oder Anpassungen gibt, werden wir immer mehr als Übersetzer gebraucht, wie vorhin bei der E-Rechnung schon erwähnt. Da hängen so viele Anforderungen dran: Was genau muss ich erfüllen? Welche Formate gibt es? Kann die Software das?

In diesem solchen Prozessen sind wir mehr und mehr gefordert, das auf ein verständliches Niveau runterzubrechen. Wir stellen auch fest, dass wir in solchen Kontexten dann Serviceanrufe zu technischen Fragen bekommen, die oft aber auf Missverständnissen zu den Anforderungen beruhen. Das ist eine direkte Folge der gestiegenen Komplexität. Wir versuchen dann, verschiedene Lösungswege aufzuzeigen. Der Kunde hat oft einen Weg im Kopf, wie er vorzugehen hat und oft fehlt es schlicht an der Zeit, nach Alternativen zu suchen. Da können wir dann beratend unterstützen. 

VGSD: Die E-Rechnung beschäftigt Selbstständige seit einiger Zeit intensiv. Wie gut sind kleine Unternehmen inzwischen darauf vorbereitet – und wo bestehen noch die größten Unsicherheiten? 

Philip Neumann: Das ist sehr, sehr individuell und unterschiedlich. Manche sind sehr tief im Thema, andere gar nicht. Fest steht: Das Thema wird uns langfristig bewegen und alle irgendwann betreffen (aktuell gibt es noch diverse Ausnahmeregelungen). Wer heute Buchhaltungssoftware nutzt, ist gut vorbereitet auf E-Rechnung, das können die alle. Aber im Alltag ist es doch noch sehr verbreitet, Rechnungen irgendwie mit Excel und Word zu erstellen. Das mag funktionieren, ist aber weder GoBD-konform noch skalierbar. 

VGSD: Du hast schon angerissen, dass KI und Automatisierung gerade auch die Buchhaltung und Büroorganisation verändern. Welche Aufgaben werden Selbstständige in einigen Jahren wahrscheinlich kaum noch selbst erledigen müssen? 

Philip Neumann: Aktuell liegt der Fokus stark darauf, repetitive Aufgaben zu automatisieren – also alles, was sich regelhaft wiederholt und im Hintergrund läuft: Daten aus Dokumenten extrahieren, Dokumente zuordnen, Zahlungseingänge abgleichen – all solche Abläufe sind heute schon gut zu automatisieren. 

Richtig spannend wird es, wenn wir in die Zukunft schauen: Ich kann mir vorstellen, dass uns künftig Sprachassistenten stärker unterstützen. Dass wir zum Beispiel im Auto sitzen und per Sprachbefehl eine rechtskonforme Rechnung erstellen lassen, die direkt auch rausgeht. Das große Ziel dabei ist immer, dass Selbstständige wegkommen von diesem Zuviel an Verwaltungsaufwand – dass die administrativen Prozesse leichter und intuitiver werden und sie mehr Zeit für ihr eigentliches Business haben.  

VGSD: Gemeinsam mit uns führt ihr inzwischen zum dritten Mal den Selbstständigen-Report durch. Was hat euch bei den Rückmeldungen der Selbstständigen bislang besonders überrascht oder nachdenklich gemacht? 

Philip Neumann: Im Selbstständigen-Report 2026 hat sich ein Trend gezeigt, der uns sehr ins Grübeln gebracht hat: 90 Prozent der befragten Selbstständigen fühlen sich von der Politik wenig bis gar nicht respektiert. Wenn man sich vor Augen führt, dass die Gruppe der Selbstständigen zig Milliarden Jahresumsatz macht, ist das ein Punkt, der sitzt schon. 44 Prozent haben angegeben, schon mal über das Thema Auswanderung nachgedacht zu haben und sechs Prozent verfolgen sogar konkrete Auswanderungspläne. Diese Zahlen sind alarmierend.  

VGSD: Mit WISO MeinBüro unterstützt ihr nicht nur den Netzwerktag, sondern habt in der Vergangenheit auch das Mitgliederwachstum des VGSD gefördert. Warum ist euch eine starke Interessenvertretung für Selbstständige wichtig? 

Philip Neumann: Das ganze Thema Bürokratie und wechselnde rechtliche Anforderungen, auch die Unsicherheit rund ums Statusfeststellungsverfahren – das kann kein Selbstständiger für sich alleine lösen. 

Selbst wenn ich mit der Bürokratie an sich gut zurecht komme, muss ich als Selbstständige/r immer dranbleiben, was in Berlin passiert. Der VGSD macht die Interessenvertretung super und wir als Software-Anbieter hängen an diesem ganzen Prozess dran. Wo überbürokratische Anforderungen gestellt werden, rufen die Kunden bei uns an und brauchen Hilfe. Deshalb brauchen wir eine Verbandsarbeit, wie der VGSD sie leistet, der solche Themen frühzeitig abfangen kann und etwa die Bürokratie möglichst niedrig und verständlich zu halten. 

Wichtig ist doch, dass sich Selbstständigkeit in Deutschland lohnt. Dass administrative Aufgaben nicht den Spaß nehmen und schon gar nicht als Wachstumsbremse wirken. Dafür braucht es klare und klar kommunizierte Rahmenbedingungen!

VGSD: Wenn du beim Netzwerktag mit möglichst vielen VGSD-Mitgliedern ins Gespräch kommen könntest: Welche eine Frage würdest du ihnen gerne stellen?

Philip Neumann: Das Thema Automatisierung beschäftigt uns sehr, daher würde ich gern fragen: "Welche Aufgabe in deinem Büroalltag als Selbstständige/r willst du am liebsten nie wieder erledigen?" Also, wo liegen die ganz konkreten Belastungen – vielleicht finden wir ja Möglichkeiten, da mit unserer Software zu entlasten und Aufgaben so rauszunehmen, dass Prozesse automatisch ablaufen. 

VGSD: Lieber Philip, Danke für das Gespräch!

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