Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Erstmals offizielle Prognose bis 2045: Rückgang des Rentenniveaus auf 41,6%

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, Quelle: BMAS/Knoll

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, Quelle: BMAS/Knoll

Update vom 28.09.2016

Am heutigen Mittwoch hat Bundesarbeitsministerin Nahles wie unten angekündigt erstmals längerfristige Rentenprognosen vorgelegt (bis 2045 statt nur bis 2029).

Demnach wird das Rentenniveau bei unverändertem Recht von derzeit 48% auf 41,6% im Jahr 2045 sinken und zugleich die Beiträge von jetzt 18,7 auf 23,4% steigen. Damit würde laut Süddeutscher Zeitung allen, die derzeit 1.500 Euro oder weniger verdienen Altersarmut drohen.

Bei der Berechnung des Rentenniveaus geht man von einem „Standardrentner“ aus, der 45 Jahre lang den jeweiligen Durschnittslohn (in den alten Bundesländern zurzeit 3.022 Euro/Monat) verdient und darauf Rentenbeiträge bezahlt. Ein solcher Rentner würde aktuell 1.370 Euro Renten erhalten – vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

Das Rentenniveau sinkt trotz angenommener Rentensteigerungen von 2% pro Jahr, weil die Durschnittslöhne laut Prognose schneller steigen werden. Zwischen Parteien, Gewerkschaften und Sozialverbänden ist strittig, in welcher Höhe ein bestimmtes Rentenniveau über das Jahr 2030 hinaus garantiert werden sollte.

 

Ursprünglicher Beitrag vom 15.09.2016

Laut Wirtschaftswoche arbeitet das Bundesarbeitsministerium an einer Fortschreibung seiner Rentenprognose bis zum Jahr 2045. Bisher enden die offiziellen Berechnungen im Jahr 2029, reichen also nur 13 Jahre in die Zukunft.

Während bisher ein Absinken des Rentenniveaus von aktuell 47,9 auf 44,6 Prozent prognostiziert wird, würden die Rentenansprüche im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen bis 2045 auf knapp über 40 Prozent sinken.

Arbeitsministerin Nahles dürfte mit Veröffentlichung dieser Zahlen eine weitere Intensivierung der Rentendiskussion herbeiführen und die Dringlichkeit umfassender Reformen belegen wollen. In zwei Monaten möchte sie dann ein Rentenkonzept vorstellen, das entsprechend Gewerkschaftsforderungen die zwangsweise Einbeziehung der Selbstständigen und die Erhöhung der Beiträge umfassen dürfte.

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