Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

Arbeitgeber fordern Reform der Künstlersozialkasse wegen hoher Bürokratiekosten

Volker Fassbender, der Hauptgeschäftsführer der hessischen Unternehmerverbände fordert, dass in Rechnungen auf die KSA-Pflicht hingewiesen wird. Foto: vhu

Volker Fassbender, der Hauptgeschäftsführer der hessischen Unternehmerverbände fordert, dass mindestens in Rechnungen auf die KSA-Pflicht hingewiesen wird. Foto: vhu

184.000 Künstler und Publizisten sind über die Künstlersozialkasse (KSK) sozialversichert. Für sie ist die Versicherung ein Segen:

Im Vergleich zu anderen Selbstständigen profitieren sie in zweierlei Hinsicht. Für sie gelten keine hohen Mindestbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, außerdem übernehmen Staat und Verwerter die Hälfte der Beiträge, also quasi den Arbeitgeberanteil.

Verwerter sind Unternehmen und kulturelle Institutionen, aber auch ganz normale Selbstständige, die Künstler und Publizisten für mehr als 450 Euro/Jahr beauftragen. Sie sind verpflichtet auf diese Honorare 5,2% (ab 1.1.17 4,8%) Künstlersozialabgabe (KSA) zu leisten. Seit 2015 wird dies sehr viel strenger geprüft, was das Verhältnis von Auftraggebern und –nehmern belastet.

 

250 Millionen Euro Abgaben – und fast noch einmal so viel Bürokratiekosten?

Die Bürokratiekosten für die Erhebung der KSA stehe dabei in keinem Verhältnis zu den Einnahmen, kritisiert jetzt die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (vhu) in einem Positionspapier. 260 Millionen Euro an Abgaben habe die KSK 2014 eingenommen. Für das Ermitteln und Abführen der Abgaben fielen laut vhu fast noch einmal so viele Kosten in den Unternehmen an. Der vhu verweist als Beleg auf eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln aus dem Jahr 2008, die 2009 bereits den BDA zu einem Positionspapier gegen die KSA veranlasst hatte. Es kam zum Ergebnis, dass auf jeden Euro Abgabe, der eingenommen wurde, 78 Cent Bürokratiekosten anfallen.

Ist das plausibel? – Multipliziert man die auf der Seite der KSK zuletzt für 2013 angegebene Summe gemeldeter Honorare (4.120 Mio. Euro) mit dem damals geltenden Abgabesatz von 4,1 Prozent kommt man auf Abgaben von 169 Mio. Euro. Im Schnitt meldete also jeder der 167.600 Verwerter in diesem Jahr 24.600 Euro abgabepflichtige Honorare und eine KSA von 1.008 Euro. 78 Prozent davon wären 785 Euro. Ist mit der Auflistung der im Vorjahr beauftragten Künstler und Publizisten und ihrer Honorare wirklich ein solcher Aufwand verbunden? Mit mehreren Stunden Zusatzaufwand, Rückfragen beim Steuerberater und den anteiligen Kosten einer Betriebsprüfung kann man schnell auf einige hundert Euro Kosten kommen, vor allem wenn die Meldung erstmals erfolgt. In Folgejahren wird der Aufwand aber wahrscheinlich niedriger liegen.

Bei „kleinen“ Selbstständigen sind die 78% Bürokratiekosten dagegen auf jeden Fall realistisch – wahrscheinlich sogar untertrieben: Bei ihnen dürfte die Honorarsumme von Künstlern und Publizisten entweder unter der Bagatellgrenze liegen oder aber bei 500 bis 1.000 Euro. Das entspricht einer Einnahme der KSK von 0 Euro bzw. 26 bis 52 Euro. Der Aufwand für die Ermittlung der Höhe der Abgabe, die Klärung von Fragen mit KSK oder Steuerberater (insb. welche Leistungen abgabepflichtig sind), der Briefverkehr mit der KSK und die Betreuung einer eventuellen Betriebsprüfung sind mit Zeitaufwand und ggf. auch Kosten für den Steuerberater verbunden, die weit über 26 bis 52 Euro liegen dürften – insbesondere bei der ersten Meldung.

Durch die Ausweitung der Prüfungen kommen immer mehr dieser „kleinen“ Verwerter hinzu, bei denen der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zur Höhe der Abgabe steht. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Bagatellgrenze von 450 Euro pro Jahr unseres Erachtens deutlich zu niedrig gewählt. Das Paretoprinzip wurde hier offenbar ignoriert.

 

Hinzu kommen die Bürokratiekosten bei der DRV

Hinzu kommen noch die Bürokratiekosten bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV): Diese hatte 2014 verschärfte Prüfungen zunächst als unwirtschaftlich abgelehnt. Der Bürokratieaufwand für geschätzte Mehreinnahmen in Höhe von 32 Millionen Euro läge nach eigener Schätzung bei 50 Millionen Euro. Nach langem Streit mit dem Arbeitsministerium budgetierte die DRV im Rahmen eines politischen Kompromisses zusätzliche Bürokratiekosten von 12,3 Millionen Euro (was noch immer fast 40% der prognostizierten zusätzlichen Einnahmen entspricht) und erklärte sich zu der verschärften Prüfpraxis bereit.

 

Arbeitgeber beklagen Rechtsunsicherheit und fordern Hinweis auf Abgabepflicht in Rechnung

Der Hauptgeschäftsführer der hessischen Unternehmerverbände Volker Fasbender fordert jetzt gegenüber der FAZ eine Reform des Systems: „Die deutsche Künstlersozialversicherung ist ein weltweit einmaliger Sonderweg, der die Unternehmen mit unerträglichen Bürokratiekosten und höchster Rechtsunsicherheit belastet“.

Fasbender schlägt vor, die Versicherten sollten verpflichtet werden, in der Rechnung auf die Abgabepflicht hinzuweisen und die zusätzlich eingenommenen Honorare dann selbst an die KSK abzuführen. Die Alternative sei laut Fasender das Privileg abzuschaffen. Künstler und Publizisten seien aus seiner Sicht nicht schutzbedürftiger als andere Selbständige.

(Anmerkung zur Rechnungsstellung: Momentan sind künstlerische und publizistische Leistungen auch von Nicht-KSK-Versicherten abgabepflichtig. Außerdem ist die Frage, ob durch Ausweisen des Aufschlags tatsächlich höhere Honorare realisiert werden könnten.)

Laut Fasbender gebe es inzwischen Hunderte von Gerichtsurteilen dazu, wer künstlerisch oder publizistisch tätig sei. Unzählige Verfahren „verstopften die Sozialgerichte“. Dies zeige, wie groß die Rechtsunsicherheit sei und wie schwer es für die Unternehmen ist, die Abgabepflicht richtig einzuschätzen.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall unterstützt die Forderungen von Fasbender. Vorstandsmitglied Petra Credé sagte gegenüber der FAZ, es gehe nicht darum, dass die Unternehmen weniger Abgaben bezahlten: „Vielmehr muss der unverhältnismäßige, durch die Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung noch weiter verschärfte Verwaltungsaufwand mit einer grundlegenden Reform des Verfahrens erheblich reduziert werden.“

 

Große Auftraggeber nutzen Sonderregelungen

Gesamtmetall hat eine Ausgleichsvereinigung gegründet, die für die Arbeitgeber in dieser Branche die Abrechnung gegenüber der KSK übernimmt. Es gebe aber auch dort große bürokratische Schwierigkeiten, sie seien nur eine Notlösung. Die Ausgleichsvereinigungen entrichten mit befreiender Wirkung die Künstlersozialabgabe und die Vorauszahlungen.

Die Vereinigungen vereinbaren mit der KSK Abgaben, deren Höhe in gewissen zeitlichen Abständen überprüft werden und sich an den Abgabepflichten der einzelnen Unternehmen orientieren. Die KSK behält das Recht zu stichprobenweisen Prüfungen. Ziel der KSK ist dabei, die Abgabengerechtigkeit zu wahren, aber den bürokratischen Aufwand für die Unternehmen zu reduzieren. (Es scheint also Einigkeit darüber zu bestehen, dass der bürokratische Aufwand tatsächlich erheblich ist.)

Die Berechnungsgrundlage für die Abgaben kann innerhalb einer Ausgleichsvereinbarung abweichend vom Gesetz auf der Grundlage anderer Berechnungsgrößen ermittelt werden. Die Vereinbarung muss durch das Bundesversicherungsamt genehmigt werden. Abgabepflichtige Selbstständige und kleine Unternehmen können von solchen Regelungen nicht profitieren.

Insgesamt gibt es rund 64 solcher Ausgleichsvereinigungen, in denen teils hunderte von Verwertern organisiert sind. Von ihnen werden nach unseren Schätzungen rund 100 Millionen Euro an Abgaben bezahlt. Das entspricht rund 40% der vereinnahmten Künstlersozialabgabe. Die Bürokratiekosten sollten hier deutlich unter denen des Durchschnittsvermittlers liegen, denn Sinn der Vereinigungen ist ja gerade die Senkung dieser Kosten.

 

Zahl der Kontrollen von 70.000 auf 400.000 erhöht

Die Künsterlsozialversicherung wurde 1983 eingeführt. Seitdem ist die Zahl der Versicherten immer weiter gestiegen, in den letzten 20 Jahren (von 1995 bis 2015) hat sie sich von 82.000 auf 184.000 mehr als verdoppelt. Mittlerweile fallen gut 100 Berufe unter den Oberbegriff „Künstler und Publizist“. Die Versicherten zahlten im Jahr 2014 460 Millionen an Beiträgen, die Kunden wie bereits erwähnt 260 Millionen und der Bund noch einmal 185 Millionen Euro.

Auf einen Gesetzesentwurf von Andrea Nahles hin hatte die Bundesregierung 2014 beschlossen, die Finanzierung der KSK durch schärfere Kontrollen bei den abgabepflichtigen Unternehmen zu sichern. Geplant waren dabei laut taz rund 400.000 statt bisher 70.000 Kontrollen pro Jahr.

Bisher hatten sich viele kleine Unternehmen ihrer Abgabepflicht entzogen (bzw. gar nichts von ihr gewusst). Die Reform sorgt nach Meinung von Ministerin Nahles künftig für Abgabegerechtigkeit: „Mit dem neuen Prüfmodell machen wir die soziale Sicherung von Künstlern und Publizisten zukunftsfest und vermeiden gleichzeitig unnötige Bürokratie für kleine Unternehmen“, sagte die Ministerin damals. Mit der Reform der KSK war 2014 auch die Bagatellgrenze von 450 Euro eingeführt worden. In der vorherigen Legislaturperiode war die schon lange angestrebte Reform am Widerstand der FDP gescheitert.

Die Kontrollen erfolgen im Rahmen der alle vier Jahre stattfindenden Arbeitgeberprüfungen durch die DRV, bei denen eine KSA-Meldung für die letzten vier Jahre vorzulegen ist. Zudem erhielt die KSA durch das Gesetz ein eigenes Prüfrecht, mit dem bei einem konkreten Verdacht (etwas aufgrund von Kontrollmitteilungen aus Prüfungen von Künstlern und Publizisten) selbst Auftraggeber prüfen kann.

 

Fazit: Mehr als nur das übliche Sommertheater

Die Notwendigkeit einer KSK-Reform wurde in den vergagenen Jahren immer wieder thematisiert und sorgt vor allem in der Sommerpause für heftige Diskussionen in beiden Lagern. Neu ist aber die verschärfte Prüfpraxis der DRV – durch sie dürfte sich der seit Jahren schwelende Konflikt erheblich verschärfen.

Was haltet ihr von dem Vorschlag, in Rechnungen auf die Abgabepflicht hinzuweisen und die Abgabepflicht auf Leistungen derjenigen zu beschränken,  die tatsächlich von der KSK profitieren? Wäre ein Abführen der KSA direkt durch die Auftragnehmer praktikabel? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!

13 Kommentare

  1. N. schreibt:

    Beide Vorschläge finde ich sehr gut: In den Rechnungen auf die Abgabepflicht hinzuweisen und die Abgabepflicht auf die Leistungen der MItglieder der KSK zu beschränken.

    Gerade als „Einzelkämpfer“ weiß man gar nichts von solchen Verpflichtungen zur Abgabe, Auch wenn man seit vielen Jahren selbstständig ist, kommt man nicht unbedingt auf die Idee, dass eine neue Bürokratieverpflichtung eintritt, weil man sich mal neue Visitenkarten machen lässt.

    Ist man eigentlich als normaler Selbstständiger/Gewerbetreibender verpflichtet, Nullmeldungen zur KSK abzugeben, WEIL man solche Leistungen nicht in Anspruch nimmt? oder wie? Könnte Ihr mal die Hintergründe erläutern, wann man als Einzelunternehmer verpflichtet ist, quasi „auf Verdacht“ eine KSK-Meldung abzugeben, obwohl man damit aufgrund des eigenen Geschäftsfeldes gar nichts zu tun hat?!

    Gruß
    Lisa

    Antworten
    1. Antworten
  2. Andreas Lutz schreibt:

    Da müsste ich selbst erst einen Experten fragen. Und diese Unsicherheit ist natürlich Teil des Problems, weil so etwas ja auch zu Bürokratiekosten führt, selbst wenn dann gar keine Abgabe rauskommt.
    Was ich aber sagen kann: Unternehmen mit Mitarbeitern, die alle paar Jahre von der DRV geprüft werden, müssen im Rahmen der Prüfung neuerdings DRV-Meldungen vorlegen. Falls sie also keine Künstler/Publizisten beschäftigt haben, müssen sie eine Nullmeldung vorlegen.

    Antworten
  3. Gabriel K. schreibt:

    Die KSK ist ein Büroktatie-Monster ohne sinnvolle Grundlage. Sicherlich kann ich Künstler verstehen, die „in Armut“ leben weil Sie Ihrer Berufung der Kunst folgen. Aber das ist (zumeist) dann wohl eine freiwillige Entscheidung sich dieser Kunst hinzugeben und niedrigere Einnahmen in Kauf zu nehmen.

    Ich bin ebenfalls selbstständig und weiß nur zu gut, dass es auch anderen nicht künstlerisch selbstständigen so ergehen kann! Selbst denen, die von der KSK konsequent ausgeschlossen werden als Mitglied aber dennoch zu Zahlungen an eben selbige verpflichtet werden.

    Diese Vorgehensweise finde ich absolut undemokratisch und unfair. Die KSK sollte abgeschafft werden. Künstler die wirklich an der Armutsgrenze leben können ebenso wie jeder andere Selbstständige bei der normalen GKV einen niedrigeren Beitrag beantragen und wenn das nicht reichen sollte muss man eben genau wie jeder andere Selbstständige, dem die Einnahmen fehlen Hartz IV Aufstockung anmelden.

    Wieso sollten hier für Künstler Sonderregeln gelten die absolut dem Prinzip von Gleichbehandlung und Demokratie Widersprechen und dafür andere selbstständige durch immense Bürokratie, Zwangs-Zahlungen diskriminieren. Auch habe ich schon des öfteren Gehört, dass größere Firmen Nachzahlungen leisten mussten die das Unternehmen inklusive Mitarbeitern in die Insolvenz getrieben haben.

    Unter derartig Demokratie-feindlichen Umständen für Selbstständige wie Zwangs-Zahlungen und Mitgliedschaften an KSK, Kammern (IHK, HWK, …) und demnächst dank Frau Nahles wohl auch in die DRV (Geld das meine Generation wohl NIE wieder sehen wird…) wundert es mich nicht, dass immer mehr Menschen sich trotz der Risiken zur Gründung von Offshore-Firmen genötigt fühlen oder gleich richtig Auswandern aus Deutschland.

    Auch mir ist der Gedanke mit dem Auswandern schon mehrfach durch den Kopf gegangen.

    Antworten
    1. Thomas Meuter schreibt:

      Als ich als Selbständiger angefangen habe musste ich feststellen, dass dieser geringe Satz der GKV immer noch sehr hoch ist. Ausserdem ist die aktuelle Berechnung nach den Einnahmnen des vergangenen Jahres realitätsfremd und der Grund für die vielen Selbständigen mit Schulden bei der GKV.
      Wenn mein letztes Jahr gut war und im nächsten Frühjahr die Produktionen noch nicht abgelaufen sind, zahle ich den hohen Satz der sich aus dem letzten Jahr ergibt. Wenn ich aber keine Einnahmen habe ist das unmöglich.
      Solche Flauten von mehreren Monaten sind leider in der Medienbranche immer wieder möglich.

      Antworten
  4. Olaf Welling schreibt:

    Zur immer wieder gestellten Frage, warum die künsterisch tätigen überhaupt eine Sonderform der Sozialversicherung bekommen: Dies entstand aus der Erkenntnis, dass es in den künstlerischen Berufen weit häufiger als z.B. bei einem Ladeninhaber oder einem Handwerker zu nicht-kontinuierlicher Beschäftigung und/oder Bezahlung kommt: Die Schauspielerin wird für eine Produktion ein paar Wochen, vielleicht zwei-drei Monate gebucht, dann ist erst einmal länger Pause; der Maler oder Bildhauer arbeitet längere Zeit an neuen Gemälden und Skulpturen, und selbst wenn das Kunstwerk am Ende zu einem sehr guten Preis verkauft werden kann, dann muss die Zeit bis dahin erst einmal überbrückt werden. Damit die soziale Absicherung in diesen Zwischenphasen nicht unterbrochen wird, hat der Gesetzgeber die KSK gegründet.
    Den Vorschlag, in den Rechnungen auf die Abgabenpflicht hinweisen zu müssen, finde ich schwierig: Abgabenpflicht besteht nicht nur bei KSK-Mitgliedern, sondern auf alle künstlerischen Leistungen (sofern nicht von einer GmbH eingekauft). Die KSK-Mitglieder sollen ja gerade nicht diskriminiert werden, dass sie diese gesetzliche Möglichkeit in Anspruch nehmen. Daher würde die Pflicht, sich über verpflichtende Steuern und Abgaben zu informieren, in einem einzigen Punkt vom allgemeinen Geschäftsbetreibenden auf den speziellen künstlerisch Tätigen übertragen – Kammerpflichten, Gewerbeanmeldung und -steuern, Pflichtangaben und -registrierungen blieben aber wie sie sind bei jedem.

    Antworten
  5. qwertz schreibt:

    Ganz ehrlich: Es ist nun wirklich extrem einfach, die beanspruchten Leistungen bei der KSK anzumelden.
    Einfach in der Buchhaltung einen Posten KSK-Honorare einrichten und fertig. Am Ende des Jahres nachsehen, wie hoch der Betrag ist und diesen dann auf dem Meldebogen (ja, ist nur eine Seite mit einer einzigen Zeile, in der man diesen Betrag eintragen muß) und fertig.
    Wer da von „zu hoher Bürokratie“ spricht, der kriegt es vermutlich auch nicht hin, seinen Umsatz am Jahresende korrekt zu ermitteln.
    Dass man sich mit neuen Begebenheiten als Jemand der damit erstmalig konfrontiert wird, anfreunden muß, spricht aber nicht gegen das Prinzip der KSK. Im Gegenteil: von der Einfachheit der Abwicklung können sich viele andere Institutionen, Behörden und auch Unternehmen noch ein Scheibe abschneiden.
    Dass die Prüfungspflicht besteht ist logisch und dass die Frewuenz erhöht wird, liegt einfach nicht zuletzt daran, dass viele Unternehmen sich ihrer Zahlungsverpflichtung durch Nicht-Meldung entziehen. Sei es abischtlich, oder aus Unkenntnis. Wer es einmal gemacht hat, wird zustimmen, dass das Verfahren wirklich kinderleicht ist.

    Antworten
    1. Antworten
  6. Andre schreibt:

    Man sollte auch schutzwürdige Berufsgruppen, hier Künstler und Publizisten, wie alle anderen gleichbehandeln. Zum Ausgleich dann durch gezielte Förderungen helfen, um die sich dann nur die Betroffenen selbst kümmern müssten, anstatt auf der Abgabenseite eine riesige Bürokratie zu betreiben, die die halbe Wirtschaft belastet.

    Antworten
    1. 123456 schreibt:

      Sie gleich zu behandeln würde aber insbesondere auch bedeuten, dass man von Seiten der Regierung einmal die Schwarzkopierer härter angeht und maßregelt. Denn die Einnahmeseite ist massiv schlechter geworden, seit es die einfachen Möglichekeiten im Netz gibt, Sachen zu kopieren, ohne die Urheber dafür zu entlohnen. Ist nur ein Randaspekt hier, sollte aber nicht unberücksichtigt bleiben. Beispiel ist zum Beispiel die Aushöhlung der Störerhaftung. Wieso wird dies zu Lasten der Urheber und zu Gunsten der Nutzer und insbesondere der Digitalwirtschaft zugelassen? Da ist es doch wohl völlig OK, dass die Nutznießer (also die Gesellschaft) den Künstlern und Publizisten etwas zurückgeben – und wenn es nur über die KSK ist, was ja bekanntermaßen lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein bedeutet.

      Antworten
  7. Martina schreibt:

    „Was haltet ihr von dem Vorschlag, in Rechnungen auf die Abgabepflicht hinzuweisen und die Abgabepflicht auf Leistungen derjenigen zu beschränken, die tatsächlich von der KSK profitieren? Wäre ein Abführen der KSA direkt durch die Auftragnehmer praktikabel?“

    Gegenfragen: Wäre es praktikabel, dass ich meine Kunden darauf hinweise, dass sie steuerpflichtig sind? Und dass ich sie die MwSt selbst abführen lasse?

    *Ironie off* Wer ein Unternehmen gründet, sollte seine Pflichten (und Rechte) kennen. Wer das nicht tut, sollte besser Angestellter bleiben/werden. Wer bislang die KSA nicht gezahlt hat und jetzt wegen der verschärften Prüfungen den höheren Bürokratieaufwand beklagt, ist selbst Schuld. Das wäre ja genauso, wie wenn ein Unternehmen nicht wusste, dass es steuerpflichtig ist und deshalb keine Steuern zahlt, von der Steuerprüfung erwischt wird und sich dann über den Aufwand der Steuerprüfung beklagt.

    Dass es Ungleichheiten zwischen „größeren“ und „kleineren“ Verwertern gibt, sehe auch ich kritisch. Hier wäre zu fragen und zu prüfen, ob es nicht für alle eine Pauschalzahlung geben kann.

    Es wäre interessant zu wissen, wie ein solches Meldeverfahren tatsächlich abläuft. Und auch wie ein Prüfverfahren, das bei gemeldeten Verwertern ja durchschnittlich alle vier Jahre stattfindet. In dem Artikel steht ja sogar, dass eine verschärfte Prüfung nur bei einem Verdacht erfolgt. Vermutlich genauso bei Verwertern, die bislang keine KSA gezahlt haben und nun wegen des neuen Gesetzes „erwischt“ wurden. Außerdem interessant zu wissen wäre, ob die Verwerter (und wenn ja, welche) dem Gesetz zugestimmt oder sogar daran mitgearbeitet haben.

    Es wäre ja schön, wenn „die Wirtschaft“ (wer ist das überhaupt, liebe FAZ?) höhere Honorare für künstlerische Leistungen zahlen würde anstatt sich über die KSK zu beklagen. Aber die künstlerischen und die journalistischen Leistungen zählen in diesem wirtschaftsgetriebenen Lande halt nichts … Schon allein deswegen hinkt der Vergleich zu anderen Selbstständigen – denn in anderen Branchen ist es leichter, Einnahmen zu generieren, von denen man leben kann, vielleicht sogar gut.

    Hier noch ein paar Links zu der Diskussion, die derzeit durchs Internet rauscht, inkl. Richtigstellung der Studie, auf die sich dieser eine (!) Wirtschaftsverband beruft und die die FAZ (und in der Folge weitere) einfach ungeprüft übernommen hat – kein guter Journalismus in meinen Augen, dabei wäre schon allein ein Blick auf http://www.kuenstlersozialkasse.de/service/ksk-in-zahlen.html erhellend gewesen – von Nachfrage bei der KSK-Presseabteilung ganz zu schweigen (dass ein Journalist da nicht draufkommt – unglaublich!):
    https://www.kulturrat.de/pressemitteilung/kuenstlersozialversicherung-forderung-nach-abschaffung-ist-asozial/
    http://blogs.nmz.de/wm2014/2016/08/31/nebelbomben-auf-die-ksk/

    Antworten
  8. Irene Gronegger schreibt:

    > Was haltet ihr von dem Vorschlag

    Bei euch im Blog klingt es manchmal so, als sei der Sozialstaat ein Wunschkonzert oder der Titelsong von Pippi Langstrumpf.

    > in Rechnungen auf die Abgabepflicht hinzuweisen

    Siehe Martinas Antwort.

    > und die Abgabepflicht auf Leistungen derjenigen zu beschränken, die tatsächlich von der KSK profitieren?

    Es hat Gründe, warum das nicht so ist: Dann kämen nämlich Künstler aus dem Ausland billiger als solche mit deutschem Geschäftssitz. Ebenso Kreative, die gar nicht sozialversichert sind.

    Die Rentenversicherung sollte selbst dafür sorgen, dass die Abgabe- und Beitragspflichtigen (Auftraggeber wie Auftragnehmer) besser über die KSK informiert werden, zum Beispiel in diversen Informationsmaterialien für Gründer und Selbständige. Das ist nicht die Aufgabe eines Bildhauers oder einer Grafikerin.

    Antworten
    1. Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.